Lhasa Apso Steckbrief

Kleiner Tibeter - freundlich, beliebt und ausgeglichen

Der Lhasa Apso ist eine Hunderasse aus Tibet. Der FCI (Fédération Cynologique Internationale) hat diesen Rassehund unter der Standard-Nr. 227, Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 5 – tibetische Hunderassen, registriert. Besonderheit: Das Zuchtbuch wird in Großbritannien geführt.

Geschichte des Lhasa Apso

Der tibetische Lhasa Apso hat eine beeindruckende Geschichte. Seit über 2000 Jahren sind solche Hunde in Tibet und im Norden von Indien gezüchtet worden. Vor allem die buddhistischen Mönche (Lamas) hatten ein besonderes Verhältnis zu diesen Hunden. Sie bezeichneten sie als „Botschafter des Friedens und Glücks“. In ihrer Glaubenswelt verkörperte der Lhasa Apso die Reinkarnation von einigen verstorbenen Glaubensbrüdern. Diesen wurde der Zugang zum „orientalischen Paradies der Glückseligkeit“ verwehrt. Die Aufgabe dieser „heiligen“ Hunde war die Bewachung der Schätze Buddhas. Es war verpönt diese Hunde zu verkaufen. Sie wurden als Geschenk weitergegeben. Dadurch gelangten sie an verschiedene Fürstenhäuser und an den chinesischen Kaiserhof in Peking. In der chinesischen neuen Heimat erhielt er den Namen Shi-tzu-kou. Übersetzt bedeutet es: „Hund aus Tibet kommend“. Das hohe Ansehen dieses Hundes in seiner tibetischen Heimat wird ebenfalls durch die Namensgebung deutlich. Lhasa ist die Hauptstadt Tibets. Der Zusatz Apso beschreibt sein Aussehen: kuschelig, zottelig, langhaarig. Die häufige Bezeichnung „Löwenhund“ bezieht sich auf die Haarpracht, die an einen Löwen erinnert.

Während der Kolonialzeit brachten Engländer 1901 die ersten Exemplare in ihre Heimat. Zusätzlich wurde der Lhasa Apso als persönliche Wertschätzung des Dalai-Lamas nach England verschickt. Seit diesem Zeitpunkt wurde diese Hunderasse in England gezüchtet. 1933 wurde der erste Lhasa Apso Rasseklub auf den britischen Inseln gegründet. Ein Jahr später (1934) wurde der Zuchtstandard festgelegt. Jahre später (1960) erfolgte die Anerkennung dieser Hunderasse durch die FCI. Erst in den 70er Jahren begann die Zucht dieser tibetischen Hunderasse in Deutschland. Trotz zahlreicher Freunde dieser besonderen Rasse hat der Lhasa Apso eher Seltenheitswert in Deutschland. Die jährliche Anzahl von registrierten Welpen schwankt zwischen 50 und 130.

Wesen und Charakter

Der Lhasa Apso Charakter ist geprägt von Temperament, Selbstsicherheit und Intelligenz. Diese Kombination führt zuweilen zu einer gewissen Eigenwilligkeit, die durch Konsequenz gut zu händeln ist. Dieser lebendige und verspielte Hausgenosse liebt den engen Kontakt zu seiner Familie und ist anhänglich. Wenn ihr einen Schoßhund sucht, liegt ihr mit der Hunderasse Lhasa Apso falsch. Dieser aktive Hund benötigt viel Auslauf und Beschäftigung. Trotz seinem freundlichen Wesen ist er häufig bei fremden Menschen zurückhaltend. Außerdem neigt er dazu seine Familie zu beschützen und ist wachsam und „meldet“ eigenständig jede Art von Vorkommnissen. Wenn ihr den Bedürfnissen dieses lebhaften Hundes gerecht werdet, bekommt ihr einen ausgeglichenen Weggefährten.

Gesundheit und Pflege

Lhasa Apso Hunde sind nicht anfällig für Krankheiten. Sie zählen zu den robusten Hunden. Mitunter können sie mit HD (Hüftgelenksdysplasie) oder mit einer Patellaluxation (Kniescheibenproblematik) belastet sein. Verschiedene Augenkrankheiten sind ebenfalls möglich. Seriöse Züchter vermeiden Paarungen mit vorbelasteten Elternteilen. Trotz der schönen Haarpracht ist der Pflegeaufwand nicht besonders hoch. Regelmäßiges Bürsten verhindert Verfilzungen. Der Zeitaufwand beschränkt sich auf 2 Tage in der Woche. Beim Fellwechsel solltet ihr öfters tätig werden. Besonders wegen der dichten Unterwolle ist zu diesen Zeiten ein tägliches Durchbürsten von Vorteil. Sinnvoll ist es auch das Fell im Gesichtsbereich (Augen) regelmäßig zu kürzen. Durch diesen Haarschnitt hat der Lhasa Apso „freie Sicht“. Die Länge des Deckhaars sollte die Bewegungsfreiheit des Vierbeiners nicht einschränken.

