29.05.2021

Katze entlaufen

So findet ihr sie schnell wieder!

Für jeden Katzenhalter wird der schlimmste Albtraum wahr, wenn die geliebte Katze entlaufen ist. Dabei ist das vorübergehende Verschwinden von Katzen ein ganz natürliches Phänomen. Die meisten Katzen kommen nach wenigen Stunden wieder zurück. Doch was ist zu tun, wenn die Katze verschwunden bleibt und wie geht ihr am besten mit einer gefundenen Katze um?

Katze entlaufen: Wie solltet ihr euch verhalten?

Wenn ihr eure Katze verloren habt, seid ihr verständlicherweise unruhig und besorgt. Ihr solltet dennoch versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren, damit ihr rationale und zielführende Entscheidungen treffen könnt. Gerade bei Katzen stehen die Chancen einer Wiedervereinigung gut. Viele Katzen laufen nur während der Paarungszeit umher und kehren bereits nach wenigen Tagen von selbst wieder zurück. Katzen haben einen guten Orientierungssinn, der ihnen auch bei einer kilometerweiten Strecke zur Heimkehr verhilft. Behaltet diese Informationen stets im Hinterkopf und tretet die Suche mit einer positiven Grundstimmung an.

Suchtipps für vermisste Tiere

  1. Kontaktiert ein Vermisstenportal. Vielleicht haben die Mitarbeiter von aufmerksamen Passanten oder dem örtlichen Tierheim bereits etwas über den Verbleib eurer Katze gehört. Außerdem haben sie nützliche Tipps dazu parat, wie ihr in der Suchangelegenheit am besten vorgehen könnt.
  2. Nehmt tolle Leckereien mit, falls ihr ein Lockmittel braucht. Hat sich die Katze in Panik irgendwo verschanzt, wird sie auf eure verbale Ansprache vielleicht nicht reagieren. Dann können ihre Lieblingsleckerlis sehr hilfreich sein.
  3. Klärt die Nachbarschaft über das Abhandenkommen eurer Katze auf. Je mehr Menschen zeitgleich auf der Suche sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen die Katze zufällig sieht.
  4. Setzt vertraute Gerüche ein. Hinterlegt zum Beispiel ein benutztes Kleidungsstück oder legt einen Pfad aus verschmutzter Katzenstreu. Wenn die Katze auf das bekannte Geruchsobjekt trifft, kann es sein, dass sie an dieser Stelle bleibt oder der Geruchsspur folgt.
  5. Falls die Katze gut auf Futter reagiert, kann auch eine Futterspur erfolgreich sein. Allerdings lockt der Geruch nach Leckereien auch andere Tiere an, in Anbetracht derer sich eure Katze vielleicht lieber weiterhin versteckt. Wenn sonst nichts funktioniert, solltet ihr die Futtermethode aber trotzdem ausprobieren.
  6. Einige Hunde haben sich auf die Suche verloren gegangener Haustiere spezialisiert. Manche Suchhundestaffeln bieten ihre Dienste ehrenamtlich an. Macht euch im Internet über lokale Angebote schlau um die Erfolgsaussichten dadurch zu erhöhen.
  7. Ruft bei der Suche nach eurer Katze immer wieder ihren Namen. Auch vertraute Geräusche, wie das Rascheln mit der Futtertüte, können hilfreich sein. Allerdings neigen gerade ängstliche Katzen dazu, in aller Stille zu verharren. Viele von ihnen lassen erst nach mehreren Tagen Lautäußerungen vernehmen, nämlich dann, wenn ihre Lage allmählich lebensbedrohlich wird. Bis dahin halten sie tapfer und stillschweigend aus. Deshalb ist es wichtig, die Suche nicht nach dem ersten Versuch für beendet zu erklären, sondern auch in den kommenden Tagen immer wieder loszuziehen.
  8. Sucht nicht nur tagsüber, sondern auch in der Nacht. Nachts fahren weniger Autos und es kehrt allmählich Ruhe ein. Einige Katzen trauen sich erst in der schützenden Dunkelheit aus ihrem Unterschlupf heraus. Außerdem seht ihr die Augen im Strahl der Taschenlampe besser reflektieren, sodass ihr die Katze zum Beispiel im Baum oder Gebüsch des Nachts besser erkennen könnt.

