Deutsche Dogge Steckbrief

Die große Hunderasse im Portrait

Die Deutsche Dogge ist eine der größten Hunderassen und begeistert weltweit mit ihrem einzigartig freundlichen Wesen. Hier erfahrt ihr alles, was ihr schon immer über die Rasse wissen wolltet.

Geschichte der Deutschen Dogge

Vom Anfang des 16. Jahrhunderts lässt sich die Abstammung der Deutschen Dogge lückenlos verfolgen. Die Engländer züchteten zu dieser Zeit große, starke Hunde aus Kreuzungen des breiten Mastiffs mit dem großen irischen Wolfshund. Sie wurden nach Deutschland eingeführt und hier wurde die Zucht seit Anfang des 17. Jahrhunderts selbständig weiter betrieben. Die Aufgabe der Hunde bestand darin, bei der Jagd auf Wildschweine und Bären die Beute so lange unter Kontrolle zu halten, bis der Jäger sie zu erlegen konnte. Da die Hunde sehr wertvoll waren, bekamen sie oftmals eine eigene Panzerung angezogen.

Als die traditionelle Jagd auf Großwild im 19. Jahrhundert langsam aus der Mode kam und neue Schusswaffen aufkamen, begannen auch die mutigen, großen Jagdhunde zu verschwinden. Einige Adelige aus Ulm und Umgebung waren aber weiterhin durch das edle und imposante Aussehen der Rasse fasziniert. Sie begannen, die Dogge als Luxushund und Statussymbol weiterzuzüchten. Die Züchter legten jetzt verstärkt Wert auf ein freundliches, genügsames Wesen und nannten ihre Rasse wurde nun Ulmer Hund.

Nach und nach fanden die Doggen immer mehr begeisterte Anhänger und im Jahre 1888 gründeten sie den Deutsche-Doggen Club in Berlin. Das Wort Dogge leitet sich dabei von dem englischen Wort „dog“ ab, was einfach nur Hund bedeutet. Im 19. Jahrhundert setzte sich auch die Bezeichnung Dänische Dogge durch, die bis heute teilweise verwendet wird, obwohl die Rasse mit Dänemark wenig zu tun hat. Am 18.11.1961 erkannte der FCI die Deutsche Dogge dann endgültig als eigenständige Rasse an. Die Rasse zählt zur FCI-Gruppe 2, Sektion 2 und somit zu den Molossoide. Auch zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel der Rottweiler, der Deutsche Boxer und der Hovawart.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Die immense Größe und das beeindruckende Erscheinungsbild der Deutschen Dogge wirken auf den ersten Blick relativ einschüchternd. Die Angst vor dem großen Hund ist meistens jedoch völlig unbegründet. Ganz im Gegenteil: die Doggen sind äußerst verschmust und liebevoll. Bei der Zucht der Deutschen Dogge wird heute nämlich verstärkt Wert auf ein freundliches und ruhiges Wesen gelegt. Wie anhängliche Riesenbabys unterschätzen sie oftmals ihre eigene Größe und versuchen sich in den Schoß ihres Besitzers zu kuscheln. Die Dogge versteht sich gut mit anderen Haustieren und ist kinderlieb. Ist eine Deutsche Dogge ein Familienhund? Durch ihre liebe und anhängliche Art ist die Deutsche Dogge ein guter FamilienhundFremden gegenüber ist die Rasse generell eher misstrauisch und reserviert. Als Wachhunde sind sie aufgrund ihres beeindruckenden Erscheinungsbildes besonders gut geeignet.

Wie halte ich eine Deutsche Dogge?

