10.10.2021

Wurmkur für Katzen

Wieso regelmäßiges Entwurmen wichtig ist

Das Thema „Wurmkur der Katze“ ist Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Wie oft muss die Katze entwurmt werden und ganz wesentlich: muss sie überhaupt? Studien haben gezeigt, dass sich selbst rund 20 % der Wohnungskatzen mit Würmern infizieren und dass die einmalige Entwurmung oft nicht reicht. Doch wie geht es richtig und was könnt ihr vorbeugend für die Gesundheit eurer Katze tun? Wir klären auf!

Entwurmung Katze – wieso es so wichtig ist

Die periodische Behandlung verwurmter Katzen wird kontrovers diskutiert, weil es – je nach Präparat – zu diversen Nebenwirkungen kommen kann.

Allerdings sind mit der Entwurmung der Katze zwei wesentliche Vorteile verknüpft:

Gesundheitsschutz der Katze: Wurmkuren sind die einzige Möglichkeit, mit der der Katzenhalter seinen Stubentiger zuverlässig von den Würmern – in allen Entwicklungsstadien – befreien kann. Falls die medikamentöse Behandlung unterbleibt, tritt zunächst eine Immunschwäche ein. Im weiteren Krankheitsverlauf kann es aber auch zu chronischen Organschäden und Verdauungsstörungen kommen. Bei einem massiven Wurmbefall befindet sich die betroffene Katze sogar in einer lebensbedrohlichen Situation. Wurmmittel können die gesundheitlichen Risiken deutlich reduzieren.

Gesundheitsschutz des Halters: Während einige Würmer bevorzugt in der Katze leben, gibt es bei anderen eine realistische Übertragungs- und Ansteckungsgefahr (Beispiel: Spulwürmer/Bandwürmer). Um sich selbst vor einer Erkrankung zu schützen, sollte die Katze und der Haushalt möglichst parasitenfrei sein.

Katze entwurmen – wie oft ihr es tun solltet

Das Behandlungsintervall oder die Notwendigkeit einer außerplanmäßigen Wurmkur richtet sich ganz individuell nach dem Übertragungsrisiko:

  • Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben – empfohlene Behandlung mindestens ein Mal im Jahr
  • Wohnungskatzen mit kontrolliertem Außenbereich – empfohlene Behandlung vier Mal im Jahr
  • Katzen, die in Kontakt zu fremden Artgenossen stehen – empfohlene Behandlung vier Mal im Jahr
  • Katzen, die wilde Beutetiere konsumieren – empfohlene Behandlung monatlich
  • Freigängerkatzen – empfohlene Behandlung monatlich
  • Katzen, die sich einen Haushalt mit einem immungeschwächten Personenkreis (Babys, Schwangere, Senioren, Personen mit Vorerkrankungen) teilen – empfohlene Behandlung monatlich
  • Katzen, die mit Frischfleisch gefüttert werden – empfohlene Behandlung im Abstand von sechs Wochen
  • Kitten und säugende Katzen – empfohlene Behandlung ab der dritten Lebenswoche bis zwei Wochen nach der Säugephase im Abstand von je zwei Wochen
  • Katzen, die auf Messen oder ähnliche Veranstaltung gehen – zusätzliche Behandlung vier Wochen vor und rund 2 Wochen nach dem Event
  • Katzen, die in Urlaubsbetreuung gehen – zusätzliche Behandlung vier Wochen vor und rund 2 Wochen nach dem Urlaub
  • Bei Reisen in ein Risikogebiet – zusätzliche Behandlung vor Reiseantritt und vier Wochen danach
  • Bei Flohbefall – zusätzliche Behandlung einmalig
  • Bei anstehender Impfung – zusätzliche Behandlung einige Tage im Voraus

Die Behandlung gegen Spul- und Bandwürmer reicht in der Regel aus. Doch trotz regelmäßiger Entwurmung kann ein Wurmbefall entstehen, weil es derzeit keine Medikamente mit präventiver Wirkung gibt. Allerdings greifen die Wurmkuren in den Entwicklungszyklus der Würmer ein und mindern dadurch die Gesundheitsfolgen und die Infektionsgefahr. Innerhalb von vier Wochen nach der Übertragung können nämlich bereits wieder infektiöse Eier entstehen.

