12.11.2021

Katzenseuche

So schützt ihr euren Freigänger

Katzenseuche ist eine ansteckende Virusinfektion, die für junge und ungeimpfte Katzen zur lebensgefährlichen Bedrohung werden kann. Andere Bezeichnungen der weltweit auftretenden Krankheit lauten Feline Panleukopenie, Katzenpest, Feline Parvovirose und Katzenstaupe.

Dank moderner Forschung ist heutzutage eine gut verträgliche und wirksame Katzenseuche Impfung verfügbar, die eure Katze schützt und hilft, die weitere Verbreitung zu hemmen. Alle Informationen zu Ursachen, Symptomen, Therapiemöglichkeiten bei Katzenseuche findet ihr hier zusammengefasst.

Parvovirus Katze – Ursachen der Katzenseuche

Der Parvovirus der  Katze ist Auslöser der Erkrankung. Infizierte Tiere scheiden Feline Parvoviren (FPV) über Nasensekret, Speichel, Kot und Urin aus, auch an gemeinsam benutzten Betten, Spielzeug, Futternäpfen und Trinkschalen besteht hohe Ansteckungsgefahr für gesunde Artgenossen. Gegenseitigen Fellpflege, wobei Katzen sich gegenseitig ablecken, fördert die Infektion. Flöhe, Milben oder Zecken gelten als ebenfalls Überträger. In Haushalten mit mehreren Katzen oder an Orten wie Tierpensionen und Tierheimen besteht durch die räumliche Enge höheres Infektionsrisiko.

Da die Viren sehr widerstandsfähig gegen Desinfektionsmittel, Einfrieren und Austrocknen sind, überleben sie jahrelang bei Zimmertemperatur. Einzig spezielle Chemikalien wie Formaldehyd oder Natriumhypochlorit beseitigen die Krankheitskeime sicher. Besondere Gefahr geht von genesenen Katzen aus, die immer noch Viren über Körperflüssigkeiten und Kot verbreiten.

Ist Panleukopenie auch für Wohnungskatzen gefährlich?

Ja, eine Infektion ist durchaus möglich über eure Schuhe, Kleidung oder Katzenfutter Dosen, die ihr gerade gekauft habt. Diese können theoretisch andere Katzenhalter mit infizierten Tieren berührt haben. Betroffen sind alle Katzenrassen gleichsam. Falls eine neue Katze in euren Haushalt einzieht, sollte sie unbedingt die Katzenseuche Impfung aufweisen.

Katzenseuche Symptome – So sehen sie aus

Drei bis fünf Tage nach der Infektion treten erste Katzenseuche Symptome auf. Erwachsene Katzen kommen meist mit einem milden Krankheitsverlauf davon, während die Sterblichkeit ungeimpfter junger Tiere bei 70 % liegt. Da in den folgenden sieben Tagen die Anzahl der weißen Blutkörperchen drastisch sinkt, heißt der medizinische Fachausdruck Panleukopenie. Samtpfoten, die über diese kritischen Tage hinwegkommen, bauen eine lebenslange Immunität gegen Katzenstaupe auf.

Katzenstaupe tritt in drei akuten Verlaufsformen auf, die sich in unterschiedlichem Krankheitsbild zeigen.

  • Perakute Form: Dieser Verlauf tritt überwiegend bei Katzenwelpen nach einer Infektion auf, die zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche erfolgte. Da das Immunsystem noch unvollständig ausgereift ist, versterben die Kätzchen plötzlich ohne vorherige Symptome.
  • Akute Form: Hier treten die beschriebenen Symptome auf, die unbehandelt bei Katzen aller Altersgruppen zum Tode führen können.
  • Subakute Form: Bei erwachsenen Katzen mit starkem Immunsystem treten wenige oder gar keine Symptome auf.
  • Intrauterine Form: In der Gebärmutter infizierte Föten sterben, lebende Katzenwelpen leiden unter Bewegungsstörungen durch Schäden am Kleinhirn.

Feline Panleukopenie – welche Schäden treten auf?

