Basenji Steckbrief

Die afrikanische Hunderasse im Portrait

Der Basenji – liebevoll „Bongo“ genannt – ist eine alte Hunderasse aus den Urwäldern Zentralafrikas. Die unabhängigen Hunde unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von den uns bekannten Rassen. Im Steckbrief bekommt ihr Informationen zur Geschichte, Haltung und Pflege der einzigartigen Begleithunde.

Geschichte des Basenjis

Aufgrund von fehlenden Aufzeichnungen ist wenig über die Herkunft des Basenjis bekannt. Er zählt zu den urtümlichen Hunden. Forscher nehmen an, dass er vom ägyptischen Tesem abstammt. Die Nachfahren dieser Hunde, die sogenannten Pariahunde, leben noch heute halbwild in afrikanischen Dörfern. Sie pflegen keinen direkten Kontakt zu den Menschen und sind keine Haustiere. In den Regenwäldern des Kongogebietes hingegen dienten einige der flinken Hunde dem Volk der Pygmäen als Wach- und Jagdhunde. Die Bezeichnung „Basenji“ stammt aus der Sprache der Pygmäen und bedeutet „kleines wildes Ding aus dem Busch“.

Im Jahr 1870 entdeckten britische Kolonialherren die Hunde und nannten sie „Kongo Terrier“. Als erste Züchterin in Europa gilt Olivia Burn, die Gattin eines britischen Kolonialherren. In den 1930er Jahren stellten die Briten einen Rassestandard auf und begannen den Hund auf Ausstellungen zu zeigen. 1964 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die FCI. Die Hunde zählen heute zur FCI-Gruppe 5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“ in die Sektion 6 „Urtyp“.

Wesen und Charakter

Der Basenji ist ein eigenständiger und intelligenter Hund, der aufmerksam in die Welt blickt. Er ist einerseits zurückhaltend und vorsichtig, wobei er Fremden gegenüber scheu sein kann. In seiner gewohnten Umgebung ist der afrikanische Hund andererseits in sich ruhend und grundsätzlich gelassen. Durch seine ausgeprägte Unabhängigkeit neigt der temperamentvolle Hund zum Streunen. Sein Wesen ist grundsätzlich eher mit dem einer Katze zu vergleichen. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt und er ist ein soziales Rudeltier. Am besten versteht er sich mit anderen Vertretern der Rasse, aber auch anderen Hunden. Auch seine Menschen können die Rolle des Rudels übernehmen. Folglich sind die Hunde ungern alleine Zuhause. Mit einer guten Sozialisierung und Gewöhnung vom Welpenalter an leben die Hunde auch mit Katzen zusammen.

Aussehen des Basenjis

Der Basenji ist ein leicht gebauter, mittelgroßer Hund. Seine Proportionen sind stimmig und er wirkt elegant und anmutig. Die Beine sind im Vergleich zum Körper lang und der Gang schwungvoll. Die Rute ist eng gerollt und liegt auf dem Rücken auf. Seinen Kopf trägt er stolz erhoben. Auf der Stirn und an den Seiten des Kopfes liegt die Haut in charakteristischen, feinen Falten. Die dunklen Augen sind mandelförmig und sitzen schräg. Die markanten Stehohren sind hoch angesetzt und spitz. Das Fell des Hundes ist kurz und liegt dicht am Körper an. Es kann in den Farben Schwarz-Weiß, Rot-Weiß, Tricolor und Brindle auftreten.

Erziehung des Welpen

Die afrikanischen Hunde sind relativ dickköpfig und eigensinnig. Dementsprechend anspruchsvoll ist ihre Erziehung. Die selbstbewussten Hunde versuchen sich anfänglich durchzusetzen und stellen ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund. Eine erfolgreiche Erziehung gelingt mithilfe von gegenseitigem Vertrauen und klaren Regeln. Besonders in den ersten Jahren solltet ihr euch mit dem Basenji daher in Geduld üben. Gebt jedoch nicht auf und arbeitet mit Konsequenz an der Erziehung. Ihr solltet es als Herausforderung sehen, den Hund von eurer Führung zu überzeugen.

