Bordeaux Dogge Steckbrief

Der französische Wachhund im Portrait

Die Bordeaux Dogge ist ein beliebter Molosser aus Frankreich. Er dient heute nicht nur in seiner Heimat als beliebter Wachhund. Im Steckbrief bekommt ihr Informationen zur Geschichte, Haltung und Pflege der gelassenen Hunde.

Geschichte der Bordeaux Dogge

Schwere und große Molosser sind seit tausenden von Jahren in Europa anzutreffen. Sie dienten schon in der Antike als Kriegshunde. Die Franzosen nutzen im 14. Jahrhundert die Vorfahren der Bordeaux Dogge, die sogenannten Alanerhunde, als Jagdhunde auf großes und wehrhaftes Wild. Ihre Aufgabe war es, Wildschweine zu packen und zu halten bis der Jäger das Tier mit einem Speer töten konnte. Diese Aufgabe fiel auch den später gezüchteten Bordeaux Doggen zu. Da die Hunde außerdem als Wachhunde der Metzger in Bordeaux zu finden waren, nannte man sie „Dogue de Bordeaux“. Zeitweise traten die wehrhaften Hunde auch bei Hundekämpfen auf. Damals waren sie allerdings noch nicht so schwerfällig, groß und faltig wie heute. Der Rüde „Bataille“, den Züchter 1883 in Paris ausstellten, hatte einen faltenfreien Kopf mit schwarzer Maske.

Die Deutschen gründeten im Jahre 1908 den ersten Bordeaux Doggen Club. Im Laufe der Weltkriege verschwanden die Hunde jedoch fast. Zur Wiederbelebung der Rasse kreuzten Züchter kurzhaarige Bernhardiner ein. Seit den 1960er Jahren wurden die Doggen leider immer extremer und in nur einer Farbe gezüchtet. Diese Entwicklung resultierte in einer traurigen Verminderung der Lebenserwartung. Heute verwenden die Menschen die großen Doggen in erster Linie als Wach- und Schutzhunde. Der FCI Dachverband zählt sie zur Gruppe 2 „Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde“ in die Sektion 2.1 „Doggenartige Hunde“.

Wesen und Charakter

Das Wesen einer Bordeaux Dogge lässt sich am besten mit dem Worten „ruhig, gelassen und ehrlich“ beschreiben. Als ehemalige Jagdhunde haben sich die französischen Mastiffs auch Mut, Ausdauer und Kraft bewahrt. Die Hunde haben eine hohe Reizschwelle und Hektik ist ihnen ebenso fremd wie Aggression. Sie sind ihren Menschen gegenüber treu, liebevoll und anhänglich. Kindern begegnen sie geduldig und die Gewöhnung an andere Haustiere ist meist kein Problem. Die selbstsicheren Wachhunde neigen außerdem nicht zu ÜberreaktionenWenn sie jedoch Gefahr für ihre Halter oder ihr Zuhause wittern, kann das ruhige Wesen urplötzlich umschlagen. Mit ihrem feinen Gespür können sie problemlos zwischen Spaß und Ernst unterscheiden. Fremden Hunden gegenüber sind sie teilweise abweisend und dominant.

Aussehen der Bordeaux Dogge

Die Bordeaux Dogge ist ein kräftiger und muskulöser Hund mit stämmigem und imposantem Körperbau. Ein ausgewachsener Rüde kann eine Widerristhöhe von bis zu 68 Zentimetern erreichen und sollte mindestens 50 Kilo wiegen. Hündinnen sind etwas kleiner und leichter. Die muskulösen Beine enden in kräftigen Pfoten. Der Hals ist muskulös und trägt viel lose Haut. Die Rute hat einen dicken Ansatz und die Spitze sollte bis zum Sprunggelenk reichen. Der Kopf ist kantig mit kurzem Fang und kleinen Ohren. Charakteristisch sind eine symmetrische Befaltung des Fangs und lockere Lefzen. Das kurze Fell der Doggen ist dünn und weich. Es ist einfarbig in allen Abstufungen der Falbfarbe von Mahagoni über Goldenrehbraun bis Isabell. Einzelne weiße Flecken an den Enden der Gliedmaßen und an der Brust sind erlaubt. Einige Vertreter der Rasse haben zudem eine schwarze oder braune Maske.

