Kartäuser Katze Steckbrief

Die sanfte Katzenrasse im Portrait

Die Kartäuser Katze ist eine französische Rassekatze, die auch unter dem Namen Chartreux bekannt ist. Im Steckbrief bekommt ihr alle Informationen über die Herkunft, das Wesen und die Pflege der hübschen Katzenrasse.

Geschichte und Herkunft der Kartäuser Katze

Die Kartäuser Katze ist eine der ältesten gezüchteten Rassekatzen, die schon in mittelalterlichen Schriften erwähnt wird. Ursprüngliche Kartäuser waren langhaarig und hatten eine dunkle bläulich-aschgraue Fellfarbe. Trotz des Namens besteht kein Zusammenhang zwischen den Katzen und der gleichnamigen Ordensgemeinschaft. Die ehemals langhaarigen Katzen paarten sich im Laufe der Jahre auch mit Kurzhaarkatzen und die Rasse verbreitete sich in ganz Frankreich. Mit der Zeit gingen die langen Haare verloren und es entstand die heute typische graue Kurzhaarkatze. Erst ab den 1920er Jahren wurde die Chartreux in Frankreich gezielt gezüchtet. Um den Erhalt der Rasse zu garantieren kreuzten Züchter nach dem Zweiten Weltkrieg auch graue Britisch Kurzhaarkatzen mit Kartäusern, was heute nicht mehr erlaubt ist.  Dank mehrerer Veröffentlichungen des Präsidenten des „Club Du Chat Des Chartreu“,  in denen er die Unterschiedlichkeit der Rassen BKH und Chartreux darstellte, erkannte die FIFe die Kartäuser Katze im Jahr 1977 als eigenständige Rasse an. Es gibt aber auch heute noch Züchter, die ihre Britisch Kurzhaar fälschlicherweise unter dem Namen Kartäuser vermarkten.

Wesen und Charakter

Die Kartäuser Katze ist eine ruhige und sanftmütige Katzenrasse, die die Nähe zum Menschen sucht. Sie ist sehr schmusig und lässt sich gerne kuscheln und streicheln. Sie kann sich stark auf einen Menschen prägen und folgt ihm wie ein kleiner Hund auf Schritt und Tritt. Durch ihre ruhige Art hebt sie sich charakterlich deutlich von anderen Kurzhaarkatzen ab. Die friedliebende Kartäuser Katze verträgt sich problemlos mit anderen tierischen Mitbewohnern und begegnet auch Kindern geduldig und freundlich. Allzu viel Lärm und Trubel ist ihnen jedoch zu viel und sie stehen nicht gerne alleine im Mittelpunkt des Geschehens. Besonders gesprächig sind die Samtpfoten mit ihrer leisen und gedämpften Stimme nicht. An neue Umgebungen gewöhnen sich die meisten Vertreter der Rasse sehr schnell, was sie zu tollen Reisebegleitern macht. Bedenkt jedoch, dass nicht all diese Merkmale auf alle Kartäuser zutreffen und die Charakterzüge von Tier zu Tier variieren.

Kartäuser Katze

Die meisten Kartäuser Katzen sind sehr verschmust

Aussehen der Kartäuser Katze

Die Kartäuser Katze ist eine mittelgroße und kräftige Kurzhaarkatze mit muskulösen Beinen und großen Pfoten. Der runde Kopf ist breit mit vollen Wangen und einer kleinen, schmalen Schnauze. Die mittelgroßen Ohren sitzen relativ eng beieinander hoch auf dem Kopf. Das Fell ist ohne Musterung blaugrau gefärbt und die Pfotenballen sind dunkelgrau. Die leicht schräg stehenden Augen sind stets in Gelb- und Bernsteintönen gefärbt. Leicht zu verwechseln ist die Kartäuser mit einer grauen Britisch Kurzhaar, die jedoch weitaus kräftiger gebaut ist und kürzere Beine hat.

Haltung und Pflege

Freigänger oder Wohnungskatze?

