16.01.2019

Katze halten für Anfänger

Tipps für vor und nach der Anschaffung einer Katze

Die Katze ist seit Jahren nicht ohne Grund das beliebteste Haustier der Deutschen. Leider unterschätzen viele den tatsächlichen Aufwand, den die artgerechte Haltung einer Katze mit sich bringt. Die Tierheime sind voll mit Samtpfoten, die abgegeben oder ausgesetzt wurden. Damit eurem zukünftigen Stubentiger dieses Schicksal erspart bleibt, ist es wichtig sich vor dem Kauf umfassend zu informieren. Wer eine Katze halten möchte, erfährt hier alles rund um die Katzenhaltung und bekommt hilfreiche Tipps für vor und nach der Anschaffung!

Katze halten: Tipps vor der Anschaffung

Stimmen die Rahmenbedingungen für die Katze?

Die erste Frage, die ihr euch vor der Anschaffung einer eigenen Katze stellen solltet, ist ob die Rahmenbedingungen es zulassen, eine Katze zu halten. Ihr benötigt genügend Platz, damit die Katze sich frei bewegen kann. Wichtig ist es, ihr Platz für Spielzeug und einen Kratzbaum zur Verfügung zu stellen. Außerdem benötigt der Stubentiger eine Katzentoilette an einem geschützten Ort.

Wenn ihr in einer Mietwohnung wohnt, muss die Haltung einer Katze vom Vermieter aus erlaubt sein. Auch solltet ihr euch und eure Familie bevor die Katze einzieht auf Allergien testen, damit ihr das Tier nicht wieder abgeben müsst. Wenn schon andere Haustiere in eurem Haushalt leben, ist vorerst darüber nachzudenken, ob sie eine Katze akzeptieren würden. Besonders Hunde und Katzen sind manchmal nur schwer aneinander zu gewöhnen.

Selbst wenn alle Rahmenbedingungen stimmen und alles optimal zu sein scheint, sollte eine Katze keine leichtfertige Anschaffung sein. Seid euch darüber bewusst, dass ihr euch für circa 14 bis 20 Jahre an das Tier bindet und es immer versorgen müsst. Besonders reine Wohnungskatzen können täglich mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Futternäpfe und die Katzentoilette müssen regelmäßig gesäubert werden und tägliche Spielstunden gehören selbstverständlich auch zum Alltag mit dem Stubentiger. Langhaarige Katzenrassen benötigen einige Zeit für die Fellpflege und haaren besonders im Fellwechsel stark.

Vor dem Katzenkauf solltet ihr wissen, dass ihr die Verantwortung für ein anderes Lebewesen tragt, das euch auch braucht, selbst wenn ihr keine Lust habt.

Kitten oder ausgewachsene Katze?

Die Entscheidung zwischen einer ausgewachsenen Katze und einem Kitten fällt nicht leicht. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Babykatzen punkten in erster Linie mit ihrem niedlichen Aussehen und der tollpatschigen Art. Außerdem habt ihr hier eine freie Auswahl zwischen verschiedenen Rassekatzen. Je nach Züchter können die Kitten um die 800€ kosten. Für Anfänger können junge Kätzchen allerdings zur großen Herausforderung werden. Sie besitzen einen großen Spiel- und Erkundungstrieb und sind nicht gerne allein. Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und müssen die Grundregeln des Zusammenlebens erst noch erlernen. Ihr bekommt aber eine völlig „unverdorbene“ Katze, der ihr beim Aufwachsen zusehen könnt.

Eine ausgewachsene Katze aus dem Tierheim oder von Privatleuten kommt in der Regel erzogen und stubenrein ins Haus. Je nach vorherigen Erfahrungen ist es bei manchen ausgewachsenen Stubentigern schwierig Vertrauen aufzubauen. Auch die Erziehung muss nicht unbedingt positiv verlaufen sein. Mit viel Liebe und Geduld könnt ihr jedoch auch verstörte Katzen zu echten Schmusern machen. Einer der wichtigsten Vorteile einer ausgewachsenen Katze aus dem Tierheim ist, dass ihr sie aus ihrer traurigen Lage befreit und ihr ein schönes, neues Heim bietet. Dafür sind sie euch Tiere aus dem Tierheim sehr dankbar.

Freigänger oder Wohnungskatze?

Die Entscheidung, ob ihr eine Wohnungskatze oder einen Freigänger möchtet, solltet ihr vor der Anschaffung der Katze fällen. Eine Katze, die ihr bisheriges Leben auf einem Bauernhof verbracht hat, wird sich in einer engen Stadtwohnung nicht wohl fühlen. Meist liegt die Entscheidung aber nicht nur bei euch, sondern bei den Umständen um eure Wohnung herum.

Bei großen Straßen mitten in der Stadt ist eine Haltung als Freigänger wenig empfehlenswert. Wer mitten im Grünen lebt, kann seine Katzen bedenkenlos an die frische Luft lassen. Wenn ihr einer Wohnungskatze trotzdem ein wenig Freigang draußen bieten wollt, könnt ihr den Balkon oder Garten katzensicher gestalten. Ein Katzenschutznetz sorgt dafür, dass euer Stubentiger nicht abstürzt oder ausbüxt. Einige Katzen lassen sich, wenn man schon in jungen Jahren beginnt, an eine Katzenleine gewöhnen.

