Dogo Argentino Steckbrief

Die argentinische Dogge im Portrait

Der Dogo Argentino ist eine exotische Rasse aus Südamerika, die ursprünglich zur Jagd auf Wildschweine und Raubkatzen eingesetzt wurde. In Argentinien ist die Rasse heute ein Allround-Gebrauchshund mit einem Stellenwert, wie ihn in Deutschland der Deutsche Schäferhund hat. Hier im Steckbrief erfahrt ihr alles über die Geschichte, das Wesen und die Haltung des Dogo Argentino.

Geschichte des Dogo Argentinos

Der Dogo Argentino wird schon seit vielen Jahrzenten in Argentinien als Gebrauchshund gehalten. Ursprünglich stammt er aus der Provinz Corduba in Zentralargentinien, wo er vorwiegend als Kampfhund gezüchtet wurde. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts legten die Züchter viel Wert auf Mut, Stärke und eine niedrige Reizschwelle. Vorrangig achteten sie aber darauf, dass die Hunde keine Aggressionen gegenüber Menschen zeigen. Die europäischen Hunde waren zu schwach für die Jagd auf Pumas und Panther in Südamerika, weshalb der Züchter Antonio Nores Martinez mit der Zucht eines neuen Jagdhundes begann. Er kreuzte ausgewählte „Cordoba-Kampfhunde“ mit Bulldoggen, Mastiffs und Pointern. So wollte er die Rasse langsam vom Image des Kampfhundes wegbringen und einen Wächter und Jagdhelfer aus ihr machen. Der Hund sollte trotzdem weiterhin wehrhaft, ausdauernd und mutig sein.

Die weiße Farbe sorgte dafür, dass die Dogge bei der Jagd gut zu sehen war und der Jäger sie nicht versehentlich erschoss. Im Jahr 1928 stellte der gleichnamige Sohn des Züchters den ersten einheitliche Rassestandard auf. Nach Europa wurde der Dogo erstmals 1968 eingeführt. Im Jahr 1973 wurde die Rasse durch den FCI anerkannt und in die FCI-Gruppe 2, Sektion 2 „Molossoide“ eingeordnet. Bis heute ist der Dogo Argentino in Deutschland allerdings sehr selten.

Wesen und Charakter

Der Dogo Argentino ist ein von Grund auf offener und freundlicher Hund, der seinen Menschen stark zugewandt und treu ist. Er beschützt seine Familie ohne aggressiv zu werden und ist äußerst kinderlieb. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden neigt er jedoch zu Dominanzgehabe und ist oftmals nicht sehr verträglich. Der ausgeprägte Jagdinstinkt mit Tötungsabsicht bleibt dem Dogo ein Leben lang und geht auch nicht durch gute Erziehung weg. Die argentinische Dogge bellt wenig und verhält sich auf der Jagd schlau und geräuschlos. Er ist außerdem sehr eigenständig und hat einen starken Charakter, was die Erziehung etwas erschwert. Unterwürfiges Verhalten ist ihm fremd, er behält lieber selbst die Kontrolle über die Situation. 

Anschaffung eines Dogo Argentinos

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Der Dogo Argentino ist recht anspruchslos und pflegeleicht, dennoch wird er in einer kleinen Etagenwohnung in einer Großstadt sicher nicht glücklich. Als Familienhund ist der Dogo nur bei erfahrenen Hundemenschen zu empfehlen, da er eine gute Sozialisierung und viel Beschäftigung braucht. Generell solltet ihr euch die Anschaffung der Rasse sehr gut überlegt haben, da sein starker Schutztrieb eine Haltung im dicht besiedelten Deutschland erschwert. Auch beim Spazieren gehen müsst ihr immer mit Anfeindungen und ängstlichen Reaktionen von euren Mitmenschen rechnen. In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen steht der Dogo Argentino sogar auf der Liste der gefährlichen Hunderassen. Die Haltung des Listenhundes ist hier nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Wenn ihr euch sicher seid, dass die argentinische Dogge die richtige Rasse für euch ist, müsst ihr einen seriösen Züchter finden. Für einen gesunden und reinrassigen Welpen solltet ihr bis zu 1200 € einplanen. Die meisten Züchter geben ihre Welpen auch nicht an jeden ab, da ihr mit einem Dogo Argentino eine hohe Verantwortung tragt. Aufgrund der ausschließlich weißen Fellfärbung besteht die Gefahr, dass die Welpen taub auf die Welt kommen. Ihr solltet also stets einen Hörtest fordern. Wenn ihr nicht unbedingt einen Welpen haben wollt, könnt ihr auch im Tierheim vorbei schauen. Oft findet ihr auch hier freundliche Dogos, die in Not geraten sind, und ein neues Zuhause suchen.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Die Erziehung des Dogo Welpen fällt nicht so leicht wie bei manch anderen Rassen. Ihr müsst überaus konsequent sein und dürft dem Vierbeiner schon in jungen Jahren nichts durchgehen lassen. Druck und Härte sind jedoch völlig fehl am Platz, da der Hund sonst ebenso reagiert und eventuell sogar aggressiv wird. Um seine Verträglichkeit mit anderen Hunden zu verbessern, solltet ihr eine Hundeschule besuchen. Aufgrund seiner ausgeprägten Dominanz neigt der Dogo Argentino nämlich zu Machtkämpfen mit anderen Hunden und Menschen. Ihr solltet auch darauf achten, dass der Dogo sich stark auf eine Person fixiert und nur diese als Rudelführer akzeptiert. Generell ist der Dogo Argentino ein Spätentwickler, der erst mit rund drei Jahren geistig ausgereift ist. Das solltet ihr bei der Erziehung beachten und ihm auch mal mehr Zeit einräumen.

