02.08.2019

Hot Spot beim Hund

Welche Auslöser gibt es und wie könnt ihr euren Hund behandeln?

Euer Hund hat eine flächige, gerötete und nässende Stelle auf der Haut? Er leidet unter einem sogenannten Hot Spot. Wir klären euch über die Auslöser und Symptome der flächigen Hautentzündung auf.

Was ist ein Hot Spot beim Hund?

Ein Hot Spot (engl. „Heißer Punkt“) ist eine punktuelle, oberflächliche Entzündung der Haut bei einem Hund. Die meist runde Hautstelle ist rot und heiß. Der Hund leidet zudem unter starkem Juckreiz oder Schmerzen. Oftmals sondert die Stelle auch ein übel riechendes Wundsekret ab, welches das Fell verklebt. Tierärzte kennen die Erkrankung als „akut nässende Dermatitis“. Sie unterscheiden zudem zwischen einem oberflächlichem und einem weit fortgeschrittenen tiefen Hot Spot, die eine unterschiedliche Behandlung erfordern.

Ein Hot Spot kann zwar bei jedem Hund auftreten, doch häufig sind langhaarige und dicht behaarte Hunderassen betroffen. Daher neigen Rassen wie der Golden Retriever, der Neufundländer, der Langhaar Collie oder der Berner Sennenhund stärker zu dieser Art Hautentzündung. Auch Rassen mit vielen Hautfalten wie der Chow-Chow oder die Bordeaux Dogge neigen eher zu Entzündungen der Haut.

Wie äußert sich ein Hot Spot?

Zu Beginn ist der Hot Spot beim Hund eher unauffällig. Das Tier leidet an einer ovalen, juckenden Hautstelle, die sich noch nicht stark entzündet hat. Dennoch nässt die Hautstelle leicht, hat einen rötlichen Rand und lässt sich gut von der umgebenden Haut abgrenzen. Bevorzugt findet ihr die Entzündungen am Rücken oder Rumpf des Tieres sowie an den Ohren, Beinen oder in der Halsregion. Es ist wichtig, den Hund schon in diesem Zustand am Kratzen oder Lecken zu hindern. Wenn er nämlich weiter daran kratz entsteht ein tiefer Hot Spot. Diese weiter fortgeschrittene Entzündung infiziert sich mit Bakterien oder Pilzen und wird immer tiefer. Die Entzündung ist in diesem Zustand in der Regel so schmerzhaft für den Hund, dass er nicht mehr daran kratzt. Sie breitet sich jedoch immer weiter aus.

Was sind die mögliche Ursachen?

Ursachen für einen Hot Spot sind beispielsweise eine allergische Reaktion, ein schlecht verheilter Zeckenbiss oder eine kleine Schürfwunde. Jede kleine Verletzung kann sich bei unzureichender Behandlung zu einem Hot Spot entwickeln. Am häufigsten führt eine Flohspeichel Allergie zur Entwicklung eines Hot Spots. Ebenso können Ohrenentzündungen oder eine Infektion mit Ohrmilben eine Ursache für Hot Spots sein. Auch eine Futterunverträglichkeit kann zu Juckreiz und damit zu einem Hot Spot führen. Einige Hunde kratzen sich als Übersprungsreaktion bei Stress.

Übrigens: Ursachen für Juckreiz beim Hund findet ihr im Magazin.

Der Hund fügt sich den Hot Spot in der Regel selber zu, indem er an der betroffenen Stelle leckt oder kratzt. Durch intensives Lecken versucht der Hund den Juckreiz zu lindern, verschlimmert die Situation jedoch weiter. Keime und Schmutz gelangen in die offene Wunde und sorgen für stärkeren Juckreiz. Somit entsteht ein regelrechter Teufelskreis, der erst endet, wenn ihr entsprechende Maßnahmen ergreift.

Muss ich zum Tierarzt?