Wie jede Hauskatze freut sich auch die Chartreux über Freigang, ihr Drang dazu ist jedoch nicht so stark entwickelt. Wenn ihr der Katze jedoch eine sichere Möglichkeit geben könnt, die Natur draußen zu erkunden, solltet ihr das auch zulassen. Als Freigänger verbringen die Kartäuser viel Zeit draußen und vor allem Kater haben ein großes Revier. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, fängt die graue Katze gerne Mäuse oder andere kleine Tiere, um sie ihrem Besitzer zu bringen. Das robuste dichte Fell hält die Samtpfoten auch im Winter draußen warm, was sie zu idealen Freigängern macht. Dennoch können sie mit genügend Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten auch als reine Wohnungskatzen glücklich werden.

Kartäuser Katze

Kalte Temperaturen machen der Kartäuser Katze nichts aus

Wie viel Beschäftigung braucht die Kartäuser Katze?

Eine Kartäuser Katze mit Freigang kann sich problemlos selbst beschäftigen und unternimmt gerne längere Streifzüge durch die Natur. Bei reiner Wohnungshaltung müsst ihr dementsprechende Beschäftigung als Ersatz anbieten. Gerne nehmen die schönen Katzen Intelligenzspielzeug an und mögen es auch Spielmäusen oder Bällen hinterher zu jagen. In jungen Jahren könnt ihr der Katze mit etwas Geduld sogar das Apportieren beibringen. Die Chartreux ist dennoch eine gelassene und ruhige Katze, die nicht dauerhaft bespaßt werden muss. Besonders im Alter liegt sie am liebsten an einem warmen Plätzchen und genießt die Ruhe.

Fellpflege und Fütterung

Die Kartäuser benötigt nicht mehr Pflege als andere Rassen, dennoch solltet ihr das dichte, plüschige Fell regelmäßig bürsten. Aufgrund der besonderen Beschaffenheit und Dichte des Fells haaren die Katzen jedoch kaum. Ebenso wichtig ist die Fütterung eines hochwertigen und gesunden Katzenfutters. Die meisten Vertreter der Rasse sind wählerisch, was das Futter angeht und ihr müsst mehrere Sorten testen bis ihr ein passendes Futter findet. Da die Katzen im höheren Alter sehr ruhig werden, solltet ihr die tägliche Futterration dementsprechend anpassen, um Übergewicht zu vermeiden. Ansonsten ist die Kartäuser Katze eine pflegeleichte Rasse, die bei artgerechter Haltung selten krank wird.

Kartäuser Katze

Als Kitten hat die Kartäuser Katze noch blaue Augen

Anschaffung einer Kartäuser Katze

Wer sich eine Kartäuser Katze anschafft, wird sich bei einer Lebenserwartung von über 18 Jahren lange Zeit an das Tier binden. Vor dem Kauf solltet ihr euch also ganz sicher sein und alle Eigenheiten der Rasse kennen. Wenn ihr eine reinrassige und gesunde Kartäuser Katze kaufen wollt, wendet euch am besten an einen seriösen Züchter. Ideal wäre einer, der der Interessengemeinschaft der Züchter und Liebhaber der Kartäuser angehört und schon Erfahrung mit der Zucht hat. Hier zahlt ihr zwar mit ab 700€ einen höheren Preis, bekommt aber unter Garantie ein gesundes und reinrassiges Kätzchen.

Interessantes und Wissenswertes

  • Der Name Kartäuser leitet sich vermutlich von der graublauen Farbe der Ordenskutten der französischen Kartäuser-Mönche ab.
  • Der ehemalige französische Präsident Charles De Gaulle hatte eine Kartäuser namens Gris-Gris, die ihm auf Schritt und Tritt folgte.
  • In Frankreich trägt die Chartreux den Beinamen „Hunds-Katze“, weil sie ihrem Menschen gegenüber treu ergeben ist und kleine Tricks erlernen kann.
  • Da die kräftigen Katzen ein besonders schönes Fell haben, verwendeten Kürschner ihren Pelz bis ins 20. Jahrhundert zur Herstellung von Bekleidung und Decken.

Ihr seid auch große Fans der Kartäuser Katze oder wollt euch bald eine zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was den Stubentiger so besonders macht!

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