Italienisches Windspiel

Dieses Windspiel hat vier kräftige Beine

Der Name Italienisches Windspiel ist auf den ersten Blick ein wenig irreführend und verwirrend, könnte man doch zunächst vermuten, beim italienischen Windspiel handele es sich eher um ein fragiles und luftiges Dekorationselement als um eine altehrwürdige, aber bis heute weltweit verbreitete und bei vielen Haltern beliebte Hunderasse. Beim genaueren Hinsehen wird aber schnell deutlich, dass der in seiner südeuropäischen Heimat am Apennin „Piccolo levriero italiano“ genannte elegante, graziöse, schlanke und somit „stromlinienförmig“ wirkende Windhund angesichts seines charakteristischen Erscheinungsbilds und Körperbaus mit dieser quasi poetischen Bezeichnung tatsächlich sehr passend beschrieben ist. In den unten folgenden Abschnitten erfahrt ihr alles Wissenswerte rund um die Anschaffung, Haltung, Pflege und Gesundheit sowie Besonderheiten, Eigenschaften und Wesensmerkmale eine der ältesten italienischen Hunderassen.

Geschichte des Italienisches Windspiels

Der kleine italienische Windhund stammt von den kleineren Windhunden ab, die es bereits im alten Ägypten an den pharaonischen Höfen gab. Über Lakonien (Griechenland), wo Abbildungen auf zahlreichen antiken Vasen zu finden sind, gelangte die Rasse bereits im 5. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung auf das Gebiet des heutigen Italiens. Ihre größte Entwicklung erlebte sie in der Renaissance an den Höfen des Adels, und oft findet man sie auf Gemälden berühmter italienischer und ausländischer Meister wieder. In der entsprechenden Forschung wird mittlerweile die These vertreten, dass derartig kleine Windhunde im Mittelmeerraum bereits in der Bronzezeit vor etwa 5.000 Jahren lebten und in Italien vor allem in der Umgebung von Pavia und rund um den Varese-See domestiziert und als Jagdhunde genutzt wurden. Bei den Etruskern galten diese Hunde als Meister der Jagd und wurden auf Grabmalen abgebildet, später erwähnten römische Gelehrte wie zum Beispiel Ovid, Horaz, Plinius und Virgil die gelehrigen Tiere ausdrücklich lobend. Gekrönte Häupter und Adelsfamilien wie die Viscontis und Medicis, der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. und Friedrich der Große von Preußen zählten die anmutigen und muskulösen Hunde zu ihren Favoriten.

Wesen und Charakter

Das Italienische Windspiel gilt als ein äußerst anhänglicher, anpassungsfähiger, treuer, überschwänglicher, begeisterungsfähiger sowie zuverlässiger und zärtlicher Begleiter, der viel Körperkontakt, sanfte Umgangsformen und liebevollen Zuspruch braucht. Er ist aktiv, gesund, robust, sportlich und verspielt, hat es nach dem Auslauf sowie ausdauernden Aktivitäten an der frischen Luft aber auch gerne bequem und gemütlich, um sich im Kreise von Vertrauten zu erholen. Im Gegensatz und Vergleich zum klassischen Windhund mit dessen gelegentlich heftigem Temperament, der dazu neigt, mitunter nicht zu gehorchen, wenn der Besitzer nicht seinen bedingungslosen Respekt besitzt und seine Wertschätzung verdient, ist das Italienische Windspiel gehorsamer, sanfter und leichter zu erziehen. Das macht das Italienische Windspiel auch grundsätzlich für bislang unerfahrene Erstbesitzer und Familien mit noch kleinen Kindern empfehlenswert, wobei er jedoch allzu viel Trubel nicht sehr schätzt. Der gutmütige, intelligente und sensible italienische Windhund ist auch ideal für ältere Menschen und ruhige Erwachsene, gegenüber Fremden und Unbekannten ist er hingegen relativ zurückhaltend. Er lebt besser mit anderen kleinen als mit großen Hunden zusammen.