Das Virus gelangt durch Tröpfcheninfektion und über das Maul in den Körper. Dort befällt es zuerst die Lymphknoten und gelangt von dort in den Blutkreislauf. Es schädigt Zellen, die sich in Knochenmark, Darm und vor allem in der Netzhaut der Augen und im zentralen Nervensystem besonders schnell teilen. Falls eine infizierte Katze ohne Leukose Katzen Impfung trächtig wird, geht die Krankheit schon auf ungeborene Katzenbabys über, die blind oder mit Koordinationsstörungen auf die Welt kommen.

Panleukopenie Katze kann zu plötzlichem Tod führen oder mit folgenden Symptomen in abgeschwächtem Verlauf einhergehen:

  • Erbrechen und blutiger Durchfall
  • Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit
  • Fieber, Sehstörungen
  • Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen
  • Der Körper trocknet aus, stumpfes Fell
  • Stolpert und torkelt beim Laufen

Diese Symptome stehen nicht im speziellen Zusammenhang mit der Katzenseuche. Gleiche Anzeichen treten beispielsweise bei anderen Ursachen wie Darmentzündungen oder Vergiftungen auf. Falls ihr nur eine einzige Auffälligkeit bemerkt, kann die schnelle Abklärung und Behandlung durch den Tierarzt lebensrettend für eure Katze sein.

Panleukopenie – so wird sie behandelt

Der Verdacht auf Feline Panleukopenie liegt bei Katzen vor, die genannte Symptome zeigen. Ein Bluttest gibt Aufschluss, ob die Leukozytenzahl verringert ist und anhand einer Kotprobe lässt sich das Parvovirus Katze direkt nachweisen. Bei positiver Diagnose beginnt sofort die Behandlung mit Infusionen, die dem Körper verlorene Flüssigkeit und Elektrolyten zuführen. Gegen weitere bakterielle Infektionsrisiken erhält die Katze Antibiotika, während Antiemetika das Erbrechen und Krämpfe lindern sollen.

Da erwachsene Katzen einen milderen Krankheitsverlauf zeigen, dürft ihr diese zu Hause versorgen, während junge Katzen, die unter schweren Symptomen leiden, zur Sicherheit stationäre Behandlung in der Tierklinik erhalten. Eure kranke Katze sollte während der gesamten Behandlung in der Wohnung bleiben, um die Verbreitung der Viren in der Umgebung einzuschränken.

Beachtet bitte, dass eure Samtpfote bis zu sechs Wochen nach der Genesung immer noch aktive Viren mit dem Kot absetzt. Auch wenn die Katzenseuche gut überstanden ist, solltet ihr weiterhin sehr genaue Hygienemaßnahmen einhalten. Dies beinhaltet, die Futternäpfe, Bettchen, Spielzeug und die Katzentoilette zu desinfizieren und die Einstreu sauber zu halten. Bis sich Magen und Darm wieder erholt haben, benötigt eure Katze Schonkost, die ihr in kleinen Portionen über den Tag verteilt anbietet.

Katzenseuche Impfung und andere Präventionsmaßnahmen

Die frühzeitige Leukose Katzen Impfung schützt euren Liebling vor einer Infektion mit Katzenpest. Aufgrund des Übertragungswegs durch Artgenossen und kontaminierter Gegenstände ist das Risiko, an Panleukopenie Katze zu erkranken, so gut wie ausgeschlossen. Es ist sinnvoll, die Grundimmunisierung durch vorbeugenden Impfschutz gegen Katzenschnupfen zu komplettieren.

Regelmäßige Auffrischungen gewährleisten lebenslangen Schutz gegenüber dem Parvovirus Katze. Die ersten vorbeugenden Schutzimpfungen gegen Katzenstaupe erfolgen in der achten, zwölften und sechzehnten Lebenswoche. Nach fünfzehn Monaten erfolgt die erste Panleukopenie Katze Auffrisch-Impfung, danach folgen je nach Präparat alle zwei bis drei Jahre Wiederholungen. Falls eure Katze ihre erste Impfung im Erwachsenenalter erhält, reichen zwei Impfungen in vier Wochen Abstand und danach die Auffrischung ein Jahr später. Eure Katze erhält einen Impfpass, wo der Veterinär das Datum, die verabreichten Präparate und den empfohlene nächsten Impftermin einträgt.

