Mastiff Steckbrief

Es gibt kaum etwas, das diesen Riesen aus der Fassung bringt

Auf den ersten Blick wirkt der riesige Mastiff angsteinflößend und viele wechseln die Straßenseite, wenn ihnen einer dieser beeindruckenden Hunde entgegen kommt. Doch damit verkennen sie den imposanten Hund. Er mag einer der größten Hunde sein, doch seiner außerordentlichen Größe stehen Sanftheit und Geduld gegenüber. Er ist so einfühlsam, dass er zunehmend als Therapiehund eingesetzt wird.

Geschichte des Mastiff

Die Mastiffs gelten als eine der ältesten Hunderassen der Welt. Bereits auf Reliefs aus dem alten Babylon, mehr als 2.000 Jahre vor Christus, wurden große, muskulöse Hunde, die ihre Menschen bei der Jagd oder im Krieg begleiteten, abgebildet. Auch im Römischen Reich waren Molosser, wie die Vorfahren der Mastiffs dort genannt wurden, als Kriegs- und Jagdhunde im Einsatz. Zusätzlich ist überliefert, dass die Hunde in Arenen kämpften und Haus und Hof ihrer Menschen bewachten. Molosser waren zu jener Zeit im gesamten Römischen Reich und durch Handelsbeziehungen auch darüber hinaus bekannt und im Einsatz. Vermutlich kamen die Vorfahren der Mastiffs auf diesem Weg nach Britannien. In einer Abhandlung des Herzoges von York, Edmund of Langley, wurde der Mastiff im 14. Jahrhundert zum ersten Mal namentlich erwähnt. Er kam damals sowohl als Jagdhund als auch als Schutzhund zum Einsatz. Auch Berichte darüber, dass sie als Kriegshunde eingesetzt wurden, sind erhalten geblieben. Als Jagdhunde der Adeligen nahmen sie es sogar mit Bären und Wildschweinen auf.

Ein trauriges Kapitel ist, dass auch im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein die großen, kräftigen Hunde in Arenen als Kampfhunde gegen Bären, Stiere, Löwen und andere Raubtiere kämpfen mussten. In Großbritannien endete das erst im Jahr 1835, als die britische Regierung diese Veranstaltungen verbot. Etwa zur gleichen Zeit wurde mit der gezielten Zucht der Old English Mastiffs begonnen. Die Mastiffs wurden mit Bernhardinern gekreuzt, was ihren ruhigen, sanftmütigen Charakter erklärt. Der erste Mastiff-Club wurde im Jahr 1872 gegründet. Dennoch ging das Interesse an den riesigen Hunden immer mehr zurück, was vor allem mit dem Verbot der Hundekämpfe zu erklären ist. Nach den Weltkriegen drohte die Rasse auszusterben. Nur wenige Menschen hatten noch Interesse an den großen Hunden, die ernährt werden mussten, in einer Zeit, in der die Menschen für sich selbst wenig zu essen hatten. Nur mithilfe von einigen Exemplaren, die in den USA und Kanada gefunden wurden, konnte die Zucht wieder aufgenommen werden. Durch die FCI wurde der Old English Mastiff im Jahr 1964 als eigenständige Rasse anerkannt.

Wesen und Charakter

Der riesige, muskulöse Mastiff mag furchteinflößend wirken, doch es gibt keinen Grund, vor ihm Angst zu haben. Wirklich gefährlich wird er nur, wenn sein Mensch angegriffen wird und sein Beschützerinstinkt erwacht. Von seiner Natur aus ist der Mastiff aber defensiv. Er beobachtet zuerst einmal und schätzt die Lage ein, ehe er handelt. Das dürft ihr allerdings nicht mit Ängstlichkeit verwechseln, denn das ist der Mastiff ganz sicher nicht. Mutig und treu steht er zu seinem Menschen. Er ist anhänglich, sanftmütig, ruhig und ausgeglichen. Nichts kann ihn stressen, weder Lärm noch tobende Kinder. Auch mit Artgenossen und anderen Haustieren versteht er sich in der Regel bestens. Dabei möchte er möglichst immer bei seinen Menschen sein und ist nicht gerne allein. Gut erzogen ist er ein idealer Familienhund.