Neben der Wohnlage, hängt auch die Wahl der Rasse davon ab, ob ihr einen Stubentiger oder Freigänger heranzieht. Einige Katzenrassen haben einen größeren Freiheitsdrang als andere. So ist die Russisch Blau oder die Türkisch Angora zum Beispiel mit der Wohnungshaltung sehr zufrieden, da sie sich durch ihre ruhige und anhängliche Art auszeichnen. Unerwartete Situationen können die Russisch Blau sogar überfordern. Die Norwegische Waldkatze hingegen ist sehr temperamentvoll und liebt es, wie der Name schon sagt, Zeit im Wald zu verbringen.

Eine oder mehrere Katzen halten?

„Katzen sind Einzelgänger“ – viele Menschen zitieren diesen Satz, wenn die Frage nach einer oder mehreren Katzen aufkommt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall! Katzen sind gesellige Tiere, die sich auch in der Natur zu Gruppen zusammenschließen. Aus diesem Grund solltet ihr Katzen, wenn möglich, immer zu zweit halten. Natürlich gibt es in Ausnahmefällen typische Einzelgängerkatzen, doch meist werden sie von ihren Menschen dazu gemacht. Den Katzen fehlt oftmals der soziale Umgang zu ihren Artgenossen und sie „verlernen“ die kätzische Kommunikation. Leider leben weit über die Hälfte aller Katzen in Deutschland in Einzelhaltung. Besonders reine Wohnungskatzen wollen ungern acht Stunden oder länger alleine sein – berufstätige Katzenhalter sollten sich daher eine Zweitkatze anschaffen.

Bei der Haltung mehrerer Katzen müsst ihr euch jedoch erst sicher sein, ob sich die Tiere untereinander mögen. Alter, Geschlecht, Rasse und vor allem der Charakter spielen eine große Rolle dabei, ob sich zwei Katzen auf Dauer vertragen.

Erstausstattung für die Katze

Wenn die Entscheidung für eine Katze gefallen ist, heißt es: Zubehör muss her! Wer noch nie eine Katze hatte, muss sich die komplette Erstausstattung neu zulegen. Es ist besonders wichtig für Kitten schon Zubehör zu kaufen, dass noch zur Katze passt, wenn sie größer wird. Zur Einrichtung zählt in erster Linie eine Auswahl an Futter- und Wassernäpfen. Nicht nur für reine Wohnungskatzen, sondern auch für Freigänger benötigt ihr eine Katzentoilette und Streu sowie Schaufeln zum reinigen. Besonders wichtig für die Katze sind Kratzmöbel und eine bequeme Schlafgelegenheit.

Wenn ihr eine große Rasse, wie die Maine Coon Katze halten möchtet, solltet ihr einen stabilen und großen Kratzbaum kaufen. Damit der vierbeinige Mitbewohner auch sicher bei euch ankommt, braucht ihr eine robuste Transportbox. Zur Unterhaltung und Beschäftigung von Kitten ist außerdem Spielzeug sehr wichtig. Speziell im Fellwechsel benötigen alle Katzen eure Unterstützung bei der Pflege, weshalb ihr auch das Fellpflegewerkzeug nicht vergessen solltet. Wenn ihr alles besorgt habt, was euer tierischer Mitbewohner benötigt, könnt ihr euch entspannt auf seinen Einzug freuen.

Ein heikles Thema für jeden frisch gebackenen Katzenbesitzer ist es das richtige Katzenfutter für die geliebte Samtpfote zu finden. Manche Züchter geben ihren Kitten ein kleines Starterpaket mit dem gewohnten Futter mit. Da Katzen von Natur aus reine Fleischfresser sind, brauchen sie ein Futter mit hohem Fleischanteil ohne künstliche Zusätze. Eine ausgewogene Ernährung ermöglicht dem Vierbeiner ein langes und gesundes Leben.

Wie viel kostet die Katzenhaltung?

Schon die Anschaffungskosten für eine Katze können stark variieren. Ein reinrassiges Kätzchen vom Züchter kann euch zwischen 500 und 2.000 Euro kosten. Für seltene Rassekatzen können sogar Preise von bis zu 2.500 Euro verlangt werden. Eine günstige Alternative sind Katzen vom Bauernhof oder aus dem Tierheim. Anschließend kommen einmalige Kosten für die Grundausstattung hinzu. Je nachdem wie hochwertig das Zubehör sein soll, könnt ihr tief in die Tasche greifen. Grob könnt ihr aber mit einmaligen Kosten zwischen 150 und 500 Euro rechnen. Hinzu kommen im Laufe des Katzenlebens Ausgaben für Futter, Streu, Impfungen und Entwurmung. Laut Deutschem Tierschutzbund geben Katzenhalter jährlich etwa 700 Euro für ihre Tiere aus.

Leben mit Katzen

Nichts ist besser als abends erschöpft von der Arbeit nach Hause zu kommen und sich mit einer schnurrenden Samtpfote auf das Sofa zu setzen. Die anpassungsfähige Tiere eignen sich sowohl für eine Familie mit Haus und Garten, aber auch für einen Single-Haushalt in einer Stadtwohnung. Katzen sind verspielt und liebevoll, behalten aber immer eine gewisse Eigenständigkeit. Sie entscheiden gern selbst, wann es Zeit zum Schmusen und Kuscheln ist.

„Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Wie schon Goethe feststellte und euch wahrscheinlich auch jeder Katzenfreund bestätigt, ist eine Katze eine wahre Bereicherung. Wenn eine Katze euch ins Herz geschlossen hat, kann sie wie Balsam für die Seele sein. Die Stubentiger bringen uns in vielen Situationen zum Lachen und ihr Schnurren wirkt beruhigend auf uns. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich eine Katze halten und sein Leben etwas besser machen.

Ihr wollt euch auch eine Katze zulegen oder habt Tipps für angehende Katzeneltern? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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