English Pointer Steckbrief

der stattliche Jagdhund im Portrait

Der English Pointer ist eine alte Jaghundrasse aus Großbritannien. Hier im Steckbrief erfahrt ihr alles über die Geschichte, den Charakter und die Haltung der Rasse.

Geschichte des English Pointers

Der Englische Pointer ist ein klassischer Vorstehhund, dessen Vorfahren aus Spanien und Frankreich stammen. Die Engländer kreuzten diese Jagdhunde mit Foxhounds und Greyhounds. Obwohl es mittlerweile viele Vorstehhunde, wie den Deutsch Drahthaar, den Weimaraner oder den Kleinen Münsterländer gibt, gilt der englische Vorstehhund als der reinste Vererber der Vorsteheigenschaft. Seit dem Jahr 1835 züchten britische Züchter die Rasse nun schon in ihrer heutigen Form. Um das Jahr 1907 gründeten deutsche Züchter den ersten Verein für die Rasse in Berlin. Im VDH sind die Züchter heute durch den „Deutschen Pointerclub“ und den „Verein für Pointer und Setter“ vertreten. Die Rasse gehört in die FCI-Gruppe 7 „Vorstehhunde“ zur Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde. Pro Jahr kommen in Deutschland nur etwa 30 bis 90 English Pointer Welpen auf die Welt.

Wesen und Charakter

Der English Pointer ist ein intelligenter und gutmütiger Hund, der vor allem für seine ausgezeichneten Jagdeigenschaften bekannt ist. Der aufgeweckte und ausgeglichene Hund verfügt über ausgezeichnete, angeborene Vorsteheigenschaften. Beim Aufstöbern von Wild verharren sie regungslos meist mit erhobenem Vorderlauf und deuten mit der Nase in die Richtung, in der sich die Beute befindet. Die geschickten und ausdauernden Hunde haben eine feine Nase und findet sich problemlos in Gebieten zurecht, die andere Jagdhunde erst langsam abarbeiten müssten. In einigen Situationen reagieren die sensiblen Jagdhunde ängstlich. Aus diesem Grund brauchen sie eine starke Führungsperson, der sie vertrauen können. Außerdem sind die Hunde Fremden gegenüber misstrauisch und geben Laut, wenn jemand das Revier betritt.

Aussehen des English Pointers

Der English Pointer ist ein eleganter und kräftiger Hund mittlerer Größe. Der Körperbau ist athletisch und symmetrisch. Der elegante Kopf hat einen ausgeprägten Stop und einen kräftigen Fang mit ausgeprägten Lefzen, die leicht an einen Boxer erinnern. Sein dicht anliegendes Fell ist kurz und glatt mit einem ausgeprägtem Glanz. Es sind zahlreiche Farben erlaubt, wobei zitronenfarben mit weiß, orange mit weiß, leberbraun und weiß oder schwarz und weiß die häufigsten sind. Es sind auch einfarbige und dreifarbige Exemplare zulässig.

Erziehung des Welpen

Ein anspruchsvoller Jadghund wie der Pointer braucht einen engagierten und erfahrenen Halter. Die Erziehung des gelehrigen Hundes fällt in der Regel leicht, da er Herrchen oder Frauchen gerne folgt. Idealerweise erhält der Hund eine fachkundige, jagdliche Ausbildung. Das Wichtigste ist, die Hundeerziehung im Welpenalter zu beginnen und mit einer einwandfreien Sozialisierung zu kombinieren. Der Besuch einer Hundeschule ist nicht nur für unerfahrene Hundehalter von Vorteil. Wer aus dem geborenen Jagdhund einen braven Stadthund machen möchte, muss konsequent und einfühlsam vorgehen. Den Jagdtrieb kann man ihm nicht abgewöhnen, sondern höchstens unter Kontrolle bringen.

