Dobermann Steckbrief

Der elegante Gebrauchshund im Portrait

Der elegante Dobermann ist vor allem für seine ausgezeichneten Fähigkeiten als Wachhund sowie sein mutiges Wesen bekannt. Aus diesem Grund ist er keinesfalls ein Anfängerhund und sollte von Beginn an konsequent erzogen werden. Erfahrt im Steckbrief alles zu Geschichte, Charakter, Haltung und Pflege des Dobermanns.

Geschichte des Dobermanns

Die Geschichte des Dobermanns beginnt im kleinen Städtchen Apolda in Thüringen. Friedrich Louis Dobermann benötigte einen Hund zu seinem persönlichen Schutz bei der Arbeit. Es ist nicht überliefert, welchem Beruf er nachging. Es hieß aber, er hätte einen unbeliebten Job, wie Steuereintreiber oder Nachtwächter gehabt. Fest steht nur, dass er nebenbei als städtischer Hundefänger tätig war und besonders scharfe und wachsame Vierbeiner selbst für die Zucht mit seiner Hündin Schnuppe behielt. Als direkte Vorfahren der Rasse gelten unter anderem Rottweiler, Deutsche Schäferhunde, Deutsche Doggen, Pinscher und Windhunde. Nach dem Tod des Züchters übernahm ein Freund seine Hunde und züchtete den Dobermann zu einem Gebrauchs- und Hofhund.

Im Jahr 1899 gründeten einige Züchter den Dobermann-Pinscher-Klub Apolda. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Rasse als offizieller Polizeihund anerkannt und wurde aufgrund seines edlen Auftretens als Gendarmenhund bezeichnet. In beiden Weltkriegen setzte vor allem das Militär die Rasse als Melde-, Minensuch- und Sanitätshund ein. Im zweiten Weltkrieg waren Dobermänner bevorzugt als Diensthunde in Konzentrationslagern zu finden. Ab 1955 wurde die Rasse offiziell von der FCI anerkannt und in die FCI-Gruppe 2, Sektion 1.1, der Pinscher, eingeordnet. Bis heute kupieren einige Züchter im Ausland dem Dobermann noch häufig die Ohren und Rute, um ihn gefährlicher wirken zu lassen. Um diese Praxis zu stoppen, änderte der FCI den offiziellen Rassestandard im Jahr 2015 dementsprechend. Das Kupieren von Hunden wird von nun an mit Zuchtausschluss bestraft. Neben seinen Aufgaben als Diensthund kommt der Dobi heute immer öfter als Familienhund zum Einsatz.

Wesen und Charakter

Dobermänner zählen zu den intelligentesten Hunderassen der Welt und besitzen einen großen Lerneifer und gute Auffassungsgabe. Auch wenn der Dobi heute nicht mehr so aggressiv und scharf gezüchtet wird, ist er jederzeit bereit seine Familie mutig zu verteidigen. Er besitzt eine niedrige bis mittlere Reizschwelle und ist Fremden gegenüber stets misstrauisch. Aus diesem Grund hat er teilweise mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Im Kreise seines menschlichen Rudels ist der Dobermann ein friedliches Schmusetier und kommt mit der entsprechenden Erziehung auch gut mit Kindern zurecht. Der treue und anhängliche Hund will am liebsten überall dabei sein und ist nicht gerne alleine. Er braucht eine Bezugsperson, die sich von Beginn an um ihn kümmert und ihm zeigt wo es lang geht, dann kann er zu einem tollen Partner fürs Leben werden.

Dobermann

Es gibt den Dobermann auch in braun

Wie halte ich einen Dobermann?

Überlegungen vor der Anschaffung

Wenn ihr euch einen kleinen Dobermann Welpen zulegen wollt, solltet ihr den Arbeitsaufwand für Aufzucht und Erziehung nicht unterschätzen. Die intelligente Rasse eignet sich nur für Menschen mit starker Persönlichkeit und viel Hunde-Erfahrung. Es ist ein tolles Erlebnis den kleinen Racker aufwachsen zu sehen und eine tiefe Bindung zu ihm zu entwickeln. Ihr solltet euch aber bewusst sein, dass der Hund für 10 bis 13 Jahre Teil eures Lebens sein wird. In diesem Zeitraum solltet ihr euch jeden Tag mit dem Hund beschäftigen können und viel draußen unterwegs sein. Ihr solltet ihn so oft wie möglich mitnehmen können, wenn ihr außer Haus geht.

