25.03.2020

Milben beim Hund

Symptome, Arten & Behandlung

Euer Hund leidet unter starkem Juckreiz? Eine Ursache könnten Milben sein. Die Ektoparasiten führen teilweise zu starken Hautreaktionen. Wir klären euch über die verschiedenen Milbenarten und Behandlungsmöglichkeiten auf.

Wie erkenne ich Milben beim Hund?

Mit bloßem Auge sind die meisten Milben kaum zu sehen. Da es nicht nur eine Milbenart gibt, die Hunde befallen kann, sind auch die Symptome variabel. Es gibt jedoch typische Anzeichen, die auf einen Milbenbefall hindeuten. Dazu zählt starker Juckreiz, der sich in häufigem Kratzen oder Reiben der betroffenen Körperstelle äußert. Hinzu können kahle Stellen im Fell, Schuppenbildung oder Verkrustungen kommen. Je nach Art der Milbe und Dauer des Befalls sind nur einzelne Stellen oder der ganze Körper betroffen. Um die Art des Milbenbefalls fetszustellen entnimmt der Tierarzt eine Hautsprobe aus dem betroffenen Bereich und untersucht diese.

Welche Arten von Milben gibt es beim Hund?

Räudemilben

Einen besonders starken Juckreiz lösen Räudemilben (Sarkoptes) aus. Die auch als Grabmilbe bekannte Art gräbt sich Tunnel in die Haut des Hundes. Anfangs befällt sie vorzugsweise Stellen mit dünner Haut an Kopf, Ohren und Gelenken. Im weiteren Verlauf breitet sie sich über den gesamten Körper aus. Die weiblichen Milben bohren bis zu ein Zentimeter lange Kanäle in die Haut, in die sie ihre Eier legen. In diesen Löchern wachsen die Milben heran und ernähren sich von Zell- und Gewebeflüssigkeit, was folglich den Juckreiz intensiviert. Charakteristische Symptome sind eine starke Schuppen- und Faltenbildung sowie Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Teilweise ist der Juckreiz so extrem, dass die befallenen Hunde sich blutig kratzen und starke Entzündungen hervorrufen. Ohne tierärztliche Behandlung kann die Krankheit zum Tod führen.

Ohrmilben

Ohrmilben (Otodectes cynotis) sind hierzulande die häufigsten Milben, die Hunde befallen. Wie der Name schon vermuten lässt, siedeln sie sich vorzugsweise im Ohr des Hundes an. Das warme, feuchte Klima innerhalb des Ohres bietet eine perfekte Brutstätte. In seltenen Fällen siedeln sich die Milben hingegen auch in anderen Körperregionen an. Sie stechen in die Haut und ernähren sich von Lymphflüssigkeit. Folglich produzieren befallene Tiere mehr Ohrenschmalz, der sich in Kombination mit den Ausscheidungen der Parasiten braun verfärbt.

Vor allem Welpen oder Hunde mit Schlappohren sind anfällig für einen Befall. Zeigt euer Hund daher häufiges Kopfschütteln oder Kratzen am Ohr solltet ihr die Ohren überprüfen. Zu den Folge des Befalls zählen zudem starker Juckreiz, Rötungen und Blutergüsse bis hin zu Mittelohrentzündungen und nässenden Ekzemen. Die Milben sind nur mit der Lupe als kleine weiße Pünktchen zu erkennen. Sie haben einen Lebenszyklus von rund 21 Tagen und überleben auch einige Zeit ohne Wirt. Eine gute Maßnahme zur Prävention ist die regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Hundeohren.

Herbstgrasmilben

Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis) befallen Hunde typischerweise nach Spaziergängen im Grünen im Zwischenzehenbereich, an den Beinen, am Bauch und an der Unterseite des Halses. Bei dieser Art leben nur die Larven parasitisch. Sie werden ein bis zwei Millimeter groß und sind durch ihre orangene Färbung leicht zu erkennen. Die Milben schlüpfen im Sommer und Herbst und sind daher besonders an warmen Tagen im Spätsommer aktiv. Die Larven platzieren sich zumeist an der Spitze von trockenen Grashalmen und gelangen so auf euren Hund.

Ein Befall mit Herbstgrasmilben ist nicht gefährlich, doch einige Hunde zeigen eine starke Hautreaktion. Symptome des Befalls sind Juckreiz sowie ständiges Belecken der Pfoten und erkennbare rote Stellen auf der Haut.

