Siamkatze Steckbrief

Die exotische Schönheit im Portrait

Die Siamkatze ist mit ihrem exotischen Äußeren, der aristokratischen Art und der Verwurzelung im buddhistischen Glauben eine weltweit bekannte Katzenrasse. Hier erfahrt ihr alles über die Geschichte, Haltung und Pflege der ostasiatischen Katzenrasse.

Geschichte und Herkunft der Siamkatze

Die Vorfahren der heutigen Siamkatze stammen aus dem ehemaligen Königreich Siam im heutigen Thailand. Hier traten sie vor 150-200 Jahren erstmals in Erscheinung. Die Schriften der Tamra Maew, auch Katzengedichte genannt, erwähnen die Siamkatze zwar nicht namentlich, die Illustrationen zeigen aber deutliche Merkmale der Rasse. Die Katzen bewohnten zusammen mit den Mönchen die Tempel und man sprach ihnen die Fähigkeit zu, die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits zu führen.

In Europa kamen die ersten Siamkatze gegen Ende des 19. Jahrhunderts an, als englische Diplomaten ein Pärchen mit nach Hause nahmen. Im Jahre 1871 stellten europäische Züchter erstmalig eine Siamkatze Londoner Crystal Palace aus, was für großes Aufsehen sorgte. Die beiden, vom siamesischen König geschenkten, Katzen des britischen Generalkonsuls Sir Edward Blencowe Gould namens Pho und Mia waren das erste Zuchtpaar in Europa. Bis in die 1939er Jahre waren die exotischen Katzen in Europa so selten, dass sie sogar in Zoos als Attraktionen gehalten wurden. Die Zucht in Deutschland begann 1927. Es entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte viele Varianten der Siamkatze, wobei man heute zwischen dem „modernen Typ“ und dem „traditionellen Typ“, unterscheidet.

Wesen und Charakter

Siamkatzen sind eine neugierige und außerordentlich kluge Katzenrasse. Sie benötigen viel Aufmerksamkeit und sind sehr anhängliche und verschmuste Tiere. Die Siam weiß sich zu behaupten und fordert mit ihrer lauten Stimme ein, was sie will. Unerfahrene oder viel beschäftigte Menschen, sollten sich lieber eine andere Rasse zulegen. Durch die selbstbewusste Art wirken die Katzen teilweise etwas eigensinnig und dominant. In Wahrheit sind sie jedoch sehr freundlich und zeigen sich gerne verspielt. Sie suchen Körperkontakt zu ihren Zweibeinern und sind äußerst kommunikativ. Besonders wichtig ist für die anschmiegsamen Katze auch der Kontakt zu Artgenossen, weshalb Siamesen in Einzelhaltung nicht glücklich werden.

Aussehen der Siamkatze

Das unverwechselbare Merkmal der Siamkatze ist die typische schwarz-weiße Fellfärbung, die auf einen Teilalbinismus zurückzuführen ist. Die dunkle Pointierung an Ohren, Schwanz, Pfoten und Kopf kann unterschiedliche Farbschattierungen annehmen. Die vier anerkannten Grundtypen sind Seal, Blue, Chocolate und Lilac, es gibt jedoch über 100 bekannte Farbvarianten. Bei der Geburt sind die Siamesen noch hell und bilden die dunkle Färbung erst mit neun Monaten vollständig aus. Die strahlend blauen Augen behalten Vertreter der Rasse ein Leben lang. Bei der Kopfform unterscheidet sich die moderne Siamkatze mit keilförmigem, vom traditionellen Typ mit leicht rundlichem Kopf.

Haltung und Pflege

Anschaffungskosten

Wenn ihr euch selbst eine Siamkatze zulegen wollt und euch mit den Eigenheiten der Rasse bekannt gemacht habt, braucht ihr nur noch einen seriösen Züchter finden. Als Rassekatze hat die Siamkatze natürlich ihren Preis und ihr könnt mit Preisen um die 600€ rechnen. Beim Züchter solltet ihr unbedingt darauf achten, dass beide Elternteile gesund sind und keine Katze doppelt im Stammbaum vorkommt. Auch im Tierheim gibt es immer wieder Siamesen, die von überforderten Besitzern abgegeben wurden und eine neue Bleibe suchen.

