22.04.2021

Der Hund zieht an der Leine

Durch Leinenführigkeit entspannt Gassi gehen

Der Hund zieht an der Leine. Das bedeutet, dass die gemeinsamen Spaziergänge mit eurem Vierbeiner alles andere als entspannt sind. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr es schaffst, dass ihr und euer Hund an der Leine gemütlich die Welt erkunden. Ihr lernt, warum eure Fellnase überhaupt an der Leine zieht, wie ihr die Leinenführigkeit des Hundes trainieren könnt und was ihr gegen Leinenaggressionen tun könnt.

Warum zieht mein Hund an der Leine?

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass brav an der Leine laufen ein atypisches Verhalten für Hunde ist. Sie sind von Natur aus freiheitsliebend. Sie wollen ihre Artgenossen beschnuppern und mit ihnen Spielen. Darüber hinaus wollen sie Fährten verfolgen und genau dorthin, wo es für sie interessant erscheint. Dabei stört sie die Leine. Viele Vierbeiner haben gelernt, dass sie ihr Ziel nur dann erreichen, wenn sie kräftig an der Leine ziehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Leinenführigkeit nicht erlernbar ist. Ganz im Gegenteil, jeder Hund kann lernen, ohne Zug an der Leine zu laufen. Bei einigen Hunden brauchen die Besitzer viel Geduld und noch mehr Konsequenz. Dabei ist Konsequenz aber keinesfalls mit Aggressivität zu verwechseln. Letzteres hat einen gegenteiligen Effekt, der durchaus nachvollziehbar ist. Ziehst du plötzlich und ruckartig an der Leine oder schreist deinen Hund gar an, wird er alles tun, um möglichst weit weg von dir zu sein. Was außerdem keinesfalls zum Training eingesetzt werden sollte, sind sogenannte Stachel- oder Würgehalsbänder. Diese können große Schmerzen und Schäden beim Hund verursachen. Sowohl physiologisch als auch psychisch. Außerdem hören die wenigstens Hunde durch diese „Foltermittel“ auf an der Leine zu ziehen.

Fehler beim Hund mit Leine: Fehlprägungen beginnt oft im Welpenalter

In den meisten Fällen wird das Ziehen an der Leine als Welpe „erlernt“. Noch ist der Hund klein und süß. Ein Zug an der Leine ist oft kaum spürbar. Und wer könnte diesen süßen Geschöpfen schon einen Wunsch abschlagen. Hinzu kommt, dass viele Besitzer wollen, dass ihre kleine Fellnase mit anderen Hunden in Kontakt treten kann. Als Folge laufen sie dem heranwachsenden Hund hinterher. So lernt der Hund, dass er mit etwas Zugkraft genau dorthin kommt, wo es für ihn interessant ist. Gerade bei großen Hunderassen führt das schnell dazu, dass ein Spaziergang für beide Seiten zur Qual wird. Sind sie ausgewachsen, muss der Mensch viel Kraft aufbringen, um mit seinem Hund Gassizugehen. Auf der anderen Seite ist der ständige Zug auf der Leine und somit auf dem Halsband für den Hund schmerzhaft. Des Weiteren kann der entstehende und permanente Druck zu Schäden am Kehlkopf oder Verletzungen der Muskulatur im Nackenbereich mit sich führen. Ein passendes Hundegeschirr ist die beste Wahl. Dadurch kann dein Hund auf schonende Weise die gewünschte Leinenführigkeit bereits im Welpenalter erlernen. Grundvoraussetzung ist, dass du, sobald Spannung auf der Leine ist, stehen bleibst, deinen Welpen zu dir lockst und prompt belohnst. So wird er verinnerlichen, dass es sich lohnt, als Hund an der Leine nah bei dir zu laufen anstatt anderen Reizen zu folgen.

Hundebegegnungen an der Leine – darf mein Hund auf den anderen Vierbeiner zu gehen?

Eine Frage, die von Hundehaltern oft diskutiert wird. Zugegeben ist diese Frage nicht so einfach mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten. Wenn du diesen Artikel liest, weil du dir denkst „Mein Hund zieht an der Leine und nichts hilft“ ist die Antwort ein klares Nein. Durch das Ziehen an der Leine wird dein Hund vermutlich schnell auf seine Artgenossen zugehen. Ebenso rasch wird er ihren Geruch aufnehmen wollen. Das tun die Fellnasen über Drüsen am After. Dafür muss dein Hund also auf die Rückseite des anderen Vierbeiners. Eine stürmische Begrüßung ist für viele Hunde zu hektisch. Der andere Hund fühlt sich bedrängt und reagiert, da er an der Leine nicht fliehen kann, im schlimmsten Fall mit aggressiven Verhalten. Zieht dein Hund an der Leine, solltest du Begegnungen mit anderen Hunden auf Orte beschränken, an denen die Vierbeiner freilaufen können. Sorge dafür, dass er hierfür genug Möglichkeiten bekommt. Denn der Kontakt und das Spielen mit Artgenossen ist für Hunde sehr wichtig. Das setzt natürlich voraus, dass dein Hund nicht aggressiv reagiert, sondern souverän mit anderen Fellnasen umgeht. Ist das nicht der Fall, solltest du schnellstmöglich eine Hundeschule besuchen.

Mein Hund hat eine Leinenaggression – warum reagiert er so?

Dein Hund bellt andere Artgenossen an oder reagiert ihnen gegenüber aggressiv, sobald er an der Leine ist? Mit diesem „Problem“ bist du nicht allein. Viele Hunde haben gelernt, dass ihr Bewegungsradius an der Leine stark eingeschränkt ist. Besonders ängstliche Hunde versuchen sich so vor potenziellen Angreifern zu schützen. Darüber hinaus zeigen Hunde mit einem gestörten Sozialverhalten vermehrt Leinenaggressionen. Da dieses Thema viel Einfühlung bedarf, solltest du dich damit an einen erfahren Hundetrainer wenden. Selbstversuche mit aggressiven Hunden können böse enden.

