Der Zwergpudel

Steckbrief eines besonders beliebten Hundes

Der Zwergpudel ist kein Klischee mäßiger Oma-Hund, sondern ein sportlicher Hund mit echtem Zirkus-Potenzial! Da der französische Rassehund eine verspielte Ader hat, fühlt er sich in kinderreichen Familien besonders wohl.

Geschichte des Zwergpudels

Die Entstehungsgeschichte des Zwergpudels ist nicht von Anfang an belegt. Trotzdem ist davon auszugehen, dass er auf französische Wasserhunde (Barbets) zurückzuführen ist, also in französischem Staatsgebiet entstand.

Sowohl die Barbets als auch die Pudel haben eine gemeinsame Jagd Vergangenheit. Sie haben eine Leidenschaft fürs Schwimmen und fürs Apportieren. Aufgrund seiner Liebe zum Wasser half der Pudel deshalb bei der Jagd auf Wassergeflügel, beispielsweise Enten oder Fasane, aus.

Obwohl es die „Pudelschur“ auch schon in der griechischen Antike gab, stellte sie sich gerade bei dem Aufenthalt im Wasser als sehr förderlich heraus. So führte der besondere Haarschnitt zu einer effektiven Kombination aus Schutz (durch die dichten Locken) und hoher Schwimmgeschwindigkeit (durch die Rasur).

Interessant: Der Rassename „Pudel“ leitet sich vom „Pudeln“ (umgangssprachlich: plantschen) ab.

Gemäß schriftlicher Nachweise sind von der Existenz Pudel ähnlicher Hunde spätestens ab dem 14. Jahrhundert auszugehen.

Im 17. Jahrhundert hatten die französischen Wasserjäger bereits in ganz Europa einen hohen Beliebtheitsgrad. Die Haltung spielt sich aber vorwiegend an Adelshöfen ab. Dort veränderte er sich allmählich und wurde vom Jagdhelfer zum Gesellschaftshund.

Im 20. Jahrhundert nahm die Zucht dann eine völlig neue Größenordnung an. Nun wurden die Pudel nach Standard gezüchtet und auch in puncto Größe selektiert. Die Zwergpudel traten erst 1936 auf den Plan. Zuvor hatte es nur Klein- und Großpudel gegeben, die deutlich größer und schwerer als die Zwergform waren.

Wesen und Charakter

Um den Zwergpudel ranken sich einige Klischees, die entweder gar nicht oder nur teilweise stimmen. Dazu zählt beispielsweise, dass Zwergpudel verwöhnte Diven sind. Dieser Irrglaube hängt mit dem Aussehen der geschorenen Hunde zusammen. Die Realität sieht aber anders aus: Die kleinen Franzosen haben keine Starallüren. Stattdessen sind sie liebenswürdig, fröhlich und verspielt.

Ein weiteres Gerücht ist jenes, dass der Zwergpudel am besten in einen Seniorenhaushalt passt. Hierbei handelt es sich um eine Halbwahrheit. Zwergpudel sind flexibel und kommen sowohl mit älteren als auch mit jüngeren Hundehaltern aus.

Zwergpudel haben generell eine hohe Sozialkompetenz, weshalb sie sich mit Kindern und anderen Hunden gut verstehen. Gerade im Umgang mit Kindern ist es von Vorteil, dass der Hund die Eigenschaft hat, Ruhe zu bewahren. Selbst die Alltagshektik, die in kinderreichen Familien dazu gehört, kann ihn nicht aus der Reserve holen.

Darüber hinaus halten sich die kleinen Vierbeiner am liebsten in der Nähe ihrer Bezugspersonen auf, während sie Fremden nicht viel abgewinnen.

Doch: Warum sind Pudel so anhänglich? Der Pudel ist schon seit dem 18. Jahrhundert ein Gesellschaftshund, was bedeutet, dass er schon vor mehreren hundert Jahren ein festes Mitglied der Familie war.

Im Gegensatz zu den größeren Pudelarten ist der Zwergpudel vergleichsweise aufgeweckt.