Siamkatze

Als Kitten ist das Fell der Siamkatzen noch sehr hell

Freigänger oder Wohnungskatze?

Generell könnt ihr eine Siamkatze sowohl als Freigänger als auch als Wohnungskatze halten, wenn für ausreichend Bewegung und Beschäftigung gesorgt ist. Die sportlich aktiven Katzen haben einen starken Bewegungsdrang und genießen es zu springen und zu klettern. Deshalb sollten auch reine Wohnungskatzen hin und wieder die Möglichkeit haben gesichert die Natur zu erkunden. Die Siamesen lassen sich mit etwas Geduld und viel Übung auch an der Leine ausführen. In der Wohnung solltet ihr ausreichend Raum und eine große Auswahl an Katzenspielzeug bieten.

Wie viel Beschäftigung braucht die Siamkatze?

Siamesen brauchen im Vergleich zu anderen Rassen relativ viel Beschäftigung und fordern lautstark die Aufmerksamkeit ihrer Menschen, wenn sie sich langweilen. Um ihren ausgeprägten Jagdtrieb und die Neugier zu befriedigen, solltet ihr euch immer wieder neue Spiele ausdenken, um die kleinen Racker bei Laune zu halten. Einige Vertreter der Rasse lassen sich sogar das Apportieren und andere Tricks beibringen. Mithilfe eines professionellen Clicker-Trainings könnt ihr eure Katzen sogar gleichzeitig trainieren und angemessen beschäftigen. Außerdem empfiehlt sich die Anschaffung einer Zweitkatze, damit sich die beiden Katzen miteinander beschäftigen können.

Fellpflege und Fütterung

Da die Siamkatzen als Kurzhaarkatzen ein sehr feines Deckhaar und kaum Unterwolle haben, reagieren sie empfindlich auf Kälte. Besonders im Winter solltet ihr also darauf achten, dass die Katze nicht zu lange kalter und feuchter Witterung ausgesetzt ist. Die Fellpflege fällt sehr gering aus und es reicht, wenn ihr die Katzen ab und zu bürstet. Bei der Fütterung verlasst ihr euch am besten zu Anfang auf den Rat des Züchters und probiert nach und nach aus, was eurer Siamesin schmeckt. Falls sie ein Futter nicht akzeptiert, wird sie es euch lautstark mitteilen.

Interessantes und Wissenswertes

Varianten der Siamkatze

Schon in den 1930er Jahren unterschieden Züchter in Europa zwischen der „Siam-Königskatze“ und „Tempelkatze“, die sich in Körperbau und -farbe sowie in der Schwanzlänge unterschieden. Durch intensive Züchtung in den folgenden Jahrzehnten entstand eine große Vielfalt beim Aussehen der Siamkatzen. Heute unterscheiden Züchter den modernen und den traditionellen Typ. Die traditionellen Siamkatzen ähneln den europäischen Kurzhaarkatzen und sind auch unter dem Namen Thaikatze bekannt. Der moderne Typ hingegen hat typischerweise diagonal stehenden Ohren sowie mandelförmige weit auseinander liegende und schrägstehende Augen, die an eine Orientalische Katze erinnern.

Siamkatze

Die eleganten Siamkatzen waren früher als Tempelkatzen zu finden

Siamkatzen im Buddhistischen Glauben

Nach siamesischen Legenden waren die Katzen nicht nur für die Jagd auf Mäuse und Ratten im Tempel zuständig, sondern auch für die Seelen der Menschen. Ihr mythische Aufgabe war es, die Seelen der Verstorbenen auf ihrer letzten Reise zu begleiten. Bei Mitgliedern der königlichen Familie legten die Mönche die Lieblingskatze des Verstorbenen sogar mit ins Grab. Im Dach der Grabkammer gab es genügend Löcher, durch die die Katze wieder entkommen konnte. Sobald die Katze wieder draußen war, hatte dem Glauben nach, die Seele des Verstorbenen erfolgreich in die Katze reinkarniert.

Ihr habt auch eine Siamkatze oder wollt euch bald eine zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was die Samtpfote so besonders macht!

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