02.06.2022

Die Rasse der Molosser

Ein Hund aus der Antike

Die Molosser-Rasse ist eine der ältesten domestizierten Hunderassen der Welt. Schon in der Antike wurden die Hunde für klassische Hütehunde genutzt. Aber auch eine Geschichte als Kampfhunde, als Jagdhunde und als Schutzhunde kann die Rasse vorweisen. Heute sind reinrassige Molosser, so wie sie in der Antike vorkamen, fast nicht mehr auffindbar. Die über die Jahrtausende andauernde Züchtung hat eine gemischte Rasse mit vielen Zweigen hervorgebracht, die auf ihren individuellen Zweck hin optimiert gezüchtet wurden.

Was sind Molosser?

Als Hobbyhistoriker darf man den Molosser-Hund nicht mit dem antiken Volk der Molosser, ansässig im alten Griechenland in Epirus verwechseln. Man geht aber davon aus, dass ihre Hütehunde die Grundlage für die heutige Zucht bildeten, weswegen der Rassename einen direkten Bezug zu dem antiken Volk darstellt. Heute dient die Bezeichnung Molosser oft im Allgemeinen für sehr muskulöse Hunde.

Das ist zwar so auch richtig, allerdings trifft es die charakterlichen Eigenschaften, sowie das Aussehen der MolosserRasse nur bedingt und ist deswegen als allgemeine Kategorisierung nicht in Gänze zutreffend. Die heutige Liste an Molossern umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Rassen, die bestimmte charakterliche und physische Eigenschaften vereinen. Die Geschichte der Molosser lässt sich auch in ihrer Zucht ablesen.

Waren früher vor allem die Jagd, sowie der Kampf und der Schutzhund, gefragt, so stehen heute Charaktereigenschaften, wie Familientauglichkeit, Sanftheit und Langlebigkeit im Vordergrund. Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es eigentlich keine eigene Hunderasse „Molosser“. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Bezeichnung einer Hundeart, die viel verschiedene Rassen und Unterkategorien umfasst. Molosser sind weltweit die am häufigst anzutreffende Hundeart und regional sehr beliebt. Es ist historisch bedingt sogar so, dass viele regionale Rassen fest in ihrer Region verwurzelt sind. Dazu gehören beispielsweise die Deutsche Dogge, oder die Dänische Dogge.

Der Molosser Hund – Was macht ihn aus?

Der Molosser-Hund zeichnet sich im Allgemeinen durch eine besondere Form der Charakterfestigkeit, sowie durch einen sehr robusten Körper aus. Er verfügt über ausgeprägte Schutzeigenschaften, ist aber gegenüber seinen Besitzern sehr sanft, ja geradezu anhänglich. Bei falscher Haltung kann der Charakter des Tieres allerdings sehr schnell in Aggressivität umschlagen, weswegen manche Rassen in Deutschland verboten sind.

Molosser werden in der heutigen Zeit gerne als Familienhunde genutzt, oder aber als Wachhunde und Schutzhunde. Es kommt immer auf die jeweiligen Eigenschaften der Züchtung an, welche letztlich den Einsatzzweck festlegt. Molosser sind zudem sehr robust, was seine Lebensfähigkeit und die Lebensdauer deutlich erhöht. Im Vergleich zu anderen Hunderassen kommen Molosser auf eine deutlich längere Lebenserwartung und können sehr alt werden.

1.1 Welche Hunde stehen auf der Liste?

Zu den Molossern gehören viele verschiedene Rassen.

Auf der Liste stehen unter anderem:

Laut der FCI-Gruppe 2 können insgesamt über 55 Rassen den Molossern zugerechnet werden. Aufgrund von Kreuzzüchtungen ist eine abschließende Auflistung fast nicht möglich. Reinrassige Molosser sind auch heute noch sehr selten und haben einen sehr hohen Marktwert.

1.2 Welche Hunde sind in Deutschland verboten?

In Deutschland sind Kampfhunde verboten. Das betrifft vor allem solche Hunde, die entweder aufgrund ihrer rassetypischen Eigenschaften als Kampfhunde anzusehen sind, oder aber durch ihre Besitzer als solche erzogen wurden. Man spricht hier gerne von sogenannten „Listenhunden„, da diese Rassen in den verschiedenen Bundesländern auf Rasselisten geführt werden. Diese Rasselisten sind die Grundlage für das Einfuhrverbot, sowie das Haltungsverbot der jeweiligen Hunderassen. Die Rasselisten variieren je nach Bundesland, wobei viele der darauf enthaltenen Rassen als Molosser gelten.