Apropo: Was ist der Unterschied zwischen Kleinpudel und Zwergpudel? Der FCI hat den Pudel in vier Größen (den Toy-, Zwerg-, Klein- und Großpudel) anerkannt. Der Zwergpudel wird bis zu 35 cm groß, während der Kleinpudel eine Widerristhöhe von 45 cm erreicht.

Der Zwergpudel hat einen lebhaften Wesenskern. Bei ausreichender Beschäftigung ist er trotzdem ein typischer Wohnungshund.

Gerade in Mehrfamilienhäusern müsst ihr euch aber auch an den Bedürfnissen (beispielsweise dem Ruhebedürfnis) eurer Nachbarn orientieren.

Ist der Zwergpudel ein Kläffer?

Der Zwergpudel ist kein Kläffer, aber er teilt sich trotzdem gerne mit. Außerdem macht er seine Familie durch Bellen auf Eindringlinge aufmerksam.

Daran schließt sich die folgende Frage an: Sind Zwergpudel nervös? Eine gewisse Nervosität ist für den aufmerksamen Zwergpudel ganz normal. Im Wesentlichen ist es aber eher ruhig.

Anschaffung eines Zwergpudels

Was kostet ein echter Zwergpudel? Die Preise für einen Zwergpudel vom Züchter fangen etwa bei 1.300 Euro an.

Je nach Färbung oder Stammbaum können sie aber auch einige hundert Euro teurer sein. Mehr als 2.000 Euro müsst ihr in der Regel aber nicht bezahlen.

Du kannst dich aber auch an den Tierschutz wenden, wenn ältere Tiere oder Hunde aus zweiter Hand für dich infrage kommen.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Der Kaufpreis entscheidet zwar darüber, ob und wann ihr euch einen Zwergpudel zulegen könnt. Es gibt aber noch weitere Kaufkriterien, die zumindest gleichbedeutend sind:

  • Der Züchter sollte dem VHD und/oder einem der vier deutschen Pudel-Vereine angeschlossen sein.
  • Ein guter Züchter zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er Hundeerfahrung hat und bereitwillig Auskunft zu den Welpen gibt.
  • Vertrauenswürdige Verkäufer bieten Prägung Treffen zum Kennenlernen zwischen Hund und Halter an.
  • Außerdem zeichnen sich seriöse Züchter durch eine enorme Hilfsbereitschaft aus. Diese sollte auch nach dem Auszug des Welpen fortbestehen.
  • Es ist wichtig, dass in den Abstammungsunterlagen keine Doppelnennungen zu finden sind (Hinweis auf Inzucht).
  • Achtet darauf, dass der Züchter die Zwergpudel-Welpen in seinen Alltag und das Familienleben integriert. Der Kontakt zu fremden Hunden/Kindern/Katzen wäre ideal.
  • Erkundigt euch danach, ob die Welpen schon Grundlagentraining hatten und diverse Umgebungsreize kennen.
  • Einen guten Verkäufer erkennt ihr ferner daran, dass er Gesundheitsuntersuchungen und altersgemäße Schutzmaßnahmen (wie Wurmkuren und Impfungen) belegen kann.
  • Seriöse Züchter setzen in der Zucht nur Hunde mit bestimmten Charakterzügen ein. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich die Zwergpudel-Welpe für den gewünschten Zweck
  • (beispielsweise zum Familien- oder Therapiehund) erziehen lässt.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Ist der Zwergpudel ein Anfängerhund? Der Zwergpudel ist ein anfängerfreundlicher Hund, der eine hohe Lernbereitschaft hat. Außerdem hat er einen Will-to-please, also das Bestreben, seinem Halter zu gefallen.

Obwohl der Zwergpudel somit leicht erziehbar ist, braucht er – wie alle anderen Hunde auch – von Beginn an eine konsequente Hand.

Stellt euch darauf ein, dass es vor allem in der Pubertät zu Rückschlägen in der Erziehung kommen kann.

Wie halte ich einen Zwergpudel?

Viele Hundehalter wünschen sich einen verschmusten Familienhund, mit dem sie ihre Abende gemeinsam auf der Couch verbringen.

