Cairn Terrier Steckbrief

Der kleine Jagdhund ist rustikal und lebhaft

Der selbstbewusste Cairn Terrier zählt zu den ältesten Terrier-Rassen Schottlands. Er dient als Rattenjäger und Begleithund. Mehr über den schottischen Jagdhund erfahrt ihr im nachfolgendem Beitrag.

Geschichte des Cairn Terrier

Die Geschichte des Cairn Terriers beginnt in den schottischen Highlands. Dort wurden kleine Terrier schon seit Jahrhunderten zur Jagd eingesetzt. Ihre geringe Körpergröße machte es möglich, dass sie in den Bau von Füchsen, Dachsen und Mardern vordringen konnten. In der kargen Landschaft der Highlands befinden sich die Unterschlüpfe dieser Tiere zwischen Geröll und Steinhaufen. Die Vorfahren des Cairn Terriers legten sich dabei furchtlos mit ihren wehrhaften Gegnern an, trieben sie aus dem Bau und waren sogar in der Lage, mit ihnen zu kämpfen und sie zu töten. Sie hüteten Haus und Hof und hielten die Gebäude von Ratten und Mäusen frei. Lange wurde bei der Zucht nicht auf das Äußere der Hunde geachtet, sondern nur auf die Jagdeigenschaften. Erst Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts teilte man die schottischen Terrier in verschiedene Rassen auf: zunächst in West Highland White Terrier, Scottish Terrier und Skye Terrier. Letzterer wurde vorwiegend auf der schottischen Insel Skye gezüchtet. Mit ihm ist der Cairn Terrier am engsten verwandt. Der Cairn Terrier wurde zuerst als kurzhaarige Variante des Skye Terriers geführt, doch nach Protesten aus Kreisen der Skye Terrier-Züchter spaltete sich die Zucht der Cairn Terrier ab. 1907 wurde zum ersten Mal ein Cairn Terrier ins Zuchtbuch eingetragen, der Hund „Callamhor“ der Züchterin Alastair Campeil. Sie gilt als Begründerin der Cairn Terrier-Zucht. 1909 hatte ein Cairn Terrier zum ersten Mal einen Auftritt auf einer Hundeausstellung in Schottland. Im selben Jahr wurde der schottische Cairn Terrier Club gegründet. Die Rasse wurde im Jahr 1911 im britischen Kennel Club registriert. Der Rassestand wurde 1912 aufgestellt. Vom internationalen Dachverband FCI wurde der Cairn Terrier erst im Jahr 1963 anerkannt. Obwohl er als letzter der vier schottischen Jagdterrier-Rassen als eigenständige Hunderasse anerkannt wurde, gilt der Cairn Terrier von seinem Aussehen und Wesen her als der ursprünglichste.

Wesen und Charakter

„Fröhlich und furchtlos“, so wird der Cairn Terrier gerne beschrieben. Er ist vor allem eines: aktiv. Auch wenn er heute nur noch sehr selten zur Jagd eingesetzt wird, so ist er es doch gewohnt, zu arbeiten und viel unterwegs zu sein. Daneben möchte der intelligente Hund nicht nur körperlich ausgelastet werden, sondern auch mitdenken. Als Jagdhund ist er eigenständiges Arbeiten gewöhnt. Mutig und selbstsicher neigt der kleine Beutejäger durchaus auch einmal zur Selbstüberschätzung. Gleichzeitig ist er aber sehr anhänglich und treu. Wachsam hütet er sein Heim. Daneben lieben die Cairn Terrier ihr Rudel und gut erzogen sind sie echte Kinderkumpel, die ausgeglichen sind und nicht hektisch oder nervös reagieren. Andere Tiere sollten sie allerdings schon vom Welpenalter an kennenlernen, da sie sie sonst allzu leicht als Beute ansehen. Alles in allem sind Cairn Terrier sehr anpassungsfähige Hunde, die sich sowohl als Familienhund eignen, die viel Freude an Action und Spiel haben, als auch als treuer Begleiter für alleinstehende Personen.

Anschaffung eines Cairn Terriers

Einen Cairn Terrier dürft ihr nicht unterschätzen, nur weil er körperlich klein ist. Sein Herz und sein Selbstbewusstsein sind Riesen. Ihr solltet im Vorfeld bedenken, dass er ein sehr lebhafter Hund ist, der nicht einfach nebenher läuft. Er benötigt viel Zeit und Aufmerksamkeit, ist nicht gerne allein. Außerdem besitzt er Jagdtrieb und muss daher vom Welpenalter an konsequent erzogen werden, damit er in Wald und Feld ohne Leine laufen kann. Hierbei ist es hilfreich, wenn ihr bereits Hundeerfahrung mitbringt und in der Lage seid, den Hund zu führen, Er denkt sonst leicht, dass er die Führung des Rudels übernehmen muss. Der Cairn Terrier ist jedoch anpassungsfähig und kann in der Regel überall mit hingenommen werden. Und Hundeanfänger können zusammen mit ihm in einer Hundeschule lernen.

Worauf müsst ihr beim Kauf achten?