Anschaffung eines Italienisches Windspiels

Der Preis für das Italienische Windspiel liegt aktuell in Deutschland sowie im europäischen Ausland im Allgemeinen zwischen mindestens 1.000 und maximal 2.000 Euro bei seriösen und anerkannten Züchtern. Womöglich findet ihr in einschlägigen Foren für Kleinanzeigen auch deutlich niedrigere Preise für von Privatpersonen angebotene Tiere, die allerdings mit einiger Vorsicht zu genießen sind. Es ist ja speziell der ausgesprochen gute Ruf dieser schon seit Jahrhunderten als besonders distinguiert, nobel und vornehm geltenden Rasse, welcher manch tendenziell gewissenlose, habgierige und zwielichtige Zeitgenossen ohne jegliche Zuchterfahrung dazu bewegt, schnelles Geld mit dem Verkauf kranker Tiere an nicht ausreichend informierte Interessenten zu machen. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, wendet ihr euch am besten an den renommierten und offiziellen Deutschen „Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV)“ und erkundigt euch dort nach dem zurzeit gültigen Rassestandard sowie vertrauenswürdigen Züchtern für das Italienische Windspiel.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Analog zum weiter oben schon beschrieben könnt ihr euch nach einer diesbezüglichen Recherche als Laien einige Grundregeln merken, die beim allgemeinen Erscheinungsbild des Italienischen Windspiels zu beobachten sein sollten. Bei den Proportionen sollte die Körperlänge des Tiers möglichst der Widerristhöhe sowie Länge der Schnauze ungefähr der Hälfte der Kopflänge entsprechen. Die Länge des Kopfes kann ca. 40 Prozent der Widerristhöhe erreichen. Das Italienische Windspiel sollte auch schon als Welpe über eine lang gestreckte Muskulatur mit deutlich sowie klar definierten Bündeln und Strängen verfügen. Der Körperbau ist generell sehr schlank, aber kräftig, die Bewegungen erfolgen mühelos, schnell und leicht. Bewährte „Qualitätsmerkmale“ gesunder Tiere mit einem guten Stammbaum sind darüber hinaus lange und regelmäßige Gliedmaßen, ein schmaler und gut abgesenkter Brustkorb, ein langer und dünner Schwanz, ein eingezogener Bauch und dünne Haut mit seidigem Haar ohne Unterwolle. Parallel verlaufende Gesichtsachsen, große, dunkle und runde Augen sowie hoch anliegende „Segelohren“ sind ebenfalls als positive Anzeichen anzusehen.

Entwicklung und Erziehung des Welpen

Nach der Vorfreude und Aufregung, einen kleinen italienischen Windhund mit nach Hause zu bringen, stellen sich euch natürlich schnell die Fragen, wie man den Welpen umgehend stubenrein macht und zum angenehmen Mitbewohner erzieht. Wie nahezu alle anderen Welpen haben auch diejenigen des Italienischen Windspiels einen anderen Stoffwechsel als erwachsene Hunde. Ihre Organe und Muskeln sind noch nicht voll entwickelt und erlauben es ihnen nicht, sich entsprechend zu verhalten. Ein italienischer Windhundwelpe ist erst nach 3 Monaten in der Lage, seinen Kot und Urin zu kontrollieren. Deshalb beginnt ihr am besten erst dann mit dem Training, wenn euer italienischer Windhund dieses Alter erreicht hat. Nichtsdestotrotz kann die Vorbereitung schon ab ca. 8 Wochen starten, wobei ihr aber geduldig und nachsichtig bleiben solltet, in der Regel sind Welpen nach etwa 4 bis 7 Monaten komplett stubenrein. Das junge Tier sollte nach Möglichkeit nicht den ganzen Tag alleine gelassen und abends für ein „Geschäft“ auf dem Teppich gescholten werden. Vollkommen überholt ist auch das Stopfen der Nase und Schnauze in den Kot und/oder Urin, die Welpe wird nicht verstehen, dass dies eine Strafe ist.

Wie halte ich einen Italienisches Windspiel?

