19.09.2023

„Kampfhunde“

Gefährlich oder doch besser als ihr Ruf?

Ein berüchtigtes Thema: Kampfhunde werden von vielen Menschen gefürchtet. Andere wiederum sagen, dass der Mythos um die besonders gefährlichen Tiere genau das ist – ein Märchen. Was dran ist an den angeblich so bösartigen Rassen, wie Kampfhunde eigentlich entstanden sind und wie viel Einfluss die Erziehung hat, erfahrt ihr hier.

Was ist ein „Kampfhund“?

Kampfhunde sind Angehörige von Rassen, die früher in grausamen, blutigen Hundekämpfen zum Einsatz kamen. Bei diesen oft extrem blutigen Kämpfen ging es sehr grausam und brutal zu. Häufig gab es einen tödlichen Ausgang für mindestens eins der Tiere. Es gab Wettbewerbe, bei denen zwei oder mehr Hunde gegeneinander kämpften, aber auch solche, bei denen die Tiere gegen Bären oder Bullen antreten mussten.

Was für Kampfhunde gibt es? Meist handelt es sich bei den Rassen um solche, die sehr kräftig gebaut und muskulös sind. Sie haben häufig eine gewollt niedrige Frustrationstoleranz, sodass sie schneller die Flucht ergreifen – oder eben angreifen – als andere Hunde: Das liegt an der Zucht dieser Tiere, welche nach eben diesen Merkmalen selektiert wurde.

Welche Hunderassen werden als „Kampfhunde“ bezeichnet?

Was für Kampfhunde gibt es? Welche Rassen im Einzelnen zu den Kampf- oder besser Listenhunden gehören, wird in unterschiedlichen Ländern verschieden eingestuft. Auch innerhalb Deutschlands gibt es verschiedene Regelungen, was die als gefährlich anzusehenden Hunde betrifft.

Wie heißt ein Kampfhund? Das ist abhängig von der Gegend, um die es geht: In ganz Deutschland ist die Einfuhr und Haltung von Staffordshire-Bullterriern und American Staffordshire-Terriern, von Pitbull-Terriern sowie Bullterriern verboten. Das Gleiche gilt für alle Kreuzungen aus diesen Rassen. Bei allen anderen Hunderassen haben die Bundesländer verschiedene Ansichten darüber, ob sie sie als gefährlich einstufen oder nicht.

Häufig stehen Rottweiler, Alano, der Bullmastiff, Cane Corso und Tosa Inu auf den Listen. Aber auch der Mastino Napoletano und der Kaukasische Owtscharka werden häufig als gefährlicher eingeschätzt als andere Hunderassen. Die Bordeaux Dogge und der Dogo Argentino finden sich ebenfalls auf den Listen gefährlicher Hunderassen einiger Bundesländer.

Erziehung oder Charakter?

Das Absurde daran: Viele der oben genannten Rassen sind als extrem anhänglich, loyal und freundlich bekannt. Einige Rassen, wie der Staffordshire-Terrier, werden in den USA aufgrund ihrer familienfreundlichen Eigenschaften sogar als „Nanny Dogs“ bezeichnet. Sie sind dort zum Bewachen, Bespaßen und Bekuscheln von Kindern, ja sogar Babys sehr beliebt. Spätestens hier wird klar, dass der „böse Kampfhund“ vielleicht doch mehr durch falsche Einschätzung entstand als durch Charakterzüge.

Auch die Erziehung spielt eine große Rolle: Da viele der Kampfhunderassen als Wach- oder Schutzhunde eingesetzt wurden, sind sie Fremden gegenüber häufig misstrauischer als Begleithunde Rassen. In den falschen Händen oder bei sehr inkonsequenten Haltern können sie daher tatsächlich tickende Zeitbomben sein. Nämlich dann, wenn sie das Gefühl haben, ihre Familie verteidigen zu müssen.