Wenn der Hund durch den Hot Spot Schmerzen hat, ist es speziell beim ersten Mal ratsam einen Tierarzt aufzusuchen. Ohne Behandlung ist eine weitere Ausbreitung unausweichlich. Sobald euer Hund Fieber bekommt, ist der Tierarztbesuch verpflichtend. Ihr könnt euch auf den Tierarztbesuch vorbereiten, indem ihr euch einige Fragen stellt. Zum einen solltet ihr dem Tierarzt mitteilen, wann die Hautveränderung das erste Mal auftrat und wie stark der Hund daran kratzt. Zum anderen wird der Tierarzt wissen wollen, ob der Hund an einer bekannten Allergie leidet. Es ist nämlich wichtig, die Ursache des Juckreizes herauszufinden und zu beheben. Wenn nach einer gründlichen Untersuchung die Ursache des Hot Spots zweifelsfrei festgestellt wurde, kann die gezielte Behandlung beginnen.

Behandlung eines Hot Spots beim Hund

Das Wichtigste für eine erfolgreiche Behandlung des Hot Spots ist es, den Teufelskreis zu brechen und die Ursache des Juckreizes zu behandeln. Nur so hat die Haut eine Chance sich zu regenerieren und zu heilen.

Bei einem weit fortgeschrittenen Hot Spot ist die Behandlung für den Hund sehr schmerzhaft und alleine meist nicht zu schaffen. Der Tierarzt rasiert dazu die betroffenen Hautareale vorsichtig und desinfiziert die Haut. Bei stark verkrusteten Wunden entfernt er auch die Kruste. Im Falle einer starken Infektion behandelt er den Hund gegebenenfalls mit Medikamenten zur schnelleren Trockung der Wunde. Wenn der Hot Spot sehr tief ist und sich mit Bakterien infiziert hat, bekommt euer Hund ein Antibiotikum verabreicht. Die Wunde selbst darf nicht verbunden werden, sondern muss an der Luft heilen.

Falls euer Hund von weiterem Lecken nicht abzuhalten ist, hilft nur, ihm eine Halskrause anzulegen. In schlimmen Fällen bekommt der Hund zudem für die ersten Tage ein juckreizhemmendes Medikament. In den folgenden Tagen ist es eure Aufgabe, die Entzündung regelmäßig zu desinfizieren. Dazu eignen sich desinfizierende Mittel oder Tücher vom Tierarzt. Ebenfalls können kühlende Umschläge den Hund bei der Genesung unterstützen. Je nach Tiefe und Größe des Hot Spots dauert es unterschiedlich lang, bis er vollständig verheilt. Der Heilungsprozess der Wunde kann in schlimmen Fällen Wochen dauern.

Hausmittel gegen Hot Spots beim Hund

Sobald ihr merkt, dass euer Hund sich übermäßig viel an einer bestimmten Stelle leckt oder kratzt, müsst ihr ihn davon abhalten. Nur so könnt ihr verhindern, dass es zu einer Entzündung kommt.Bei Anzeichen eines beginnenden Hot Spots könnt ihr ihn mit einfachen Hausmitteln behandeln. Dazu eignet sich beispielsweise das Abtupfen mit einer Calendula-Tinktur. Ebenso eigent sich Johanniskrautöl, das einerseits desinfiziert andererseits den Juckreiz mindert. Behandelt die Stelle jedoch niemals mit fettigen Salben oder Cremes, da diese die Wunde zu stark abdecken und die Heilung verlangsamen. Falls der Hund nicht aufhört sich mit den Pfoten zu kratzen, könnt ihr ihm Socken anziehen, um die Krallen abzudecken.

Wie kann ich einem Hot Spot vorbeugen?

Eine gute Fellpflege ist wichtig, um einen Hot Spot zu verhindern. Untersucht das Fell eures Hundes daher stest nach Parasiten und kämmt besonders langhaarige Hunde regelmäßig. Ein feuchtwarmes Klima und verfilztes Fell begünstigen die Entstehung. Verfilzungen und damit einhergehende Irritationen der Haut sind nämlich ein Nährboden für Hot Spots. Beim Kämmen solltet ihr eine weiche Bürste benutzen, da scharfkantige Borsten kleine Verletzungen hervorrufen, die sich ebenfalls entzünden können. Ebenso ist ein effektiver Ungezieferschutz gegen Milben, Flöhe, Zecken und Co wichtig.

Hatte euer Hund schon mal einen Hot Spot? Wie habt ihr ihn behandelt und was hat euch geholfen? Berichtet uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

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