21.09.2019

Katze erbricht

Was könnte die Ursache sein und wie könnt ihr eurer Katze helfen?

Die Katze macht röchelnde Geräusche, kauert am Boden und würgt: Sie erbricht. Meist sind die Ursachen des Erbrechens harmlos. Bei übermäßigem Erbrechen können jedoch schlimmere Ursachen dahinter stecken. Wir klären euch über mögliche Auslöser und die Behandlung der Symptome auf.

Wie macht sich Erbrechen bei Katzen bemerkbar?

Wenn die Katze erbricht, leert sie, durch einen Reiz ausgelöst, ihren Mageninhalt durch den Mund. Jeder, der eine Katze hat, kennt das Geräusch, wenn sie erbricht. Im Vorfeld zeigen die Katzen in der Regel Anzeichen von Übelkeit wie erhöhten Speichelfluss, Lecken des Mauls oder übermäßiges Schlucken. Das Erbrechen ist ein Reflex und kann von der Katze nicht kontrolliert werden. Es ist daher unsinnig, sie zu bestrafen. Ist eine Krankheit die Ursache für das Erbrechen, kann die Katze zusätzliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber aufweisen.

Mögliche Ursachen für Erbrechen bei Katzen

Das Erbrechen ist eine Reaktion des Immunsytsems der Katze auf Schadstoffe oder Krankheitserreger. Mit der Leerung des Magens entledigt sich der Körper allen Schadstoffen und Erregern. Für Katzenhalter ist das kein unbekanntes Bild – meist hat die Katze nur zu viel gefressen oder Haare verschluckt.

1. Verschluckte Haare sorgen für Erbrechen

Beim Putzen ihres Fells nehmen Katzen unweigerlich Haare auf. Besonders Langhaarkatzen nehmen große Mengen Haare zu sich. Im Magen bilden sich daraus Haarballen, die die Katze in der Regel mit dem Kot ausscheidet. Bei größeren Mengen provozieren Katzen jedoch bewusst das Erbrechen. Die Katze würgt Haarballen aus dem Magen hoch, um sie auszuspeien. Um das Würgen zu erleichtern, nehmen sie Gras zu sich, weshalb ihr immer etwas Katzengras zur Verfügung stellen solltet. Wenn die Haare nämlich im Magen verbleiben, führen sie im schlimmsten Fall zu einer Entzündung der Magenschleimhaut.

2. Katze erbricht nach falscher Ernährung

Wenn eure Katze keine Haarballen auswürgt, sondern ihre Nahrung erbricht, ist falsches Futter meist die Ursache. Zum einen kann zu schnelles oder zu viel Fressen auf einmal zu einer Magenverstimmung führen. In diesem Fall erbrechen die Katzen das Futter etwa 2 bis 30 Minuten nach dem Fressen. Andererseits kann eine plötzliche Umstellung des Futters beispielsweise auf BARF oder die Gabe einer neuen Katzennahrung ursächlich sein. Bei ungewohntem Futter kann eure Katze außerdem Unverträglichkeiten oder Allergien gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen aufweisen. Zudem kann die Aufnahme von verdorbener Nahrung oder giftigen Substanzen der Auslöser sein. Zuletzt kann ein versehentlich verschluckter Fremdkörper zu Erbrechen führen.

Übrigens: Diese 10 alltäglichen Lebensmittel sind giftig für Katzen!

3. Krankheiten als Ursache

Wenn weder verschluckte Haare, noch falsches Futter die Ursache sind, übergibt sich die Katze meist aufgrund von einer Krankheit. Hier kann nur der Tierarzt durch eine eingehende Untersuchung die genaue Krankheit bestimmen. Möglich ist ein Befall des Verdauungstrakts durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten. So führt beispielsweise der Befall mit Würmern häufig zu Erbrechen. Andererseits kann ein Magen-Darm-Infekt zu Durchfall und Erbrechen führen. Es kann auch eine chronische Entzündung des Magens oder ein Tumor zugrunde liegen. Es gibt auch einige Krankheiten, die nicht direkt mit dem Magen zusammenhängen, aber dennoch zu Übergeben führen. Das können Erkrankungen an inneren Organen wie Nieren, Leber, Bauchspeichel- und Schilddrüse sein. Bei einer Nierenerkrankung trinken die Katzen übermäßig viel und übergeben sich häufig.