Wenn ihr euch sicher seid, dass ein Dobi der richtige Hund für euch ist, müsst ihr euch auf die Suche nach einem seriösen Züchter machen. Am besten eignet sich ein Züchter, der Mitglied in einem eingetragenen Verein ist und viel Erfahrung in der Dobermannzucht hat. Für einen reinrassigen und gesunden Welpen solltet ihr bis zu 1250€ einrechnen. Auch in Tierheimen gibt es immer wieder einen lieben Dobermann in Not, der ein neues liebevolles Zuhause sucht. Welpen mit kupiertem Schwanz und Stehohren sind in Deutschland aus Tierschutzgründen verboten. Hier findet ihr nur Hunde mit langer Rute und niedlichen Hängeohren. Wenn ihr also bei einem privaten Züchter kupierte Welpen findet, solltet ihr das unverzüglich der Tierschutzbehörde melden.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Ein Dobermann ist von klein auf sehr lernwillig und will von seinem Besitzer gefordert werden. Er lernt schnell neue Kommandos und hat große Freude am gemeinsamen Training. Mit einer konsequenten, aber liebevollen Erziehung schon im Welpenaltern, wird euer Dobermann schnell zum wertvollen Familienmitglied. Besonders in der Pubertät zwischen 7 und 8 Monaten testen die Dobi-Welpen gerne ihre Grenzen aus und brauchen eine starke Führung. Auch der ausgeprägte Beschützerinstinkt setzt zu diesem Zeitpunkt ein und kann mit regelmäßiger Übung und viel Geduld ein wenig gebremst und angepasst werden.

 

Dobermann Welpen benötigen eine konsequente Erziehung

Dobermann Welpen benötigen eine konsequente Erziehung

Um eine gute Sozialisierung zu erzielen, sollte euer Welpe viel Kontakt zu anderen Hunden haben und bestenfalls gemeinsam mit euch eine Hundeschule besuchen. Beim Spazierengehen im Wald solltet ihr von Anfang an darauf achten, den natürlichen Jagdtrieb in den Griff zu bekommen. Viele Dobermänner sind passionierte Sichtjäger, die teilweise auch mit Tötungsabsicht am Wild auf Jagd gehen. Mit einem Jahr ist der Dobermann dann weitestgehend ausgewachsen und sollte schon eine gute Erziehung genossen haben. Fehler aus dem Welpenalter zu korrigieren kann schwierig werden. Außerdem muss jeder, der diese Hunderasse halten möchte, in fast allen Bundesländern eine Hundehaftpflicht für seinen Vierbeiner abschließen.

Aktivitäten mit dem Dobermann

Da der Dobi zu den intelligentesten Hunden der Welt zählt, braucht er eine sinnvolle Beschäftigung. Durch seine Agilität und Stärke ist er besonders für den Dienst bei der Polizei oder beim Militär geeignet. Außerdem dient er mit Freude als Therapie-, Rettungs- und Blindenhund. Wenn ihr euch privat einen Dobermann zulegen wollt, sollte er ebenso ausgelastet sein wie ein Diensthund.  Ein gelangweilter Dobi sucht sich selbst eine Beschäftigung, die oftmals nicht ganz im Sinne des Besitzers ist. Trotzdem solltet ihr ein gutes Mittelmaß zwischen Beschäftigung und Ruhe finden, damit euer Hund perfekt ausgelastet ist.

Der Dobermann ist eine echte Sportskanone

Der Dobermann ist eine echte Sportskanone

Die Basis der Beschäftigung bilden tägliche ausgedehnte Spaziergänge oder das Mitführen am Fahrrad. Um ihn auch geistig auszulasten, könnt ihr von Agility über Obedience bis hin zu Fährten Suchen so ziemlich jede Hundesportart betreiben. In einem Haus mit großem Garten, das er rund um die Uhr beschützen kann, fühlt sich der passionierte Wachhund am wohlsten. Insgesamt betrachtet ist der athletische und aktive Hund für so ziemlich jede sportliche Aktivität und auch für Intelligenzspiele zu begeistern.