Bedingungen für (zukünftige) Halter

Wer sich für eine Kampfhunderasse interessiert, muss sich unweigerlich die Frage stellen:
Wer darf einen Kampfhund halten? Die gelisteten Rassen dürfen nur Personen über 18 Jahren besitzen und halten, erstes Kriterium ist also die Volljährigkeit. Zusätzlich wird für die Genehmigung ein Führungszeugnis verlangt. Nur Menschen mit einer „weißen Weste“ wird die Haltung zugestanden. In einigen Bundesländern und für einige der gefährlichen Rasse muss der zukünftige Besitzer einen Sachkundenachweis beweisen. Damit beweist er, dass er sich umgehend mit Haltung und Erziehung von Hunden befasst hat und in der Lage ist, das Tier ordnungsgemäß auszubilden.

Wer darf Rottweiler halten? Der Rottweiler steht nicht in allen Bundesländern auf der Liste der gefährlichen Rassen. Lediglich in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen, Bayern und Brandenburg sind daher Führungszeugnis, Volljährigkeit (und gegebenenfalls Sachkundenachweis) ein Muss. In allen anderen deutschen Bundesländern kann die Rasse als ganz normaler Haus- und Begleithund gehalten werden.

Wie gefährlich sind „Kampfhunde“ wirklich?

Was ist der gefährlichste Kampfhund? Als gefährlichster Kampfhund wird meist der Pitbull-Terrier betrachtet, da er nahezu furchtlos erscheint und eine große Bisskraft besitzt. Dobermännern, Rottweilern und amerikanischen Staffordshire-Terriern werden all diese Eigenschaften und eine geringe Reizschwelle nachgesagt.

Und: Welche Hunderasse tötet die meisten Menschen? Irrwitzigerweise steht keine der so gefährlichen Kampfhunderassen hier an erster Stelle. Tatsächlich führt der beliebte und oft gehaltene Schäferhund diese Auflistung an. Ob es an seinem Charakter und dem starken Schutztrieb liegt oder daran, dass es einfach viele Angehörige dieser Rasse gibt, ist umstritten.

Hundekämpfen: eine grausame Praktik

Gern würden wir hier schreiben, dass Hundekämpfe früher grausam und blutig waren und als Tierquälerei bezeichnet werden müssen. Doch leider gibt es die brutalen Kämpfe zwischen Artgenossen, aber auch gegen viel größere Tiere immer noch. Zwar sind sie mittlerweile nahezu überall illegal, finden aber in gewissen Kreisen dennoch statt. In Pakistan, Afghanistan, Japan und Honduras sind die unschönen Wettbewerbe sogar immer noch erlaubt und finden dort zum Teil gar öffentlich statt!

Im Grunde läuft das Ganze fast immer ziemlich gleich ab: Es gibt einen abgesperrten oder umzäunten Bereich, die Arena. Dort werden die Tiere aufeinander losgelassen. Oft werden sie vorher ausgehungert oder geschlagen, was ihre Aggressivität steigert. In Verbindung mit dem fremden Gegner und der aufgeheizten Stimmung unter den Zuschauern ist dies eine fatale Mischung.

Die Tiere werden meist so lange in der Arena gelassen, bis mindestens eines schwer verletzt oder gar tot ist. Der Kampf ist jedoch auch beendet, wenn beide Hunde zu verletzt sind, um weiterzukämpfen. Wie viel Angst und welch große Schmerzen sie bis dahin erleiden müssen, mag man sich nicht vorstellen. Nicht umsonst wurden Hundekämpfe bereits vor langer Zeit in Deutschland verboten.

Sind „Kampfhunde“ aggressiv?

Die sogenannten Kampfhunde sind in den richtigen Händen nicht aggressiver als alle anderen Rassen. Wie fast immer liegt das Problem in der Erziehung und damit beim Halter des Hundes. Viele der Kampfhunde wurden nicht nur bei Hundekämpfen eingesetzt, sondern auch als Wachhunde für Grundstücke oder Viehherden. Für den persönlichen Schutz – oder den von Familie und Kindern – waren sie ebenfalls über lange Jahre beliebt bzw. sind es immer noch. Ein großes Misstrauen gegenüber Fremden ist also angezüchtet und gewollt.

