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Chausie Steckbrief

Die seltene Hybridkatze im Portrait

Die Chausie ist eine Hybride zwischen der Hauskatze und der wilden ägyptischen Rohrkatze. Im Steckbrief bekommt ihr alle Informationen zu dieser besonderen Hybridrasse.

Geschichte und Herkunft der Chausie

Die Chausie ist eine Hybridkatze, die mit dem Ziel gezüchtet wurde eine Hauskatze hervorzubringen, die aussieht wie eine Wildkatze. Im Jahr 1960 unternahmen US-amerikanische Forscher die ersten Zuchtversuche und paarten eine weibliche Hauskatze mit einer männlichen Rohrkatze. Damit trägt die erste Generation (F1) 50% Wildblut in sich und ist der Rohrkatze damit am Ähnlichsten. Die zweite Generation (F2) trägt nur noch 25 % und mit jeder weiteren Generation nimmt der Wildblutanteil weiter ab. Die Zucht ist vor allem deshalb so schwierig, weil die meisten Chausie Kater der ersten Generation unfruchtbar sind. Aus diesem Grund findet man die Kater hauptsächlich als Liebhabertiere. Erst 1995 erkannte der TICA (The International Cat Association) die Rasse offiziell an. Der Name leitet sich vom lateinischen Namen felis chaus der Rohrkatze ab. In Deutschland ist die Rasse nur selten anzutreffen.

Wesen und Charakter

Die Chausie gilt als freundliche und liebevolle Katzenrasse, die mit der richtigen Behandlung zum Freund fürs Leben werden kann. Trotzdem haben viele Vertreter der Rasse das Temperament ihrer wilden Vorfahren geerbt. Die intelligenten Katzen sind bewegungsfreudig, neugierig und lieben es zu klettern und zu springen. Die Hybride sind im Gegensatz zu ihren wilden Verwandten sehr menschenbezogen und folgen ihrem Zweibeiner auf Schritt und Tritt. Sie lieben es im Mittelpunkt zu stehen und sind auch Kindern gegenüber freundlich und aufgeschlossen.

Aussehen der Chausie

Äußerlich ähnelt die Chausie eher der Rohrkatze als der Hauskatze. Ähnlich wie ihre wilde Verwandten hat sie einen athletischen Körper mit langen Beinen und einem mittellangen Schwanz. Da ihre Hinterbeine länger sind als die Vorderbeine, ist sie eine ausgezeichnete Läuferin. Der typische keilförmige Kopf mit ausgeprägten Wangenknochen hat weit auseinanderstehende, walnussförmige Augen. Die große Ohren sind abgerundet und das Kinn kräftig. Das kurze, dichte Fell ist meist braun oder schwarz, kann aber auch silbrig (Grizzled Ticked Tabby) sein. Der Bauch der Katze ist deutlich heller gefärbt als ihr Rücken. Die Augenfarbe ist passend zum Fell meist gelb oder gelbgold und selten auch braun.

Haltung und Pflege

Freigänger oder Wohnungskatze?

Aufgrund ihrer Abstammung von einer wilden Katzenart, ist die Chausie sehr freiheitsliebend. Die sportliche Katze hat außerdem einen starken Bewegungsdrang und kann aus dem Stand problemlos zwei Meter hoch springen. Aus diesem Grund ist reine Wohnungshaltung nur unter speziellen Bedingungen möglich. Wenn ihr keinen Freigang ermöglichen könnt, sollte die Katze ein großes Freigehege zur Verfügung haben. Sie muss ihre natürlichen Triebe im Idealfall bei der Jagd auf Mäuse und Vögel ausleben können um glücklich zu sein. Bei Freilaufhaltung solltet ihr euch also darauf gefasst machen, regelmäßig „Geschenke“ in Form von Beutetieren von eurer Katze zu bekommen.

Chausie

Die freiheitsliebende Chausie: wikipedia.org/wilczarkrew (CCBY-SA 3.0)

Wie viel Beschäftigung braucht die Chausie?