Aktivitäten mit dem Basenji

Der quirlige Bongo ist kein Hund für anspruchsvollen Hundesport. Nichtsdestotrotz benötigt er viel Bewegung und eine fordernde Beschäftigung. Er liebt es in der Natur herumzurennen und kann ausgesprochen schnell werden. Da viele Vertreter der Rasse keine Fans vom Abruf auf Kommando sind, solltet ihr ihn nur bedingt ableinen. Auch Apportierspiele sind nicht ihr Ding, wenn sie keinen Sinn darin sehen. Die agilen Hunde sind dennoch tolle sportliche Begleiter. Beim Joggen oder Fahrradfahren können sie locker Schritt halten. Lange Spaziergänge stehen an der Tagesordnung, wobei die Hunde schlechtes Wetter lieber meiden. Auch sonst machen die Hunde einen Bogen um das Wasser und sind keine begeisterten Schwimmer. Obwohl die Rasse sportliche und lebhaft ist, faulenzt der Bongo auch gerne mit seinem Rudel im Haus.

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Gesundheit und Pflege

Basenjis sind saubere und reinliche Hunde, die nicht viel Pflege benötigen. Sie haben keinen starken Geruch und verlieren wenig Haare. Einige Vertreter der Rasse putzen sich sogar wie eine Katze. Da die Hunde aus einem tropischen Land stammen, sind sie relativ kälteempfindlich. Bei schlechtem Wetter und Kälte ist daher ein Hundemantel, jedoch keine Verkleidung, empfehlenswert. Gesundheitlich kommen bei den Hunden durch einseitige Zucht einige Gendefekte auf. So haben stark überzüchtete Vertreter der Rasse eine Veranlagung für Augenkrankheiten und Probleme mit dem Stoffwechsel. Die seriöse Zucht bekämpft solche Erbkrankheiten allerdings.

Passt der Basenji zu mir?

Der Basenji ist eine besondere Hunderasse, die sich in vielen Punkten von anderen Hunden unterscheidet. Sein unabhängiger Charakter macht die Erziehung des afrikanischen Hundes etwas komplizierter. Der stolze und elegante Hund gehört daher in die Hände eines erfahrenen Halters. Die Hunde fühlen sich auch in einer Stadtwohnung wohl, wenn sie genügend Freilauf bekommen. Gerne leben sie mit Artgenossen zusammen. Allgemein ist der Bongo nur für Menschen zu empfehlen, die Zeit und Lust haben sich ernsthaft mit den Eigenheiten der Rasse auseinanderzusetzen.

Einen reinrassigen Welpen bekommt ihr bei einem Züchter, der dem 1. Basenji Klub Deutschland im VDH angeschlossen ist. Für einen gesunden Welpen zahlt ihr etwa 1200 Euro. Achtet insbesondere darauf, dass die Elterntiere keine Showhunde sind. Auch sollte der Züchter euch offen und ehrlich über mögliche Erbkrankheiten informieren. Beim Tierschutz findet ihr gelegentlich Vertreter der Rasse oder Mischlinge, die ein neues Zuhause suchen.

Interessantes und Wissenswertes

Das Bellen des Basenji ist ebenso einzigartig wie der restliche Hund. Er gibt selten ein Geräusch von sich, doch wenn er es tut ähnelt es eher einem Japsen oder Jaulen. Im Film „Goodbye, my Lady“ aus dem Jahr 1956 wird sein Bellen thematisiert. Ein Junge findet einen Hund, der statt zu Bellen jodelt und lacht. Als Tierdarsteller spielte die Hündin „My Lady of the Congo“ aus England in dem Film mit. Die Rasse war zu dieser Zeit noch relativ unbekannt. Dank des Films wurde sie besonders in den USA immer beliebter. In Deutschland sind die Hunde bis heute eher selten.

Ihr habt einen Basenji oder wollt euch einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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