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Ist die Deutsche Dogge ein Anfängerhund? Eine Deutsche Dogge ist alleine schon aufgrund ihrer Größe kein Hund für Anfänger. Wenn ihr euch also eine Dogge zulegen wollt, solltet ihr euch das vorher gut überlegt haben. Die allerwichtigste Frage ist natürlich, ob ihr dem riesigen Hund auch genug Platz bieten könnt. In einer kleinen Stadtwohnung ist eine Dogge definitiv fehl am Platz. Ebenso solltet ihr euren Hund in keinem Haus halten, wo er viel Treppen steigen muss, da das den Knochen und Gelenken der großen Tiere schadet. Den meisten Doggen ist zwar nur ein recht kurzes Leben vergönnt, doch in diesen etwa acht Jahren tragt ihr die volle Verantwortung für das Tier.

Wenn ihr alle Kriterien erfüllen könnt, geht es darum, einen geeigneten Züchter zu finden. Für eine reinrassige Deutsche Dogge aus seriöser Zucht müsst ihr um die 1000 bis 1200 € einberechnen. Es gibt auch einige private Züchter, bei denen ihr Hunde ohne Papiere um einiges günstiger erwerben könnt. Hier solltet ihr aber vorsichtig sein, da die Hunderasse bei schlechter Zucht zu den krankheitsanfälligen Vierbeinern zählt. Es gibt die Dogge offiziell in fünf  verschiedenen Farben in den drei Farbschlägen „Gelb und Gestromt“, „Gefleckt und Schwarz“ sowie „Blau“. Bei der Dogge ist auch die Wahl des Geschlechts ein wichtiges Kriterium. Rüden können erheblich größer und schwerer werden und wirken damit imposanter, die Hündinnen sind kleiner und leichter, aber eleganter.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Die Dogge hat zwar von Grund auf einen freundlichen Charakter, dennoch ist die Erziehung maßgebend dafür, wie sich der Welpe später weiterentwickelt. Das Hauptproblem bei der Erziehung eines derart großen Hundes ist die enorme körperliche Überlegenheit des Tieres. Ein ausgewachsener Rüde kann locker 90 Kilo auf die Waage bringen und lässt sich kaum noch führen, wenn er nicht richtig erzogen ist. Da nur die wenigsten Menschen eine Dogge tatsächlich körperlich kontrollieren können, gibt es alternative Maßnahmen. Die Verwendung eines Haltis, einer vor den Schultern des Hundes geführte Leine, oder eins Anti-Zieh-Geschirrs sind bei der Erziehung recht hilfreich.

Damit euer Hund aber auch ohne Hilfsmittel folgsam ist, solltet ihr schon im jungen Alter auf eine konsequente Erziehung achten. Lasst eurem Welpen nichts durchgehen, was er als ausgewachsener Hund nicht mehr tun darf. Da die Deutsche Dogge ein feinfühliges Wesen hat, reagiert sie gut auf positive Verstärkung und kann Strenge und Härte nicht ertragen. Eine schlecht erzogene Dogge kann gefährlich und aggressiv werden.

Aktivitäten mit der Deutschen Dogge

Trotz ihrer Größe hat die Deutsche Dogge keinen viel größeren Bedarf nach Auslauf als andere Hunde. Die meisten Doggen sind schon mit täglichen ausgiebigen Spaziergängen zufrieden und eignen sich nicht besonders gut als Begleitung beim Joggen. Hin und wieder könnt ihr natürlich schon eine Radtour machen oder etwas länger spazieren gehen. Dabei solltet ihr aber Gebiete mit einem sehr hohen Wildbestand möglichst meiden. Einige Vertreter der Rasse weisen einen Jagdtrieb auf und könnten euch dann schon mal ruckartig vom Fahrrad ziehen. Zu viel anstrengende Bewegung ist für die Gelenke der großen Hunde aber schädlich. Viel lieber wollen sie auch geistig und spielerisch gefordert werden. Mit ihrer Veranlagung als Spürhund sind sie bei Intelligenzspielzeug jeder Art sofort begeistert am Start. Falls ihr mit eurer Dogge Hundesport dennoch betreiben wollt, solltet ihr euch auf ruhige Sportarten wie Obedience oder Fährtenarbeit konzentrieren.