Einen Cairn Terrier solltet ihr nur bei einem seriösen Züchter kaufen, niemals über Kleinanzeigen im Internet, bei denen ihr die Elterntiere nicht kennenlernen könnt. Das wird euch ein Züchter, dem das Wohl seiner Hunde am Herzen liegt, jederzeit ermöglichen. Er wird euch eure Fragen beantworten, euch aber ebenfalls Fragen stellen, denn ihm ist es wichtig, dass seine Welpen in gute Hände kommen. Hundezucht ist teuer und ehe ihr den Welpen mit frühestens acht Wochen mit nach Hause nehmen könnt, hat er schon den ersten Tierarztbesuch und die ersten Impfungen hinter sich. Wenn ihr also vermeintlich billige Angebote entdeckt, solltet ihr nicht darauf eingehen. Solche Hunde stammen von sogenannten Vermehrern, wurden meist viel zu früh von der Mutter getrennt und sind oft bereits krank. Ein reinrassiger Cairn Terrier aus einer guten Zucht wird in der Regel mehr als 800,00 Euro kosten. Adressen von seriösen Züchtern findet ihr über den Terrier Club und den Dachverband VDH.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Ein Cairn Terrier ist nicht ganz so dickköpfig wie andere Terrierarten. Dennoch besitzt er die für Jagdhunde typische Selbstsicherheit und ist es gewohnt, selbstständig zu denken und zu handeln. Seinen Jagdtrieb hat er nicht verloren und frei im Wald und Feld laufen lassen könnt ihr ihn nur, wenn er jederzeit abrufbar ist. Er benötigt deshalb eine liebevolle, aber absolut konsequente Erziehung mit viel Geduld. Man darf den kleinen, quirligen Vierbeiner nicht unterschätzen und sich nicht durch seine Niedlichkeit erweichen lassen. Auch müssen alle Familienmitglieder in der Erziehung an einem Strang ziehen, denn der kluge Hund wird schnell herausfinden, wen er am leichtesten um die Pfote wickeln kann. Idealerweise habt ihr bereits Erfahrung in der Erziehung von Hunden. Wenn ihr Anfänger seid, solltet ihr über den Besuch einer Hundeschule nachdenken. Dort bekommt ihr gute Tipps und euer Hund lernt andere Hunde kennen. Außerdem macht das gemeinsame Lernen viel mehr Spaß.

Wie haltet ihr einen Cairn Terrier

Aufgrund seiner Größe passt der Cairn Terrier überall hin, selbst in eine Stadtwohnung. Allerdings ist dann Bedingung, dass ihr dabei die Möglichkeit habt, mit ihm lange Spaziergänge zu unternehmen, idealerweise in einem Park oder entlang eines Flussufers; eben dort, wo noch Natur existiert. Perfekt wäre es, wenn es eine Hundewiese gibt, auf der ihr mit eurem vierbeinigen Kameraden spielen und toben könnt. Vielleicht besteht in eurer Stadt auch einen Hundeverein oder einen Hunde-Sportclub, in dem ihr mit eurem Cairn Terrier trainieren und euch mit Gleichgesinnten treffen und austauschen könnt. Oft sind solche Übungsplätze auch an eine Hundeschule angeschlossen. Schön für den Cairn Terrier ist natürlich ein Haus mit Garten, in dem er sich austoben kann, wenn ihr ihn einmal alleine lassen müsst. Doch in dem Fall solltet ihr beachten, dass Cairn Terrier für ihr Leben gerne buddeln und durchaus auch eure Blumenbeete umgraben können.

Aktivitäten mit dem Cairn Terrier

Der Aktivitätslevel des kleinen Terriers ist äußerst hoch und er kann seine Vorfahren, die Arbeitshunde in den schottischen Highlands, die manches Mal den ganzen Tag unterwegs waren, nicht verleugnen. Als Schoßhund taugt er keinesfalls, er muss ausreichend beschäftigt werden, geistig und körperlich. An die Art der Beschäftigung stellt er aber keine großen Ansprüche. Ob lange Spaziergänge, spielen und toben mit den Kindern oder Hundesport: Der Cairn Terrier ist für alles offen, solange er etwas mit seiner Familie unternehmen kann. Jagdtrieb steckt immer noch in ihm und er kann durchaus als Jagdhund geführt werden.

Gesundheit und Pflege

Cairn Terrier sind, wenn sie aus einer guten Zucht kommen, in ihrer Ursprünglichkeit sehr robust und ihr könnt euch in der Regel über einen gesunden Hund bis ins hohe Alter freuen. Einzig mit den Augen haben Cairn Terrier manchmal Probleme. Doch wenn die Augenkrankheiten wie das sogenannte Roll-Lid oder der Grüne Star rechtzeitig erkannt werden, stehen die Heilungschancen gut. Der Hund sollte daher regelmäßig einem Tierarzt vorgestellt werden. Ihr solltet aber auch selbst regelmäßig die Augen, Ohren und das Fell eures Vierbeiners kontrollieren. Gerade nach einem Spaziergang ist das wichtig, etwa, um Zecken im Fell zu entdecken. Die regelmäßige Kontrolle sollte zu einem Ritual werden. Und wenn euer vierbeiniger Liebling schon als Welpe daran gewöhnt wird, wird er das auch gerne mit sich machen lassen und die Zuwendung sogar genießen. Das schmutzabweisende, harte Fell des Cairn Terriers ist ausgesprochen pflegeleicht. Es reicht, wenn ihr ihn zwei- oder dreimal in der Woche kämmt oder mit einer speziellen Terrier-Bürste bürstet. Je nach der Stärke des Haarwuchses muss der Cairn Terrier zwei- bis viermal im Jahr getrimmt werden.

Interessantes und Wissenswertes

Der Name des Cairn Terriers leitet sich vom schottisch-gälischen Wort für „Stein“ „carn“ ab. Die Heimat des Cairn Terriers ist karg und steinig und er musste oft zwischen Steinen nach seiner Beute suchen. Auch die Farben seines Fells erinnern an die Steine. Und das Idealgewicht eines Cairn Terriers betrug 14 britische Pfund, was einem „stone“ entspricht.

 

Ihr habt einen Cairn Terrier oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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