Anschaffung eines Lhasa Apso

Die seriösen Lhasa Apso Züchter sind in einem Hundeverband registriert. Beispielsweise ist der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen e. V.) gerne bereit einen Züchter in eurer Nähe zu nennen. Außerdem sind die Verbände über den aktuellen Stand der Würfe informiert. Zusätzlich könnt ihr euch bei solchen Verbänden ausführliche Informationen über den Lhasa Apso in eurem Bundesland geben lassen.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Einen Lhasa Apso kaufen ist Vertrauenssache. Seriöse Verkäufer sind immer bereit, die Hundemutter mit ihrem Nachwuchs in der gewohnten Umgebung zu präsentieren. Die Abgabe erfolgt in der Regel in der 12. Lebenswoche. Selbstverständlich sind die Kleinen gechippt. Der Lhasa Apso Preis liegt zwischen € 1.500 und € 2.000. Ein seriöser Züchter lässt seinen Hundenachwuchs tierärztlich betreuen (Impfung, Entwurmung) und können dies durch einen EU-Ausweis belegen.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Lhasa Apso Welpen sollten frühzeitig sozialisiert und erzogen werden. Kurse für Welpen bieten professionelle Unterstützung. Wichtig ist für Hundeanfänger eine liebevolle Konsequenz. Diese selbstbewusste Rasse nutzt seinen Vorteil bei Inkonsequenz und Nachlässigkeit. Dadurch kann ein süßer Welpe oder Junghund sehr schnell anmaßend werden. Trotz seiner Eigenständigkeit ist er gut erziehbar.

Wie halte ich einen Lhasa Apso?

Der Lhasa Apso ist problemlos in einer Stadtwohnung zu halten. Idealerweise wohnt ihr in der Nähe eines Parks. Dort könnt ihr eure täglichen Spaziergänge absolvieren. Durch Treppensteigen sollten die Gelenke nicht übermäßig belastet werden. Ein Aufzug wäre sinnvoll. Bei diesem „Leichtgewicht“ könnt ihr ihn ebenfalls die Treppen hoch tragen. Eine Wohnung oder ein Haus mit Garten ist empfehlenswert, aber nicht Voraussetzung für einen „glücklichen“ Lhasa Apso.

Aktivitäten mit dem Lhasa Apso

Der Hund Lhasa Apso ist sehr aufgeweckt. Er benötigt lange Spaziergänge bei jedem Wetter. Ihr könnt mit eurem Hund alles machen, was ihm Spaß macht. Die einzige Bedingung ist, ihr dürft ihn nicht überfordern. Beispielsweise Fahrradfahren: Lasst euren Vierbeiner nicht nebenherlaufen, sondern setzt ihn in einen Fahrradkorb. Die neuen Eindrücke und die Nähe „seines“ Menschen ist die ideale Freizeitbeschäftigung. Manche Disziplinen des Hundesports sind für kleine Hunde ebenfalls gut geeignet. Sucht gemeinsam die richtige Aktivität für euch (beispielsweise Agility oder Nasenarbeit).

Interessantes und Wissenswertes

Der Lhasa Apso ist eine Langhaarrasse. Zahlreiche Bilder im Internet führen zu Irritationen. Eine Züchtung Lhasa Apso Kurzhaar ist im Rasseportrait der Zuchtverbände nicht vermerkt. Die unterschiedliche Haarlänge ist der Haltung geschuldet. Diese Haarpracht bis zum Boden reichend ist lediglich für Ausstellungshunde geeignet und diese führen ein sehr behütetes Leben. Für ein temperamentvolles und ausgeglichenes Hundeleben ist dies nur hinderlich. Die Welpen und Junghunde haben anfänglich kurzes Haar. Das weitere Haarwachstum ist ein individuelles Erbgut. Manche Exemplare erreichen ihr ganzes Leben keine Felllänge bis zum Boden. Ein Kurzhaarschnitt durch den Hundefriseur erleichtert das Hundeleben des Lhasa Apso im Normalfall enorm. Außerdem unterstreicht das pfiffige Aussehen durch eine Kurzhaarfrisur den Charakter dieser Hunderasse.

Ihr habt auch einen Lhasa Apso oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir mehr in den Kommentaren! 

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