Gesundheit und Pflege

Generell ist der Dobermann ein pflegeleichter Hund, der dank seines kurzen Fells keine besondere Fellpflege braucht. Aufgrund der fehlenden Unterwolle ist er jedoch sehr kältemempfindlich und sollte im Winter einen Mantel tragen. Bei Schneefall oder Regen bleibt der verfrorene Hund lieber am warmen Kaminfeuer. Innerhalb der Dobermannzucht gibt es einige erblich bedingte Erkrankungen, die bei einigen Vertretern der Rasse auftreten können. Die bekannteste Krankheit ist das sogenannte „Wobbler-Syndrom“ – eine krankhafte Veränderung der Halswirbelsäule. Die Krankheit tritt vorwiegend mit 6 – 7 Jahren auf und kann sich sehr vielfältig ausprägen. Der Bewegungsablauf des Tieres wird unsicher, der Hund beginnt zu schwanken und der Rücken wird unbeweglich. Generell sind Rüden etwa doppelt so häufig betroffen wie Hündinnen.

Interessantes und Wissenswertes

Schon gewusst?

  • Der Dobermann trägt als einzige deutsche Hunderasse den Namen ihres Begründers: Friedrich Louis Dobermann.
  • In Brandenburg wird der Dobermann als Listenhund geführt.
  • Ein Dobermann namens Kurt rettete 1944 in der Schlacht um Guam einen Trupp US-Marines vor einer Granate und wurde als erster Hund im Nationalen Kriegshund-Friedhof beerdigt.
  • Prominente Dobi-Halter sind oder waren Silvester Stallone, John F. Kennedy und Mariah Carey.

Dobermann in Film und Fernsehen

Der Dobermann wird in der Filmindustrie gerne als gefährlich und aggressiv dargestellt. Im Film The Doberman Gang von 1972 wird das ganze Thema eher scherzhaft aufgegriffen. Der Streifen handelt von einem begabten Hunde-Trainer, der seine sechs Dobermänner so gut dressiert hat, dass sie ihn bei seinen Banküberfällen unterstützen. Im Film Garfield von 2002 spielt der Dobermann Luca den Gegenspieler der übergewichtigen roten Katze. Auch in der US-Serie Road Rovers ist einer der Helden ein deutscher Dobermann namens Blitz. Gemeinsam mit den Hunden anderer Staatsoberhäupter nimmt er humanoide Gestalt an und bekämpft das Verbrechen.

Ihr habt auch einen Dobermann oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir mehr in den Kommentaren!

Alle Hunderassen:

Afghanischer Windhund | Airedale Terrier | Akita | American Staffordshire Terrier | Australian Shepherd | BasenjiBasset HoundBeagle | Bearded Collie | Berner Sennenhund | Bernhardiner | Bobtail | Bordeaux DoggeBorder Collie | Boston Terrier | Briard | Bullmastiff | Bullterrier | Cavalier King Charles Spaniel | Chihuahua | Chow Chow | Collie | Dackel | Dalmatiner | Deutscher Boxer | Deutsch Drahthaar | Deutsche Dogge | Deutscher Schäferhund | Dogo Argentino | Englische BulldoggeEnglish Cocker Spaniel | English Pointer| FoxterrierFranzösische Bulldogge | Golden Retriever | Gordon Setter | Havaneser | Holländischer Schäferhund | Hovawart | Irish Wolfhound | Jack Russell Terrier | Kangal | Kleiner Münsterländer | Kleinspitz | Kooikerhondje | Labrador Retriever | Leonberger | Magyar Vizsla | Malinois | Malteser | Miniature Bullterrier | Mittelspitz | Mops | Neufundländer | Parson Russell Terrier | Pekingese | Pudel | Rhodesian Ridgeback | RiesenschnauzerRottweiler | Samojede | Shiba Inu | Shih Tzu | Siberian Husky | Staffordshire Bullterrier | Shetland Sheepdog | Tibet Terrier | Weimaraner | Welsh Corgi | West Highland White Terrier | Yorkshire Terrier | Zwergpinscher | Zwergspitz

