Tervueren

Ein vielseitiger und treuer Schäferhund

Der Tervueren ist ein vielseitiger Arbeitshund aus Belgien, der in Deutschland bisher noch wenig bekannt ist. In unserem Steckbrief möchten wir euch die sportliche Hunderasse vorstellen.

Geschichte des Tervueren

Ihr habt noch nie was von der Hunderasse Tervueren gehört? Das ist kein Wunder, denn diese hübschen und aktiven Hunde kommen bei uns in Deutschland selten vor. Die Tervueren gehören zu den vier belgischen Schäferhunden, zu welchen die Rassen Malinois, Groenendael und Laekenois zählen. Er ist dem Groenendael dabei am ähnlichsten. Diese wurden im 19. Jahrhundert in Belgien als Hütehunde für Schafe gezüchtet. Erst 1892 wurden die Rassen getrennt und der erste Standard für den Tervueren wurde festgelegt. Im Jahr 1901 wurde die Rasse erstmals Société Royale St. Hubert (SRSH) registriert. Aber erst im Jahr 1910 war die Rasse, wie sie heute existiert, gefestigt und hatte ihr jetziges Aussehen und Charakter.

Erscheinungsbild des Tervueren

Der Tervueren hat eine rotbraune/falbenfarbene Fellfärbung. Das Fell ist sehr dicht, glatt und langhaarig. Besonders auffällig sind die schwarze Maske und die schwarzen Spitzen im Fell des Hundes. Die Rüden entwickeln sogar eine richtige Mähne und eine Schürze an der Brust. Auch an der Rute, an den Schenkeln und an den Ohren haben die Tervueren mehr Fell. Die Rasse hat einen quadratischen, mittelgroßen Körperbau und trägt seinen Kopf stets in einer hohen und stolzen Haltung. Das gesamte Erscheinungsbild der Rasse ist elegant und kraftvoll. Sie strahlen mit ihrer Optik direkt Stärke, Energie und Arbeitswillen aus.

Wesen und Charakter

Ursprünglich wurde der Tervueren als Hüte- und Wachhund gezüchtet und hat wie alle belgischen Schäferhunde einen sehr lebhaften Charakter. Deshalb haben diese Hunde auch das besondere Bedürfnis, ihrem Herrchen zu gefallen und befolgen sehr beflissen den Kommandos. Er ist sehr anhänglich und ist ungern allein. Zudem besitzen sie eine große Ausdauer und viel Energie. Deshalb benötigt der Tervueren eine gute Erziehung und sollte sportlich ausgelastet werden. Andernfalls ist der sehr aktive Hund nicht als Familienhund geeignet. Ohne eine Aufgabe oder sportliche Auslastung wird dem Hütehund schnell langweilig und er lässt seine überschüssige Energie durch problematisches Verhalten aus. Genießt der Tervuere allerdings eine ordentliche Erziehung und wird körperlich und geistig ausgelastet, findet ihr in dieser Rasse einen treuen und verlässlichen Begleiter fürs Leben. Er führt die Befehle seines Herrchens genau und ordentlich bereits bei kleinsten Zeichen beflissen aus.

Der Tervueren kann sehr gut bei verschiedenen Hundesportarten eingesetzt werden. Egal, ob Agility oder Tuniersportarten, der Tervueren ist für jeden Sport zu haben.
Da er seinem Besitzer stets treu und lernwillig zur Seite steht und zudem sehr intelligent ist, wird diese Rasse gerne als Diensthund bei der Polizei, beim Zoll oder im Rettungsdienst eingesetzt. Fremden Menschen und anderen Hunden ist der Tervueren offen und freundlich gegenüber.

Anschaffung eines Tervueren

Wenn ihr euch einen Tervueren anschaffen wollt, muss euch bewusst sein, dass es sich bei dieser Rasse um einen aktiven und energiegeladenen Arbeitshund handelt. Außerdem ist diese Rasse in Deutschland sehr selten, weswegen die Suche nach einem geeigneten Züchter eventuell Zeit in Anspruch nimmt. Auch mit längeren Wartezeiten und einer längeren Anfahrt müsst ihr rechnen. Die Kosten für einen Tervueren-Welpen mit Papieren und allen notwendigen Impfungen können bei 1500 € aufwärts liegen.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Der Tervueren ist wie alle belgischen Schäferhunde ein Spätzünder und braucht länger als andere Hunde, um erwachsen zu werden. Die Hunde sind noch lange Zeit sehr verspielt. Erst mit drei Jahren sind sie auch mental ausgewachsen.

Da die Tervueren lernwillig, intelligent und engagiert sind, sind sie für den richtigen Halter sehr leicht zu erziehen. Als kleine Welpen sollte man die Tervueren allerdings noch nicht überfordern und mit viel Spiel die Grundregeln und das Zusammenleben mit dem Menschen näherbringen. Ab dem zehnten Lebensmonat könnt ihr dann mit Gehorsamkeits-Übungen und der direkten Ausbildung des Hundes anfangen. Ihr werdet merken, dass der Tervueren Welpe schnell lernt. Wichtig ist, dass ihr von Anfang an auf positive Verstärkung setzt und jegliche Härte und übermäßigen Druck vermeidet. Dadurch zerstört ihr nur den Arbeitswillen und das Selbstbewusstsein des Hundes.

