American Pitbull Terrier Steckbrief

Robuster Familienhund der unter Vorurteilen leidet

Hunde sind von Natur aus treu und freundlich. Ihr Sozialverhalten ist vielmehr so ausgerichtet, dass die eingegangene Tier-Mensch-Beziehung hauptsächlich auf Vertrauen basiert. Die Erziehung des Hundes spielt demzufolge eine übergeordnete Rolle und ist mit der Erziehung eines Kleinkindes vergleichbar. Dessen späterer Charakter wird stark im Kleinkindalter geprägt. William Falkner hat somit recht, wenn er behauptet: Ob ein Mensch gut ist, erkennt man zuallererst an seinem Hund und seiner Katze!

Die Vorurteile unter die der Familienhund American Pitbull Terrier zu leiden hat, ist demzufolge das Ergebnis zwielichtiger Menschen. Allein die Betrachtung des süßen Gesichtes sollte jedem Hundefreund das Gegenteil beweisen. Hier zeigen sich aufmerksame und intelligente Wesensmerkmale, die sehr gutmütig und freundlich erscheinen. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass die Tierschutzorganisation ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) den Pit Bull Terrier unter den Rassestandard Familienhund eingestuft hat, der kaum als Wachhund geeignet ist.

Geschichte des American Pitbull Terrier

Der American Pitbull Terrier ist eine Kreuzung, die Ende 19. Jahrhunderts für sogenannte Rattenfänger-Wettbewerbe gezüchtet wurde. Die Mischung aus Bulldogge und Terrier sollte Kraft und Schnelligkeit miteinander vereinbaren. Dies gelang dem Hund so gut, dass er wenig später in den berüchtigten Hundekämpfen zum Einsatz kam. Hiermit lässt sich auch die Namensgebung Pitbull erklären, da das englische Wort Pit mit Box übersetzt werden kann.

Der Missbrauch des Pitbull Terriers für Hundekämpfe führte dazu, dass der American Kennel Club, der US-amerikanische Dachverband für Hundezucht und Hundesport, die Hunderasse nicht anerkennen wollte. In Europa hat der Hund daraufhin zur Abgrenzung den Namen American Staffordshire Terrier erhalten. Die Familientauglichkeit des Hundes sowie seine Fehlinterpretierung durch die illegale Verschärfung seiner sehr guten Wesenszüge war letztendlich der Hauptgrund, warum Hundezüchter und Vereine an den Pitbull Rassen festhielten. Das Bild, welches sich jedoch in der Bevölkerung verbreitete, zeigt sich noch heute, durch die Bewertung des Hundes als Listenhund. In diesem Zusammenhang unterliegt die Haltung der Pitbull Hunde in allen deutschen Bundesländern strengen Auflagen.

Wesen und Charakter

Studien verschiedener Universitäten, wie z. B. der Universität Kiel, kommen dahingehend zu einem ganz anderen Ergebnis. Hier wird dem American Pitbull bzw. anderen Pitbull Rassen keine rassespezifische Aggressivität bescheinigt. Vielmehr wird die gute Lenkbarkeit der Pitbull Hunde betont, was sie letztlich auch sehr empfindlich gegenüber Fehllenkung machen und somit gerade interessant für Hundekämpfe. Der Pitbull Terrier wird demzufolge ausschließlich durch den Menschen aggressiv zur Gefahr erzogen.

Heute, charakterlich weitaus gestärkter, zählt der American Pitbull Terrier zu einem der besten Familienhunde, der sich nicht als Wachhund eignet. Seine mittelgroße und körperlich kräftige bis gedrungene Figur bringt bis zu 27 Kilogramm auf die Waage und ist äußerst athletisch. Selbstbewusst und freundlich sowie von Natur aus sehr intelligent und verspielt, sind die eigentlichen Wesensmerkmale des Pitbull Hundes. Der American Pitbull ist außerdem sehr kinderlieb. Der voller Elan und Energie geladene Pitbull Charakter macht den Hund vielmehr zu einem idealen Partner im Such- und Rettungsbereich.