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Alle Kommentare (6)

Miriam
14.07.2021 08:34 Uhr

Ich vermisse meinen Dobi. Ich musste ihn leider vor 4 Wochen einschläfern. Er hat mich 10 Jahre begleitet. Ich hatte(habe) 2 kleine Kinder , eine Katze und nie ein Haus mit Garten. Ich hab mich, nachdem er ankam, gefragt was ich mir dabei gedacht habe... Und was soll ich sagen... Es war die beste Entscheidung! Er war der beste Freund von uns allen! Ja, auch von der Katze ;) Man muss ihn einfach beschäftigen, lesen lernen und gaaaaaanz viel liebe geben. Er gibt es millionen fach zurück. Definitiv ein Familienhund für mich! Aber nicht für stumpfe Menschen, die sich nicht mit ihrem Hund ausseinander setzen wollen...

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Ulli
13.06.2021 23:50 Uhr

Nach 3 tollen Dobermännern habe ich jetzt einen Rottweier. Und das ist genau so ein Schmuseköter wie alle anderen auch.

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Förster
10.01.2021 14:14 Uhr

Grüße, ich habe eine Frage,
Eignet sich die Rasse auch für Wanderbegeisterte? Mein Mann und ich suchen nach einem Hund mit dem wir auch in die Berge gehen bzw. längere Wandertouren machen können, und da ich gelesen habe dass Dobermänner auch Diensthunde beim Militär waren, würde ich schlussfolgern dass sie mir der Belastung klar kämen. Danke schonmal.

Fabian
13.01.2021 08:33 Uhr

Das ist doch keine Belastung! Damit wird der sich nicht zufrieden geben 🤣

Tanja
12.02.2021 12:24 Uhr

Lieber Förster,
Wir selbst hatten schon immer Dobermänner (40 Jahre lang) und unser Apollo (verstorben 01/21) war mit seinen 12 Jahren noch sehr aktiv. Wir wohnen am Land und er ist durchgehend draußen gewesen unter anderem mit im Stall bei den Pferden oder auch mal in den Bergen Teilweise waren wir 4-7 Stunden unterwegs .... er war danach immer platt!
Es kommt immer darauf an wie man seinen Hund erzieht und von Anfang an fördert. Nur bitte bedenke er hat einen Jagdtrieb den du von Anfang an unter Kontrolle bringen musst ... wir hatten leider mit unserem letzten nicht soo viel Glück und einige hundeschulen haben sich die Zähne ausgebissen .... Gott sei Dank konnte ich abschätzen wann es bei ihm soweit war und ihn rechtzeitig zurückpfeifen und gegebenenfalls anleinen ... dennoch war er ein spitzen Hund und ich vermisse ihn sehr ... aber wir sind am überlegen ob wir uns Mitte des Jahres eventuell wieder einen Welpen holen. Aber diesmal in braun und ein Weibchen .. :) bin mal gespannt wie die so sind hatten bis jetzt nur immer Männchen .

Ich wünsche dir dass du den passenden Hund für dich findest und ein kleiner Tipp am Rande noch ....
besuche den Züchter/Privatperson öfter mal unerwartet .... dann kannst du dir einen besseren Eindruck verschaffen ...

Liebe Grüße

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Unbenannt
Herr
08.12.2020 14:12 Uhr

Zum Thema Erziehung:
Als passionierter Dobermann Freund, und nunmehr Lebensbegleiter meines vierten Dobermann ( ich bin mitte 40, Nummer 4 ist jetzt 2 Jahre alt ) habe ich das eine oder andere über die Rasse gelernt.
Wie auch hier im Artikel, liest man oft über eine "konsequente Erziehung", und "starke Führung". Ich möchte anmerken, dass dies bei einem Dobermann immer absolut gewaltfrei stattzufinden hat. Der Dobermann ist ein edles Tier, mit einem sehr edlen Charakter. Der Dobermann duldet keinerlei Misshandlung. Wenn sie ihren Dobermann jemals schlagen sollten, wird er die Quittung auf die Tat folgen lassen. Was bedeutet Sie werden gebissen. ich kenne viele Halter dir aus diesem Grund ihren Dobermann abgegeben haben. Und wieder einmal musste der Hund die Unfähigkeit des Menschen bezahlen.
Es mag Hunderassen geben, die auch wenn sie geschlagen und getreten werden noch ihrem Menschen hinterher kriechen. Der Dobermann gehört definitiv nicht dazu. Ich bin schon immer von jeher ein Verfechter der gewaltfreien Hundeerziehung. Beim Dobermann sollte man die sogenannte harte Hand nicht besitzen. Die Polizei nimmt Dobermänner nicht mehr gerne in Dienst, aus genau eben diesem Grund. Der Dobermann verträgt weder Schläge, Tritte noch sonstige Mißhandlungen, genauso wenig wie die Zwingerhaltung.
Das wichtigste ist die Aufmerksamkeit eines Dobermanns zu bekommen.