Wie halte ich einen Dogo Argentino?

Aktivitäten mit dem Dogo Argentino

Der Dogo Argentino ist ein athletischer und bewegungsfreudiger Jagdhund, der sich nicht mit ein paar kleinen Spaziergängen zufrieden gibt. Er hat einen außerordentlich feinen Geruchssinn und eignet sich hervorragend zum Fährtenhund. Bei Suchspielen und Nasenarbeit ist er leidenschaftlich bei der Sache und lässt sich nicht leicht ablenken. Außerdem lässt er sich dank seiner Wendigkeit für alle anderen sportlichen Aktivitäten wie Fahrrad fahren, Joggen oder Agility begeistern. Wer seinen Hund unterfordert, hat früher oder später mit Verhaltensauffälligkeiten zu kämpfen. Da die Hunde sehr muskulös und teilweise auch übermütig und ungestüm sind, kann das schnell gefährlich werden.

Gesundheit und Pflege

Generell ist die Pflege der argentinischen Hunderasse nicht sehr anspruchsvoll. Das kurze, weiße Fell kann ganz einfach mit gelegentlichem Bürsten von Schmutz und losen, abgestorbenen Haaren befreit werden. Im Ernstfall hilft ein pH-neutrales Shampoo starke Verschmutzungen aus dem weißen Fell zu entfernen. Der Dogo gilt als ein robuster und nicht sehr krankheitsanfälliger Hund. Schlechtes Wetter kann ihm trotz des kurzen Fells nichts anhaben und die Lebenserwartung von 10 bis 13 Jahren ist für einen Hund dieser Größe recht hoch.

Interessantes und Wissenswertes

In Europa gibt es wenig berühmte Vertreter der Rasse. In ihrem Heimatland gibt es aber sogar einige Hunde, die zu wahren Legenden geworden sind. Ein beliebter Dogo Argentino namens Bombón spielt im Film „El Perro“ eine große Rolle. Der Film spielt in Patagonien und erzählt die Geschichte von einem arbeitslosen Mann, der durch seinen Hund den Sinn des Lebens wiederfindet.

Ihr findet den Dogo Argentino auch so spannend oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir mehr in den Kommentaren! 

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Alle Kommentare (1)

Ramona Pasemann
27.05.2020 12:29 Uhr

Hallo, bis vor zwei Wochen hatte ich meine Hexe, eine Dogo Argentino Boxer Mix Dame. Mein absoluter Sonnenschein. Ich hatte Sie aus zweiter Hand mit drei Jahren übernommen. Damals war Sie ein,, Welpe ". Denn Sie hatte keine eigene Leine, kannte kein Gassi, kein draußen, akzeptierte keine anderen Hunderunde bekam leider mit 18 Monaten schon ihre ersten Jungen.
Wir waren nie in einer Hundeschule und eine Leckerlie-Erziehung nicht meins. Mit ganz viel Konsequenz und Liebe habe ich es geschafft Sie zu resozialisieren, d.h. wir haben irgendwann Hundebesuch zu Hause empfangen, Luna ihre erste Freundin durfe sogar an ihr Spielzeug und den Napf nachlecken. Wenn wir Gassi waren, täglich 1-2 Std. über Felder, lief Hexe ohne Leine und kam beim ersten Rückruf zurück. Auch das Anleinen, bevor es wieder auf Asphalt ging, verlief stressfrei, Sie blieb einfach stehen. Auch mein Papagei durfe auf ihr reiten, wenn Sie beide tagsüber alleine waren, warteten sie zusammen in einem Raum auf mich. Auch Kindern gegenüber, äußerst fein und freundlich, auch wenn die Kinder fremd waren oder laut. Selbst das betteln konnte ich einschränken mit: sollst du betteln? Und Hexe ging sich schämend auf ihren Platz. Ja, wachsam war Sie, mich nie aus dem Auge gelassen, hat auch immer aufgepasst, auf alle. Und Sie hat nichts von Fremden genommen bzw. was auf dem Boden lag. Abends war auch leise bellen, also knurren angesagt, wegen der Nachbarn.
Ich kann nur bestätigen, daß Dogo Argentino eine sehr tolle Rasse ist und man sehr gut mit ihnen arbeiten kann. Ich habe mich aber immer gefragt, wo ist da eigentlich der Kampfhund? Sie hat nie gebissen und sie hat nie jemanden angefallen oder sonstige Aggressionen gezeigt. Wenn es ihr zu viel Trubel war, ging sie einfach ins andere Zimmer oder nach draußen. Und Sie liebte sogar laute Musik, dann legte sie sich sogar vor die Boxen.
Diese Rasse sollte von der Gesellschaft eine Chance bekommen, es wird ja keiner böse geboren. Wenn man mit Liebe konsequent mit ihnen arbeitet sind diese Hunde ganz treue Familienmitglieder und keine bösen Kampfhund.

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