Anschaffung eines Mastiff

Die Anschaffung eines Mastiff muss gut durchdacht sein. Er ist zwar von seinem Wesen her genügsam, doch er stellt euch schon aufgrund seiner Größe vor Herausforderungen. Das beginnt bereits mit der Futtermenge, die ein Mastiff fressen kann und muss. Ihr benötigt ein großes Auto und müsst in der Lage sein, den schweren Hund gegebenenfalls heben zu können. Leider ist es auch so, dass der sanfte Riese in einigen Bundesländern in Deutschland als Kampfhund eingestuft wurde und seine Haltung deshalb an Auflagen gebunden ist.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wenn ihr euch einen Mastiff wünscht, müsst ihr viel Geduld mitbringen. Außerhalb von Großbritannien ist der Mastiff nicht sehr verbreitet und seriöse Züchter haben meist Wartelisten. Auf einen seriösen Züchter solltet ihr aber unbedingt achten. Leider ist es so, dass auch der Mastiff Opfer von Überzüchtung wurde und er auf Kosten seiner Gesundheit immer größer und kräftiger gezüchtet wurde. Dieser Trend ist glücklicherweise rückläufig und die echten Liebhaber der Rasse sind bemüht, wieder auf das alte Maß zurückzukommen. Ihr solltet euch also die Elterntiere des Welpen ansehen können, was euch ein seriöser Züchter ohne Probleme ermöglichen wird. Die Eltern sollten nicht größer als 70 Zentimeter sein.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Mastiffs sind gelehrig und abgesehen von einem gewissen Dickkopf, den sie manchmal an den Tag legen, leicht zu erziehen. Doch eine konsequente Erziehung ist von Welpenbeinen an notwendig. Wenn ihr eurem Hund nicht die Richtung vorgebt, wird er sich seinen Weg selbst suchen, was bei einem ausgewachsenen Mastiff mit seiner Größe und Kraft zu ernsthaften Problemen führen kann. Der ausgeglichene Mastiff ist durchaus für Anfänger geeignet. Ihr solltet als Neulinge aber unbedingt mit ihm eine Hundeschule besuchen. In einer Welpengruppe kann euer Mastiff mit anderen Hunden spielen und so den Umgang mit ihnen lernen.

Wie halte ich einen Mastiff?

Der Mastiff eignet sich schon aus dem Grund nicht für eine Etagenwohnung, dass ein Hund seiner Größe Probleme mit den Gelenken bekommen und deshalb keine Treppen steigen kann. Am wohlsten wird er sich in einem Haus mit Garten fühlen.

Aktivitäten mit dem Mastiff

Ein Mastiff ist ein eher gemütlicher Hund, dem es reicht, wenn ihr täglich mit ihm spazieren geht. Besondere Aktivitäten wie Hundesport fordert er nicht ein. Dennoch solltet ihr die Bewegung nicht vernachlässigen, denn der Mastiff neigt zu Übergewicht.

Gesundheit und Pflege

Ein Mastiff ist pflegeleicht. Es reicht, wenn ihr ihm regelmäßig einmal in der Woche das kurze Fell ausbürstest. Seine Hautfalten solltet ihr jedoch regelmäßig überprüfen, denn dort entstehen leicht Entzündungen. Auch seine Schlappohren müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.

Ein besonderes Auge müsst ihr bei einem Mastiff auch auf die Ernährung haben, denn der gemütliche Hund neigt zu Übergewicht. Bewegung und Futter sollten in einem guten Verhältnis stehen. Die Mahlzeiten sollte ein Mastiff in kleineren Portionen über den Tag verteilt erhalten. Ihr solltet den Futternapf ein wenig erhöht aufstellen, damit er leichter fressen kann. Das hilft auch, Magendrehungen, die leider vorkommen können, zu verhindern.

Ein weiteres Problem bei Hunden dieser Größe können Herzprobleme, Dysplasien und andere Gelenkerkrankungen sein.

Interessantes und Wissenswertes

Dass Mastiffs treue Hunde sind, findet sich schon in einem Bericht über die Schlacht von Azincourt. Einer der massigen Hunde, die ihre Herren in die Schlacht begleiteten, hat seinen schwer verwundeten Herrn vor weiteren Angriffen geschützt, ihn verteidigt und ihm so das Leben gerettet.

In seiner Heimat Großbritannien wird der Mastiff oft liebevoll „Gentle Giant“ genannt, der sanfte Riese.

Ihr habt auch einen Mastiff oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir mehr in den Kommentaren! 

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