Dazu gehören unter anderem:

Eine abschließende Auflistung ist aufgrund der unterschiedlichen Rechtslagen nicht möglich. Nähere Informationen bekommen interessierte Hundehalter vom jeweiligen Innenministerium des Bundeslandes.

1.3 Welche Hunde haben die längste Lebenserwartung?

Das kommt ganz auf die Haltung, aber natürlich auch ein wenig auf die Rasse an. Große Hunde haben in der Regel einen Vorteil, denn ihr Stoffwechsel ist im Vergleich zu kleinen Säugetieren reduziert, was den Alterungsprozess verlangsamt. Molosser sind meist größere Hunde und sehr muskulös. Ihre physische Gesundheit ist einer der wichtigen Vorzüge und ein Kennzeichen der Molosser-Hunde. Im Schnitt kann man sagen, dass Molosser bis zu 15 Jahre alt werden können. Mehr, oder weniger Lebensjahre sind ebenfalls möglich.

1.4 Was gibt es alles für Doggen?

Die Dogge gehört mit zu den ältesten Molosser-Rassen und ist ebenfalls in viele verschiedene Unterarten aufgeteilt. Gezüchtet wurde die Dogge im Mittelalter, sowie in der frühen Neuzeit. Sie gehört zu den Molossern, weil sich die physischen und die charakterlichen Eigenschaften überschneiden. Die Dogge ist sanft, aber als Jagdhund und Schutzhund angelegt. Mit ihren 36 verschiedenen spezifischen Unterarten gehört sie zu den vielseitigsten Hunden auf der Welt.

Ein kleiner Fun Fact: Die verschiedenen Doggenarten resultieren aus der Selbstverliebtheit der mittelalterlichen Herrscher. Jeder wollte „seine Dogge“ als den besten Jagd- und Kampfhund der damals bekannten Welt platzieren. In späteren Zeitalter wurde die Doggen-Züchtung zu einer Art von Volkssport und das Tier selbst zu einem nationalen Statussymbol.

Molosser Hunde – Geschichte und Herkunft der FCI Gruppe

Die FCI-Gruppe einer Rasse wird durch die Fédération Cynologique Internationale festgelegt. Bei diesem Verband handelt es sich um den größten kynologische Dachverband der Welt, welcher aus unterschiedlichen nationalen Verbänden und deren Mitgliedschaften besteht. Der Sitz der Fédération Cynologique Internationale liegt in Belgien in der kleinen Stadt Thuin. Zweck und Sinn des Verbandes ist es, die verschiedenen Hunderassen zu klassifizieren und ihnen damit quasi eine offizielle Existenzbestätigung zu ermöglichen.

Eine Auszeichnung, oder eine Zertifizierung durch den Verband ist bei Züchtern sehr begehrt und eine Art von Oscar für die Hundezucht. Der Verband widmet sich ausschließlich der Kynologie, also der Wissenschaft von der Aufzucht, der Pflege und der Haltung von Haushunden. Die Kynologie ist keine anerkannte Wissenschaft und wird weltweit nicht ausgebildet. Sie setzt sich aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen zusammen. Dazu gehören die allgemeine Veterinärwissenschaft für Hunde, sowie neuerdings die genetischen Wissenschaften mit Bezug zur Zucht von Hunden.

Molosser Rassen – Diese Hunde gehören dazu

Eine endgültige und abschließende Auflistung aller molossoiden Hunderassen zu erstellen, dürfte faktisch unmöglich sein. Zwar gibt es mit der FCI-Systematik eine sehr detaillierte Übersicht. Diese betrifft allerdings nur reinrassige Hunde, oder bereits vorhandene und zertifizierte Kreuzungen. Dazu kommen nun noch die verschiedenen Kreuzzüchtungen des Alltags.

Grundsätzlich ist es zwar nicht falsch, einen besonders muskulösen Hund als Molosser zu bezeichnen. Formal richtig ist es aber nur, wenn sein Stammbaum einen direkten Bezug zu einer Rasse aus der jeweiligen FCI-Kategorie hat. Gesamt gesehen können laut FCI mindestens 55 Hunderassen den Molossern zugeordnet werden, oder haben zumindest einen starken molossoiden Bezug.

Dazu gehören viele bekannten Rassen, wie beispielsweise:

Ihr möchtet euch einen Molosser anschaffen oder besitzt bereits einen? Erzählt uns mehr in den Kommentaren!

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