Riesenschnauzer Steckbrief

Der zuverlässige Diensthund im Portrait

Das dunkle Fell, der grimmige Blick und der buschige Bart machen den Riesenschnauzer unverwechselbar. Die klugen Diensthunde aus Deutschland erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Was den zuverlässigen Schnauzer ausmacht, erfahrt ihr hier im Steckbrief.

Geschichte des Riesenschnauzers

Der Riesenschnauzer gehört zu den ursprünglichen Kutschenhunden, die im Mittelalter fahrende Händler in ganz Mitteleuropa begleiteten. Die großen Vertreter der Rasse dienten zudem, vor allem in Süddeutschland, als Hirten- und Treibhunde. Aufgrund ihres „abschreckenden“ Aussehens nutzen Kutscher sie außerdem als Wachhunde für Brauereikutschen. Sie waren deshalb auch unter dem Namen „Bierschnauzer“ oder „Rußiger Bärenschnauzer“ bekannt. Die erste Ausstellung der Rasse fand im Jahr 1909 in München statt. Die offizielle Anerkennung erfolgte 1913.

Die zuverlässigen Hunde leisteten im ersten Weltkrieg gute Dienste als Militärhunde. Deshalb erkannte man sie im Jahr 1924 als Diensthunderasse an. Seitdem setzen viele Behörden den ausdauernden Hund erfolgreich als Polizei- und Rettungshund ein. Heute gibt es drei verschiedene Größen des Schnauzers, die als eigene Rassen gelten. Der Standard unterscheidet den Riesen-, Mittel- und Zwergschnauzer. Der FCI ordnet den Schnauzer in die Gruppe 2 „Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde“ in die Sektion 1.2 „Schnauzer“ ein.

Wesen und Charakter

Der Riesenschnauzer ist ein treuer und anhänglicher Hund mit einer hohen Intelligenz. Als pflichtbewusster Wachhund begegnet er Fremden abweisend bis misstrauisch und selbstsicher. Er ist seinem Besitzer gegenüber jedoch loyal und schützt ihn und seine Familie mit vollem Einsatz. Die lernwilligen Schnauzer lassen sich gut ausbilden und sind sehr belastbar. Mit einer guten Erziehung erhaltet ihr einen gehorsamen und einfühlsamen Partner fürs Leben. Die großen Hunde gelten in der Familie als extrem anhänglich und verschmust. Sie zeigen sich kinderfreundlich, sind für kleine Kinder jedoch zu ungestüm und kräftig.

Aussehen des Riesenschnauzers

Der Riesenschnauzer erreicht mit einer Widerristhöhe von 60 bis 70 Zentimetern eine beträchtliche Größe. Sein gesamtes Erscheinungsbild ist kräftig und imposant. Die Rute ist säbel- oder sichelförmig und zeigt nach oben. Die Klappohren sind hoch angesetzt und liegen an der Wange an. Das mittellange Deckhaar ist drahtig und hart, wobei die Unterwolle weich ist. Typischerweise bildet das Fell am Fang einen charakteristischen Bart und über den Augen buschige Brauen. Die meisten Vertreter der Rasse sind reinschwarz. Die einzig andere, erlaubte Farbe ist pfeffersalzfarbig.

Erziehung des Welpen

Die Erziehung des Riesenschnauzer Welpen ist keine einfache Aufgabe. Die Hunde sind sogenannte Spätentwickler und gelten erst ab ungefähr 2,5 Jahren als ausgewachsen. Sie behalten daher lange ein verspieltes und jugendliches Wesen. Aufgrund ihrer hohen Leistungsbereitschaft und Lernfähigkeit könnt ihr eurem Schnauzer so gut wie alles beibringen. Ihr temperamentvolles Wesen in den Griff zu bekommen, ist besonders für Anfänger schwierig. Das Wichtigste ist, den Hunden schon im Welpenalter beizubringen, dass es auch Ruhephasen gibt. Andernfalls bekommt ihr einen hyperaktiven und ausdauernden Hund, der eine Vollzeitbeschäftigung braucht. Ebenso wichtig ist eine gute Sozialisierung, bei der der Hund lernt, dass nicht jeder Mensch außerhalb seines „Rudels“ ein Feind ist. Besonders junge Rüden neigen, ohne frühen Kontakt zu anderen Welpen, zu Machtgehabe. Daher ist der Besuch einer Welpenschule empfehlenswert.