Anschaffung eines American Pitbull Terrier

Bei der Anschaffung eines American Pitbull Terriers sollte sich jeder Hundefreund darüber bewusst sein, dass in sämtlichen Bundesländern Auflagen zum Führen eines Listenhundes bestehen. Leinenzwang und Maulkorbpflicht werden vielerorts nicht nur in der Stadt zur Pflicht. In einigen europäischen Ländern ist die Haltung des Hundes sogar komplett verboten. Dies gilt zum Beispiel in Dänemark. Wer sich das Land als Urlaubsdomizil für sich und seinen Hund ausgesucht hat, sollte sich im Vorfeld zunächst erkundigen, ob dessen Einfuhr überhaupt erlaubt ist. Die gesetzlichen Vorschriften und Hürden, die von einem Pitbull Hundebesitzer verlangt werden, sind dementsprechend hoch. Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass eine Kommune explizit einen Charaktertest des Hundes verlangt.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Während der American Pitbull Terrier hierzulande oder in Europa oft unter zwielichtigen Verhältnissen aufgezüchtet wird und deren Charakter und Wesen kaum nachvollzogen werden kann, empfiehlt es sich stattdessen, einen American Staffordshire Terrier oder Staffordshire Bullterrier zu kaufen. Diese werden von seriösen Züchtern hierzulande als Familienhunde gezüchtet und besitzen oftmals Sachkundennachweise.

Dies gilt übrigens für alle Hunde. Der illegale Welpenhandel führt bei jeder Hunderasse zu starken Traumata beim Welpen, woran die Aufzucht und der Transport der Tiere Hauptschuld sind. Um einen Pitbull Terrier seriös zu erwerben, solltest du dich an die heimischen VDH-Vereine wenden. Eine Checkliste bei Hundekauf ist dementsprechend bei dem Kauf eines Hundes jedweder Rasse zu empfehlen. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen:

  1. Vorsicht beim online Hundekauf
  2. Schnäppchenpreise und Kofferraumverkäufe meiden
  3. Fehlerhafte Papiere sofort melden
  4. Besichtigung des Hundezwingers
  5. Das Mindestalter eines Welpen-Verkaufs beträgt 8 Wochen
  6. Zu einem seriösen Kauf gehört immer ein Kaufvertrag

Des Weiteren sei darauf hingewiesen, dass die Haltung eines Pitbull Hundes vom Hundebesitzer weitere Kosten abverlangt. Die sogenannte Kampfhundesteuer beträgt jährlich zwischen 600 und 900 Euro. Für diese Hunderasse ist zudem eine Hundehaftpflicht-Versicherung Pflicht.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Die Erziehung des Hundes beginnt im Welpenalter. Vielmehr ist die sogenannte Sozialisation entscheidend für dessen Charakterbildung. Während das Wesen eines Hundes, dass grundlegende Merkmal einer Rasse ist und zumeist herausgezüchtet wird, ist die Charakterbildung vom Hundehalter und auch vom Züchter abhängig. Ein Jagdhund bleibt somit vom Wesen her immer ein Jagdhund. Die Trennung des Welpen vom Muttertier sowie den Geschwistern darf keineswegs zu früh erfolgen, da dieser Verbund bei der innerartlichen Sozialisation eine große Rolle spielt. Für alle Hund und somit auch den Pitbull Terrier Welpen sind folgende Sozialisierungsmaßnahmen entscheidend:

  • Sozialisation mit Artgenossen zur innerartlichen Kommunikation
  • Mensch-Tier-Sozialisation ist gleich Verhalten gegenüber fremden Menschen
  • Sozialisation mit anderen Tieren, z.B. Katzen
  • Annahme von Fremdreizen, wie Verkehr, Sirenen usw.