Katzenseuche – Gibt es wirksame Hausmittel?

Hausmittel sind unwirksam gegen Viren dieser Art. Zeigt eure Katze Symptome, muss sie schnellstmöglich zum Tierarzt, der zuerst die Diagnose stellt. Die verordneten Medikamente sorgen dafür, dass es eurem Liebling schnell wieder gut geht. Das einzige Hausmittel, was wir guten Gewissens empfehlen können, ist Zuneigung, Ruhe und ungestörten Schlaf. Vermeidet Stress, beispielsweise durch lauten Besuch. Intensive Hygiene ist nun wichtig: Schaut nach einem Reinigungs- und Desinfektionsmittel mit antiviraler Wirkung. Eure Katze freut sich über Schonkost mit selbst gekochtem Hühnchenfleisch und etwas Reis, gedünstetes Fischfilet ohne Salz, auch Naturjoghurt oder Hüttenkäse mögen viele Stubentiger.

Homöopathische Mittel wie Bachblüten oder Globuli könnt ihr nach Absprache mit dem Tierarzt ergänzend zu den verordneten Medikamenten geben. Obwohl diese Präparate frei verkäuflich sind, solltet ihr die Anwendung nicht nach eigener Einschätzung durchführen. Der Arzt gibt abhängig vom Allgemeinzustand eurer Katze seine Einwilligung oder nicht.

Feline Panleukopenie – die Prognose

An Katzenseuche erkrankte Tiere können grundsätzlich geheilt werden. Die beste Chance dazu besteht bei möglichst frühem Beginn der Behandlung. Einzig bei sehr jungen ungeimpften Kätzchen im Alter bis zu vier Monaten kann Feline Panleukopenie zum Tode führen. Bei gut genährten erwachsenen Katzen kann die Erkrankung ohne oder nur mit geringen Symptomen vorübergehen. Allerdings führt das Parvovirus Katze zur Schwächung des Immunsystems, wodurch es das Auftreten anderer Krankheiten fördert. Aus Erfahrung wissen Tierärzte, dass die ersten fünf Tage nach Ausbruch der Katzenseuche kritisch sind. Übersteht das Tier diese Frist, wird sie sich in den meisten Fällen wieder erholen. Erwachsene ungeimpfte Tiere, die an Katzenpest erkrankt waren und genesen sind, entwickeln lebenslange Immunität. Eine Impfung gegen Katzenseuche ist damit überflüssig.

Katzenstaupe – ist sie ansteckend für Menschen?

Neben Artgenossen kann die Panleukopenie Katze auch bestimmte andere Tiere infizieren. Kleinmarder wie Nerze, Iltis und Frettchen erhalten ebenfalls routinemäßig die Katzenseuche Impfung. Das Parvovirus Katze ist mit dem Parvovirus Hund verwandt. Ist eine gegenseitige Infektion denkbar? In der Regel erkrankt ein Hund nicht an der Katzenseuche, und infiziert seinerseits keine Katzen. Nur Katzen und Hunde untereinander infizieren sich. Katzenstaupe ist für Menschen nicht ansteckend. Wenn ihr einer Katze ein Zuhause geben wollt, sollte umfassender Impfschutz selbstverständlich sein.

Kann sich unser Freigänger trotz Katzenseuche Impfung erneut infizieren?

Die Panleukopenie Impfung ist ein Lebendimpfstoff. Das heißt, im Serum befindet sich der Parvovirus Katze in abgeschwächter Form. Der Körper bildet Immunität aus, wodurch eine erneute Erkrankung unwahrscheinlich.

Ist Katzenstaupe meldepflichtig?

Feline Panleukopenie tritt dank jahrzehntelanger Durchführung von Impfungen gegen Feline Panleukopenie nur noch äußerst selten auf. Eine Erkrankung ist nicht meldepflichtig, da diese Viren nicht mit menschlichen Zellen interagieren können. Zu den anzeigepflichtigen Krankheiten zählt Tollwut, da sie auch für Menschen gefährlich ist.

 

Hatte euer Stubentiger auch schon einmal Katzenseuche? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

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