Der Hund braucht einen Menschen den er als Leitfigur/ Rudelführer akzeptiert. Das heißt sie haben für das Rudel, immer die bestmöglichste Strategie aus einer Stress oder Gefahrensituation herauszukommen. Dann sieht der Hund sie erst als geeignet an, das Rudel zu führen, und kann Sie so als Leittier akzeptieren. Ein Dobermann zieht mit Ihnen, furchtlos und bedingungslos, gegen den Teufel und seine Heerscharen in den Krieg, aber nur solange er sie liebt.
Schlagen Sie Ihren Dobermann auch nur ein einziges Mal, zerreißt dieses Freundschaftsband. Für immer. Ihr Hund wird sie dann mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr beschützen.

Für den Menschen, der die Liebe eines Dobermanns erobert hat, ist der Dobermann ohne es ihm beizubringen, der perfekte Bodyguard/Leibwächter.

Fazit:
Sie sollten bei einem Dobermann konsequent ihren Willen durchsetzen, immer und immer wieder, und dies 100% gewaltfrei. Was bedeutet, wenn Sie etwas von ihrem Hund möchten, müssen sie durchsetzen, dass er es tut. Das kann verbal, oder durch Leckerli, oder einfach durch Sturheit ihrerseits geschehen. Aber jederzeit gewaltfrei. Wenn sie z.b. ihren Dobermann an der Flexi Leine zurückrufen möchten und er einfach nicht kommt bleiben sie stehen, und gehen Sie erst dann weiter wenn er zurückgekommen ist. Geben Sie das Kommando zweimal, ansonsten bleiben sie einfach stehen bis der Hund zurück kommt.
Kommt der Hund beim ersten kommando zurück belohnen Sie ihn mit Lob oder einem Leckerli. Positive Bestärkung kommt beim Dobermann immer vor negativer Bestärkung.

Bei Menschen mit wenig oder garkeiner Hunde-Erfahrungen, kann es leicht vorkommen, dass der Dobermann die Rudelführung übernimmt, da er seine Bezugsperson rinfach als dazu unfähig bewertet.
Dann haben Sie ein Problem.

Der Dobermann ist der perfekte Lebensbegleiter für Menschen, die fähig sind, einen Hund ohne Gewalt, dazu zu bringen, zu tun was der Mensch will. Bieten sie dem Dobermann viel Auslauf, aber vor allem etwas, dass er beschützen kann, soll, und darf. Der Dobermann geht in seiner Aufgabe auf, und liebt seine Tätigkeit abgrundtief genau wie seine Menschen. Auch als Personensuchhund ist der Dobermann schwer zu schlagen. Wobei die heute schon fast klassische Leckerli und Bodenverletzungs-Technik, wie bei Hundeplatz Schäferhunden nicht gut funktioniert. Der Hund sollte von Anfang an einen Geruchsartikel gewöhnt werden, und am besten anfangs eine Person aus dem Rudel suchen. Später wird er jede Person finden von der er einen Geruchsartikel zum beschnüffeln bekommt. Darin sind Dobermänner sozusagen unschlagbar. Beim Militär und beim Roten Kreuz gibt es für gute Ausbildung Strategien in diese Richtung. Diese Beschäftigung lastet einen Dobermann auch sehr gut aus.