Ich bin verzweifelt: Mein Hund zieht an der Leine und nichts hilft

Steck den Kopf nicht in den Sand! Das gute an einem Hund ist, dass er durch positive Bestärkung neue Verhaltensweisen lernen kann. Manchmal sind es einfache Trainingsmethoden, die den gewünschten Erfolg bringen.

Wie bringe ich meinem Hund die Leinenführigkeit bei?

Durch gezielte Übungen, die immer und immer wieder trainiert werden, ist es möglich aus einem Hund, der ständig an der Leine zieht, einen braven Gassigänger zu machen. Wichtig ist, dass du konsequent das Ziel verfolgst. Wenn du mal trainierst und an anderen Tagen das Ziehen an der Leine durchgehen lässt, wird es ewig dauern, bis sich das gewünschte Trainingsziel einstellt. Einige Methoden erfordern viel Geduld und Zeit. Zwei Dinge, die du nicht hast, wenn du mit deinem Hund unter Zeitdruck spazieren gehst. Plane daher stets ausreichend Zeit für eure Runde ein. Auch wenn es nicht immer leicht ist, nur so kann dein Hund lernen, was du von ihm möchtest. Dein Hund versteht leider nicht den Unterschied, wann du unter Zeitdruck bist und es eilig hast. Solltest du doch einmal weniger Zeit als geplant haben, verkürze lieber die Gassirunde, anstatt das Training für die Leinenführung aufs Spiel zu setzen.

Mit diesen Übungen läuft der Hund an der Leine

Eine beliebte Übung, um deinem Hund Leinenführigkeit beizubringen ist, das Richtungswechseln. Sobald dein Hund an der Leine zieht, gehst du in die andere Richtung. Läuft er wieder vorne weg und die Spannung auf der Leine wird größer, wechselst du wieder die Richtung. Diese Trainingsmethode fordert die Aufmerksamkeit deines Hundes und er wird bald lernen, dass es sich nicht lohnt, in eine Richtung zu ziehen, da du dann genau in die andere läufst.

Hast du nicht genug Kraft, um deinen Hund in die andere Richtung zu lenken, bietet sich die „Baum-Methode“ an. Bei dieser stehst du, sobald dein Hund an der Leine zieht, wie ein Baum da und bewegst dich keinen Zentimeter weiter. Ziel ist es, dass dein Hund entweder einen Schritt zurück geht oder sich zu dir umdreht. Beide Verhalten werden prompt mit einem Leckerli oder dem Klicker belohnt. Dies kann vor allem am Anfang des Trainings eine Menge Geduld von dir abverlangen. Nimm dir ein spannendes Buch mit und lese ein paar Zeilen, so wird die Zeit schneller vergehen.

Für jede Situation immer die passende Leine: Hundeleinen für Fahrrad-Fahrer und Jogger

Doch nicht nur auf einer Gassirunde ist es nervend, wenn der Hund an der Leine zieht. Möchtest du, dass dein Hund am Fahrrad neben dir läuft oder dich beim Joggen begleitet, ist es unabdingbar, dass er leinenführig ist. Um als Fahrrad-Fahrer mit dem Hund unterwegs zu sein, gibt es spezielle Leinen, die genau für dieses Vorhaben konzipiert sind. Diese verfügen über eine Metallfeder, die ein sanftes Ziehen an der Leine abpuffern. Bei starkem Zug wird die Leine automatisch von der Halterung gelöst. Dies soll schwere Stürze und Unfälle verhindern. Eine adäquate Leinenführung ist daher unabdingbar, wenn du mit deinem Hund Fahrrad fahren möchtest. Denke außerdem daran, dein Hund auf der rechten Seite zu führen. Das ist, wenn du auf der Straße fährst, die sichere Seite für deinen Hund.

Für Jogger gibt es ein ausgeklügeltes Leinensystem, das durch einen Bauchgurt an dir befestigt ist. So hast du die Hände frei und kannst dich voll auf dein Training konzentrieren. Auch hier ist eine Federung eingebaut, die sanfte Züge des Hundes leicht abpuffern.

Durch diese praktischen Hilfsmittel wird sowohl Fahrradfahren als auch Joggen mit dem Hund zur wahren Freude. So trainierst du nicht nur deinen Körper, sondern sorgst gleichzeitig dafür, dass dein Hund trotz Leine genug Bewegung und Auslauf bekommt.

Leinenführigkeit ist für jeden Hund erlernbar

Unterm Strich ist zu sagen, dass mit gezieltem Training jeder Hund entspannt an der Leine laufen kann. Wichtige Hilfsmittel sind:

  • Brustgeschirr statt Halsband
  • Richtungswechsel
  • Stehenbleiben
  • Belohnung für richtiges Verhalten

Absolutes No-Go beim Leinentraining:

  • Stachel- oder Würgehalsbänder
  • Abruptes Ziehen am Hund
  • Aggressionen und Schreien
  • Begegnungen mit anderen Hunden an der Leine

So kannst du nicht nur die täglichen Gassirunden mit deinem Vierbeiner genießen, sondern ohne Sorge mit deinem Hund joggen gehen und Fahrrad fahren. Diese gemeinsamen Aktivitäten werden eure Beziehung stärken und zum Wohlergehen beitragen. Bei dir und deinem Hund.

Läuft euer Hund brav an der Leine oder zieht er stark? Berichtet uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

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