16.07.2021

Katze zugelaufen

Das könnt ihr tun

Tatsächlich geschieht es relativ häufig, dass ein vermeintlicher Finder glaubt, dass ihm eine Katze zugelaufen sei. Häufig handelt es sich dabei um Katzen aus der Nachbarschaft, die neugierig umherstreifen und auf Abenteuersuche sind. Doch hin und wieder begegnet man tatsächlich einem vermissten oder ausgesetzten Tier.

Folgender Beitrag soll euch auf den Ernstfall vorbereiten und aufzeigen, wie ihr der Katze helfen könnt.

So unterscheidet ihr eine normale von einer herrenlosen Katze

Herrenlose Katzen sind auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen. Schließlich streunen tagsüber viele Katzen umher, die eine fürsorgliche Familie haben und nur gewöhnliche Freigänger sind.

Folgende Anzeichen deuten auf eine heimatlose Katze hin:

  • Die Katze wirkt ungepflegt und ungesund. Das Fell ist stumpf, stellenweise ist sie kahl, sie hat womöglich Verletzungen, entzündete Augen oder Ohren, kratzt sich viel und ist zu dünn.
  • Fundkatzen haben sich vielleicht verirrt oder wurden bewusst ausgesetzt und sind dementsprechend orientierungslos. Bei einer ausgesetzten Katze findet ihr möglicherweise noch den dazugehörigen Karton oder die zur Katze gehörende Box. Diese sind sichere Indizien dafür, dass die Katze niemandem (mehr) gehört.
  • Einige heimatlose Katzen verknüpfen mit den Menschen negative Erfahrungen. Deshalb sind sie distanziert und scheu.
  • Der Fundort kann auch einen Hinweis darauf geben, ob die Katze abhandengekommen ist. In einer belebten Gegend ist eher davon auszugehen, dass die Katze streunt und einem der Nachbarn gehört, als an einem Ort, an dem es eigentlich gar keine Haushalte mit Katzen gibt. Wenn ihr eine fremde Katze im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses findet, könnt ihr davon ausgehen, dass sie entwischt ist zu einer benachbarten Mietpartei gehört. Fragt euch durch und achtet darauf, dass die Katze nicht ins Freie gelangt.

Katze gefunden, was ist zu tun?

Das Gesetz schreibt vor, dass ihr einer zugelaufenen Katze auf folgende Weise helfen müsst:

Erstversorgung: Ihr müsst den Gesundheitszustand der Katze kontrollieren. Falls erforderlich, braucht sie frisches Wasser und Futter, das für Katzen unbedenklich ist (falls ihr Dosenthunfisch zu Hause habt, ist das optimal und ihr müsst nicht extra einkaufen gehen. Hundefutter ist eine Notfalloption, aber nicht auf die Bedürfnisse einer Katze abgestimmt. Auch gewürzte Speisen können für die Katze unverträglich sein).

Schutz: Achtet beim Umgang mit einer fremden Katze auf eure eigene Sicherheit. Indem ihr Einmal- und/oder bissfeste Handschuhe tragt, mindert ihr das Infektionsrisiko. Solange ihr nicht beim Tierarzt wart, solltet ihr eure Gesundheit priorisieren. Dazu gehört auch das Händewaschen und -desinfizieren, aber auch der Transport in einer sicheren Box. Bei der freien Autofahrt kann die Katze in Panik geraten, dann herrscht akute Verletzungsgefahr!

Kosten: Hebt die Belege über die entstandenen Tierarztkosten auf. Das ist die Basis, auf der ihr sie vom rechtmäßigen Eigentümer erstattet bekommt, falls ihm die Katze zugeordnet werden kann.

Eigentümersuche: Versucht den Eigentümer zu ermitteln und ihn über den Fund zu informieren. Mehr dazu unter dem Unterpunkt „Wie ihr den Besitzer der zugelaufenen Katze findet“.

Unterbringung: Falls die Katzenhaltung in eurer Wohnung verboten ist oder ihr keine Zeit oder keine Mittel für die Versorgung der Katze und die Suche nach dem Eigentümer aufbringen könnt, habt ihr die Möglichkeit, die Fundkatze im örtlichen Tierheim unterzubringen. Übrigens: Sollte der Eigentümer gefunden werden, steht euch ein Finderlohn zu, und zwar auch dann, wenn ihr die Katze nicht mehr selbst versorgt.