Wenn sie auf die Idee kommen ihren Dobermann in eine Hundepension zu geben, weil sie in Urlaub fahren möchten, rate ich Ihnen davon mehr als ab. Vergessen Sie es und suchen Sie sich eine andere Hunderasse. Sie werden nach ein paar Tagen Ihren Urlaub abbrechen müssen, da der Hund sich verhungern und verdursten lässt. Sie werden einen anruf von der Tierpension bekommen, dass diese keine weitere Garantie für das Wohlergehen des Hundes übernehmen wird. Machen Sie sich das vor der Anschaffung klar . Entweder der Doberman geht mit in Urlaub oder der Dobermann ist kein Hund für Sie. Der Dobermann liebt seine Menschen und hält es nicht lange aus von ihnen getrennt zu sein.
Ich beobachte bei meinen Dobermännern z.b. dass diese nichts essen wenn ich nicht zu Hause bin. Auch wenn ich nur zur arbeit bin, rühren sie weder Futter noch Wasser an.

Auch wenn das jetzt manche Käufer abschrecken wird, so sieht nun mal die Realität aus.

Allen die mit diesem Punkten klar klarkommen, wünsche ich viel Spaß mit ihrem neuen super treuen lieben mutigen loyalen furchtlosen ergebenen Familienmitglied und Lebensgefährten.
Ich garantiere Ihnen er mit Ihnen durch dick und dünn. Und Sie haben noch nie so eine große Schmusekatze neben sich gehabt wie einen Dobermann.

Liebe Grüße an alle Dobifreunde die glücklich mit ihren Hunden sind.

Für mich ist der Dobermann das Non-Plus-Ultra

AU Stuttgart
21.02.2021 19:43 Uhr

Unser Dobi, 21 Monate, 3. oder 4. Hand. seit 5 Monaten bei uns, stiehlt gnadenlos, was unbeobachtet und erreichbar ist. Und das sicher nicht vor Hunger ! .. Da kommt man wohl ohne "Schlagen" in flagranti nicht weiter - oder ?
mfg

AU

Hajo
25.06.2021 21:17 Uhr

Hallo AU,
niemals (!!!!) schlagen. Dies zerstört praktisch schon beim ersten Mal die Vertrauensbasis aus Sicht des Hundes. Schon als Welpen werden diese durch ihre Mutter maximal mit einem Schubsen zurechtgewiesen - und die ist zu diesem Zeitpunkt der absolute Mittelpunkt ihres kleinen Universums. Es wird besonders schlimm vom Junghund empfunden, wenn ein fremdes Tier/ein fremder Mensch sie auch nur berührt. Dieses Empfinden wird auch beim erwachsenen Hund noch vorhanden sein - er/sie toleriert bestenfalls Zurechtweisungen von eigenen Rudelmitgliedern. Es liegt also an Ihnen, eine angemessene Art der Zurechtweisung zu finden. Ich habe dazu (praktisch als "letzte Möglichkeit") eine kleine Blechdose mit Schrauben griffbereit gehabt. Wenn meine Dobis sich falsch benommen haben, dann gab's eine kleine Überraschung durch das relativ laute Geräusch durch schütteln oder das zu Boden werfen der Dose. Damit war die Aufmerksamkeit gebrochen und meine Hunde konnte ich dann praktisch aus jeder Situation heranrufen und neben mir absetzen.
ABER: Keine Belohnung nach so einer Aktion - schliesslich hat sich diese Situation aus einem Fehlverhalten ergeben und sollt aus Sicht des Hundes nicht als ein Weg für eine Anerkennung erkannt werden. Den Hund dann ablegen - zur Ruhe kommen lassen und erst dann wieder den Hund beschäftigen. Unbedingt darauf bestehen, dass der Hund auf seinem Platz bleibt bis sie als Rudelchef ihn wieder frei geben.