Des Weiteren muss einem Pitbull Terrier Welpen, wie jedem anderen Hund, die korrekte Nahrungsaufnahme, ein akzeptables Kot- und Harnabsatzverhalten sowie eine Beißhemmung erzieherisch beigebracht werden. Der Zeitrahmen, indem diese Erziehungsmaßnahmen stattfinden sollten, ist bis zur 14. Lebenswoche des Hundes begrenzt. Der Hund kann zwar später trainiert werden, was jedoch weitaus schwieriger zu bewerkstelligen ist und Zeit in Anspruch nimmt. Bei der Hundeerziehung sollte zudem stets mit positivem Feedback gearbeitet werden, um den Hund nicht zu frustrieren.

Wie halte ich einen American Pitbull Terrier?

Die Haltung der Pitbull Hunde ist mit anderen Hunden vergleichbar. Als Familienhund kann der American Pitbull sowohl innerhalb einer Wohnung als auch in einem Haus gehalten werden. Der Hund an sich gilt als anspruchslos und fügt sich in jedes Ambiente ein. Hier sollte jedoch stark auf die gesetzlichen Normen und Pflichten zur Haltung dieser Hunde geachtet werden. In der Mietwohnung ist demzufolge eine vorherige Absprache mit dem Vermieter notwendig.

Ein regelmäßiger Auslauf sowie eine aktive Beschäftigung mit dem Hund sind anzuraten. Das äußerst intelligente Tier ist ebenfalls für den Hundesport geeignet, sollte jedoch auf andere Hunde sozialisiert sein. Für den Pitbull gelten länderübergreifend verschiedene Gesetzgebungen und Pflichten. Darauf sollte jeder Hundebesitzer dringend achten.

Aktivitäten mit dem American Pitbull Terrier

Als äußerst agilen und intelligenten Hund kann man den Pitbull Terrier für nahezu jede Freizeitbeschäftigung verwenden. Das Fahrradfahren mit dem Hund an der Leine sollte jedoch vorher geübt werden. Der bereits zuvor erwähnte Hundesport ist ebenfalls mit dem Pitbull möglich. Hier wird von jedem Hundehalter per se vor dem Hundetraining ein Wesenstest des Tieres verlangt. Wassersport wie Angeln oder Segeln sollten dem vierbeinigen Freund auch nichts ausmachen. Es ist nicht bekannt, dass Pitbull Rassen wasserscheu wären. Vielmehr wird dein Pitbull dir jeden Gummiball oder Stock gerne aus dem Wasser holen.

Gesundheit und Pflege

Die Lebenserwartung eines Pitbull Terriers liegt durchschnittlich zwischen 12 und 13 Jahren. Der Hund ist sehr robust und benötigt aufgrund seines Kurzhaarfells eher weniger Pflege. Das Bürsten des Hundes dient allenfalls dazu, um diesen etwas Gutes zu tun. Wie jeder andere Hund ist auch der Pitbull kennzeichnungspflichtig und benötigt neben der Chipmarkierung einen EU-Heimtierausweis sowie vorgeschriebene Impfungen. Der Pitbull Terrier ist allgemein nicht sehr anfällig für Krankheiten. Allergien, Hautkrankheiten sowie Hüfterkrankungen und Gelenkprobleme können auch diese Hunderasse betreffen. Eine artgerechte Ernährung sowie Haltung ist auch bei dem American Pitbull Terrier essenziell für dessen Lebensqualität.

Interessantes und Wissenswertes

Für die Hundehaltung innerhalb von Deutschland gelten für jeden Hundebesitzer verpflichtend folgende Gesetzgebungen:

  1. Allgemeine Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV)
  2. Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetz (HundVerbrEinfG)
  3. Tierhalterhaftpflicht

Der American Pitbull Terrier ist keine anerkannte Hunderasse, sodass hierzulande der American Staffordshire Terrier oder der Staffordshire Bullterrier von einem seriösen Züchter erworben werden kann. Der als Familienhund geeignete Pitbull ist jedoch nicht der einzige Listenhund, der per Gesetz einer besonderen Sorgfaltspflicht bedarf. Hierzu zählen in einigen Regionen ebenfalls der Schäferhund, die Dogge oder der Dobermann, denen man eigentlich kein aggressives Benehmen nachsagt.

Ihr habt einen American Pitbull Terrier oder wollt euch eine zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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