Die Grundausbildung des Tervueren läuft genauso ab, wie bei jedem anderen Hund. Ihr solltet aber nach der Grundausbildung nicht aufhören, sondern eine weitere Ausbildung des Hundes anstreben. Er benötigt nämlich eine geistige und körperliche Auslastung, um glücklich zu sein. Besucht am besten erstmal eine Hundeschule und beobachtet, was eurem Welpen besonders liegt oder Spaß macht und fördert dann entsprechend in diese Richtung. Tervueren sind für jeden Hundesport zu begeistern, aber auch eine Ausbildung zum Rettungshund oder Polizeihund ist nicht ausgeschlossen. Denk aber daran, genügend Ruhepausen einzulegen. Der Tervueren ist nämlich sehr energiegeladen und legt von allein keine Pausen ein. Diese Rasse ist kein Anfängerhund und sollte von einem erfahrenen Hundehalter ausgebildet werden.

Wie halte ich einen Tervueren?

Der Tervueren ist ein sehr robuster Hund und ist in Hinblick auf seine äußeren Bedingungen an seiner Haltung anspruchslos. Was aber den Umgang mit dem Tervueren angeht, ist er ausgesprochen anspruchsvoll. Er benötigt täglich über zwei Stunden Auslauf und zusätzlich Kopfarbeit. Das sehr arbeitswillige Tier ist in einer kleinen Wohnung mit einer Couch-Potato als Besitzer definitiv falsch aufgehoben. Ein Haus mit großem Garten in ländlicher Umgebung, das er auch bewachen darf, ist viel besser geeignet. Vorausgesetzt er bekommt eine artgerechte Beschäftigung. Er benötigt viel Bewegung und eine Aufgabe, sonst wird er unruhig und unzufrieden. Ein aktiver Mensch oder eine aktive Familie, die gerne und oft mit ihm Ausflüge macht und sich sportlich betätigt ist optimal für dieses Energiebündel geeignet.

Aktivitäten mit dem Tervueren

Den Tervueren könnt ihr ideal zum Joggen, Reiten oder auch zum Radfahren mitnehmen. Ihr braucht euch keine Gedanken machen, dass ihr den Hund überlastet. Der sehr sportliche und aktive Hund geht auch gerne mal ins Wasser und das selbst im Winter. Die Gassi-Runden sollten nicht kürzer als eine Stunde dauern und das bis zu vier Mal am Tag. Optimal ist auch, wenn ihr eurem Hund ein Suchspiel aufbaut, um ihn geistig zu fordern. Zusätzlich zu den Spaziergängen an der Leine, solltet ihr den Tervueren auch regelmäßig ohne Leinen auspowern (Reiten, Joggen, usw.). Tervueren sind auch optimal für Hundesport geeignet. Besonders viel Spaß macht der Rasse Trickdogging, DogDancing, THS oder Agility. Als Besitzer eines Tervueren solltet ihr euch auf jeden Fall sehr viel Zeit für euren Hund nehmen.

Aufgrund seiner aktiven Art wird der Tervueren auch gerne von der Polizei und dem Zoll besonders leistungsstarker Diensthund eingesetzt. Auch als Rettungs- oder Therapiehund kann der Tervueren optimal eingesetzt werden. Außerdem kann der Tervueren aufgrund seines Ursprungs als Hütehund zum Hüten für jede Art von Tierherden eingesetzt werden. Mit der richtigen Beschäftigung und einer Aufgabe im Alltag bekommt ihr mit einem Tervueren einen sehr ruhigen und ausgeglichenen Hund, der euch sehr treu und folgsam zur Seite steht.

Pflege eines Tervueren

Der Tervueren ist langhaarig mit einer dicken Unterwolle. Dennoch ist die Fellpflege eher gering, da das Fell sehr pflegeleicht ist und nicht zum Verfilzen neigt. Es reicht, wenn ihr das Fell einmal bis zweimal pro Woche ausgiebig bürstet. Beim Fellwechsel könnt ihr auch öfter mal durchbürsten, damit sich die Unterwolle nicht im ganzen Haus verteilt. Außerdem solltet ihr, wie bei jedem Hund die Ohren, Augen, Zähne und Krallen regelmäßig kontrollieren und gegeben falls pflegen. Baden ist nur selten nötig, wenn sich der Hund mal im Dreck wälzt.
Wichtig ist beim Tervueren, dass ihr ihn an das Bürsten und die Kontrolle von Ohren, Krallen usw. gewöhnt. Tervueren sind nämlich von Natur aus echte Energiebündel und sitzen ungern still da. Mit viel Geduld, liebevoller Konsequenz und viel positiver Verstärkung bekommt ihr die lebhaften Welpen aber bestimmt dazu stillzuhalten.

Gesundheit und Erbkrankheiten

Der Tervueren ist eine robuste und ursprüngliche Hunderasse, bei der in der Zucht noch auf eine gute Gesundheit und einen ausgeglichenen Charakter wertegelegt wurde. Deshalb leidet diese Rasse deutlich seltener an erblichen Krankheiten, wie andere Schäferhundrassen. Bei der falschen Haltung kann es bei einem Tervueren aber durchaus zu Gelenkprobleme, wie einer Hüftgelenksdysplasie kommen. Die tritt vor allem bei zu früher Belastung auf. Seltener kommt Epilepsie, Grauer Star oder eine progressive Netzhautatrophie bei dieser Rasse vor. Auch bei fehlender Bewegung leiden die Tervueren schnell an Übergewicht, was zu gesundheitlichen Problemen und einer früheren Sterblichkeit führt.

Interessantes und Wissenswertes

Aus insgesamt ursprünglich 117 Belgischen Schäferhunden haben sich die vier Belgischen Schäferhund-Rassen entwickelt. Die 117 Hunde haben sich sehr stark je nach Herkunftsgebiet unterschieden und wurden zunächst nur als nach ihrer Fellzeichnung aufgelistet und zählten noch lange Zeit als eine Rasse. Erst später entwickelte sich daraus unter anderem der Tervueren.
Ihr habt auch einen Tervueren oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren was diese Rasse so besonders macht!

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