Kommt zu diesen Umständen noch ein Halter, der inkonsequent ist, unsicher ist und das auf den Hund überträgt, wird dieser schnell die Führung an sich reißen. Das kann, wie bei eigentlich allen Wach- und Schutzhunden, nach hinten losgehen.

In guten Händen, bei artgerechter Haltung und einer dem Charakter entsprechenden, liebevollen Erziehung hingegen sind die meisten der Listenhunde wahre Freunde und sehr treue Begleiter. Sie sind dann, ganz entgegen ihrem schlechten Ruf, als besonders treu, anhänglich und gehorsam bekannt.

Trotz dieses Umstandes gelten für gelistete Rassen ganz besondere Bedingungen: So müssen sie häufig in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen, zudem besteht ein besonderer Leinenzwang. Auf vielen Campingplätzen, in öffentlichen Einrichtungen oder Parks sind die Hunde zudem gleich komplett verboten – zum Schutz der Mitmenschen und anderer Hunde. In einigen Fällen kann aber durch einen Wesenstest nachgewiesen werden, dass das Tier nicht aggressiv ist. Dann kann es von den strengen Regelungen ganz oder zumindest zum Teil befreit werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Hunde gehören zu den Kampfhunden?

Kampfhunde sind Hunderassen, die vom Menschen so gezüchtet und erzogen wurden, dass sie sich durch eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren auszeichnen. In Deutschland verbietet das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz die Einfuhr und Haltung der Rassen Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen sowie Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Kangal, American Staffordshire Terrier, Tosa Inu und deren Kreuzungen.

Welche Kampfhunde darf man in Deutschland halten?

In Deutschland ist die Haltung von Kampfhunden gesetzlich geregelt. Das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz verbietet die Einfuhr und Haltung der Rassen Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen sowie Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Kangal, American Staffordshire Terrier, Tosa Inu und deren Kreuzungen. Das bedeutet, dass man in Deutschland keine dieser Rassen als Haustier halten darf.

Sind Kampfhunde immer aggressiv?

Nein, Kampfhunde sind nicht immer aggressiv. Sogenannte Kampfhunde sind in den richtigen Händen nicht aggressiver als alle anderen Rassen. Es kommt also nicht auf die Rasse an, sondern auf die Erziehung und Haltung des Hundes. Allerdings wurden Kampfhunde vom Menschen so gezüchtet und erzogen, dass sie sich durch eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren auszeichnen können. Es ist daher besonders wichtig, dass Halter von Kampfhunden sich ihrer Verantwortung bewusst sind und eine artgerechte Haltung und Erziehung sicherstellen.

Was ist der gefährlichste Kampfhund?

Es ist schwierig zu sagen, welcher Kampfhund der gefährlichste ist, da dies von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel der Erziehung und Haltung des Hundes. Es gibt jedoch einige Rassen, die aufgrund ihrer Zucht und Erziehung als besonders gefährlich gelten. In Deutschland verbietet das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz die Einfuhr und Haltung der Rassen Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen sowie Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Kangal, American Staffordshire Terrier, Tosa Inu und deren Kreuzungen. Diese Rassen gelten als besonders gefährlich und aggressiv und werden als „Kampfhunde“ bezeichnet

Fazit

Kampfhunde sind nicht von Natur aus gefährlich, sondern es liegt an den Besitzern, wie sie erzogen und behandelt werden. Mit der richtigen Ausbildung und sozialen Integration können auch Kampfhunde liebevolle und sichere Begleiter sein. Die Einhaltung der örtlichen Gesetze und die Übernahme von Verantwortung sind entscheidend, um ein harmonisches Zusammenleben mit Kampfhunden zu gewährleisten.

Mehr über Listenhunde

Wer sich für Kampfhunde interessiert, vielleicht selbst einen halten oder einfach mehr Informationen zu dem brisanten Thema Listenhunde möchte, der kann gern auch hier stöbern.

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