Bearded Collie Steckbrief

Der schottische Hütehund im Portrait

Der Bearded Collie ist ein beliebter Familienhund aus dem schottischen Hochland. Die fröhliche Art und die hohe Intelligenz machen ihn zu einem tollen Partner. Erfahrt hier im Steckbrief alles über die Geschichte, das Wesen und die Haltung der Hütehunde.

Geschichte des Bearded Collies

Die Herkunft des Bearded Collies ist nicht genau überliefert. Sicher ist, dass die direkten Vorfahren alte Hütehunde aus dem schottischen Hochland sind. Der Name „Bearded“ (bärtiger) Collie leitet sich vom markanten Bart der Tiere ab. Die Bezeichnung „Collie“ stammt von der gleichnamigen, schottischen Schafrasse. Im Gegensatz zum Border Collie hatte der Beardie komplexere Hüteaufgaben, wie das eigenständige Treiben von Rinderherden aus den Bergen. Die Hütehunde schienen dabei äußerst zuverlässig gewesen zu sein. Erzählungen zufolge trieben einige sogar das Vieh vom Markt in London allein nach Schottland zurück. Sie waren zu dieser Zeit als Highland, Hairy Mou’ed oder Mountain Collie bekannt.

Während der beiden Weltkriege verringerte sich die Zahl der Hunde drastisch. Im Gegensatz zum weltweit bekannten Langhaarcollie geriet der Beardie in Vergessenheit. Erst im Jahr 1944 entdeckte die Züchterin Mrs. G.O. Willison die Rasse zufällig wieder. Sie hatte einen Sheltie-Welpen bestellt, doch sie erhielt eine vermeintliche Mischlingshündin. Diese entpuppte sich schließlich als Bearded Collie. Begeistert von der liebenswerten Art ihrer Hündin, begann sie eine Zucht aufzubauen. Sie rettete die längst vergessene Rasse vor dem Aussterben. Seitdem ist der Beardie jedoch in erster Linie ein Begleithund für Familien. Im Jahr 1967 erkannte die FCI die Rasse offiziell an. Sie zählt zur Gruppe 1 „Hütehunde und Treibhunde“ in die Sektion 1 „Schäferhunde“.

Wesen und Charakter

Der Bearded Collie ist ein temperamentvoller und lebhafter Familienhund. Der aufmerksame Arbeitshund zeigt keinerlei Aggressivität oder Nervosität. Er ist freundlich und besticht mit einer ungebremsten Fröhlichkeit. Zu seiner Familie baut der anhängliche Hund eine enge Bindung auf. Er hat außerdem einen ausgeprägten Spieltrieb und versteht sich gut mit Kindern. Anderen Haustieren und Hunden begegnet er ohne Probleme. Fremden Menschen gegenüber sind die selbstsicheren Hunde jedoch misstrauisch und wachsam. Die intelligenten und sensiblen Beardies beobachten ihre Umgebung aufmerksam und können Situationen gut einschätzen. Laute Geräusche jagen den sensiblen Hunden Angst ein.

Aussehen des Bearded Collies

Der Bearded Collie ist ein kräftiger und eleganter Hund mit dichtem, langem Fell. Er hat einen geraden Rücken, der in einer tief angesetzten Rute endet. Die Beine der ehemaligen Hütehunde sind gerade und kräftig. Der Kopf wirkt quadratisch und die großen Augen stehen weit auseinander. Die hängenden Ohren sind mittelgroß und können sich bei Aufmerksamkeit leicht anheben. Das dichte und zottige Haarkleid ist entweder glatt oder leicht gewellt. An den Wangen und am Kinn ist das Deckhaar etwas länger und bildet den typischen Bart. Bei einigen Vertretern der Rasse hängt das lange Fell über die Augen. Die weiche Unterwolle ist pelzig. Als Farben sind Schwarz, Blau, Schiefergrau, rötliche Falbfarben, Braun, Sandfarben sowie in allen Schattierungen von Grau erlaubt. Einige Hunde haben weiße oder leicht lohfarbene Abzeichen.