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G.H.Strecker
15.10.2018 20:51 Uhr

Hallo Chantal
Danke für Deine nette Antwort. Ich hoffe, dass es nicht den Rahmen sprengt, wenn ich noch einiges ergänze?!?: Wieder nur bestätigend mit dem, was Ihr oben geschrieben habt:
Meine Dobermannhünden war äußerst gelehrig und war richtig heiß darauf, zu lernen! Das machte ihr Spaß!Sie wollte lernen!
Selbst als ich Mutter wurde, brauchte ich keine Angst zu haben, dass sie meinem Kind etwas tun würde. Im Gegenteil - ich musste aufpassen, dass mein Kind nicht zu grob mit dem Hund umgeht und meinen Hund "beschützen"!
Als ich aufs Land zog, mit meinem Hund und Kind, war ich eine Zeit lang für 6 kleine Lämmer zuständig. Gemeinsam mit Hund, Kleinkind und 6 Lämmern, war ich draußen, meine Spaziergänge machen. Meine Dobermannhündin Gina machte es mit den Schafen großartig! Liebevoll, aber auch hilfreich. Ich habe mal gelesen, dass man Dobermänner auch als Hütehunde abrichten kann - dass kann ich mir sehr gut vorstellen!

Also zusammen gefasst, was meine Erfahrungen mit dem Dobermann betrifft:
- ein wahnsinnig intelligenter Hund (dass es mit der intelligenteste sein soll, glaube ich auch!)
- sehr gelehrig, freut sich über Aufgaben und Beschäftigung (ich glaube es gibt fast nichts, was man ihm nicht beibringen kann - und er freut sich darüber...)
- sehr Bewegungsfreudig, schnell und ausdauernd (aber nicht nervös)
- sehr sensibel, verschmust und treu!
- aufmerksamer Wachhund (aber wusste zu unterscheiden! Meine Gäste/Besuch brauchten niemals was zu befürchten oder Angst zu haben - aber sie meldete!)
- absolut kein Anfängerhund! (auch um seinen Ruf nicht zu verderben. Seine unglaubliche Intelligenz erfordert eine absolut konsequente und erfahrende Erziehung. Auch um ihn als sozial gut verträglichen Hund groß zu ziehen, erfordert das Erfahrung und bewussten Einsatz.)

So, ich hoffe, ich habe mit meiner Erfahrung irgendjemanden weiterhelfen können...

Beste Grüße
- G. H. Strecker

Anelia
18.06.2020 09:22 Uhr

Hi.

Danke für diese Seite und Erfahrungen mit dieser fantastischen Rasse.

Derzeit habe ich einen lieben Schnauzer Mix und ich möchte gerne mal einen Dobermann "holen".

Nicht falsch verstehen, ich liebe meinen Hund und ich opfere gerne mein Leben für das liebe Tier ( mit dem Hund leben) und ein Dobermann irgendwann,... Er hat mich schon als Kind interessiert.

Coole Seite, sehr angenehm zu lesen und tolle Menschen mit offenen Kommentaren dazu find ich klasse! Danke!

Ich freu mich erfahrene Menschen hier kennenzulernen, die mir und ganz bestimmt auch anderen helfen sich selbst vorerst zu erkunden und wissen anzueignen, bevor man eine Rasse "holt". Es stimmt, ein Tier, eine Rasse ist eben individuell angelegt und sollte definitiv auch zum Menschen passen. So auch der Mensch zu der Rasse.

Alles Gute! Alles liebe!