Die anhängliche Katze ist gerne in der Nähe ihrer Besitzer und bleibt nur ungern alleine zu Hause. Als Berufstätige solltet ihr am besten zwei Katzen halten, damit sich die Tiere nicht langweilen. Ein großer, stabiler Kratzbaum und verschiedenes Katzenspielzeug sorgen für Beschäftigung und Abwechslung in der Wohnung. Sie spielen besonders gerne Fangspiele und lieben es Spielmäusen und Bällen hinterherzujagen. Eine besonders große Freude könnt ihr der wasserliebenden Katze auch mit einem Bad in der Badewanne oder einem sprudelnden Trinkbrunnen machen. Manche Katzen sind sogar so vernarrt in Wasser, dass sie euch bis unter die Dusche folgen.

Fellpflege und Fütterung

Das Fell der Chausie ist etwas länger als das gewöhnlicher Hauskatzen, ist jedoch trotzdem pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten und das Entfernen abgestorbener Haare sorgen für ein glänzendes Fell. Da ihre direkten Vorfahren Wildtiere sind, ist eine eiweißreiche Ernährung bei der Rasse noch wichtiger als bei anderen Katzen. Im Idealfall versorgt ihr sie mit selbst zusammengestelltem BARF-Futter. So bekommt eure Katze alle wichtigen Komponenten einer gesunden Ernährung, die sie auch in der freien Wildbahn erhalten würde.

Anschaffung einer Chausie

Vor der Anschaffung einer Chausie solltet ihr euch ganz sicher sein, dass die Hybridkatze zu euch passt. Wer ihr nicht genug Auslauf bieten kann, braucht gar nicht erst über die Anschaffung der bewegungsfreudigen Katze nachzudenken. In Deutschland werdet ihr euch ohnehin schwer tun einen Züchter zu finden. Die Rasse ist in Deutschland nämlich nicht stark verbreitet. Wenn ihr dennoch einen Züchter findet, solltet ihr zunächst prüfen ob er verantwortungsvoll ist und auf die Gesundheit seiner Zuchttiere achtet. Aufgrund ihrer Seltenheit haben die Chausie Kitten natürlich ihren Preis. Je nach Züchter könnt ihr bis zu 10.000€ für ein reinrassiges F1 Kitten ausgeben.

Interessantes und Wissenswertes

Die Rohrkatze

Um die Chausie zu verstehen, ist es wichtig sich auch über die Rohrkatze zu informieren. Die Rohrkatze kommt in neun Unterarten in Asien, im Nahen Osten und Ägypten vor. Mit ihren schwarzen Ohrpinseln erinnert sie an einen Luchs, was ihr auch den Namen „Sumpfluchs“ einbrachte. In freier Wildbahn sind Rohrkatzen Einzelgänger und jagen in der Dämmerung. Ihr Lebensraum befindet sich hauptsächlich in der Nähe von Gewässern oder Feuchtgebieten im unzugänglichen Schilfdickicht oder sumpfigen Ufergehölz. Sie sind also nicht wasserscheu und können ausgezeichnet schwimmen. In Gefangenschaft werden die Rohrkatzen sehr zahm und wurden angeblich sogar von den alten Ägyptern zur Jagd abgerichtet.

Chausie

Die Rohrkatze (felis chaus) lebt in der Wildnis Asiens.

Kritik an der Hybridzucht

Die Rohrkatze wird seit einige Jahren zur Hybridzucht eingesetzt. So gehen neben der Chausie auch die Dschungel Bob sowie Dschungel Curl auf Verpaarungen mit der Rohrkatze und speziellen Rassekatzen zurück. Da die Tragzeiten von Hauskatze und Rohrkatze unterschiedlich lang sind, kommen die F1 Hybriden immer als Frühgeburten zur Welt. Das ist sowohl für die Kitten als auch das Muttertier sehr gefährlich. Da kommt die Frage auf, ob es sich lohnt nur für ein spezielles Zuchtziel die Gesundheit der Katzen aufs Spiel zu setzen. Gegner der Hybridzucht sind der Meinung, dass die Paarung einer Wildkatze mit einer Hauskatze nur für ein bestimmtes Aussehen unverantwortlich ist.

Ihr findet die Chausie interessant oder wollt euch sogar eine zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was die Hybridkatze so besonders macht!

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