Deutscher Pinscher Steckbrief

Charakterstarker Familienhund der gerne im Mittelpunkt steht

Deutsche Pinscher sind klug, anhänglich, treu und verschmust. Sie werden deshalb oft als idealer Familienhund angepriesen. Und das können sie auch werden, wenn die Erziehung liebevoll, konsequent und mit viel Geduld erfolgt und die bewegungsfreudigen Hunde ausreichend ausgelastet werden.

Geschichte des Deutscher Pinschers

Zur Herkunft des Deutschen Pinschers gibt es verschiedene Theorien. Einige sehen die Vorfahren des Deutschen Pinschers in den Torfhunden, die bereits vor 3.000 Jahren die Begleiter der Bewohner der Pfahlbauten in Süddeutschland waren. Eine andere Theorie besagt, dass die Deutschen Pinscher von den Terriern in Großbritannien abstammen. Eine weitere sieht die Wurzeln des Deutschen Pinschers im Pinzgau in Österreich. Tatsache ist, dass die Vorfahren der Pinscher auf Bauern- und Gutshöfen weit verbreitet waren, wo sie die Ställe von Ratten freihielten. Außerdem waren Pinscher Begleiter von Kutschen und Fuhrwerken. Sie bewachten die Fahrzeuge, wann immer der Kutscher sie alleine lassen musste und hielten potenzielle Warendiebe auf Abstand. Oft mussten sie die Kutschen auf kilometerlangen Strecken begleiten, teils bis zu 20 Kilometer. Sie wurden daher auf Ausdauer gezüchtet. Pinscher, die auf den Höfen wohnten, mussten ein eigenständiges Leben führen. Sie schliefen im Stall und mussten sich ihr Futter selbst jagen.

In deutschen Hundestammbuch tauchte die Rasse erstmals 1880 auf. 1895 wurde der Pinscherklub gegründet. Zu dieser Zeit waren sowohl rauhaarige als auch glatthaarige Hunde zur Zucht zugelassen. 1917 erfolgte die Trennung der beiden Schläge und die rauhaarige Variante erhielt den Namen „Schnauzer“. Bis heute sind diese beiden nun eigenständigen Rassen im Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 vereint. Zu jener Zeit spaltete sich auch der Zwergschnauzer als eigenständige Rasse ab.

Schon zu Zeiten, als die beiden Rassen noch vereint waren, war die kurzhaarige Variante seltener anzutreffen. Sie verlor weiter an Popularität und nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Deutschen Pinscher fast ausgestorben. Werner Jung, ein Liebhaber der Rasse, rettete ihn vor dem gänzlichen Verschwinden, unter anderem mit vier zu groß geratenen Zwergpinschern. Einen großen Schub in der Beliebtheitsskala erhielt der Deutsche Pinscher, als er 2003 von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres erkoren wurde. Der einstige Stall- und Kutschenhund wurde zu einem treuen Begleiter für sportlich aktive Menschen.

Wesen und Charakter

Der Deutsche Pinscher gilt als temperamentvoll, klug, aktiv und aufmerksam. Im Haus und im Kreis seiner Familie ist er sehr verschmust. Er ist sehr anhänglich und fordert die Aufmerksamkeit seines Menschen ein, wann immer er sie haben möchte. Kinder in der Familie sollten bereits etwas älter sein und Verständnis für das Tier aufbringen können. Als Hund, dessen Vorfahren für sich selbst sorgen mussten, ist er sehr eigenständig und selbstsicher. Manche werfen ihm vor, eigenwillig zu sein. Er steht im Ruf, stur zu sein und Befehlen nur zu folgen, wenn er sie ebenfalls für richtig hält. Fühlt er sich ungerecht behandelt, neigt er zu Trotzigkeit. Sein Jagdtrieb ist sehr stark ausgeprägt und beim Anblick einer potenziellen Beute vergisst er durchaus einmal jeglichen Gehorsam. Auch sein Schutztrieb ist stark und Fremden gegenüber ist der Deutsche Pinscher zuerst einmal misstrauisch. Im Umgang mit anderen Hunden entscheidet die Sympathie. An Katzen und Kleintiere muss er bereits als Welpe gewöhnt werden, er wird sie sonst als Beute ansehen.

