Appenzeller Sennenhund Steckbrief

Der aktive Riese im Portrait

Der energiegeladene Appenzeller Sennenhund hat sich im Laufe seiner Geschichte vom ehemaligen Hüte- und Bauernhund zum beliebten Familienhund aufgeschwungen. Alles Wissenswerte rund um die Hunderasse Appenzeller erfahrt ihr im Folgenden.

Geschichte des Appenzeller Sennenhund

Der Appenzeller Hund kommt, wie sein Name schon verrät, aus dem Appenzeller Land der Schweiz. Dort wurde er primär von Bauern und Hirten als Arbeitshund gehalten. Er bewachte Haus und Hof genauso zuverlässig, wie er das Vieh hütete und zusammentrieb. Vermutlich kommt der Appenzeller ursprünglich von noch weiter her. Seine Vorfahren könnten einer Theorie zufolge Kriegshunde der Römer gewesen sein, die diese bei ihren Feldzügen über die Alpen mit in die Schweiz brachten.

Gezüchtet wurde das geschätzte Arbeitstier zuerst nur von den Bauern. Für den Aufbau einer Rasse machte sich dann der Forstmeister Max Sieber Ende des 19. Jahrhundert stark, indem er bei der Schweizerischen kynologischen Gesellschaft Rassekennzeichen für den Appenzeller Sennenhund einbrachte. Eine gezielte Züchtung erfolgte erstmals 1898 im Kanton Appenzellerland auf Initiative des Kynologen und Geologen Prof. Albert Heim aus Zürich. Im Jahre 1914 definierte Heim den ersten Rassestandard und seit 1954 ist der Appenzeller Sennenhund eine von der FCI anerkannte Hunderasse. Er wird unter der Nummer 46, in der FCI-Gruppe 2 ″Pinscher und Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde″, Sektion 3 ″Schweizer Sennenhunde″ geführt. Zu seinen Verwandten zählen die ebenfalls zur Sektion 3 gehörenden Schweizer Sennenhunde ″Berner Sennenhund″ und „Entlebucher Sennenhund″.

Aussehen des Appenzeller Sennenhund

Der Vierbeiner besitzt eine muskulöse, nahezu quadratische Statur. Mit der Appenzeller Sennenhund Größe gehört er zu den mittelgroßen Rassen. Von der Färbung her ähnelt der Appenzeller seinem Verwandten, dem Berner Sennenhund. Sein pflegeleichtes, schwarz glänzendes, manchmal auch havanabraunes, Kurzhaarfell ist mit symmetrisch angeordneten braunroten und weißen Abzeichen versehen. So zieren den dreifarbigen Appenzeller Hund zum Beispiel eine weiße Brust, Blesse und Schwanzspitze, ein weißer Halsring, Fang und weiße Pfoten. Das Braunrot sieht man über seinen mandelförmigen, dunklen Augen, an den Läufen und Backen. Rassetypisch trägt er seine dicht behaarte Rute wie zu einem Posthorn geringelt über seinem Rücken.

Appenzeller Sennenhund Wesen und Charakter

Appenzeller Sennenhunde mussten als Arbeitstiere schnell und ausdauernd sein, um ihren Job als Bauern- und Hütehund gewissenhaft ausüben zu können. Daher sind die Vierbeiner auch heute noch kraftvolle Energiebündel, die viel Bewegung und sinnvolle Beschäftigung brauchen. Aufgrund des Appenzeller Sennenhund Charakter und seiner ausgeprägten Lernfähigkeit werden seine Dienste gerne als Rettungs-, Lawinensuch- und Blindenhund in Anspruch genommen. Da er sehr wachsam, mutig und bellfreudig ist, eignet sich die Fellnase auch als hervorragender, unbestechlicher Wach- und Schutzhund. Der selbstbewusste, furchtlose Vierbeiner ist stets bereit, sein Rudel zu verteidigen.