Anzeigepflicht: Wenn euch eine Katze zuläuft, seid ihr verpflichtet dazu, alles für eine erfolgreiche Rückführung zu tun. Deshalb müsst ihr den Fund gegenüber den Behörden (Haustierdatenbank, Tierheim, Polizei) kommunizieren. Das solltet ihr übrigens auch dann tun, wenn die Katze nicht mehr lebt.

So könnt ihr der gefundenen Katze helfen

Viele Katzen haben das Privileg, sich im Freien aufhalten zu können. Sie entscheiden dann selbst, wie lange sie fort bleiben und in welche Richtung sie gehen. Mehrstündige Abwesenheiten sind für diese Katzen ganz normal. Nur, weil ihr eine Katze gefunden habt, heißt das also nicht automatisch, dass sie eure Hilfe braucht. Vielleicht kehrt sie von selbst wieder in ihr trautes Heim zurück.

Wenn sich die Katze sicher bewegt und einen fitten Eindruck macht, braucht ihr deshalb zunächst nicht intervenieren. Spätestens am nächsten Morgen solltet ihr der Katze aber etwas Wasser und Futter zur Verfügung stellen. Achtung: Füttert eine gut genährte Katze nicht zu früh. Viele Katzen fressen sich in der Nachbarschaft durch und laufen aus diesem Grunde von zu Hause weg. Wenn die Katze ein Zuhause hat, solltet ihr sie nicht zur externen Futtersuche animieren.

Das ist natürlich anders, wenn sie offensichtlich Hunger hat oder in einer körperlich schlechten Verfassung ist. In diesem Fall solltet ihr sie mit dem Nötigsten versorgen (Wasser, Futter) und anschließend zum Tierarzt bringen.

Wie ihr den Besitzer der zugelaufenen Katze findet

Wenn die Fundkatze einen gepflegten Eindruck macht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie einen offiziellen Eigentümer hat.

Doch wie findet ihr heraus, wem die Katze gehört?

  • Überprüft, ob die Fundkatze ein Halsband mit Adressanhänger hat.
  • Geht zum Tierarzt und lasst die Katze auf Kennzeichnungen (Chip, Tattoo) kontrollieren.
  • Achtet darauf, ob irgendwo ein Vermisstenzettel hängt (vor allem an Bushaltestellen, im Supermarkt, am Schwarzen Brett und an Straßenlampen).
  • Hängt eigen initiativ einen solchen Zettel auf, indem ihr eure Mitmenschen darüber informiert, dass ihr eine Katze gefunden habt. Bittet den Ladeninhaber etc. aber um eine mündliche Genehmigung, damit er das Infoblatt nicht gleich wieder entfernt. Ihr könnt auch in der Zeitung inserieren. Außerdem ist es sinnvoll, Onlineforen zu besuchen und Haustierdatenbanken (TASSO, FINDEFIX) zu kontaktieren. Wichtig ist, dass ihr die Transpondernummer oder die Tätowierung nicht öffentlich publiziert, damit sich niemand als der rechtmäßige Eigentümer ausgeben kann, der er eigentlich nicht ist.

Fremde Katze zugelaufen, ab wann gehört sie euch?

Das Gesetz schreibt sehr genau vor, wie ihr mit einer Fundkatze zu verfahren habt und auch, ob ihr die Katze wieder abgeben müsst oder ob ihr sie behalten dürft.

Während ihr versucht, den Eigentümer der Katze zu finden, könnt ihr sie bei euch unterbringen, vorausgesetzt, dass die Katzenhaltung in eurer Wohnung nicht verboten ist und dass ihr sie artgerecht versorgt.

Ihr müsst aber sechs Monate warten, ehe die Katze – falls gewünscht – in euer Eigentum übergeht. So lange kann es passieren, dass sich der Katzenhalter bei euch meldet und Ansprüche erhebt. Allerdings beruhen die rechtlichen Ansprüche auf Gegenseitigkeit. Ihr habt nämlich die Möglichkeit, einen Finderlohn und das Geld für etwaige Aufwendungen (zurück) zu verlangen.

 

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