Raubmilben

Raubmilben (Cheyletiellen) siedeln sich oberflächlich auf der Haut des Hundes an und ernähren sich von Gewebsflüssigkeit. Mit ihren klauenartigen Werkzeugen hält sie sich an den Haaren des Tiere fest. Um an Hautprodukte und Gewebsflüssigkeit zu gelangen sticht sie die Haut des Wirtes an. Die Milben sind relativ klein und können bis zu einem halben Millimeter groß werden. Sie sind dank ihrer weißen Färbung dennoch gut sichtbar und auch als „wandernde Schuppen“ bekannt. Meist beschränkt sich der Juckreiz hierbei auf die Schultern, den Rumpf und den Rücken. Der Juckreiz verstärkt sich nachts und in warmer Umgebung. Weitere Symptome sind Hautveränderungen, Haarausfall und starke Schuppung. Typisch ist eine Bildung von schuppiger Haut am Rücken. Besonders Welpen zeigen Räude-ähnliche Hautveränderungen.

Haarbalgmilben

Ein Sonderfall sind die Haarbalgmilben (Demodex) sind in geringer Anzahl ein normaler Bestand der Haut von Hunden. Die Milben ernähren sich von Talg und Teilen der Haarwurzel, wobei sie tief in den Haarfollikeln leben. In seltenen Fällen sind sie auch in Talgdrüsen in wenig behaarten Regionen zu finden. Die Milben sind nicht einmal einen Millimeter groß und haben einen zigarrenförmigen, lang gestreckten Körper mit acht Stummelbeinen. Erst wenn viele Milben und Milbeneier anwesend sind, kommt es zu Hautreaktionen. Bei geschwächten Hunden vermehren die Milben sich stark und die Demodikose bricht aus. Die Krankheit tritt in erster Linie bei Welpen zwischen drei Monaten und 1,5 Jahren auf.  Je später die Krankheit auftritt, desto schwerwiegender ist der Verlauf.

Deutlich erkennen lassen sich die Haarbalgmilben durch die Ausbildung von kahlen Stellen. Der Haarausfall beginnt an Oberlippe, den Augenlidern, dem Nasenrücken, der Stirn und den Ohren. Es folgt eine Ausbreitung auf Hals, Brust, Bauch und Schenkelfalten. Ein Juckreiz tritt erst auf, wenn sich in der veränderten Hautpartie zusätzlich Bakterien oder Hefepilze ansiedeln. Es gibt zwei Formen der Demodikose – die lokalisierte, leichte und die generalisierte, schwere Form. Die Hautsymptome breiten sich bei der schweren Form auf den gesamten Körper aus.

Wie bekommt ein Hund Milben?

Die Ansteckung erfolgt je nach Milbenart auf eine andere Art. Mit Räudemilben infizieren sich Hunde fast immer durch den Kontakt mit bereits infizierten Hunden. Daher solltet ihr euren Hund immer von gesunden Tieren fernhalten und alle Hunde, die mit dem erkrankten Tier in Kontakt stehen, prophylaktisch behandeln. Jagdhunde können sich auch durch den Kontakt mit befallenen Füchsen anstecken. Auch mit Raubmilben können sich Hunde bei Trägertieren anstecken. Hierbei ist eine Ansteckung jedoch auch mit Pflegegeräten wie Bürsten oder Kämme möglich.

Die Larven von Herbstgrasmilben leben bei warmen Temperaturen in Gärten, auf Äckern, Kulturwiesen oder an Waldrändern, wo sie auf einen Wirt warten. Die beste Prophylaxe gegen diese Art ist daher ein regelmäßiges Abduschen der Pfoten mit klarem Wasser. Demodex-Milben können schon bei der Geburt von der Mutterhündin übertragen werden. Als Auslöser ist eine angeborene oder erworbene Immunschwäche anzusehen. Eine Ansteckung anderer Tiere oder eine Übertragung auf den Menschen ist auszuschließen.

Was hilft gegen Milben beim Hund?

Wer bei seinem Hund einen Verdacht auf Milben hat, sollte umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Nur mit einer richtigen Behandlung lässt sich eine weitere Ausbreitung der Parasiten verhindern. Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist nicht bestätigt und meist hilft nur eine professionelle Behandlung. Bestimmte Wirkstoffe in Form von Sprays, Spot-ons, Shampoos oder Salben bekämpfen die Milben gezielt und effektiv.

Zusätzlich bekommt euer Hund beim Tierarzt, falls nötig, ein juckreizstillendes Mittel. So könnt ihr verhindern, dass sich durch häufiges Kratzen eine Entzündung oder ein Hotspot bildet. Gegen Räudemilben oder Raubmilben hilft beispielsweise ein keratolytischem Shampoo oder ein Akarizid. Zur Vorsorge könnt ihr auch ein akarizidhaltiges Halsband anlegen. Ihr solltet auch alle Bürsten, Halsbänder, Decken und andere Zubehör behandeln, mit dem euer Hund in Kontakt stand.

Hatte euer Hund schon einmal Milben? Wie seid ihr sie wieder los geworden? Berichtet uns in den Kommentaren von euren Erfahrungen! 

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