Erziehung des Welpen

Die Beardies sind sensible Hunde, die eine ruhige und sanfte Erziehung benötigen. Vor Aggression schrecken sie zurück und reagieren trotzig. Konsequenz und Geduld führen bei den zotteligen Vierbeinern schnell zum gewünschten Erfolg. Die offenen Hunde arbeiten gerne mit ihrem Menschen zusammen und lernen mit Freude neue Kommandos. Wer die Erziehung des Beardies auf ein professionelles Level anheben möchte, kann an einem Hütetraining oder Working Test teilnehmen. Dabei muss der Hund Aufgaben bestehen und seine Fähigkeiten im Alltag unter Beweis stellen. Wer diesen Test mit seinem Hund erfolgreich absolviert hat, erhält einen treuen Begleiter in jeder Situation.

Aktivitäten mit dem Bearded Collie

Der Beardie ist ein aktiver Hund, der sich für jede sportliche Betätigung begeistert. Egal ob lange Spaziergänge oder herausfordernder Hundesport – die Hunde lieben es sich zu bewegen. Sie sind zwar keine hyperaktiven Arbeitshunde, benötigen jedoch eine abwechslungsreiche Beschäftigung. Sie kommen mit jedem Wetter zurecht und wollen auch bei Regen und Sturm ihre täglichen Spaziergänge. Gerne begleitet der Vierbeiner seine Halter auch beim Joggen, Radfahren oder Wandern. Beim Agility laufen viele Vertreter der Rasse zu absoluter Höchstform auf. Natürlich lassen sich die Hunde nach wie vor als Hütehunde einsetzen. Mit genügend Beschäftigung ist der Collie ein ausgeglichener und ruhiger Mitbewohner. Genauso wichtig sind aber auch tägliche Ruhepausen und Streicheleinheiten.

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Gesundheit und Pflege

Das lange und zottige Fell des Beardies erfordert intensive Pflege. Besonders nach Spaziergängen im Wald solltet ihr es intensiv nach Schmutz und Zecken absuchen. Außerdem ist es empfehlenswert den Hund regelmäßig zu bürsten. Wenn ihr damit schon im Welpenalter anfangt, wird er die zusätzlichen Streicheleinheiten genießen. Einige Hunde leiden unter der enormen Länge ihres Fells. Besonders das zu üppige Fell im Kopfbereich erschwert ihnen das Sehen. Beim Spaziergang solltet ihr die Haare daher zu einem Zopf binden. Gesundheitlich sind die Hunde sonst sehr zäh. Vereinzelt treten Augen- und Ohrenprobleme auf. Verbreitete Erbkrankheiten sind hingegen nicht bekannt.

Passt der Bearded Collie zu mir?

Der Bearded Collie ist ein fröhlicher und anhänglicher Hund, der viel Bewegung braucht. Besonders wichtig ist daher, dass ihr genügend Zeit für den Vierbeiner habt. Auch die Pflege des langen Fells ist nicht zu unterschätzen. Eure Freizeit besteht mit einem Beardie also hauptsächlich aus Spaziergängen, Aktivitäten, Besuchen des Hundeplatzes und Schmuseeinheiten. Ideal ist der Hund bei einer aktiven Familie aufgehoben, die ihn in täglich wechselnde Aktivitäten einbindet. Mit einer konsequenten Erziehung bekommt ihr mit dem Beardie einen lebensfrohen und treuen Begleiter fürs Leben.

Wenn ihr euch für einen Welpen interessiert, könnt ihr euch nach einem Züchter in der Nähe umsehen. Idealerweise ist er dem Bearded Collie Club e.V. angeschlossen. Wichtig ist, dass der ausgewählte Züchter auf die Gesundheit seiner Tiere achtet. Er sollte nicht nach rein äußerlichen Merkmalen züchten. Für einen reinrassigen Welpen gebt ihr zwischen 1000 und 1400 Euro aus. Alternativ könnt ihr euch im Tierheim umsehen. Auch das Projekt „Beardie in Not“ hilft euch bei der Suche. Hier bekommt ihr liebe Hunde, die von ihren Besitzern abgegeben wurden.

Interessantes und Wissenswertes

  • Viele verwechseln den Bearded Collie mit dem Bobtail. Sie sind jedoch eigenständige Hunderassen.
  • Durch ihre freundliche Art und den großen Arbeitseifer sind die Beardies tolle Filmhunde. Berühmt wurde die Rasse in der Disney-Komödie „Shaggy Dog – Hör mal wer das bellt“ aus dem Jahr 2006. Hier verwandelt sich Hauptfigur und Familienvater Dave in einen Bearded Collie. Er sieht die Welt nun aus einer neuen Perspektive.


Ihr habt einen Bearded Collie oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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