Antworten

Unbenannt
Gretchen H. Strecker
10.10.2018 22:36 Uhr

Hallo, rein zufällig bin ich auf Ihre Seite gestoßen- finde ich toll!
Seit dem ich 5 Jahre alt bin (jetzt 46J.) habe ich intensiv mich mit Hunden auseinandergesetzt und zu tun.
Mein 2. eigener Hund war meine Dobermannhündin Gina. Sie wurde stolze 15 Jahre alt!
Jetzt wo ich Ihre Seiten lese, kann ich nur alles bestätigen! Ich dachte, zu dieser Zeit echt Ahnung und erfahren zu sein. Aber Gina war ein derart intelligenter Hund, dass sie mich (z.B. mit Austrixereien) echt forderte. Aber ich hatte sie von einer sehr guten, erfahrenen Züchterin, wo sie einen herforagenen Start mit Kindern, Hunden, Katzen bekam.
Bei mir bekam sie eine sehr konseqente, strenge aber liebevolle Erziehung. Täglichen sozialen Kontakt mit anderen Hunden, ständigen, vielen Kontakt mit anderen Menschen und viel Auslauf (auch ca.20 Kilometer am Fahrrad)fast nur ohne Leine.
Die Mühe hatte sich gelohnt. Ich kann bis heute nur von diesem wundervollen Tier schwärmen: nicht nur die elegante, atletische Schönheit. Sie war ein sehr gut erzogener,gehorsamer, mitdenkener, Menschen und Hundeverträglicher Hund. Sie wurde mein "Schatten". Egal wo ich in der Hamburger Stadt mit ihr unterwegs war, sie war bei mir. Wenn sie nicht rein durfte, wartete sie halt zuverlässig, unangeleint draußen. Wollte ich sie zu meinen Kursen mitnehmen, legte sie sich halt so lange zuverlässig, ruhig in die Ecke, bis der Unterricht zuende war. Sie war ein derart lieber, verschmuster Hund, dass ich sie teilweise als Therapiehund einsetzte für Menschen mit Angst vor Hunden - bei ihr hatten sie keine Angst!
Ihr Spürsinn war unglaublich gut ausgeprägt. So gut, dass man sie gern als Rettungshund gehabt hätte. Aber dazu war ich nicht bereit. Wenn ich mich im Wald versteckte, fand sie mich (ohne Ausbildung) immer soffort! Selbst Agilliti hatte ich mal ausprobiert. Sie war derart schnell im umsetzen, dass ich selber, als "Agilliti-Anfänger" nicht hinter kam.
Sie war derart bewegungsfreudig, dass sie sich selber immer wieder den Spaß machte, wenn sie mit vielen anderen Hunden im Park spielte und rannte - über die anderen rennenden Hunde drüber zu springen :-).
Sie konnte genau unterscheiden: immer lieb, aber Tatsächlich irgendetwas komisch (immer nur wenn ich selber als Mensch es auch so einschätzte) war sie bereit, mich zu verteidigen. Diese Situation hatte ich aber nur ca. 2 Mal. Ansonsten wurde ich tatsächlich, nur auf Grund der Gegenwart von Gina, einfach in Ruhe gelassen :-).
Es ist Schade, wie diese wundervollen Hunde immerwieder in den Verruf geraten. Die Filme, wo sie nur als wilde Wachhundbestien gezeigt werden, tun ihr übriges. Leider holen sich auch viel zu viele Menschen einen Dobermann, die meiner Meinung nach keinen haben sollten. Entweder, weil sie von Erziehung zu wenig Ahnung haben oder weil sie ihn haben möchten, als scharfen Hund, zum Eindruckschinden. Intelligens ins Böse - was gibt es schrecklicheres? Ein Dobermann, der nicht als Soziales Wesen großgezogen wird, am besten nur an der Leine - der muss ja einen "Knall" haben, gestört sein. Nur dass diese Hunde, wenn es dann schief läuft, den Ruf aller zerstören: Der Dobermann.
Als ich Gina (vor ca. 24 Jahren)holte, wurden alle noch kuppiert. Für meine Züchterin war es ungewohnt, mit mir jemanden zu haben, der ausdrücklich verlangte, eine Hündin unkuppiert bekommen zu wollen. Sie war die einzigste im Wurf (7 Welpen), die ihren Schwanz behalten durfte. Außerdem war sie braun. Das erleichterte es mir ein wenig. Menschen mit wenig Hundeahnung, dachten, daß dieser braune Hund mit Schlappohren und wedelndem Schwanz ein Jagthund sei ;-).
Entschuldigung dieser lange Bericht. Aber Sie hatten aufgefordert... dabei kam meine begeisterung meiner Gina wieder hoch...
Mit besten Grüßen
-G.H. Strecker

Chantal
11.10.2018 14:26 Uhr

Hallo Gretchen,

danke für deinen ausführlichen Kommentar, der bestätigt, wie toll die Hunderasse ist. :) Persönliche Erfahrungsberichte finde ich bei den Rasseportraits immer besonders schön, da diese unsere Informationen noch ergänzen können. Außerdem bekommen die Menschen, die sich für einen Dobermann interessieren, so noch mal einen persönlicheren Eindruck von der Rasse. Es freut mich, dass du und deine Gina eine tolle Zeit zusammen hattet und sie dir in solch guter Erinnerung geblieben ist. :)

Viele Grüße
Chantal von Mein Haustier

Antworten

Unbenannt