19.04.2021

Das musst du über Hundepfoten wissen

Aufbau, Pflege und Schutz

Hundepfoten werden jeden Tag stark beansprucht und benötigen daher intensive Pflege. Wir klären euch auf, wie ihr die Pfoten eures Hundes schützt und zudem euren Hund richtig pflegt.

Wie sind die Hundepfoten aufgebaut?

Die Hand des Menschen und die Hundepfote sind ähnlich aufgebaut, unterscheiden sich aber in der Nutzbarkeit und Funktion. Statt auf der gesamten Fläche läuft der Hund nur auf den Zehen. Dadurch erhöht sich die Wendigkeit, die Kraftentfaltung und die Stoßabsorption. Die Hauptfunktion nehmen die sechs Pfotenballen (vier Fingerballen, je ein Handballen und Handwurzelballen) ein, die auf der Unterseite der Pfote angeordnet sind. Sie bestehen hauptsächlich aus Hornhaut und Fett und können dadurch Unebenheiten im Untergrund neutralisieren. Die Ballen erfüllen also eine wichtige Schutzfunktion.

Gleichzeitig fungieren sie aber auch als eine Art Sinnesorgan, weil sie wichtige Informationen (über Temperatur, Vibration und Bodenmaterial) aus der Umgebung transferieren. Zugleich setzt der Hund über die Schweißdrüsen seine ganz persönliche Duftmarke frei. Diese wiederum ist Teil seiner Kommunikation. Außerdem hinterlässt das Duftsekret auf der Pfote einen dünnen Film, der die Bodenhaftung erhöht. Darüber hinaus ist die Hundepfote mit Krallen versehen. Diese spenden zusätzlichen Halt. Zwischen den einzelnen Zehen liegt eine Zwischenzehenhaut, die der Pfote eine situationangepasst Beweglichkeit verleiht. Das Fell zwischen den Zehen ist zum Schutz der sensiblen Zwischenräume da.

Was kannst du für die Pfotenpflege deines Hundes tun?

Freilebende Hunde laufen etwa 20 Kilometer am Tag und auch Haushunde legen bisweilen eine ordentliche Strecke zurück. Bei anspruchsvollem Untergrund und extremen Wetterbedingungen können ihre Pfoten dabei erheblich Schaden nehmen.

Mit der richtigen Pflege sorgt ihr gegen Verletzungen an den Pfoten vor:

  • Krallen kürzen: Nur auf festem Untergrund und bei ausreichender Betätigung kürzen sich die Krallen von selbst auf das nötige Maß ein. Geschieht das nicht, kann es zu schädlichen Ausweichbewegungen oder eingewachsenen Krallen kommen.
    Je nachdem, in welcher Intensität sich der Hund auf welchem Untergrund bewegt, gehört das regelmäßige Krallenschneiden fest zu den pflegerischen Aufgaben dazu. Die Handhabung von Krallenschneidern oder -schleifern ist anwenderfreundlich und leicht. Achte aber darauf, dass du keine Blutgefäße durchtrennst. Diese laufen nämlich innerhalb der Krallen entlang und sind nur bei hellen Krallen zu sehen.
  • Trockene Pfoten: Achte darauf, dass die Pfoten deines Hundes immer trocken sind. Parasiten bevorzugen nämlich ein feuchtwarmes Milieu und generell werden die Zehenzwischenräume bei andauernder Feuchtigkeit schnell entzündlich und wund.
  • Fell kürzen: Langes Fell an den Pfoten wird bei Schlechtwetter schnell zum Problem. Zum einen, weil es die Ballen überlagern kann und es dem Hund dann an Griffigkeit fehlt. Zum anderen sammeln sich an den Haaren Schnee oder Erdklumpen an.

Ist ein Pfotenreiniger sinnvoll?

Unreinheiten können beim Durchbrechen der Hautbarriere der erste Schritt in Richtung einer schmerzhaften Entzündung sein. Deshalb zählen saubere Pfoten zur Pflegepriorität. Der Pfotenreiniger ist ein Hilfsprodukt, mit dem das Reinigen besonders schnell und einfach geht.

