22.01.2019

Hund halten für Anfänger

Tipps für vor und nach der Anschaffung eines Hundes

Ein Hund ist ein treuer Begleiter und gilt nicht ohne Grund als der beste Freund des Menschen. Wenn ihr einen Hund halten möchtet, müsst ihr einige Dinge beachten. Leider informieren sich viele vor dem Kauf eines Hundes nicht ausreichend und infolgedessen landen viele Vierbeiner im Tierheim. Der Hundekauf sollte daher gut überlegt sein und ihr solltet euch sicher sein, dass ihr bereit für einen anspruchsvollen, vierbeinigen Mitbewohner seid. Hier erfahrt ihr alles rund um den Hund und bekommt hilfreiche Tipps für vor und nach der Anschaffung!

Hund halten: Tipps vor der Anschaffung

Stimmen die Rahmenbedingungen für den Hund?

Die erste Frage, die ihr euch vor der Erstanschaffung eines Hundes stellen solltet, ist ob die Rahmenbedingungen es zulassen, einen Hund zu halten. Vor dem Kauf eines Hunde solltet ihr euch und eure Familie auf Allergien testen lassen. Mit einer Hundehaarallergie kann die Freude auf das Tier nämlich schnell ein jähes Ende nehmen. Wenn ihr die Allergie ausschließen könnt, ist es besonders wichtig, dass ihr euch überlegt, wie viel Zeit ihr für euren Hund aufwenden könnt.

Das Wichtigste für jeden Hund ist ausreichend Bewegung und ihr müsst euch die Zeit nehmen, ihn täglich Gassi zu führen. Dabei spielt vor allem eure allgemeine Lebenssituation eine große Rolle. Ein Hund und ein Vollzeitjob lassen sich nicht leicht kombinieren, außer ihr könnt den Vierbeiner mit zum Arbeitsplatz nehmen oder habt jemanden, der ihn tagsüber betreut. Je nach Größe des Hundes benötigt ihr genügend Platz, damit er sich frei bewegen kann. Wenn ihr in einer Mietwohnung wohnt, müsst ihr die Haltung eines Hundes im Vorhinein mit dem Vermieter absprechen.

Auch wenn ihr alle Bedingungen für einen Hund erfüllt, sollte er keine leichtfertige oder spontane Anschaffung sein. Je nach Rasse bindet ihr euch für 8 bis 18 Jahre an den Hund und solltet ihm ein schönes und hundegerechtes Leben bieten. Regelmäßiges Gassi gehen – auch mehrmals täglich – steht mit einem Hund bei Wind und Wetter auf dem Plan. Die Futternäpfe und das Hundebett müssen gereinigt werden und ihr solltet genügend Zeit für Fellpflege und Beschäftigungen haben. Auch die Erziehung des Hundes ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Vor dem Kauf eines Hundes solltet ihr euch also im Klaren sein, dass ihr eine Verantwortung übernehmt, von der ihr keine Pause nehmen könnt.

Wer sich für ein Leben mit Hund entscheidet und die Aufgabe mit viel Liebe und Leidenschaft übernimmt, der wird von seinem treuen Begleiter endlose Liebe und Treue zurückbekommen.

Welpe oder ausgewachsener Hund?

Viele Menschen entscheiden sich bei ihrem ersten Hund für einen Welpen. Die kleinen Hunde sehen nicht nur niedlich aus, sondern tollen auch arglos und neugierig durch die Welt. Sie wollen ihre Umgebung erforschen und müssen vieles von ihren Haltern erlernen. Ihr könnt den Welpen ab einem Alter von circa acht bis zehn Wochen begleiten und seine Entwicklung beobachten. Allerdings bedeutet ein junger Hund auch eine noch größere Verantwortung. Er benötigt viel Aufmerksamkeit und kann anfangs fast gar nicht alleine gelassen werden. Inkonsequenz bei der Erziehung kann fatale Folgen haben. Die Zeitspanne, in der ein Welpe aufnahmefähig ist, ist kurz und ihr solltet jede Sekunde nutzen. Sie spielen gerne ungestüm und wild, wobei in der Wohnung auch mal etwas zu Bruch gehen kann.