Würmer bei Katzen – wie treten sie auf

Der Wurmbefall ist eine leidige Angelegenheit, die nicht nur Freigängerkatzen betrifft, sondern auch Wohnungskatzen widerfahren kann.

Auf diese Weise geraten Katzen mit den Endoparasiten in Kontakt:

  • Würmer oder deren Eier können über die menschliche Kleidung in die Wohnung gelangen.
  • Katzen können sich durch den Körperkontakt mit einem betroffenen Vierbeiner infizieren (durch Verschlucken, durch einen Riss in der Hautbarriere oder über die Blutlaufbahn).
  • Die Hauptübertragungsquelle ist der Kot.
  • Kleine Lebewesen (Zecken, Flöhe, Fliegen etc.) birgen ein Übertragungsrisiko.
  • Bei Katzen, die rohes Fleisch konsumieren, steigt die Infektionswahrscheinlichkeit.
  • Säugende Mütter, die von Würmern befallen sind, übertragen die Plagegeister über die Muttermilch an die nächste Generation.

Die Würmer, die eine Katze befallen können, werden in verschiedenen Gruppen kategorisiert:

  • Herzwürmer – mit ihnen kann sich der Katzenhalter nicht infizieren
  • Lungenwürmer – junge Haken-/Faden- und Spulwürmer belagern den Atmungsapparat, auch sie können jedoch nicht auf den Menschen übergehen
  • Magen-Darm-Würmer – ausgewachsene Haken-/Faden-/Band- und Spulwürmer nisten sich im Magen-Darm-Trankt der Katze ein und sind auch für ihren Halter ein Gesundheitsrisiko

Katzen Würmer – das sind die Symptome

Endoparasiten sind besonders tückisch, denn ihr Befall ist gar nicht so einfach zu erkennen. Einige Katzen bilden keinerlei Symptome aus. Andere Katzen wiederum reagieren sehr extrem.

Diese Anzeichen können ein erster Hinweis sein:

  • Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung)
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsreduktion
  • Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Abgeschlagenheit/Apathie
  • Blutarmut
  • Blähbauch
  • Immunschwäche
  • Wundheilungsstörungen
  • Stumpfes Fell

In schweren Fällen sind die Würmer in all ihren Entwicklungsstadien oder einzelne Wurmglieder am After der Katze oder in ihren Ausscheidungen zu sehen. Allerdings sind gerade die Eier mikroskopisch klein (Beispiel: Größe Spulwurmei – 50 Mikrometer), selbst die erwachsenen Würmer sind oft nur wenige Millimeter groß. Abgesehen davon ist die Beurteilung auf Sicht sehr ungenau, da

  • nur die adulten Würmer Eier produzieren,
  • sich die Menge der Würmer im Kot nicht gleichmäßig verteilt und
  • die Eiablage nicht durchgehend erfolgt, sondern für mehrere Tage pausieren kann.

Aufgrund dessen solltet ihr euch nicht auf den Sichttest verlassen, sondern den Kot eurer Katze über mehrere Tage sammeln und zum Tierarzt bringen. Im Wege der Laboruntersuchung (mittels Mikroskop oder Antigentest) kann er den Wurmbefall zweifelsfrei diagnostizieren.

Nur weil die Katze keine klinischen Symptome entwickelt und der Kot phasenweise keinen Hinweis auf Endoparasiten enthält, kann sie also trotzdem von Würmern befallen sein!

Bandwurm Katze

Der Bandwurm ist eine gängige Parasitenart, die nicht nur die Katze betreffen, sondern auch den Menschen befallen kann. Allerdings ist das Risiko für schwerwiegende Schänden, bei der Katze im Vergleich zum Menschen, nicht so hoch.

Die Übertragung der Larven erfolgt über das Blut, weshalb besonders solche Katzen betroffen sind, die rohe Nahrung oder Lebendbeute konsumieren. Wenn eine Katze von Bandwürmern befallen ist, sind häufig einzelne Wurmglieder im Kot zu sehen.