Erziehung des Welpen

Allein aufgrund der imposanten Größe und des Gewichts ist eine gute Erziehung der Bordeaux Dogge unverzichtbar. Besonders junge Hunde können ihre Kraft noch nicht kontrollieren und ihr müsst sie in die richtigen Bahnen lenken. Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund ist dabei sehr wichtig, weil die Hunde sensibel auf Druck und Härte reagieren. Besser lassen sie sich mit Verständnis und Konsequenz erziehen. Das Stichwort für eine erfolgreiche Erziehung lautet Geduld. Die gemütlichen Hunde zeigen keinen großen Arbeitseifer und überdenken neue Kommandos gern. Für eine erfolgreiche Sozialisierung empfiehlt sich der Besuch einer Hundeschule. Hier kann der Welpe Kontakte zu Artgenossen knüpfen. Außerdem erhaltet ihr meist gute Tipps zur Erziehung.

Aktivitäten mit der Bordeaux Dogge

Die Bordeaux Dogge ist ein gemütlicher Hund, der aufgrund seiner Masse keinen extremen Sport treiben sollte. Tägliche Spaziergänge im Freien bereiten ihr jedoch eine große Freude. Die treuen Hunde neigen nicht zum Streunen und haben keinen ausgeprägten Jagdtrieb. Spaziergänge sind daher gut ohne Leine möglich, wenn es erlaubt ist. Wie jeder Hund hat auch die gemütliche Dogge ihre „wilden fünf Minuten“. Die trägen Hunde laufen zu echter Höchstform auf und toben übermütig herum. Anschließend kehren sie erschöpft zu Herrchen oder Frauchen zurück, um sich streicheln zu lassen.

Übrigens: Tolle Beschäftigungs-Tipps für euren Hund findet ihr im Magazin.

Gesundheit und Pflege

Das kurze und weiche Fell der Bordeaux Dogge ist pflegeleicht. Es reicht, wenn ihr ab und zu lose Haare abstreift. Leider ist die französische Dogge keine besonders gesunde Rasse und die Lebenserwartung mit sechs bis acht Jahren sehr niedrig. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Hund nicht körperlich zu überlasten. Außerdem solltet ihr Übergewicht vermeiden. Die tiefen Falten am Kopf neigen zu Entzündungen und sollten daher regelmäßig kontrolliert werden. Aufgrund ihres Gewichts sollte die Dogge im Welpenalter keine Treppen steigen. Wie viele Riesenrassen neigt der französische Mastiff zur Hüftdysplasie und Gelenkproblemen. Mit einer ausgewogenen Ernährung und liebevoller Pflege könnt ihr dafür sorgen, dass der Hund sich sein Leben lang wohl fühlt.

Passt die Bordeaux Dogge zu mir?

Allein ihre Größe macht die Bordeaux Dogge zu einem etwas komplizierteren Hund. Bevor ihr euch einen Vertreter der Rasse zulegt, solltet ihr bedenken, ob ihr genügend Platz habt. Ideal wäre ein großes Haus, in dem der Hund keine Treppen steigen muss. Seinen Wachtrieb sollte der gewissenhafte Hund zudem in einem großen Garten ausleben. Den meisten Doggen ist leider ein recht kurzes Hundeleben vergönnt. Doch in diesen etwa sechs bis acht Jahren tragt ihr die volle Verantwortung für das Tier. Vor dem Kauf solltet ihr schon ein paar Erfahrungen mit dem Thema Hundeerziehung mitbringen. Außerdem wäre es gut, wenn ihr dem großen Hund körperlich gewachsen seid und souverän auftretet. Als Doggen-Halter solltet ihr zudem nicht pingelig in Bezug auf Sauberkeit sein. Die Hunde neigen zum Sabbern und ihr findet häufig Speichelreste auf Kleidung und Möbeln.

Da die Bordeaux Dogge gesundheitlich anfällig ist, solltet ihr euren Züchter mit Bedacht wählen. Ein seriöser Züchter klärt euch über mögliche Erbkrankheiten auf und lässt seine Welpen vorab untersuchen. Idealerweise ist er dem Club für Molosser e.V. angeschlossen und hat Erfahrungen mit der Zucht. Der Preis für einen reinrassigen und tierärztlich untersuchten Welpen ist mit circa 1.500 bis 2.500 Euro nicht sehr niedrig. Das Geld ist jedoch gut investiert, wenn ihr im weiteren Leben des Hundes nicht ständig den Tierarzt aufsuchen möchtet. Achtet außerdem darauf, dass die Elterntiere nicht zu schwer und faltig sind.

Interessantes und Wissenswertes

  • Außerhalb von Frankreich erlangte die Rasse durch den Film „Scott und Huutsch“ mit Tom Hanks erste Bekanntheit.
  • In einigen deutschen Bundesländern gilt die Dogue de Bordeaux als Listenhund. In Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Hamburg dürft ihr sie nur unter besonderen Auflagen halten.
Ihr habt eine Bordeaux Dogge oder wollt euch eine zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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