21.04.2022

Terrier FCI Gruppe 3

Was macht sie aus?

Terrier sind durch ihre vielfältige Einsetzbarkeit weltweit sehr beliebt. Aufgrund der aufgeweckten Art ist der Terrier außerdem ein toller Spielkumpan.
Durch seine ursprüngliche Arbeit als Jagdhund, hat er jedoch einen Dickschädel, der zunächst konsequent und mit einer guten Portion Geduld gebändigt werden will.

Terrier – was ist damit gemeint?

Der gemeinsame Nenner der Terrier ist zunächst einmal die Tatsache, dass die meisten von ihnen in die Gruppe 3 des FCI eingeordnet sind. Bei genauerem Hinsehen werdet ihr aber schnell feststellen, dass es innerhalb dieser Gruppe zahlreiche Rassenunterschiede (beispielsweise in Bezug auf die äußeren Merkmale der Hunde) gibt.

Deshalb gibt es vier übergeordnete Terrier-Kategorien:

  1. Hochläufige Terrier
  2. Niederläufige Terrier
  3. Bullartige Terrier
  4. Zwergterrier

Terrier: die Geschichte der beliebten Hunde

Die Terrier-Hunderassen stammen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, alle von ihren gemeinsamen Vorfahren auf den Britischen Inseln ab.
Dort wurden die Hunde zur Jagd auf Schadnager (z. B. Ratten oder Mäuse) und Beutegreifer (z. B. Greifvögel oder Wölfe) eingesetzt und trugen somit zum Erhalt der eigenen Viehbestände bei. Der Name „Terrier“ ist an die mittelalterlichen Aufgaben der Gebrauchshunde angelehnt. Terra bedeutet auf Lateinisch „Erde“ und stellt somit eine Verbindung zu der Jagd innerhalb der Erdbauten, beispielsweise von Hasen und Füchsen her.

Im Zuge der täglichen Herausforderungen, bildeten sich die typischen Wesensmerkmale der Terrier – Mut, Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit – heraus.
Dieses Persönlichkeitsbild ist auch in den heute anerkannten Terrier-Rassen noch zu sehen, obgleich es mittlerweile einen genetischen Variantenreichtum gibt.
Die gezielte Zucht hat jedoch nicht nur getrennte Rassen, sondern auch neue Betätigungsfelder hervorgebracht. So sind Terrier heute nicht mehr ausschließlich in der Jagd gefragt, sondern leben auch als sportliche Familienhunde oder arbeiten beim Militär und bei der Polizei.

Terrier Rassen: was macht sie aus?

Das sind die typischen Terrier-Eigenschaften in Sinngruppen sortiert:

Wesen

Terrier sprühen vor Lebensfreude und haben eine energetische Gesamtpersönlichkeit. Sie sind selbstbewusst und verhalten sich oft auch ein wenig draufgängerisch. Gelegentlich zetteln sie sogar Konflikte mit deutlich größeren Hunden an.
Der Umgang zu ihrem Halter ist aber von Zuneigung geprägt.

Erziehung

Terrier mussten die Jagd phasenweise eigenständig übernehmen, deshalb gehören Mut und ein gewisser Eigenwille fest zu ihrer Persönlichkeit. Außerdem scheuen sie keine Konfrontation, weshalb diese Veranlagung auch einmal zu Größenwahn und Risikofreude ausarten kann. Deshalb brauchen Terrier einen Hundehalter, der sie konsequent durchs Leben führt. Dadurch, dass die quirligen Hunde intelligent und kooperationswillig sind, lernen sie schnell dazu, weshalb sie trotz ihrer Persönlichkeitsmerkmale recht gut zu erziehen sind.

Ihr solltet euch aber auch darauf einstellen, dass es im Training zu rassespezifischen Schwerpunkten kommt. Dazu zählen:

  • Der Rückruf
  • Beißhemmung
  • Anti-Jagd-Training
  • Klassische Situationen mit Gebell (Besuch bekommen, visuelle Reize am Gartenzaun etc.)

Da Terrier sehr lebhaft sind, solltet ihr euch Gedanken dazu machen, wie ihr die Energie kanalisieren wollt. Beispiel: Hundesport, Radfahren oder die Ausbildung zum Jagdhund sind geeignete Beschäftigungsoptionen.