Sein genetisches Erbe als ausdauernder sowie ehrgeiziger Jagdhund ist im Italienischen Windspiel bis heute lebendig, wie alle Windhunde benötigt auch diese Rasse regelmäßig viel Auslauf, bei dem es ruhig etwas fordernder und sportlicher zugehen darf. Die Rasse benötigt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und leidet sehr unter Einsamkeit, weswegen ihr für die Haltung schon einige Zeit kalkulieren müsst. Der kleine italienische Windhund ist weniger stur und eigensinnig als seine größeren Artgenossen aus verwandten Rassen, allerdings dafür auch etwas anfälliger und empfindlicher gegenüber feuchtem oder kaltem Wetter, das er aufgrund seiner mediterranen Herkunft nicht allzu sehr schätzt. Er kann in einer größeren Wohnung ohne Probleme gehalten werden, besser ist jedoch ein Haus mit Garten, in dem er seinem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen kann.

Aktivitäten mit dem Italienischen Windspiel

Mit eurem italienischen Windspiel könnt ihr hervorragend gemeinsam joggen, laufen und ihn beim Radfahren neben euch auch über längere Strecken rennen lassen. Speziell bei Spaziergängen durch Wälder kann es passieren, dass er als ausgemachter Jäger sowie Spürhund die Witterung von Hasen, Kaninchen und Fasanen aufnimmt und dann vielleicht sogar versucht „auszubüchsen“. In der Regel hören diese Hunde aber sehr gut und lassen sich durch deutlich und klar vernehmbare Ansagen von derartig abenteuerlichen Anliegen abbringen. Sein geringes Aggressionspotenzial und gutes Anpassungsvermögen machen auch das Spiel mit anderen Hunden zum einfachen und problemlosen Unterfangen.

Gesundheit und Pflege

Trotz des vermeintlich zierlichen und zerbrechlichen Äußeren ist das italienische Windspiel erstaunlich robust und vergleichsweise wenig anfällig für hundetypische Krankheiten. Sein Herz ist größer als das gleich großer Hunde anderer Rassen, was ihm viel Ausdauer und Kondition sowie eine hervorragende Durchblutung verleiht. Als Welpe und bis zum Alter von eineinhalb Jahren hat der italienische Windhund ein sehr zartes Skelett, auch später besteht noch ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Auf Sprünge aus großer Höhe sollte deshalb eher verzichtet werden. Schwerwiegende häufige Erbkrankheiten sind bei der Rasse gleichermaßen unbekannt. Fettleibigkeit oder Gewichtszunahme sind ebenfalls keinerlei Probleme beim Italienischen Windspiel. Diese Windhunde haben extrem kurzes Fell und müssen kaum gebürstet und gereinigt werden, ein gelegentliches Bad alle paar Wochen ist für sie vollkommen ausreichend. Italienische Windspiele sind somit angenehm pflegeleicht, auch an die Fütterung werden nicht allzu große Ansprüche gestellt. Trocken- und Nassfutter sind gleichermaßen akzeptiert und bestens verträglich.

Interessantes und Wissenswertes

Der kleine italienische Windhund gehört zu denjenigen Hunderassen, die als hypoallergen bezeichnet werden, was vor allem auf die geringere Produktion von Hautschuppen und den geringeren Haarausfall als bei vielen anderen Rassen zurückzuführen ist. Daher wird er häufig von Menschen mit leichten oder mittelschweren Hundeallergien angeschafft. Im 19. Jahrhundert wären italienische Windhunde sogar in ihrer angestammten Heimat Italien fast ausgestorben, weil sie im Vergleich zu neu gezüchteten, rein äußerlich imposanteren Jagdhunden als zu zart und zerbrechlich angesehen wurden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sorgten einige wenige passionierte Züchter jedoch schrittweise für eine bis heute anhaltende Renaissance.

Fazit und Zusammenfassung

Italienische Windspiele bzw. Windhunde sind gesellige Tiere mit liebe- und respektvollen Beziehungen zu ihren Besitzern und in Maßen auch zu ihnen fremden Menschen. Sie sind verträglich mit anderen, speziell gleich großen oder kleineren Hunden, niemals aggressiv, territorial oder dominant und bereiten im Allgemeinen keine Probleme im Zusammenleben. Wenn ihr auf der Suche nach einem sowohl äußerlich ästhetischen wie charakterlich bei guter Behandlung absolut zuverlässigen Hund seid und auch ausreichend Zeit habt, euch um ihn zu kümmern, ist das italienische Windspiel eine ausgezeichnete Wahl.

Ihr habt einen Italienischen Windspiel oder wollt euch einen zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was ihn eurer Meinung nach so besonders macht!

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