Mit einem Welpen vom Züchter bekommt ihr einen noch unerzogenen, aber auch „unverdorbenen“ Hund, dem ihr beim Aufwachsen zusehen könnt. Unverdorben ist im dem Sinne gemeint, dass der Vierbeiner noch nichts Schlimmes erlebt hat, im Gegensatz zu vielen Tierheimtieren.

Ein ausgewachsener Hund aus dem Tierheim oder von Privatleuten kann den Vorteil haben, dass er etwas ruhiger und gelassener ist. Im Idealfall beherrscht er die Grundregeln des Zusammenlebens und kann ein paar Stunden alleine bleiben. Sein Charakter ist ausgeprägt und ihr könnt schnell erkennen, ob ihr zueinander passt oder nicht. Auch ältere Hunde lassen sich noch neue Kommandos oder Tricks beibringen und wissen meist sogar schneller, was ihr von ihnen verlangt.

Tierheimhund – mit Liebe & Geduld zum treuen Begleiter

Leider hat man bei ausgewachsenen Hunden nicht immer so viel Glück. Das Zusammenleben kann schwierig werden, wenn der Hund schlimme Erfahrungen gemacht oder eine lieblose Erziehung erfahren hat. Für viele Hundeanfänger können diese sogenannten „Problemhunde“ ohne die Hilfe eines Trainers kaum erziehbar sein. Dennoch gibt es in den Tierheimen so viele verschiedene Hunde, die sehnlichst auf ein neues Zuhause warten, sodass für jeden der passende Hund dabei ist. Mit viel Liebe und Geduld kann auch aus einem geprägten Tierheimhund ein toller Begleiter werden. Eins ist auf jeden Fall sicher: Er wird euch dankbar sein und euch das auch spüren lassen.

Welche Rasse passt zu mir?

Wer einen Hund halten möchte, sollte sich Gedanken über die passende Hunderasse machen. Weltweit sind 346 verschiedene Rassen von der FCI (The Fédération Cynologique Internationale) anerkannt. Ihr habt also die Qual der Wahl. Natürlich sagt die Hunderasse nur bedingt etwas über den Charakter aus und jeder Hund ist vom Wesen her individuell. Grob kann man jedoch sagen, dass einige Hunde sich besser und andere schlechter für Anfänger eignen. Besonders Hunde mit dem sogenannten „will to please“ (eng. Wille zu gefallen) wie der Golden Retriever, der Labrador Retriever oder der Cavalier King Charles Spaniel eignen sich für unerfahrene Hundehalter. Auch der Bichon Frisé, der Mops oder der Havaneser sind gute Anfängerhunde

Erziehung des Hundes

Jeder, der einen Hund halten möchte, muss bereit sein ihn zu erziehen. Nur mit einer konsequenten, aber dennoch liebevollen Erziehung wird der Vierbeiner zu einem artigen und angenehmen Begleiter für den Alltag. Die Hundeerziehung kann eine ganz schön knifflige Angelegenheit sein und jeder Hund hat seine individuellen Eigenheiten. Der eine zieht wie verrückt an der Leine, der nächste hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und wieder ein anderer zerkaut am liebsten Frauchens neuen Schuhe. Das Wichtigste bei der Erziehung eures Neuzugangs ist, dass ihr am ersten Tag beginnt. Lasst von Beginn an nichts durchgehen, was der Vierbeiner später nicht mehr tun darf. Einmal erlernte Verhaltensweisen sind schwer auszutreiben.

Hunde lernen am besten mit positiver Verstärkung, wozu zum Beispiel Leckerlis in Maßen oder das Lieblingsspielzeug gut geeignet sind. Erfahrene Hundehalter können es mit einem professionellen Clicker-Training versuchen. Besonders wichtig für das Training des Hundes ist eine sportliche Auslastung, denn nichts ist schlimmer als ein unterforderter oder gelangweilter Hund.