Aktivitäten mit dem English Pointer

Da der Pointer in erster Linie ein Jagdhund ist, gehört er in die Hand einer Person, die fachgerecht mit ihm arbeitet. Bei der Jagd ist er außergewöhnlich schnell und benötigt nur kurze Zeit, um ein großes Gebiet nach potentieller Beute abzusuchen. Es macht Spaß, den begeisterten Jäger bei der Arbeit zu beobachten. Dabei bewegt er sich flink und geschmeidig. Als Familienhund braucht er eine dementsprechend auslastende Ersatzbeschäftigung. Die Hunderasse kann problemlos beim Reiten, Joggen, Radfahren oder Wandern mithalten. Die britischen Vierbeiner lieben es zu spielen und apportieren für ihr Leben gern Stöckchen und Spielzeug. Um seine angeborene Intelligenz und seinen Bewegungsdrang auszuleben, empfiehlt sich neben langen Spaziergängen auch eine Auslastung im Hundesport.

Übrigens: Tolle Beschäftigungs-Tipps für euren Hund findet ihr im Magazin.

Gesundheit und Pflege

Der Pointer benötigt dank seines kurzen und glatten Fells wenig Pflege. Es genügt, wenn ihr den Hund ab und zu bürstet und ihn von Schmutz befreit. Die Ernährung des athletischen Hundes sollte an seine sportliche Auslastung angepasst sein. Wenn er nicht jagt, setzt der englische Vierbeiner schnell Fett an, was ihr verhindern solltet. Die Hunde gelten als nicht besonders krankheitsanfällig und erreichen häufig ein Lebensalter von rund 14 Jahren. Da sich die Hunde gerne bewegen, solltet ihr im Winter darauf achten, dass sie sich nicht verausgaben und unterkühlen.

Passt der English Pointer zu mir?

Der English Pointer ist ein idealer Hund für Personen, die einen zuverlässigen Jagdhund oder einen ausdauernden Familienhund möchten. Die sanftmütigen Hunde agieren selbstständig und besitzen keine bedingungslose Disziplin. Er eignet sich besonder für Naturfreunde, die gerne wandern und einen sportlichen Partner suchen. Vor dem Kauf solltet ihr euch im Klaren sein, dass ihr euch einen Vollblutjagdhund zulegt, der seinen Jagdtrieb nie ablegen wird. Spaziergänge in wildreichen Gebieten können für unerfahrene Halter sehr anstrengend werden. Dementsprechend viel Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden ist von Vorteil.

Da Züchter ihre Pointer Welpen vorzugsweise an Jäger und Förster verkaufen, ist es nicht einfach einen Welpen als Familienhund zu bekommen. Ein reinrassiger und gesunder Welpe mit Papieren vom Züchter kostet etwa 1000€. Auch im Tierheim findet ihr immer wieder Vertreter der Rasse oder Mischlinge, die ein neues Zuhause suchen.

Interessantes und Wissenswertes

Die Pointer Hündin Judy war während des Zweiten Weltkriegs im Dienste der Royal Navy auf einem Kriegsschiff stationiert und warnte die Besatzung vor ankommenden Flugzeugen. Während der Schlacht um Singapur im Jahr 1942 sank das Schiff und die Hündin wäre beinahe ertrunken. Die überlebende Besatzung strandete mit Judy auf einer einsamen Insel, wo sie auf einem 200 Meilen Marsch ums Überleben kämpften. Die Hündin suchte frisches Wasser, verteidigte ihre Crew vor Krokodilen und begleitete sie sicher nach Sumatra. Dort angekommen wurden alle gefangen genommen und Judy war der einzige Hund, den die Japaner offiziell als Kriegsgefangenen registrierten. Wieder zurück in England im Jahr 1946 bekam die Hündin eine Dickin Medaille verliehen. Sie starb schließlich im stolzen Alter von 14 Jahren und bekam ein eigenes Denkmal aus Stein in Tansania.

Ein weiterer besonders berühmter Vertreter der Rasse ist der Rüde Sensation, der auf dem Logo der Westminster Kennel Club Hundeshow zu sehen ist.

Ihr habt einen English Pointer oder wollt euch einen zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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