Haltung

Unter der Voraussetzung, dass der Terrier artgerecht beschäftigt wird, kann er mit einer Stadtwohnung ebenso gut wie mit einem Großhof auf dem Lande arrangieren.
Die Gemischthaltung mit Hunden oder Katzen ist ebenfalls kein Problem, sofern die Vergesellschaftung bereits im Welpenalter vorgenommen wird.
Auch im Umgang mit Kindern werden die grundlegenden Sozialkenntnisse vorausgesetzt, da der Terrier ihnen gegenüber sonst ein dominantes Auftreten an den Tag legen kann. Mit dem richtigen Training ist der Familienalltag, aber eine Haltungsform, die aufgrund der verspielten Art des Terriers sehr gut harmoniert.

Aber Achtung: Als unterirdischer Jäger ist der Terrier ein echter Buddel-Fan! Für Hundehalter, die auf eine ästhetische Gartengestaltung achten, ist die aufgeweckte Hunderasse deshalb weniger zu empfehlen.

Gesundheit und Pflege

Da die meisten Terrier kurzes Fell und teilweise keine Unterwolle haben, sind sie ausgesprochen pflegeleicht.
Die traditionellen Rassen sind gesundheitlich außerdem in einem guten Allgemeinzustand. Bei den Mode-Terriern (Toy-Rassen etc.) besteht hingegen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Zwergrassen, die weniger als drei Kilogramm wiegen, gelten als Qualzuchten und leiden häufiger unter organischen Krankheiten oder entwickeln Lebensmittelallergien.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass ihr eure Wunschhunde nur bei vertrauenswürdigen Züchtern kauft.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Terrier hängt – wie bei allen Hunderassen – unter anderem von ihrer Körpergröße ab. Während kleine Terrier, wie der Jack Russel, 16 Jahre alt werden kann, lebt der Airedale Terrier mit einer durchschnittlichen Lebensspanne von 10 bis 12 Jahren nicht ganz so lang.
Die Lebensdauer von extrem verzwergten Hunden ist ebenfalls deutlich reduziert.

Terrier Arten: Das Aussehen der Terrier

Zunächst sahen sich die unterschiedlichen Terrier-Rassen sehr ähnlich – sie stammen ja auch alle aus der gleichen Region und von der gleichen Urform ab. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch rassespezifische Besonderheiten herauskristallisiert, die in einem engen Zusammenhang zu den äußeren Einflüssen und den unterschiedlichen Aufgabenbereichen stehen. Die professionelle Hundezucht trug ebenfalls einen entscheidenden Teil der physiologischen Artenvielfalt bei.
Terrier weichen hinsichtlich ihrer körperlichen Merkmale also teilweise erheblich voneinander ab.

Beispiel: Während der Airdale Terrier ca. 60 cm groß wird, ist der Yorkshire Terrier etwa 45 cm kleiner und wiegt nur rund drei Kilogramm. Außerdem kommen Terrier in unzähligen Farbkombinationen vor.

Das sind die äußerlichen Merkmale aller Terrier-Rassen zusammengefasst:

Widerristhöhe: zwischen 25 und 61 cm
Gewicht: zwischen 3 und 30 kg
Fell: verschiedene Farben und Musterungen, rau oder glatt, von kurz bis lang
Körperbau: athletisch, muskulös
Übrigens: Einige Terrier gelten als Allergiker tauglich, denn sie haaren kaum.

Terrier-Rassen: welche Rassen fallen darunter?

Gemäß der Rassennomenklatur der FCI ist die Gruppe 3 (Terrier) in vier Sektionen aufgebaut:

Sektion 1: Hochläufige Terrier

Sektion 2: Niederläufige Terrier

Sektion 3: Bullartige Terrier

Sektion 4: Zwerg-Terrier

Die folgenden vier Hunderassen fallen – trotz ihres Namens – in andere Kategorien:

Kommentar schreiben

Unbenannt
Alle Informationen zum Datenschutz findest Du in der Datenschutzerklärung.

Alle Kommentare (0)

Schreibe als erstes einen Kommentar!