Vielleicht spielt ihr mit dem Gedanken, einen Zwergpudel bei euch aufzunehmen und fragt euch: Ist der Pudel verschmust? Die Antwort ist ein klares „Ja!”. Der Zwergpudel liebt Streicheleinheiten und die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Alles in allem ist der Zwergpudel ein treuer Familienfreund, der bei einer guten Erziehung liebenswert, freundlich und verträglich ist.

Durch sein besonderes Fell ist der Zwergpudel bei Allergikern und Ausstellern aber ebenfalls sehr beliebt.

Ein weiterer Vorteil ist seine hohe Anpassungsfähigkeit. Dies führt dazu, dass er sich auch in einem städtischen Wohnumfeld zurechtfinden kann.

Aufgrund seiner kompakten Größe ist der Zwergpudel zwar für die Wohnungshaltung prädestiniert, was jedoch nicht bedeutet, dass er keine Beschäftigungsangebote braucht.

Doch: Wie viel Bewegung braucht ein Zwergpudel? Der Zwergpudel ist ein aktiver Hund, der ohne einen Mix an körperlicher und geistiger Beschäftigung nicht glücklich ist. Wenn ihr euren Zwergpudel in der Wohnung haltet, ist es also umso wichtiger, dass ihr für artgerechte Aktivitäten sorgt.

Aktivitäten mit dem Zwergpudel

Auf der einen Seite ist der Zwergpudel ein menschenbezogener Hund, der gerne gestreichelt wird und sich rundherum verwöhnen lässt. Auf der anderen Seite ist er aber auch eine Sportskanone mit einem hohen Bewegungsdrang.

Spaziergänge mit Wasseranbindung (wie Flüsse und Seen) sind eine tolle Alltagsbeschäftigung, da der Zwergpudel Aktivitäten im Wasser mag.

Doch welche Distanz ist für den kleinen Vierbeiner ideal? Oder anders formuliert: Wie lange mit Zwergpudel spazieren? Ein Spaziergang von 30 bis 60 Minuten sollte dreimal täglich ausreichend sein.

Hin und wieder darf es aber auch gerne anspruchsvoller sein. Der Zwergpudel eignet sich ideal für komplexe Aufgaben und Hundesport. Außerdem ist er ein Hund, der auch auf der geistigen Ebene (beispielsweise mit Intelligenzspielzeugen) gefordert werden will.

Gesundheit und Pflege

Der Zwergpudel gilt als pflegeleicht, was darauf zurückzuführen ist, dass er keine Unterwolle hat. Das wiederum führt dazu, dass er auch beim Jahreszeitenwechsel nur geringe Mengen Fell verliert.

Hinweis: Der Zwergpudel ist ein sogenannter Allergikerhund.

Die Tatsache, dass der kleine Franzose wenig Fell verliert, bedeutet aber nicht, dass er keine Pflege braucht.

Genauso wie bei anderen Hunderassen gehört das regelmäßige Bürsten zum Pflichtprogramm.

Darüber hinaus hat das Fell der Zwergpudel die Besonderheit, dass es ständig weiter wächst. Deshalb ist es wichtig, dass der Vierbeiner im Abstand von zwei bis drei Monaten eine professionelle Schur bekommt.

Tipp: Wenn ihr euch erklären lässt, worauf bei der Schur zu achten ist und euch eine gute Schermaschine kauft, könnt ihr diese Aufgabe auch selbst übernehmen.

Bezüglich des Futters gibt es keine rassespezifische Besonderheit.

Obwohl der Zwergpudel mit einer Lebenserwartung von bis zu 16 Jahren als robust beschrieben werden kann, zeigt er für die folgenden Krankheiten eine erhöhte Anfälligkeit:

  • Hautprobleme
  • Augenerkrankungen
  • Gelenkbeschwerden am Knie
  • Epilepsie

Interessantes und Wissenswertes

Abschließend noch zwei Fun facts, die euch von den Socken hauen:

  1. Pudel und Zwergpudel wurden – und werden – als Zirkushunde eingesetzt.
  2. Auf der Jagd setzt man die Pudel, geschweige denn die Zwergvariante, heute aber schon lange nicht mehr ein.

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