Zwergschnauzer Steckbrief

Kleines Energiebündel und mutiger Wachhund

Der Zwergschnauzer ist ein faszinierender Rassehund, der für unterschiedliche Familienkonstellationen und Haltungsformen infrage kommt. Er kann sowohl ein sportlicher Begleiter, ein kinderfreundlicher Familienhund als auch ein verlässlicher Beschützer sein.

Geschichte des Zwergschnauzers

Der Zwergschnauzer, wie wir ihn heute kennen, ging aus der Verpaarung kleiner Schnauzer und rauhaariger Pinscher hervor, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch die Mitglieder einer großen, undifferenzierten Hundegruppen waren. Erst gegen 1870 splittete sich diese übergeordnete Gruppe in Unterkategorien (Differenzierung nach Größe und Farbe) auf. Dem Hund fielen damals vielfältige Aufgaben zu. Er begleitete Kutschen, bewachte den Hof und hielt die Ställe ungezieferfrei.

Um 1880 begann die deutsche Rassezucht, mit dem Ziel, einen möglichst kleinen Schnauzer zu kreieren, der die Eigenschaften der mittleren und großen Schnauzer beibehielt. 1895 gründete sich der erste Zuchtverein (Pinscher-Schnauzer-Klub), 1955 wurde der Zwergschnauzer durch den FCI anerkannt. Allerdings gab es ähnliche Hunde, wie sich bebilderten Überlieferungen aus dem Mittelalter entnehmen lässt, schon weit davor. Der Zwergschnauzer ist ein Hund, der über all die Jahre nie an Relevanz verlor und weltweit eine sehr beliebte (mancherorts sogar die beliebteste) Hunderasse ist.

Wesen und Charakter

Der kleine Rassehund bündelt viele Persönlichkeitsmerkmale, die eigentlich eher großen Hunden innewohnen:

Wach- und Begleitpersönlichkeit: In dem Zwergschnauzer treffen die Haupteigenschaften eines guten Familien- und Wachhundes zusammen. Er ist sowohl menschenorientiert, verschmust und treu, tritt aber auch bestimmt für seinen eigenen Schutz und den seiner Bezugspersonen ein.

Sportgeist und kognitive Leistungsfähigkeit: Aufgrund seiner Ausdauer ist der Zwergschnauzer außerdem ein toller Sportbegleiter und Leistungshund, der auch anspruchsvolle Aufgaben lösen und erlernen kann.

Anschaffung eines Zwergschnauzer

Zwergschnauzer werden nur selten über das Tierheim vermittelt, auch der Kauf aus privater Hand ist rar. Reinrassige Zwergschnauzer findet ihr noch am ehesten über den Zuchtverein (Pinscher-Schnauzer-Klub 1895). Die Anfrage bei einem dieser Züchter hat den Vorteil, dass die Herkunft vertrauenswürdig und sicher ist.

Übrigens: Es fällt deutlich leichter einen Rassehund zu kaufen, denn Zwergschnauzer-Mischlinge gibt es normalerweise nicht. Nicht, weil die Verpaarung mit rassefremden Hunden biologisch ausgeschlossen wäre, sondern weil sie sich meist nur zufällig ergibt.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wenn ihr euch für den Kauf eines Zwergschnauzers entschieden habt, folgen als nächstes die Vorbereitungsphase, die Besichtigung und der Kauf.

Damit die Anschaffung zu einem positiven Erlebnis wird, solltet ihr folgende Überlegungen in die Planung einbeziehen:

Rassehunde haben einen stolzen Preis, der sich unter anderem aus den medizinischen Kosten und der züchterischen Arbeit zusammensetzt. Züchter, die ihre Zwergschnauzer unter 700 Euro verkaufen, wirken unseriös. Private Verkäufer arbeiten häufig nicht so professionell, wie die Mitglieder aus dem Zuchtverband. Trotzdem brauchen auch ihre Hunde einen aktuellen Gesundheitscheck. Achtet darauf, dass der Hund einen fitten Eindruck macht, entwurmt wurde und der Impfpass vollständig ist. Jeder Hund entwickelt ein eigenes Naturell. Der Charakter der Elterntiere gibt aber schon eine Richtung vor, in die die Persönlichkeit des Welpen geht. Erkundigt euch deshalb über die Wesenszüge der Zuchttiere oder macht euch nach Möglichkeit ein eigenes Bild.

Die ersten Lebenswochen sind für Welpen ein ganz entscheidender Schritt. In dieser Zeit lernen sie den menschlichen Umgang kennen, erkunden ihre Umgebung und werden sozialisiert. Wenn der Verkäufer seinen Hunden bereits umfassende Lernerfahrungen ermöglicht hat, wird euch die Erziehung des Zwergschnauzer-Welpen besser gelingen. Fragt deshalb nach, welche Umweltreize der Hund schon kennt (Beispiel: Autos, Geräusche) und welche Kenntnisse er bereits hat (Beispiel: Katzen, Kinder).