Anschaffung eines Deutschen Pinschers

Ihr denkt darüber nach, euch einen Deutschen Pinscher anzuschaffen? Grundsätzlich ist das eine gute Wahl, dennoch müsst ihr einiges bedenken. Ein Deutscher Pinscher benötigt sehr viel Aufmerksamkeit. Draußen sind es Sport und Spiel, die er einfordert, im Haus sind es Schmuseeinheiten. Könnt ihr diese Zeit aufbringen? Habt ihr schon Erfahrung in der Erziehung eines Hundes? Denn ihr müsst eurem Deutschen Pinscher vermitteln, dass ihr der Rudelführer seid, was bei diesem selbstsicheren und verantwortungsbewussten Hund schwer ist. Ihr solltet auf jeden Fall schon Erfahrung mitbringen.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Auch heute noch ist der Deutsche Pinscher eine eher seltene Hunderasse. Ihr müsst euch darauf einstellen, dass ihr längere Zeit warten müsst, bis ihr einen Welpen bekommt, denn oft haben Züchter bereits Wartelisten. Oft müsst ihr auch eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Keinesfalls solltet ihr aber der Versuchung erliegen und einen vermeintlich günstigen Welpen aus dem Internet erwerben. Oft sind bei diesen Tieren die Papiere gefälscht und die jungen Hunde sind bereits krank, weil sie viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, damit diese möglichst schnell gedeckt werden kann, um neue Welpen zu werfen und das Geschäft weiter anzukurbeln. Einen seriösen Züchter erkennt ihr daran, dass er es euch ermöglicht, ihn zu besuchen und Mutter und Geschwister eures Welpen kennenzulernen. Er wird euch alle eure Fragen beantworten und euch auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ein guter Anhaltspunkt, ob es sich um einen seriösen Züchter handelt, ist in der Regel die Mitgliedschaft im Verband für das deutsche Hundewesen (VDH).

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Deutsche Pinscher sind trotz ihrer Intelligenz und Lernwilligkeit keine einfachen Hunde und schwer zu erziehen. Für Hundeanfänger sind sie kaum bis gar nicht geeignet. Die Welpen müssen mit liebevoller, aber äußerster Konsequenz erzogen werden. Die klugen Hunde werden jede noch so kleine Inkonsequenz erkennen und ausnutzen. Hilfreich ist gerade bei solch schwer erziehbaren Rassen mit viel Eigensinn und Selbstsicherheit der Besuch einer Hundeschule.

Wie halte ich einen Deutschen Pinscher?

Ein Deutscher Pinscher ist kein Hund für die Stadt. Als Hofhund war er immer draußen in freier Natur und dort fühlt er sich auch heute noch wohl. Ideal ist ein Haus mit gesichertem Garten, das er bewachen darf.

Aktivitäten mit dem Deutschen Pinscher

Am liebsten wäre der agile Deutsche Pinscher wohl den ganzen Tag in Bewegung. Er braucht aktive Menschen, die ihn fordern, sowohl körperlich als auch geistig. Welchen Hundesport er mit seinem Mensch ausführen darf, ist ihm dabei recht egal, die Hauptsache ist, es gibt genug Action. Er ist vielseitig begabt und freut sich über gemeinsames Joggen, Agility und Ausflüge mit dem Rad oder dem Pferd genauso sehr wie über Mantrailing. Einzig bei Obedience, Gehorsamsübungen als Sport, kann es bei dem eigensinnigen Hund zu Problemen kommen. Andererseits lasten diese Übungen ihn auch geistig aus. Wenn ihr also mit eurem Deutschen Pinscher nicht auf Medaillen aus seid und einfach mit ihm Spaß haben wollt, ist auch das eine Sportart, an der ihr gemeinsam mit eurem Hund Spaß haben könnt. Alles ist möglich, mit dem Deutschen Pinscher. Nur eines solltet ihr vermeiden: dass es ihm langweilig wird. Denn dann wird er sich selbst Beschäftigung suchen. Und das kann unschöne Folgen für Kissen, Sofas, eure Wohnung und euren Garten haben.

Gesundheit und Pflege

Deutsche Pinscher sind pflegeleicht. Es reicht, wenn ihr das glatte Fell einmal in der Woche bürstet. Bei der Gelegenheit solltet ihr auch die Ohren kontrollieren und reinigen. Dass der Deutsche Pinscher noch nie ein Modehund war, hat viele Vorteile für ihn. Einer davon ist zweifelsohne, dass er nie überzüchtet wurde und er seine Robustheit bewahren konnte. Rassetypische Krankheiten sind keine bekannt. Die einzige Krankheit, die bei Deutschen Pinschern häufiger auftritt, ist die Ohrrandnekrose. Durch die dünne Haut der Ohrenränder können bei dem aktiven Hund leicht Verletzungen entstehen.

Interessantes und Wissenswertes

Bereits auf Gemälden aus dem Mittelalter und der Renaissance sind Deutsche Pinscher zu sehen. Ihr Aussehen hat sich in all den Jahrhunderten kaum verändert.

 

Ihr habt einen Deutschen Pinscher oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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