Boston Terrier Steckbrief

Der kleine Begleithund aus den USA im Portrait

Der Boston Terrier ist vor allem in den USA ein beliebter und unkomplizierter Begleithund, der mit seinem freundlichen Wesen gute Laune verbreitet. Hier im Steckbrief erfahrt ihr alles über die Herkunft, das Wesen und die Haltung der pflegeleichten Hunderasse.

Geschichte des Boston Terriers

Der Boston Terrier ist eine junge Hunderasse, die erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts entstand. Obwohl Hundekämpfe in den USA schon seit 1826 verboten waren, fanden sie nahe der kanadischen Grenze illegal in Hinterhöfen weiterhin statt. Um einen guten Kampfhund zu züchten, kreuzten einige Amerikaner den heute nicht mehr existierenden Weißen Englischen Terrier mit der Englischen Bulldogge. Der daraus hervorgehende Hund erhielt den Namen „Boston Bulldog“ oder „American Bullterrier“. Die Hunde sahen damals allerdings noch eher aus wie kräftige Boxer.

Im Jahr 1893 erkannte der Amerikanischen Kennel Club die Rasse offiziell an und benannte sie in „Boston Terrier“ um. Um die Hunderasse alltagstauglicher zu machen, kreuzten Züchter später Französische Bulldoggen ein. Das endgültige Aus der Hundekämpfe tat der Beliebtheit der Rasse damit keinen Abbruch und sie entwickelten sich schnell zu beliebten Begleithunden. Die FCI zählt die Rasse nicht zu den Terriern, sondern ordnet sie in die FCI Gruppe 9 „Gesellschafts- und Begleithunde“ in die Sektion 11 „Kleine doggenartige Hunde“ ein.

Wesen und Charakter

Entgegen dem ursprünglichen Zuchtziel ist der heutige Boston Terrier alles andere als ein Kampfhund. Er gilt als fröhlicher und aufgeschlossener Hund, der auch für Anfänger einfach erziehbar ist. Aggressives Verhalten ist ihm fremd und er besitzt keinen Jagdtrieb. Der treue und zuverlässige Vierbeiner eignet sich damit hervorragend als Familienhund. Nichtsdestotrotz ist er ein temperamentvoller Hund, der täglichen Auslauf benötigt. Im Umgang mit anderen Hunden zeigt er ein starkes Selbstbewusstsein, wobei er sich selbst manchmal überschätzt. Außerdem besitzt er einen ausgeprägten Schutz- und Wachtrieb.

Aussehen des Boston Terriers

Der Boston Terrier ist ein kleiner doggenartiger Hund mit kompaktem Körperbau und Stummelrute. In der Zucht unterscheidet man die drei verschiedene Gewichtsklassen: unter 6,8 Kilo (leicht), von 6,9 bis 9 Kilo (mittel) und von 9 bis 11,3 Kilo (schwer). Alle Bostons besitzen einen massigen Kopf sowie unverwechselbare, aufgestellte „Fledermausohren“. Das Gesicht ist faltenfrei mit einer kurzen Nase, wobei die dunklen und ausdrucksstarken Augen zu seinem charakteristischen Aussehen beitragen. Das kurze, glänzende Fell ohne Unterwolle kann schwarz, „seal“ (schwarz mit rötlichem Schimmer) oder gestromt sein, wobei Züchter auf ausgewogen verteilte, weiße Abzeichen Wert legen.

Erziehung des Welpen

Der Boston Terrier ist ein kluger und kooperativer Hund, der sich leicht erziehen lässt. Er ist nicht nachtragend und verzeiht kleine Fehler. Ihr solltet beachten, den Hund nie zu grob oder ungerecht zu behandeln. Das könnte die Beziehung stark beeinträchtigen und den kleinen Hund verängstigen. Am besten begegnet ihr dem Begleithund mit freundlicher und liebevoller Konsequenz. Er möchte Herrchen und Frauchen gefallen und lernt am liebsten im Spiel. Trotz der von Grund auf freundlichen und aufgeschlossenen Art der Hunde ist eine gute Sozialisierung essentiell wichtig. Gewöhnt euren Hund früh an Alltagssituationen und gewährt ihm ausreichend Kontakt zu Artgenossen. Der Besuch einer Hundeschule ist sehr zu empfehlen.