Katze vermisst – Tipps für einen Steckbrief

Um möglichst viele Menschen über das Verschwinden eurer Katze zu informieren, solltet ihr einen Steckbrief erstellen und ihn in eurer Wohngegend publizieren.

Folgende Angaben solltet ihr im Steckbrief erwähnen:

  • Die optische Beschreibung der Katze in Worten und mit einem aktuellen, farbigen Bild. Wichtig ist, dass etwaige Besonderheiten (Narbe, Musterung etc.) gut zu sehen sind.
  • Führt weitere Alleinstellungsmerkmale eurer Katze (eine charakteristische Gangart, eine auffällige Eigenschaft) auf.
  • Beschreibt das Halsband, das eure Katze trug und gebt an, ob sie tätowiert oder gechipt ist.
  • Teilt den Ort und den Zeitpunkt des Verschwindens mit.
  • Schreibt den Namen der Katze auf.
  • Tragt eure Kontaktdaten, wie die E-Mail-Adresse oder eure Handynummer ein.

Generell sollte der Text auf den Punkt gebracht und griffig sein, damit die wesentlichen Informationen schnell zu erfassen sind. Bereitet den Steckbrief in einem ruhigen Moment vor, damit ihr keine wichtigen Details vergesst. Im Verlustfall raubt die Erstellung des Dokuments wichtige Zeit, weshalb die Ausarbeitung zu einem früheren Zeitpunkt sehr zu empfehlen ist. Damit der Steckbrief möglichst viele Menschen erreicht, müsst ihr ihn an strategischen Orten verteilen.

Diese Verteilungsorte kommen dafür in Betracht:

  • Laternen- und Ampelmasten
  • Haltestellenhäuschen
  • Bäume
  • Zäune
  • Das Schwarze Brett
  • Tierärzte
  • Im lokalen Tierheim
  • In Katzenpensionen
  • In Geschäften im Kassenbereich
  • Im Internet (Social Media, Tierforen, TASSO, lokale Websites, FINDEFIX usw.)

Vermisste Tiere: Der Chip im Nacken hilft euch

Damit eine entlaufene Katze ihrem Eigentümer zugeordnet werden kann, gibt es die Möglichkeit, sie mit einem Adressanhänger, einer Tätowierung oder einem Chip zu versehen. Für grenzüberschreitende Reisen und Freigängerkatzen kann ein Mikrochip sogar verpflichtend vorgeschrieben sein. Dieser wird mit einer großen Kanüle unter der Haut eingesetzt und hält ein Leben lang. Eine Person mit Auslesegerät (Beispiel: Tierarzt oder Tierheimpersonal) kann dem Chip eine individuelle Nummer entnehmen. Damit sie mit der Nummer etwas anfangen kann, ist es wichtig, die Katze in einem Verzeichnis wie TASSO oder FINDEFIX online zu registrieren. Dort teilt der Halter unter anderem seine Kontaktdaten mit, sodass er beim Verlust seiner Katze auf direktem Wege kontaktiert werden kann. Ihr könnt beim Entlaufen der Katze aber auch selbst etwas tun und das entsprechende Portal informieren. Dieses gibt auf euren Wunsch hin eine Vermisstenanzeige auf.

Die Kennzeichnung der Katze erhöht die Wahrscheinlichkeit sie wiederzufinden enorm. Auch Wohnungskatzen profitieren von dem Kennzeichnungssystem, da auch bei ihnen ein versehentliches Entwischen nie ganz auszuschließen ist.

Vermisste Katze – welche Aufenthaltsorte sind wahrscheinlich?

