10.07.2021

Blasenentzündung bei Katzen

So könnt ihr helfen

Die Blasenentzündung bei der Katze ist eigentlich eine gut zu therapierende Krankheit, die bei ausbleibender Behandlung jedoch unter anderem zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Eine echte Zystitis ist deshalb nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Im Folgenden erfahrt ihr, woran ihr eine Blasenentzündung erkennen und wie ihr eurer Katze am besten helfen könnt.

Blasenentzündung bei Katzen. Das sind die Symptome

Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass eure Katze eine Blasenentzündung hat:

  • Zahlreiche Toilettengänge
  • Verliert unkontrolliert Urin
  • Setzt nur noch Kleinstmengen oder einzelne Tröpfchen ab
  • Sichtbare Pressbemühungen
  • Starke Geruchsbildung
  • Schmerzhaftes Miauen
  • Die Katze verweigert ihr herkömmliches Klo
  • Verstärkte Pflege im Genitalbereich
  • Blut im Urin

Die Symptome können einzeln oder gehäuft entstehen.

Wird die Blasenentzündung nicht therapiert, können die gesundheitlichen Probleme der Katze auf benachbarte Organe überspringen.

Eine fortgeschrittene Blasenentzündung ist daran zu erkennen, dass

  • die Katze Fieber hat
  • sie nicht mehr frisst
  • sie sich erbricht
  • eure Katze Gewicht verliert
  • sich die Katze merkwürdig verhält
  • sie sich anders bewegt
  • die Katze Schmerzen in der Bauchgegend verspürt

Wie kommt es zu einer Blasenentzündung bei eurem Stubentiger?

Die Blasenentzündung (sogenannte Zystitis) bei der Katze kann auf verschiedene Arten entstehen, und zwar durch:

  • Bakterien
  • Diese wiederum entstehen, wenn die Katze
    • nicht genug trinkt
    • sich zu wenig bewegt
    • gestresst ist
    • eine Grunderkrankung hat
    • übergewichtig ist
    • nicht optimal gefüttert wird
    • schon älter ist
  • Tumore
  • Fehlbildungen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Niereninsuffizienz
  • Blutvergiftung
  • Polypen
  • Stress
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • augenscheinlich grundlos (sogenannte idiopathische Blasenentzündung)

Auffällig ist, dass Kater im Vergleich zu Katzen häufiger betroffen sind. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass ihre Harnröhre enger ist und leichter verstopfen kann. Außerdem empfinden sie beim Aufeinandertreffen mit männlichen Artgenossen negativen Stress.

Wie werden Blasenentzündungen bei Katzen behandelt?

Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten hängen von dem diagnostizierten Auslöser ab:

Bakterielle Blaseninfektion: Bei einer klassischen, bakteriellen Blasenentzündung verschreibt oder injiziert der Tierarzt folgende Medizin:

  • Antibiotikum
  • Entzündungshemmer
  • Schmerzmittel
  • Krampflöser

Eine ganz normale Blasenentzündung ist unter Einsatz dieser Medikamente bereits nach wenigen Tagen wieder vorbei. Bei schweren oder wiederholten Infektionen hält die Behandlung manchmal aber auch über einen Zeitraum ungefähr 6 Wochen an.

Futterumstellung: Einen Teil der Symptome lassen sich mithilfe der Nahrungsergänzung und einer Futterumstellung regulieren. Spezielle Diätfutter führen dazu, dass die Katze an Gewicht verliert. Außerdem senken sie den pH-Wert und tragen auf diese Weise vorsorglich dazu bei, dass neue Harnkristalle gar nicht erst entstehen. Je nachdem, welche Art Harnkristall der Katze zu schaffen macht, ist das Spezialfutter sogar dazu in der Lage, bereits vorhandene Kristalle zu zerstören (bei den sogenannten Struvitkristallen ist das möglich, bei der Kalziumoxalatkristallen jedoch leider nicht).

Stressreduktion: Weil Stress als Auslöser für chronische Blasenentzündungen vermutet wird, ist es wichtig, dass sich die Alltagsbelastungen der Katze reduzieren. Beruhigende Nahrungsergänzungsmittel tragen einen Teil zur seelischen Regeneration der Katze bei.

Harnwegverschluss: Bei einem Harnwegverschluss muss der Tierarzt manchmal einen Katheter legen, damit der aufgestaute Urin abfließen kann.

Blasensteine: Große Blasensteine werden mit Laserlicht zertrümmert und anschließend über die Harnröhre entfernt.

