Tibet Mastiff Steckbrief

der imposante Wachhund aus dem Himalaya

Der Tibet Mastiff ist ein asiatischer Rassehund, der starke Wach- und Schutzinstinkte hat. Nichtsdestotrotz ist er aber auch ein kuscheliger Familienbär, der eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen und den Kindern der Familie aufbauen kann.

Geschichte des Tibet Mastiff

Der Tibet Mastiff ist ein jahrtausendealter Rassehund, der seine Wurzeln in Tibet (China) hat. Dort wurde er als Wachhund eingesetzt und war für seine tapferen Dienste im Herdenschutz bekannt. Sein dichtes Fell entfaltet im Hinblick auf seine ursprünglichen Aufgaben eine wichtige Doppelfunktion: Es mildert Bissverletzungen ab und ist eine wirksame Wärmeisolation. Aufgrund der optischen Gemeinsamkeiten verbreitete sich das Gerücht, der Tibet Mastiff könnte ein Mischwesen aus Hund und Löwe sein. An diesem Mythos ist jedoch nichts dran und auch die enge Verwandtschaft zwischen dem Tibet Mastiff, den Molossern und Doggen wurde anhand einer Genanalyse zwischenzeitlich widerlegt. Der Tibet Mastiff scheint den neuesten Erkenntnissen zufolge ein ursprünglicher und eigenständiger asiatischer Rassehund zu sein.

Obwohl der sanfte Riese schon lange in den Diensten der Tibeter stand, begann die planmäßige Zucht erst in den 60er Jahren. 1961 wurde der Tibet Mastiff dann vom FCI als feste Rasse anerkannt. Mit wachsender Bekanntheit wurde aus dem einstigen Hochleistungstier ein Statussymbol, das nicht mehr funktional sein muss, sondern vor allem imposant aussehen soll. Weil die Zucht wenig Frischblut einkreuzte (Inzucht) und immer mehr auf Masse ging, sind viele Tibet Mastiffs heutzutage leider ungesund.

Wesen und Charakter

Der Tibet Mastiff ist ein Hund mit besonderem Charme. Das liegt daran, dass er in seinem Wesen vermeintlich gegenläufige Eigenschaften zu einer harmonischen Einheit zusammenführt. Zum einen ist der flauschige Vierbeiner kinderlieb, verkuschelt und verspielt. Weil die gelassene Art des sanften Riesen auf andere überspringen kann, wird er auch in therapeutischen Arbeitskreisen eingesetzt. Zum anderen ist er ein Kämpfer und territorial. Gegenüber Fremden ist er zurückhaltend, während er seiner Familie – Menschen und Hunden gleichermaßen – den vollen Schutz gewährt. Passend dazu ist der Tibet Mastiff ausgesprochen souverän.

Anschaffung eines „Tibet Mastiff“

Der Tibet Mastiff trendet nicht. Dementsprechend hält sich die Zahl der jährlichen Nachkommen auf einem niedrigen Niveau. Es ist also davon auszugehen, dass ihr euch auf eine Warteliste setzen lassen müsst. Weil es nur wenige seriöse Züchter gibt, kommen neben dem Kaufpreis (rund 1.500 Euro) möglicherweise noch hohe Fahrtkosten auf euch zu. Stellt euch auf diesen Kostenfaktor ein.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Damit ihr an eurem Tibet Mastiff Freude habt, sollte das Kaufgeschäft von folgenden Punkten abhängig sein:

  • Ihr solltet den Hund nur kaufen, wenn die nötige Gesundheitsvorsorge (Impfungen, Entwurmungen, Prüfung auf Hüftgelenkdysplasie) betrieben worden ist und Inzucht anhand des Stammbaums ausgeschlossen werden kann.
  • Günstigere Mischlingshunde oder Tibet Mastiffs aus dem Tierschutz gibt es häufig nicht. Außerdem sind Hunde mit unbekannter Vorgeschichte/mit einer unbekannten Genkombination eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Der Tibet Mastiff sollte also kein Schnäppchenhund aus dem Internet oder aus dem Ausland sein.
  • Der Züchter muss sich die Zeit nehmen, euch mit Fotos/Videos über den Entwicklungszustand der Welpen zu informieren. Ein persönliches Kennenlernen sollte ebenfalls möglich sein. Unseriöse Züchter fallen unter anderem dadurch auf, dass sie euch die Mutterhündin nicht präsentieren. Falls ihr die Mutter der Welpen nicht sehen könnt, seid ihr möglicherweise an einen illegalen Vermehrer geraten und solltet besonders vorsichtig sein.
  • Ihr solltet den Kauf nur in die Wege leiten, wenn ihr euch der künftigen Verantwortung und den Herausforderungen, die sich in der Erziehung eines Tibet Mastiffs ergeben können, gewachsen fühlt. Außerdem solltet ihr die räumlichen Anforderungen erfüllen, einen stabilen Zukunftsweg eingeschlagen haben und nicht allzu wankelmütig sein.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Der Tibet Mastiff macht es seinem Halter in der Erziehung nicht immer leicht, weil er ein unabhängiger Freigeist ist. Er reagiert nur auf Signale, wenn sie ihm sinnvoll erscheinen und schaltet bei Langeweile sehr schnell ab. Allerdings ist der Tibet Mastiff ein intelligentes Tier, das mit dem richtigen Handling gut zu kontrollieren ist.