Aktivitäten mit dem Boston Terrier

Der agile und temperamentvolle Boston Terrier ist alles andere als ein kleiner Schoßhund. Er möchte beschäftigt werden und benötigt regelmäßige Spieleinheiten und weitläufige Gassirunden. Spieleinheiten mit anderen Hunden bereiten ihnen große Freude. Auch für Hundesportarten wie Agility sind die sportlichen Hunde schnell zu begeistern. Auch im Dog Dancing stellt sich der kleine Hund meist sehr geschickt an. Ihr solltet es dabei jedoch nicht übertreiben, da einige Vertreter der Rasse aufgrund ihrer verkürzten Nase nicht genug Luft bekommen. Als Ergänzung zum täglichen Sportprogramm bieten sich kleine Intelligenzspiele und das Erlernen von Tricks an.

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Gesundheit und Pflege

Die Pflege des Boston Terriers ist sehr unkompliziert, da ihr das kurze und glatte Fell wenig bürsten müsst. Es reicht aus, hin und wieder mit einem Pflegehandschuh lose Haare abzustreifen. Bei extremen Temperaturen solltet ihr den Vierbeiner schonen. Im Sommer solltet ihr die Mittagshitze meiden und dem Hund eine gute Abkühlung ermöglichen. Im Winter ist es ratsam dem kurzhaarigen Vierbeiner einen Hundemantel, aber keine Verkleidung, anzuziehen. Gesundheitlich neigen einige Vertreter der Rasse aufgrund ihrer Schädel- und Kieferform zu Zahnproblemen. Daher ist die Anwendung von Kauartikeln oder einer Hundezahnbürste ratsam.

Passt der Boston Terrier zu mir?

Wenn ihr einen Boston Terrier kaufen möchtet, gibt es einige Dinge zu beachten. Da die Hunde bis zu 15 Jahre alt werden können, bindet ihr euch für lange Zeit an den Vierbeiner. Die anspruchslose Hunderasse wird sowohl in einer Stadtwohnung als auch in einem Haus mit Garten glücklich, solange sie genug Auslauf bekommt. Wenn ihr auf der Suche nach einem lieben Familienhund seid, der ab und zu gefordert werden will, seid ihr mit dem Boston Terrier an der richtigen Adresse. Bei der Auswahl des Züchters solltet ihr besonders darauf achten, dass die Elterntiere eine freie Atmung aufweisen. Der Preis für einen reinrassigen Welpen mit Papieren, der bei bis zu 2000€ liegen kann, ist relativ hoch. Es lohnt sich aber diesen Preis zu bezahlen, um einen gepflegten und charakterlich guten Welpen zu bekommen. Alternativ findet ihr auch im Tierheim immer wieder bulldoggenartige Hunde oder Mischlinge, die ein neues Zuhause suchen und charakterlich der amerikanischen Hunderasse entsprechen.

Interessantes und Wissenswertes

Ein wirklich heldenhafter Vertreter der Rasse war der Rüde Sergeant Stubby, der während des Ersten Weltkrieges 18 Monate beim Amerikanischen Militär diente. Er nahm dabei an vier Offensiven und 17 Schlachten teil und erhielt viele militärische Orden. Der Hund warnte seine Einheit vor Giftgasangriffen sowie Artilleriegranaten und machte verwundete Soldaten im Niemandsland ausfindig zu machen. Fast genauso heldenhaft ist der Rüde Chopper the Biker Dog, der mit seinem Herrchen zusammen die Krankenhäuser der USA besucht. Mit seiner einfühlsamen Art schafft der Therapiehund es, dem einen oder anderen Patienten wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Seine Arbeit könnt ihr auf seiner eigenen Facebookseite verfolgen.

Ihr habt einen Boston Terrier oder wollt euch einen zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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