Spulwurm Katze

Spulwürmer sind eine der bei Katzen am häufigsten vertretenen Endoparasitenart. Die Übertragung erfolgt bei Kontakt mit einem betroffenen Tier. Da die Infizierung auch über die Muttermilch erfolgen kann, sind oft auch die Nachkommen befallen. Gerade bei Jungtieren ist das Risiko für chronische Schäden besonders hoch, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist und dem Wurmbefall deshalb noch nicht standhalten kann. In schweren Fällen nimmt die Infektion sogar einen tödlichen Verlauf.

Der Spulwurm kann übrigens auch auf den Menschen übergehen. Deshalb solltet ihr bei Berührungen einer verwilderten Katze sehr vorsichtig sein.

Wurmkur für Katzen – wie funktioniert es?

Anthelminthika, also Wurmkuren, sollen die Katzen von den lästigen Parasiten befreien.

Die Wirkweise unterscheidet sich von Präparat zu Präparat:

  • Einige Wurmkuren lähmen die Würmer nur,
  • andere töten die Endoparasiten ab.

Beide Methoden führen dazu, dass die Katze die Würmer über den Kot ausscheiden kann. Allerdings beseitigen manche Anthelminthika nur die späten Entwicklungsstadien, sodass eine zeitversetzte, zweite Behandlung notwendig ist.

Entwurmungsmittel Katze

Gegen die Behandlung von Würmern sind verschiedene Anthelminthika auf dem Markt:

  • Spot-On-Präparate zum Auftragen auf die Haut
  • Schmackhafte Pasten, Gels, Lösungen oder Mittel in Tablettenform, zur oralen Eingabe in das Maul

Welches Mittel zum Einsatz kommt, hängt damit zusammen, gegen welche Wurmart die Katze behandelt werden soll (spezifisches Wurmmittel oder Bandbreitkur). In Deutschland kann man die Entwurmungsmittel nur in Apotheken oder beim Veterinär bekommen.

Auch wenn ihr die Mittel eigeninitiativ verabreichen könnt, ist die Beratung durch einen Tierarzt zu empfehlen, denn

  • zwischen den einzelnen Präparaten können gefährliche Wechselwirkungen bestehen.
  • ihr solltet das Medikament weder unter- noch überdosieren.
  • Wurmkuren für Hunde können für Katzen gesundheitsschädlich sein.

Homöopathische Mittel sind gegen Würmer leider wirkungslos. Sie können allerdings ergänzend die körpereigenen Abwehrkräfte stabilisieren.

Zusätzlich zu den konventionellen Behandlungsmethoden könnt ihr das Risiko für einen Wurmbefall auf folgende Weise reduzieren:

  • Hygienestandard erhöhen: Händewaschen und -desinfizieren/Einmalhandschuhe für Reinigungsarbeiten am Katzenklo
  • Rohfutter: Fleisch einfrieren oder erhitzen, Waldfrüchte waschen oder gar keine rohen und wildgewachsenen Lebensmittel konsumieren
  • Gefahrenbereiche umgehen: Öffentliche Sandkästen und Blumenbeete sind oft ein öffentliches, infektiöses Katzenklo

Wurmtabletten Katze

Wurmkuren in Tablettenform sind zwar weit verbreitet, allerdings ist die Verabreichung oft sehr kompliziert. Viele Katzen nehmen die Tabletten nicht freiwillig an, weshalb man sie gegen ihren Willen festhalten oder die Wurmkur in einem Leckerlie verstecken muss. Katzen sind mit ihrem Futter jedoch sehr mäkelig und schmecken die Tabletten häufig raus. Falls sich eure Katze die Tablette nicht auf herkömmlichem Wege verabreichen lässt, könnt ihr die Zuhilfenahme eines Tabletteneingebers (auch Pillenspender genannt) probieren. Dieses Hilfsmittel bekommt ihr im Onlinehandel, beim Tierarzt oder in einem gut sortierten Zoogeschäft. Damit könnt ihr die Tablette greifen und so tief im Hals der Katze platzieren, dass sie diese nicht wieder hervorwürgen kann. Alternativen dazu sind Mittel in Pastenform oder ein Spot-On-Präparat.

 

Habt ihr mit eurem Stubentiger auch schon Erfahrungen mit Wurmbefall gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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