Von außen sieht er wie ein gewöhnlicher Plastikbecher aus. Von innen ist er jedoch mit zahlreichen Noppen übersät, die wie eine Bürste fungieren und selbst schwer zugängliche Stellen von Verschmutzungen befreien. Für die Anwendung wird der Pfotenreiniger mit Wasser oder einer Seifenlauge befüllt, anschließend hält der Hund die verdreckte Pfote von oben in den Reiniger hinein. Je nach Modell geschieht der Reinigungsvorgang per Knopfdruck automatisch oder manuell (schieben, drehen und kneten).

In alltäglichen Situationen außerhalb der eigenen vier Wände (Beispiel: Besuch in einem Restaurant) kann der Pfotenreiniger gut zum Einsatz kommen, weil er praktischerweise überall hin mitgenommen werden kann. Zuhause ist, je nach Verschmutzungsgrad, aber doch ein Ganzkörperbad vorzuziehen.

Ist ein Pfotenbalsam notwendig?

Pfotenballen werden beim Laufen am meisten strapaziert. Deshalb sollten sie stets in einem guten Pflegezustand sein. Ein gesunder Ballen sieht glatt und unbeschädigt aus. Falls du feststellst, dass die Ballenstruktur geschädigt ist (sie ist trocken oder weist Risse auf), solltest du mit einer Pflegeanpassung darauf reagieren. Pfotenbalsam ist dazu da, die Schutzatmosphäre und die Widerstandsfähigkeit der Haut zu stabilisieren. Reibe die Creme einfach in die betroffenen Hautareale ein. Achte aber darauf, dass die Inhaltsstoffe für Hunde unbedenklich sind.

Gibt es für die entzündete Pfote deines Hundes ein Hausmittel?

Bei kleineren Beschwerden ist der Kauf eines teuren Pflegeprodukts oder die Inanspruchnahme einer fachlich geschulten Hilfsperson nicht immer erforderlich.

Diese Dinge kannst du bei kleinen Verletzungen zuhause tun:

Diese Hausmittel und Gewohnheiten können eine tolle Alternative zu herkömmlichen Pflegeprodukten sein:

  • Entzündungen: ein warmes Kernseifenbad
  • Trockene Ballen: Kokosöl (zur äußeren Anwendung) oder Lachsöl (oral)
  • Lange Krallen: vermehrtes Spazierengehen auf Asphalt

Diese Erste-Hilfe-Maßnahme helfen sofort:

  • Bei Verbrennungen: Kühle die betroffene Hundepfote mit einem Kühlpad oder einem nasskalten Tuch.
  • Bei Schnittwunden:
    • 1. Reinigung der Pfote.
    • 2. Bei schweren Schnitten: Wundschutz mittels Verband.
  • Bei einem Insektenstich:
    • 1. Den Stachel mit einer sauberen Pinzette entfernen.
    • 2. Halte die Pfote deines Hundes eine Weile kühl.

Der Hund leckt sich die Pfote – warum tut er das?

Das gelegentliche Lecken an den Pfoten dient der Pflege und ist ganz normal. Übersteigertes Pfotenlecken kann jedoch verschiedene Probleme indizieren:

  • Haltungsfehler, die zu Stress und Langeweile führen. Der Hund versucht die Missstände über das intensive Lecken zu kompensieren.
  • Mangelernährung aufgrund einer falschen Nährstoffkonzentration.
  • Juckreiz, beispielsweise aufgrund einer Hautinfektion, Milbenbefall oder einer Allergie.
  • Schwellung, Schmerzen und Juckreiz durch einen Insektenstich.
  • Ein Fremdkörper unter der Haut.

Es ist ein Fremdkörper in der Hundetatze – was tun?

Im Freien lauern allerlei Gefahren. Naturmaterialien wie Stein, Holz und dorniges Gewächs können ein tägliches Verletzungsrisiko sein. In den meisten Fällen kannst du die Wunde aber selbst versorgen, wenn sich dein Hund ein solches Fragment eingetreten hat. Versuche den Fremdkörper mit einer sterilen Pinzette zu fassen zu bekommen. Tauche die betroffene Pfote anschließend in warmes Wasser ein und trage danach ein antiseptisches Wundspray/eine antiseptische Wundcreme auf.