Blasenentzündung bei eurer Katze. Das könnt ihr tun.

Eine Blasenentzündung ist keine Erkrankung, die eure Katze mit einfachen Hausmitteln auskuriert. Sie braucht die fachkundige Betreuung durch einen Arzt. Trotzdem gibt es einige Dinge, mit denen ihr eurer Katze den Genesungsprozess erleichtern könnt:

  1. Die Katze muss viel trinken, um Ablagerungen und Krankheitskeime aus der Blase herauszuspülen. Falls eure Katze ein spärlicher Trinker ist, könnt ihr sie mit Hühnerbrühe oder Katzenmilch zum Trinken motivieren.
  2. Während sich die Katze auskuriert, braucht sie eine Menge Schlaf. Achtet darauf, dass sie nicht permanent von Außenreizen stimuliert wird, sondern sich erholen kann (Beispiel: warmer Liegeplatz in einem abgeschotteten Bereich).
  3. Macht euch mit dem Thema Ernährungsumstellung vertraut und führt die neuen Futtermittel schrittweise in den bestehenden Ernährungsplan eurer Katze ein. Viele Katzen sind nämlich sehr wählerisch und nehmen eine abrupte Futterumstellung nicht gut an.
  4. Die Katzentoilette ist ein Ort, an dem sich Krankheitskeime rasend schnell vermehren können. Deshalb sollte das Katzenklo stets sauber sein. Während eure Katze krank ist, solltet ihr die verschmutzten Stellen mehrmals täglich entfernen.

So könnt ihr eure Katzen vor Blasenentzündungen schützen

Ihr könnt noch so vorsichtig sein, eine Garantie dafür, dass eure Katze ihr Leben lang von Blasenentzündungen verschont bleibt, gibt es leider trotzdem nicht.

Allerdings könnt ihr die Wahrscheinlichkeit eines Blasenleidens mit folgenden Mittel deutlich reduzieren:

  • Das Gewicht eurer Katze sollte stets im gesunden Normalbereich sein.
  • Achtet darauf, dass die Katze ausreichend Bewegung hat. Motiviert sie zum Klettern und zum Spielen.
  • Die Katzentoilette sollte täglich gereinigt werden. Für die Katzen in einem Mehrkatzenhaushalt ist es am angenehmsten, wenn jede Katze ein eigenes Katzenklo hat (besser wären zwei!). Die Verschmutzungen teilen sich dann auf mehrere Sammelbehälter auf. Gebt euch nicht damit zufrieden, die Hinterlassenschaften zu entfernen, sondern spült die Auffangbehälter regelmäßig mit einer heißen Seifenlauge aus.
  • Behaltet das Trinkverhalten eurer Katze im Blick und bietet ihr schmackhafte Alternativen an (Beispiel: Mischung aus Wasser und Katzenmilch). Katzen, die verschiedene Wasserstationen oder einen Trinkbrunnen haben, trinken automatisch mehr.
  • Bietet eurer Katze nur ausgewählte Futtersorten an (Diätfutter oder Futter mit wenig Magnesium, wenig Eiweiß und Phosphat) und verteilt die Gesamtration auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag.
  • Schützt eure Katze vor Alltagsstress. Mindert etwaige Störfaktoren (Beispiel: Geräuschquellen oder blinkendes Licht) und richtet eine Ruhezone für die Katze ein. Bei mehreren Katzen braucht jede von ihnen einen separaten Rückzugsort.

Wann ihr bei einer Blasenentzündung bei eurer Katze zum Arzt müsst

Blasenentzündungen können starke Schmerzen hervorrufen und wachsen unbehandelt zu einer potenziell lebensbedrohlichen Krankheit heran. Deshalb ist es wichtig, dass ihr den Tierarzt so früh wie möglich mit dem Verdacht der Blasenentzündung konfrontiert.

Der Tierarzt nutzt verschiedene medizinische Untersuchungsverfahren (Beispiel: Urinprobe, Blutanalyse, Ultraschall, Röntgen), mit denen er die Blasenentzündung sicher ausschließen oder diagnostizieren kann.

Die Blasenentzündung ist nicht die einzige Diagnose, die der Tierarzt bei seiner Untersuchung stellen kann. Im Zuge einer Blasenentzündung können nämlich weitere Beschwerden, wie Verstopfungen der Harnröhre oder Nierenentzündungen entstehen.

Hatten eure Katzen auch schon einmal Blasenentzündung? Berichtet uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

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