Der Appenzeller kann sehr wohl zwischen Freund und Feind unterscheiden. Gegenüber Fremden verhält sich die Fellnase eher misstrauisch, aber keinesfalls aggressiv. Des Weiteren weiß der intelligente, treue Gefährte Situationen, Gestik und Mimik von Menschen sehr schnell einzuschätzen und darauf in Windeseile zu reagieren. Das macht ihn gerade für Blinde zum idealen Begleithund. Aber auch Familien schätzen sein freundliches, treues Wesen. Der Appenzeller Sennenhund ist anhänglich, verschmust und am glücklichsten, wenn er Teil des aktiven Familienrudels sein darf. Insbesondere Kinder profitieren von seiner unermüdlichen Freude am Toben und Spielen. Ebenso kommt der Appenzeller gut mit anderen Haustieren zurecht.

Anschaffung eines Appenzeller Sennenhund

Appenzeller Sennenhund Zucht

Der Vierbeiner wird nur sehr wenig reinrassig gezüchtet mit einer sehr kleinen Zahl brauchbarer Zuchttiere. Der Appenzeller ist daher nahezu vom Aussterben bedroht. Bei seriösen Züchtern steht nicht der Profit, sondern das Wohl seiner Tiere im Vordergrund. So tragen verantwortungsbewusste Züchter Sorge dafür, dass nur gesunde Hunde zur Zucht verwendet werden, damit sich keine Erbkrankheiten in der Rasse manifestieren. Deshalb werden Elterntiere und deren Welpen gründlich medizinisch auf rassetypische Krankheiten untersucht. Zudem herrschen strikte Zuchtrichtlinien.

Appenzeller Sennenhund Preis

Der Preis für einen Appenzeller Hund beträgt bei seriösen Züchtern zwischen 1.000 und 1.200 Euro. Dieser Anschaffungspreis ist durchaus gerechtfertigt, da die Züchter enorme Kosten tragen. So zum Beispiel für Futter, Impfungen, medizinische Untersuchungen, Entwurmungen, Chippen, das Decken der Hündin und die Verbandsmitgliedschaft.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Ihr solltet nur bei einem Züchter kaufen, der Mitglied in einem Zuchtverband ist. Des Weiteren sollte der Züchter erlauben, dass ihr euch die Welpen mit der Mutter in dem Umfeld, in dem sie gehalten werden, vor dem Kauf anseht. Wichtig ist, dass sie in einem ordentlichen, sauberen Umfeld liebevoll großgezogen werden. Der Züchter sollte euch auch viele Fragen stellen, damit er sichergeht, dass sein Welpe ein gutes neues Zuhause finden wird. Sollte er euch den Welpen möglichst schnell ohne viele Fragen und dann auch noch billig verkaufen wollen, lasst ihr am besten die Finger davon. Denn dies zeugt nicht von einem seriösen Züchter.

Appenzeller Sennenhund Tierheim

Solltet ihr wegen der Seltenheit der Rasse keinen reinrassigen Appenzeller Hund bekommen oder nicht so viel Geld ausgeben wollen, könnt ihr auch mal im Tierheim nachfragen, ob sie einen ähnlichen Hund beherbergen. Jede Seele im Tierheim ist dankbar, wenn sie ein neues, liebevolles Zuhause findet.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Die temperamentvollen Appenzeller Sennenhund-Welpen benötigen eine liebevolle, geduldige, konsequente Erziehung, die nicht unbedingt für ″Hunde-Anfänger″ geeignet ist. Es gilt, die richtige Balance zwischen Strenge und Milde zu finden. Eine zu harte Erziehung kann schnell ins Gegenteil ausschlagen und einen störrischen ″Esel″, schlimmstenfalls aggressiven Hund hervorbringen.

Dem kleinen Appenzeller ist der Besuch der Hundeschule nahezulegen, wo er sich beim Spielen und Balgen mit seinen Artgenossen sozialisieren kann. Auch ein wenig Gehorsam wird er dort sicherlich erlernen. Da das Multitalent von Natur aus sehr neugierig und lernfähig ist, wird die Appenzeller Sennenhund Erziehung sicherlich mit richtiger Führung gelingen. Insbesondere seine Bellfreudigkeit, markant und hell, sollte man frühzeitig in geordnete Bahnen lenken, damit sie nicht überhand nimmt.

Damit der energiegeladene Vierbeiner körperlich und geistig ausgeglichen ist, sollte der Junghund zusätzlich zu ausreichender Bewegung etwa mit einem Jahr durch Hundesport glücklich gemacht werden. Nicht zu früh, damit seine noch im Wachstum befindlichen Knochen und Gelenke nicht überstrapaziert werden.