Aktivitäten mit dem Riesenschnauzer

Der Riesenschnauzer strotzt vor Energie und kann eine beeindruckende Ausdauer nachweisen. Aus diesem Grund ist eine professionelle Auslastung für die leistungsfähigen Hunde ein Muss. Sie sind nicht ohne Grund traditionelle Dienst- und Schutzhunde. Die Schnauzer haben ein vielfältiges Einsatzgebiet und können sowohl als Sprengstoff- und Rauschgiftsuchhund als auch als Rettungshund arbeiten. Einige besonders zuverlässige Vertreter der Rasse lassen sich sogar zum Blindenhund ausbilden. Wenn ihr nicht vor habt, euren Schnauzer zum Diensthund auszubilden, braucht er eine alternative Beschäftigung. Er braucht ein hohes Maß an Bewegung und ist für jede sportliche Aktivität zu haben. Ob als ausdauernder Läufer beim Joggen, neben dem Fahrrad oder als Zughund vor dem Schlitten – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Sie lassen sich auch für Hundesportarten Agility, Fährtenarbeit oder Mantrailing begeistern.

Übrigens: Tolle Beschäftigungs-Tipps für euren Hund findet ihr im Magazin.

Gesundheit und Pflege

Das drahtige Fell des Riesenschnauzers ist pflegeleicht. Da die Rasse nicht haart, bleibt eure Wohnung weitgehend frei von Haaren. Dafür müsst ihr den Hund aber alle paar Monate vorsichtig trimmen, um tote Haare zu entfernen. Mit etwas Übung müsst ihr dazu nicht zum Hundfriseur gehen und könnt es selbst erledigen. Auch seinen langen Bart und die Brauen solltet ihr wenn nötig kürzen. Wie alle großen Hunderassen neigt der Schnauzer erblich bedingt zu Hüftdysplasie, weshalb ihr große Anstrengungen im Welpenalter vermeiden solltet. Sonst gilt die Rasse als eher robust und pflegeleicht. Besonders beim Futter sind die Hunde nicht sehr anspruchsvoll. Dennoch solltet ihr natürlich auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung wert legen.

Passt der Riesenschnauzer zu mir?

Bevor ihr euch einen Vertreter der Rasse zulegt, solltet ihr sicher stellen, dass ihr genügend Zeit für ihn habt. Das Schlimmste, was dem Hund nämlich passieren kann, ist Langeweile. Tägliche sportliche Betätigung und idealerweise eine Nutzung als Diensthund sind beim Schnauzer wichtig. Für eine kleine Wohnung eignet sich der große, stürmische Hund nicht. Idealerweise wohnt ihr daher auf dem Land in einem Haus mit großem Garten. Insgesamt passt der Schnauzer am besten zu sportlichen und kreativen Menschen, die ihm viel Beschäftigung und Zuneigung geben können.

Wenn ihr euch für die Rasse entschieden habt, solltet ihr einen seriösen Züchter in der Umgebung aufsuchen. Er sollte dem Pinscher-Schnauzer-Klub e.V. zugehören und Erfahrungen in der Zucht aufweisen. Lasst euch auch die Elterntiere zeigen und lernt euren Welpen vor dem Kauf gut kennen. Der Preis für einen gesunden und reinrassigen Riesenschnauzer Welpen liegt zwischen 950 € und 1300€.

Interessantes und Wissenswertes

  • Laut Rassestandard dürfen schwarze und pfeffersalzfarbene Schnauzer nicht verpaart werden.
  • Leider ist es beim Schnauzer weit verbreitet, den Welpen direkt nach der Geburt die Ohren und die Rute zu kupieren. Das Kupieren sowie die Einfuhr kupierter Tiere ist mittlerweile jedoch schon seit 30 Jahren in Deutschland verboten.
  • Aufgrund ihres beeindruckenden Aussehens geben die schwarzen Hunde tolle Fotomotive ab. Nicht ohne Grund hat die Schnauzer-Dame Izzy aus dem US-Bundesstaat Michigan auf Instagram über 12.000 treue Follower. Ihr könnt die Hündin in Form von Fotos auf ihren täglichen Abenteuern begleiten.

Ihr habt einen Riesenschnauzer oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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