Von besonderer Wichtigkeit ist die frühe Sozialisation. Nur wenn ihr euren Tibet Mastiff schon im Welpenalter an die Anwesenheit fremder Menschen und Hunde gewöhnt, wird er eure Besucher auch als ausgewachsener Hund noch tolerieren. Wenn ihr eurem Tibet Mastiff keine Grenzen setzt und die frühzeitige Desensibilisierung versäumt, können gravierende Verhaltensprobleme entstehen, die nur noch schwer in den Griff zu kriegen sind. Allgemein wird nicht empfohlen, die Schutzeigenschaften des Hundes zu fördern, wenn sein Urinstinkt (wachen und beschützen) später nicht ausarten soll. Der Tibet Mastiff verfügt also über alle Fähigkeiten, mit denen er ein toller Familien- und Begleithund werden kann. Der Weg dahin erfordert aber Konsequenz und Sachverstand.

Wie halte ich einen „Tibet Mastiff“?

Der Tibet Mastiff ist kein reines Wohnungstier. Die Tatsache, dass er menschenbezogen ist, sorgt zwar dafür, dass er gerne kuschelt und sich in den persönlichen Wohnräumen angemessen verhalten kann. Allerdings ist diese Haltungsform nicht artgerecht. Der Tibet Mastiff ist ein Hund, der ein festes Territorium braucht, damit er seinen Wachtrieb in einem geordneten Rahmen ausleben kann. Ein großer Hof mit eingezäuntem Garten in ländlicher Lage ist für den sanften Riesen ideal. Durch seine dichte Unterwolle hat er einen wirksamen Wetterschutz und kann seine Runden damit auch an kalten Tagen durch den Garten ziehen.

Der Tibet Mastiff entwickelt zu seiner Familie ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und ist auch gegenüber Kindern sehr sozial. Allerdings schlummert in seiner massigen Statur ein latentes Gefahrenpotential. Damit es, beispielsweise im Spiel, nicht zu einer versehentlichen Verletzung kommt, sollten die Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe des Hundes sein. Das gilt vor allem bei fremden Kindern und Besuch. Dem Tibet Mastiff ist die Spezies seiner Familienmitglieder übrigens egal. Er baut sowohl zu den Menschen als auch zu anderen Haustieren eine enge Bindung auf. Voraussetzung dafür ist aber die frühe Sozialisation.

Aktivitäten mit dem „Tibet Mastiff“

Der Tibet Mastiff ist recht ausgeglichen, wenn er einen Hof bewachen kann. Trotzdem liebt er den Aufenthalt in der freien Natur. Dabei ist es ihm relativ egal, ob es regnet, windig ist oder ob die Sonne scheint, Hauptsache er kommt für seine Gassirunden täglich raus. Außerdem haben einige Individuen eine Leidenschaft für Hundesport. Als geeignete Beschäftigungsformen eignen sich zum Beispiel die Spurensuche, wie das Mantrailing, oder die Ausbildung zum Rettungshund.

Gesundheit und Pflege

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Tibet Mastiff um einen pflegeleichten Hund. Trotz seiner dichten Mähne reicht das Bürsten im Abstand von mehreren Tagen völlig aus. Nur während des Fellwechsels (später Frühling) kann ein höherer Pflegeaufwand entstehen, bei dem das abgestoßene Unterfell einmal täglich mit einer Bürste entfernt werden muss. Hunde aus guter Zucht sind gesund und inzuchtfrei. Allerdings gibt es auch bei ihnen immer ein Restrisiko für Epilepsie und Hüftgelenkdysplasie. Gelenkerkrankungen treten häufig bei großen Hunden, unabhängig von der Hunderasse, auf. Bei Gelenkschäden handelt es sich aber um einen krankhaften Zustand, dem ihr durch geeignetes Futter präventiv entgegenwirken könnt.

Interessantes und Wissenswertes

Der Tibet Mastiff ist nicht nur ein stattlicher Hund, sondern auch ein Tier, das

  • nur selten bellt.
  • trotz seiner bulligen Körperstatur sehr sensibel auf zwischenmenschliche Spannungen, beispielsweise auf familiäre Auseinandersetzungen, reagiert.
  • gemeinsam mit einem Artgenossen einen ausgewachsenen Löwen bezwingen kann.
  • in einigen deutschen Bundesländern auf der Liste potenziell gefährlicher Hunderassen steht.
  • eine Vorliebe für die Jagd von Vögeln hat.
  • physisch ausgesprochen langsam reift (bis der körperliche Reifeprozess abgeschlossen ist, können bis zu 7 Jahre vergehen).
  • im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen nur einmal jährlich läufig wird.
Ihr habt einen Tibet Mastiff oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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