4. Stress führt zu Erbrechen

Wenn ihr keine Ursache findet, kann das Erbrechen auch psychisch bedingt sein. Neben körperlichen Ursachen kann auch Stress zu Verdauungsstörungen bei Katzen führen. Aufregung und Stress können Katzen auf den Magen schlagen. Egal ob ein Umzug, eine neue Katze oder Vernachlässigung – die Gründe für Erbrechen durch Stress sind vielfältig. Versucht euch in eure Katze hinein zu versetzen und die Auslöser, wenn möglich, zu beheben.

Wann muss ich mit meiner Katze zum Tierarzt?

Wenn eure Katze hin und wieder einen Haarballen auswürgt, ist das kein Grund zur Sorge. Auch gelegentliches Erbrechen des Mageninhalts ist bei gutem Allgemeinzustand unbedenklich. Falls die Katze mehrfach hintereinander erbricht und nach zwei Tagen keine Besserung zu sehen ist, solltet ihr einen Tierarzt aufsuchen. Länger andauerndes Erbrechen führt zu einem starken Flüssigkeitsverlust und daraus folgend zur Dehydrierung. Ebenso solltet ihr handeln, wenn das Erbrochene stark verfärbt ist oder nach Kot riecht. Blut im Erbrochenen ist ein weiteres eindeutiges Warnsignal. Auch wenn ein berechtigter Verdacht auf eine Vergiftung besteht, solltet ihr umgehend einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Sobald neben Erbrechen andere Symptome hinzu kommen, ist ein Besuch beim Tierarzt ebenfalls zu empfehlen. Wenn die Katze Schmerzen oder glasige Augen hat, sind das eindeutige Signale, dass noch etwas anderes dahinter steckt. Auch Apathie, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust können auf eine Erkrankung hindeuten. Messt ebenso die Temperatur eures Stubentigers und sucht bei Fieber (über  38 bis 39,2 Grad) umgehend einen Tierarzt auf. Besonders mit Kitten oder alten Katzen solltet ihr lieber öfter zum Tierarzt gehen. Zur schnelleren Diagnose ist es sinnvoll eine Probe des Erbrochenen mitzubringen.

Wie kann ich meiner Katze bei Erbrechen helfen?

Wenn euer Liebling leidet, fragt ihr euch sicher, ob ihr ihn irgendwie bei der Genesung unterstützen könnt. Die Antwort ist ja! Wenn ihr wisst, warum eure Katze erbricht, solltet ihr entsprechend handeln. Besonders wichtig ist es, ihr viel Ruhe zu gönnen. Achtet zudem darauf, dass euer Vierbeiner genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn der Tierarzt keine Krankheit feststellen konnte, handelt es sich vermutlich um eine Verstimmung des Magen-Darm-Traktes.

Diese könnt ihr am besten mit einem Fastentag bekämpfen. Gebt eurer Katze 24 Stunden kein Futter, damit sich die Magenschleimhaut erholen kann. Währenddessen solltet ihr dem Stubentiger genügend Wasser zur Verfügung stellen, damit er nicht dehydriert. Bei Jungtieren ist diese Null-Diät nicht zu empfehlen! Wenn die Symptome abebben, beginnt ihr mit einer magenfreundlichen Schonkost. Dazu eignet sich beispielsweise gekochte Hähnchenbrust oder gedämpfter Fisch. Sobald es der Samtpfote wieder besser geht, könnt ihr sie wie gewohnt füttern.

So könnt ihr Erbrechen vorbeugen

Bei übermäßig vielen Haarballen könnt ihr dem Stubentiger mit intensiver Fellpflege helfen. Je weniger lose Haare die Katze mit ihrer Zunge aufnehmen kann, desto besser. Außerdem ist es hilfreich, die Katze im Fellwechsel mit Malzpaste zu versorgen. Viele schwören auch auf Weizenkeimöl, Lachsöl, Olivenöl oder Butter zu einer besseren Ausscheidung der Haare durch den Darm.  Achtet generell beim Katzenfutter auf eine ausgewogene Zusammensetzung und wechselt nicht zu oft. Ebenso ist es wichtig, dass die Katze nicht zu viel oder zu schnell frisst. Dazu solltet ihr am Futterplatz für Ruhe sorgen und jeder Katze ihren eigenen Napf zur Verfügung stellen. Bei Katzen, die schlingen, solltet ihr den Napf etwas erhöht aufstellen. Um Erbrechen durch Vergiftungen zu vermeiden, ist es wichtig, keine für Katzen giftigen Pflanzen in der Wohnung aufzustellen.

Hat sich eure Katze auch schon einmal erbrochen? Welche Mittel könnt ihr empfehlen? Erzählt es uns in den Kommentaren! 

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