Gesundheit und Pflege

Da das Fell der Deutschen Dogge sehr kurz und hart ist, hält sich die Fellpflege bei dieser Rasse in Grenzen. Wie bei anderen Hunderassen wechselt auch bei der Deutschen Dogge das Haarkleid im Frühling, sowie im Herbst von Winter- auf Sommerfell. Aufgrund der Struktur der einzelnen Haare lassen sich diese jedoch ohne Probleme aufsaugen oder auffegen. Alles in allem habt ihr wenig bis kaum Arbeit, wenn es um die Fellpflege bei der Dogge geht. Lediglich bei der Haarung empfiehlt es sich eine Gummibürste zur Hilfe zu nehmen. Damit die Dogge lange gesund und fit bleibt, ist es äußerst wichtig, dass die Sehnen und Muskeln des Hundes gut trainiert sind. Gerade im Erwachsenenalter sollten lange, tägliche Spaziergänge an der Tagesordnung sein. Im Welpen alter sollten die Tiere hingegen nicht überfordert werden.

Häufige erkrankungen

Aufgrund ihrer immensen Größe neigen Deutsche Doggen häufig zu Knochenkrebs und Magendrehungen.Doch auch eine Hüftgelenksdysplasie, sowie die Herzmuskelerkrankung DCM gehören zu oft auftretenden gesundheitlichen Problemen. Unter DCM (dilatative Kardiomyopathie) ist die Erweiterung einer oder beider Herzkammern gemeint. Dabei kann der Herzmuskel nicht mehr ausreichend pumpen und es gelangt zu wenig Blut in den Körper. Aufgrund dieser Erkrankungen sterben 28 % der deutschen Doggen noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen. Um der Gefahr einer solchen Erkrankung entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, dem Tier neben der angemessenen Bewegung auch eine richtige und ausgewogene Ernährung zu bieten.

Zieht hierzu im besten Fall euren Tierarzt oder den Züchter zu rate. Ist die Deutsche Dogge eine Qualzucht? Der sogenannte Porzellantiger ist das Ergebnis einer Farbmischlinkszucht. Diese hat seit mehr als 25 Jahren deutlich zugenommen. Doch auch die Zucht von Doppelmerledoggen, hier werden zwei gefleckte Deutsche Doggen gepaart, kann zu Zucht bedingten Krankheiten wie Blindheit und Taubheit führen, weswegen die Hunde zu Qualzuchten zählen. Achtet bei Kauf einer Deutschen Dogge also unbedingt darauf, dass der Züchter auf die Gesundheit und Langlebigkeit der Tiere achtet, anstatt lediglich auf die Größe zu setzen.

Interessantes und Wissenswertes zur Deutschen Dogge

Berühmte Deutsche Doggen

Die momentan wohl bekannteste Deutsche Dogge ist der aktuelle größte Hund der Welt Freddy aus Großbritannien. Die Deutsche Dogge ist stolze 1,035 Meter groß und 90 Kilo schwer und der ganze Stolz seiner Besitzerin Claire.

Eine weitere berühmte vierbeinige Persönlichkeit war die Deutsche Dogge Just Nuisance. Sie war der einzige Hund, der jemals ein offizielles Mitglied der Royal Navy Großbritanniens  wurde. Die Dogge war in Kapstadt zu Hause und benutzte oft gemeinsam mit den Matrosen den Zug ins Zentrum von Kapstadt. Die Bahngesellschaft war sehr verärgert darüber und der Hund wurde regelmäßig aus dem Zug geworfen. Just Nuisance ließ sich dadurch aber nicht stören. Er wartete brav an der Haltestelle und stieg einfach in den nächsten Zug ein. Die Eisenbahngesellschaft drohte, den Hund einzuschläfern, sollte er erneut unerlaubt die Züge betreten. Hilfesuchend wandten sich die Freunde der Dogge an die Royal Navy. Prompt wurde Just Nuisance am 25. August 1939 offiziell zu einem Rekruten des Militärs ernannt. Jetzt konnte er freie Fahrt in den Zügen Kapstadts genießen. Heute erinnert noch ein Denkmal an den vierbeinigen Marinesoldaten.