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Der Zwergschnauzer ist ein aufgeweckter kleiner Hund, der gerne mit den Menschen kooperiert. Er hat aber auch eine dominante Ader und einen eigenen, störrischen Kopf. Deshalb ist es wichtig, dass er die Benimmregeln schon als junger Welpe lernt. Die richtige Erziehung ist eine Mischung aus Liebe, Verständnis, Souveränität und Konsequenz. Auf Strafen kann der sensible Hund empfindlich reagieren, weshalb die Erziehung möglichst defensiv zu gestalten ist.

Weil der Zwergschnauzer seinen Stempel als „Kläffer“ hat, solltet ihr ihn schon früh sozialisieren. Außerdem braucht er facettenreichen Außenkontakt, damit er sich an die unterschiedlichen Reize gewöhnt und gelassen darauf reagiert. Der Zwergschnauzer ist ein intelligentes und lernfreudiges Tier, weshalb er Trainingsangeboten sehr offen gegenübersteht. Die Erziehung gestaltet sich deshalb vergleichsweise leicht. Aufgrund seiner leichten Führbarkeit kommt der Zwergschnauzer auch als Ersthund für einen Anfänger in Betracht.

Wie halte ich einen Zwergschnauzer?

Für den Zwergschnauzer gibt es nicht „die“ Haltungsform. Stattdessen fügt er sich flexibel in verschiedene Familien- und Lebensmodelle ein, vorausgesetzt, die Basis stimmt. Zu den Grundvoraussetzungen zählt, dass er ausreichend und abwechslungsreich beschäftigt werden muss und dass er eine qualitative Erziehung erfährt. Der Zwergschnauzer ist ein quirliger Familienhund, der sowohl Kinder als auch andere Artgenossen und Katzen mag, jedenfalls dann, wenn er gut sozialisiert worden ist. Im Umgang mit fremden Menschen hält er sich eher zurück, gegenüber fremden Hunden bauscht er sich gerne auch mal auf. Aufgrund seines Wachhundnatuells neigt er bei Begegnungen mit ungebetenen Gästen zu Gebell. Wenn dieses Verhalten nicht gewollt ist, lässt es jedoch gut verändern oder abtrainieren.

Generell ist der Zwergschnauzer ein gelehriger Hund, der seinen Halter glücklich stellen will. Abgesehen von einer gewissen Eigenwilligkeit, lässt er sich leicht führen, sodass er problemlos in den Alltag seiner Familie integriert werden kann (Beispiel: Anwesenheit im Büro). Der Zwergschnauzer ist ein Hund, der sich mit verschiedenen Unterbringungsarten arrangieren kann. Auch die Wohnungs- und Stadthaltung kommen in Betracht. Allerdings braucht er regelmäßige Beschäftigungsangebote und sollte deshalb nicht lange alleine sein.

Aktivitäten mit dem Zwergschnauzer

Der Zwergschnauzer ist ein aufgeweckter Hund, der sich gerne und viel bewegt. Eine Vorliebe für bestimmte Aktivitäten hat er allerdings nicht. Weil er gelehrig, ausdauernd und wendig ist, sind bei ihm alle Beschäftigungen – vom Hundesport über lange Wanderungen – gleichermaßen gern gesehen. Der Verzicht auf Bewegung missfällt nicht nur dem Hund, sie mindert auch seine Wohnungstauglichkeit. Der Zwergschnauzer muss einen körperlichen Ausgleich haben, damit er sich innerhalb der Wohnung gut benimmt.

Gesundheit und Pflege

Zwergschnauzer aus seriösen Zuchten sind der Regel nach gesund. Trotzdem besteht für folgende Erkrankungen eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit:

  • Augenerkrankungen und -infektionen
  • Epilepsie
  • Knieprobleme
  • Harnsteine

In der Pflege ist der Zwergschnauzer recht anspruchslos, allerdings gibt es eine Besonderheit bei seinem Fell. Das solltet ihr einmal wöchentlich bürsten, im Gesicht kürzen und im Bedarfsfall auf eine einheitliche Länge trimmen. Da der Zwergschnauzer keine tägliche Pflegeroutine braucht, ist der Aufwand, trotz der speziellen Fellpflege, aber immer noch gering. Die grundsätzlichen Pflegetätigkeiten, wie die Kontrolle der Ohren, Krallen und Augen, kommen in regelmäßigen Abständen noch hinzu. Besondere Ansprüche an sein Futter stellt der Zwergschnauzer übrigens nicht.

Interessantes und Wissenswertes

Der Zwergschnauzer ist ein faszinierendes Tier, doch hättet ihr geahnt,

  • dass er die beliebteste Schnauzerrasse ist?
  • dass er allergikerfreundlich ist, weil er sein Fell nicht wechselt und deshalb kaum Haare verliert?
  • dass er zu den Terriern gehört, obwohl er sich nicht wie ein Terrier verhält?
  • dass der Bart eine wichtige Schutzfunktion erfüllt? Wenn der Bart nicht gekämmt wird, wachsen die Haare zu einer undurchdringlichen Schicht zusammen. Das sorgt dafür, dass der Zwergschnauzer an dieser Stelle nicht gebissen wird und sich auch nicht anderweitig verletzen kann.
Ihr habt einen Zwergschnauzer oder wollt euch eine zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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