Wie halte ich einen Appenzeller Sennenhund?

Der kluge, powervolle Appenzeller Hund ist kein Hund für Bewegungsmuffel. Er bevorzugt aktive Besitzer, die viel Zeit mit ihm verbringen und ihn auslasten, damit er glücklich ist.

Aktivitäten mit dem Appenzeller Sennenhund

Ein Appenzeller ist ein temperamentvolles Arbeitstier, das viel Bewegung braucht und geistig ausgelastet werden will. Neben langen Spaziergängen oder Mitrennen beim Fahrradfahren eignen sich daher auch Hundesport oder Ausbildung beispielsweise zum Rettungshund. Geeignete Hundesportarten sind zum Beispiel Agility, Treibball oder Zughundesport. Bei Agility darf der Temperamentsbolzen viele Hindernisse wie Hürden, Reifen, Wippen und Tunnel überwinden. Treibball bietet dem Appenzeller Bälle anstatt Schafe zum ″Hüten″. Auf einem begrenzten Spielfeld treibt der Vierbeiner mit viel Begeisterung Bälle in ein Tor. Der Zughundesport wird mit Hilfe eines speziellen Zuggeschirrs, einem Seil und einem Sportgerät wie beispielsweise Roller oder Fahrrad ausgeübt. Lauffreudige Appenzeller werden diesen Sport lieben.

Für die Fellnase ist ein Haus mit Garten, in dem sie sich ″zwischendurch″ mal austoben kann, von Vorteil. Sport und Bewegung wird der Appenzeller Sennenhund bei jedem Wetter, auch bei Regen, Schnee und Wind, gerne ausüben, da er ein pflegeleichtes mit dichter Unterwolle versehenes Kurzhaarfell besitzt.

Gesundheit und Pflege von Appenzeller Sennenhunde

Die Rasse ist von Natur aus sehr robust und pflegeleicht, da sie gewöhnt war, draußen bei ihrer Herde zu leben. Im Durchschnitt werden die Appenzeller Sennenhunde 12 bis 15 Jahre alt. Wie alle Hunderassen gibt es aber rassespezifische Schwachstellen in der Gesundheit. So neigen die Appenzeller Sennenhunde zu Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie, Grauem Star, Herzfehlern sowie Hautproblemen.

Verantwortlich für eine gute Gesundheit ist aber insbesondere der Halter des Appenzeller Sennenhundes. Allein schon mit einem qualitativ hochwertigen, dem Alter und der Beschäftigung des Hundes angepassten Futter, können Besitzer für eine gute Gesundheit sorgen. Das Futter sollte frei von Konservierungsstoffen, Zucker, chemischen Zusatzstoffen und am besten ohne Getreide sein. Dafür sollte es aber ausreichend Eiweiß, Mineralien und Vitamine enthalten. Damit werden Allergien, Muskel- und Gelenkprobleme vorgebeugt. Die Fütterungsmenge sollte der Halter dem Aktivitätsgrad und Alter des Vierbeiners anpassen, damit er von krankmachendem Übergewicht verschont bleibt. Des Weiteren ist die körperliche und geistige Auslastung sowie viel Liebe mitverantwortlich für die gesunde Entwicklung des Vierbeiners.

Die Pflege des Appenzeller Sennenhund ist recht einfach. Sein Stockhaar ist leicht von Schmutz zu befreien und muss nur etwa zweimal die Woche gebürstet werden. Pfoten, Krallen, Ohren und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden. Zur Zahnpflege empfiehlt es sich, jeden Tag einen Kauknochen oder Zahnpflegesticks zu geben. Dadurch wird die Zahnsteinbildung reduziert und der Vierbeiner wird ganz nebenbei glücklich gemacht.

Kurz und knapp

Der quirlige Appenzeller Sennenhund ist eine sehr seltene Rasse, die sich nicht für bequeme Menschen oder solche, die sich ständig in Zeitnot befinden, eignet. Er braucht viel Beschäftigung und eine liebevolle, konsequente Erziehung, damit ein harmonisches Zusammenleben mit seinem Herrchen oder Frauchen möglich ist. Dann ist er eine treue, dankbare Seele auf vier Pfoten, die viel Freude macht – auch Familien mit Kindern.

Ihr habt einen Appenzeller Sennenhund oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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