Während sich Hunde nur am Boden bewegen, können Katzen auch an erhöhten Orten, wie zum Beispiel in einer Baumkrone sein. Durch die Kletterkünste der Katze wird die Suche also etwas erschwert. Dennoch gibt es Orte, an denen Katzen immer wieder anzutreffen sind. Schaut bei eurer Suche zunächst hier:

Eine ängstliche Katze sucht sich vermutlich ein geschütztes Versteck. Das kann eine dunkle Ecke, ein dichter Busch oder ein geparktes Auto sein. Guckt an allen erdenklichen Rückzugsorten nach und leuchtet sie mit einer Taschenlampe aus – mit etwas Glück seht ihr dadurch die Augen der Katze reflektieren. Wenn eure Katze mutig ist, wird sie vermutlich an einem anderen Ort sein. Vielleicht hat sie sich beim Auskundschaften der Umgebung in einem Schuppen eingesperrt oder ist in ein offenes Fenster rein gesprungen. Zieht bei der Suche nach einer aufgeschlossenen Katze unbedingt die Nachbarn in die Suchaktion mit ein und bittet sie, in ihren Räumlichkeiten nachzuschauen.

Generell halten sich die meisten Katzen in der ihnen bekannten Umgebung auf, weil sie sich dort am sichersten fühlen. Konzentriert euch mit der Suche deshalb zunächst auf euren unmittelbaren Wohnbereich. Junge Tiere schätzen ihre Kletterküste manchmal falsch ein und sitzen dann auf Bäumen oder Dächern fest. Denkt also daran, auch an entlegene und schwer erreichbare Orte zu schauen, um zu überprüfen, ob sich die Katze dort versteckt.

Katze weggelaufen – Wie verhalte ich mich als Finder?

Wichtig ist erst einmal, zwischen einer entlaufenen und einer Freigängerkatze zu differenzieren. Entlaufene Katzen wirken orientierungslos und kennen sich in der aktuellen Umgebung offenkundig nicht aus. Irrt die Katze schon länger umher, ist sie vermutlich ausgemergelt und dürr.

Wenn ihr glaubt, eine entlaufene Katze gefunden zu haben, steht ihr in der Verantwortung, einige Dinge zu ihrer Genesung und zu ihrem Schutz zu tun.

Katze gefunden – was tun?

  • Ihr müsst die Erstversorgung übernehmen, die Katze also füttern und frisches Wasser servieren.
  • Falls die Katze verletzt ist oder krank erscheint, müsst ihr mit ihr zum Tierarzt gehen. Auch wenn die Katze gesund ist, kann der Tierarzt prüfen, ob sie eine Tätowierung oder einen Mikrochip besitzt. Die Tierarztkosten könnt ihr später vom rechtmäßigen Besitzer wieder zurückverlangen. Hebt die Kassenbelege deshalb sorgfältig auf.
  • Ruft die Onlineportale TASSO oder FINDEFIX auf und schaut nach, ob jemand eure Fundkatze vermisst. Falls dem nicht so ist, könnt ihr selbst einen Steckbrief oder einen Onlineaufruf erstellen. Achtet darauf, die Transponder- oder Tattonummer nicht zu publizieren. Der wahre Besitzer hat die Nummern im Heimtierausweis stehen und kann sich mit Vorlage des Dokuments eindeutig als Halter identifizieren. So schließt ihr betrügerisches Vorgehen aus.

Als Finder steht ihr rechtlich in der Pflicht, den Fund der Katze mitzuteilen. Ruft in Tierheimen, bei Tierärzten und der örtlichen Polizeistation an, damit sie über die Fundkatze im Bilde sind. Sollte der Eigentümer auch ein halbes Jahr später nicht zu ermitteln sein, kann die Katze in euer Eigentum übergehen. Falls das nicht gewünscht ist, gebt die Katze im nächstgelegenen Tierheim ab.

Ist euch schon mal eine Katze entlaufen? Hab ihr sie wieder gefunden? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!

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