Erstausstattung für den Hund

Bevor ihr euch einen Hund ins Haus holt, solltet ihr euch das passende Zubehör zulegen. Eine solide Grundausstattung für den Hund umfasst zunächst einmal eine kleine Auswahl an Futter- und Wassernäpfen. Damit ihr den Napf auch mit etwas füllen könnt, solltet ihr euch ein ausgewogenes Hundefutter aussuchen. Manche Züchter geben ihren Welpen ein Starterpaket, mit dem ihm bekannten Futter mit, damit die Umgewöhnung nicht zu schwer fällt. Zum Schlafen und Ausruhen braucht der Vierbeiner ein gemütliches Hundebett, das seiner Größe angepasst ist. Für die täglichen Spaziergänge sind ein Halsband oder ein Geschirr und eine Leine unverzichtbar. Wenn ihr euren neuen Liebling mit dem Auto abholt, solltet ihr eine sichere Transportbox oder einen Hundesicherheitsgurt besitzen. Für ein glückliches Hundeleben benötigt ihr zudem schmackhafte Leckerchen, Kauknochen, robustes Spielzeug sowie einige Fellpflegewerkzeuge.

Wie viel kostet die Hundehaltung?

Der teuerste Teil bei der Hundehaltung ist zunächst die Anschaffung des Vierbeiners. Die Kosten hängen davon ab, wo ihr euren Hund her bekommt. Für einen ausgewachsenen Hund oder einen Welpen aus dem Tierheim müsst ihr meist eine geringe Schutzgebühr von 100 bis 300 Euro bezahlen. Für einen reinrassigen Hund vom Züchter kann der Preis um einiges höher ausfallen. Die Preisspanne reicht von 500 bis gut 2000 Euro, wobei besonders seltene Rassen oder Hunde für die Zucht sogar noch teurer sein können. Hinzu kommen die Kosten für die Erstausstattung, die je nach Qualität oder Marke des Zubehörs stark variieren können. Grob könnt ihr für die reine Grundausstattung mit Kosten von 100 bis 300 Euro rechnen.

Wenn der Hund einmal bei euch eingezogen ist, kommen laufende Kosten auf euch zu. Neben Hundefutter müsst ihr auch Verschleißteile, wie Spielzeug oder Kotbeutel regelmäßig nachkaufen. Für die jährlichen Tierarztkosten solltet ihr rund 150 bis 200 Euro oder mehr einplanen. Somit kommt ihr bei den regelmäßigen Kosten auf etwa 1000€ pro Jahr. Außerdem fällt eine Hundesteuer (60 bis 120 Euro pro Jahr, je nach Stadt) und gegebenenfalls auch eine Hundehalter Haftpflichtversicherung (40 bis 70 Euro im Jahr) an. Bei den angegeben Preisen handelt es sich lediglich um Richtwerte, die je nach Hund individuell variieren können.

Leben mit Hunden

Wie ihr euch sicher denken könnt, bringt ein Hund große Veränderungen mit sich. Der gesamte Tagesablauf muss sich um die Bedürfnisse des Tieres drehen und er steht an erster Stelle. Ihr tragt plötzlich eine große Verantwortung für ein anderes Lebewesen und müsst für ihn sorgen.

„Natürlich kann man ohne Hund leben – es lohnt sich nur nicht.“                                    – Heinz Rühmann –

Das Leben mit Hund hat jedoch viele positive Aspekte. Es gibt nichts Schöneres als von einem anstrengenden Tag nach Hause zu kommen und mit einem freudigen Schwanzwedeln begrüßt zu werden. Ihr habt euren vierbeinigen Freund um euch, der in jeder Situation zu euch steht. Ein Hund ist der beste Therapeut, wenn es euch schlecht geht, denn er hört immer zu. Durch die verspielte und unbedarfte Art des Hundes werdet ihr automatisch glücklicher und ausgeglichener. Zudem wird euer Lebensstil gesünder, da ihr jeden Tag draußen Spazieren geht. Dabei werdet ihr viele Gleichgesinnte kennen lernen und neue Freundschaften schließen. Wer sich einen Hund halten möchte und die Möglichkeiten dazu hat, sollte diese Erfahrung auf keinen Fall missen!

Ihr wollt euch auch einen Hund zulegen oder habt Tipps für angehende Hundeeltern? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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