Sind Grasmilben an den Pfoten des Hundes gefährlich?

Entzündete Stellen an den Pfoten können auch parasitären Ursprungs sein. Grasmilben lösen entlang der Bissstellen starken Juckreiz oder allergische Reaktionen aus. Insgesamt sind die betroffenen Stellen gereizt, geschwollen und/oder rot. Weil der Grasmilbenbefall für den Hund sehr unangenehm ist, solltest du möglichst schnell intervenieren. Bei leichten Beschwerden reicht das Nutzen eines antiparasitären Shampoos bereits aus. Einen schweren Befall löst du aber am besten mithilfe des Veterinärs medikamentös.

Pfotenpflege des Hundes in Winter

Der Winter stellt für deinen Hund eine ganz besondere Herausforderung dar. Eis und Schnee erschweren nicht nur das Gehen, zusätzlich greifen Streumittel und aufgestollter Schnee die Pfoten an.

So vermeidest du winterliche Verletzungen:

  • Teile die übliche Gassirunde auf mehrere kleine Laufeinheiten auf, damit die Pfoten immer wieder Gelegenheit bekommen, sich zu regenerieren.
  • Weiche nach Möglichkeit und individueller Risikoabwägung auf ungestreute Wege aus. Wenn das nicht möglich ist, solltest du nach jedem Spaziergang etwaige Streureste von den Pfoten deines Vierbeiners mit einem warmen Wasserbad entfernen.
  • Falls die Pfoten deines Hundes unter besonderen Strapazen stehen (Berufshund, Hund mit vorerkrankter Haut), solltest du ergänzende Hilfsmittel (Pfotenbalsam- oder wachs, Hundeschuhe) in deine winterliche Pflegeroutine einbeziehen.

Was musst du für die Hundepfoten im Schnee beachten?

Schnee kann für Hunde mit ungepflegten Pfoten sehr schmerzhaft sein. Er haftet sich an das lange Fell zwischen den Zehen und wird dort zu festem Eis (sogenanntes Aufstollen). Die Eisklumpen lösen beim Hund starke Schmerzen und Bewegungsstörungen aus.

Wenn die Zwischenräume der Zehen vom Fell befreit und die Ballen mit einer Fettschicht eingerieben sind, haften dort keine schmerzenden Schneemassen mehr an. Falls es doch einmal zu einer Klümpchenbildung kommt, kannst du sie zwischen deinen Fingern zum Schmelzen bringen und dann mit einer sanften Zugbewegung entfernen.

Pfotenverband bei Hunden – Worauf musst du achten?

Wenn dein Hund eine offene Verletzung an der Pfote hat (zum Beispiel einen Schnitt), schützt ein Pfotenverband vor Infektionen.

Mit dieser Anleitung kannst du die Pfote deines Hundes im Notfall bandagieren:

  1. Spüle die Wunde mit warmen Wasser aus. Versuche Haare und sichtbare Verunreinigungen aus der offenen Wunde zu entfernen.
  2. Schneide das Fell rund um die Wunde im Bedarfsfall zurück. Das verbessert die Sichtbarkeit.
  3. Bringe ein hundefreundliches Desinfektionsmittel und eine Wundcreme auf die betroffene Stelle auf.
  4. Decke die Wunde mit einer Kompresse zu.
  5. Lege Watte in die Zehenzwischenräume ein und wickle den Verband von oben nach unten so um die Pfote herum, dass dieser die Watte an Ort und Stelle fixiert. Selbstklebendes Verbandsmaterial bleibt in Position, während die nichtklebende Version noch einen medizinischen Klebestreifen braucht.

Die Schwierigkeit besteht darin, den Verband so anzulegen, dass er nicht einschnürt aber trotzdem hält. Da Hunde nicht über die Haut schwitzen können, brauchen sie die Pfoten außerdem zur Temperaturenkorrektur. Das Verbandanlegen kann bei fehlerhafter Ausführung also durchaus problematisch sein. Gehe deshalb zum Veterinär, wenn Unsicherheiten bestehen.

Wie schützt und pflegt ihr die Pfoten eurer Hunde? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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