Ihr habt auch eine Deutsche Dogge oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was sie so besonders macht!

Alle Hunderassen:

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Alle Kommentare (5)

Achim Wick
01.03.2022 15:54 Uhr

1000,- Euro für eine Dogge beim Züchter wäre ja ein Schnäppchen..... Ca. 2000,- Euro sind realistischer.

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Volker Brandmüller
27.09.2021 17:31 Uhr

Hallo, gestern sind wir (meine Frau, mein Sohn und ich) auf einem Parkplatz von einer riesigen, frei laufenden Deutschen Dogge angefallen worden. Wir standen etwa 15 Meter vom Auto entfernt auf dem Waldparkplatz und schauten uns eine tote Taube an, die von einem Sperber gefressen worden war. Plötzlich war dieser riesige Hund auf den Parkplatz und preschte von Weitem in vollem Lauf auf uns zu. Der Schreck war riesig, zumal mein Sohn ohnehin Angst vor Hunden hat. Kenn Frauchen oder Herrchen weit und breit zu sehen, und das Auto stand mit offener Tür weit weg genau in der Richtung, aus der dieser Hund auf uns zu rannte.

Michelle Aulbur
14.07.2022 14:23 Uhr

Danke für die schöne Geschichte, wie ist es denn ausgegangen?

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Michael Heck
09.10.2020 17:04 Uhr

Und noch zu erwähnen. Es gibt sie auch als sogenannten Grautiger.Wenn ich richtig informiert bin könnte das demnächst die 6.te offizielle Farbe werden. Zudem hats noch die Schwarzvarianten wie Plattendogge und Manteldogge. Fast komplett Weiß ,Porzellantiger(Doppelmerle aus Fehlzuchtund zu blasses Gelb zählen als Fehlfarben. Bei Dt. Doggen ist unbedingt die Vererbungslehre zu berücksichtigen.Der DDC hat sich zur Aufgabe gemacht mittels verbindlicher Standarts,Herzultraschalluntersuchungen und Hüftröntgenuntersuchung einen möglichst gesunden Nachwuchs zu generieren. Und die stetig wachsende Lebenserwartung der Doggen gibt diesem recht.

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Michael Heck
09.10.2020 16:12 Uhr

Wir können Frau Kleinschmidt zustimmen.Als MItverantwortlicher der Deutschen-Doggen-Club Ortsgruppe Koblenz ist souveränität sehr wichtig im Umgang mit der Dogge. Und jeder der bereits einmal eine Dogge sein Eigen nennen durfte wird bestätigen dass Doggen etwas anders funktionieren als der "gewöhnliche"Hund. Sie können auch Stur,Ignorant aber dafür auch viel ZUneigung geben. Der Körperkontakt mit seinem Mensch ist ihm ungemein wichtig. Und nicht zu vergessen, er ist auch für die UP,FH und FP Prüfungen ein zuverlässiger Schüler. Wenn auch weniger Triebgesteuert

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Franziska Kleinschmidt
14.09.2019 21:34 Uhr

Eine Deutsche Dogge kann der beste Freund werden den man sich vorstellen kann. Das wichtigste ist eine ruhige, konsequente, liebevolle Erziehung. Der Dogge ist Körpersprache wichtig, arbeitet gern mit Blickkontakt. Baut tiefes Vertrauensverhältniss zu seinem Besitzer auf. Unsichere, laute und gestresste Menschen sollten sich keine Dogge anschaffen. Sie braucht einen sicheren, ruhigen und positiven Partner! Dann kann man seiner Dogge blind vertrauen.
Einmal Dogge -immer Dogge!!!!💚

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