09.10.2022

Der Katzenpilz

unangenehm für Tier und Mensch

Der Katzenpilz ist eine Hautpilzerkrankung, die bei vielen Tieren auftritt. Besonders betroffen sind Katzen. Bereits ein kurzer Kontakt reicht aus, damit es zu einer Übertragung des Pilzes kommt. Wir informieren über die Ansteckung, Symptome und Behandlung der Parasiten. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Antwort auf die Frage: Wie gefährlich kann der Katzenpilz dem Menschen werden?

Was ist Katzenpilz?

Die Bezeichnung Katzenpilz ist der gebräuchliche Name für den Hautpilz „Mikrosporum canis“. Dieser Pilz befällt vornehmlich die Haare und die Haut von Haustieren. Sehr häufig sind neben Hunden auch Katzen betroffen, von denen der Pilz seinen Namen erhielt. Der Mikrosporum canis zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen bei Hauskatzen. Besonders betroffen sind streunende Tiere. Er überträgt sich von diesen schnell auch auf Haustiere, die mit ihnen in Berührung kommen.

Die Übertragung erfolgt durch sehr kleine Teilchen, die Sporen. Der Pilz selbst lebt von Keratin. Dieses befindet sich sowohl in den Haaren als auch in den obersten Hautschichten. Der Fadenpilz hinterlässt seine Sporen auf den befallenen Hautschuppen und auf den Haaren. Diese sind entsprechend ansteckend für andere Tiere. Auch Menschen sind für den Pilz anfällig. Es reicht aus, dass befallene Stellen des Tieres gestreichelt werden. Die Erreger verteilen sich im Anschluss auf Hautstellen und in die Haare.

Woher bekommt eine Katze einen Pilz?

Die Hautpilze können praktisch jede Katze befallen. Doch werden einige Katzen unterschieden, die besonders anfällig sind. Zum Beispiel:

  • Junge Katzen, die gesäugt werden
  • Katzen mit schwachem Immunsystem
  • Perserkatzen
  • Katzen mit Hautverletzungen
  • Katzen im Tieren oder bei Züchter

Für die Übertragung reicht es aus, dass die Katze mit betroffenen Haarteilen oder der infizierten Hautstelle in Kontakt kommt.

Die Symptome: Wie ihr Katzenpilz erkennt

Der Katzenpilz kann bei dem Tier praktisch an jeder Körperstelle in Erscheinung treten. Man unterscheidet dabei den Kopf- und den Körper Pilz. Folgende Symptome sind bei den befallenen Stellen zu beobachten:

  • Haarausfall (fleckenförmig), zum Beispiel im Gesicht, an den Ohren, vordere Gliedmaße
  • Fettige oder trockene Haut
  • Entzündungen der Unterhaut und/oder der Haarfollikel
  • Entzündungen an den Krallen

Manchmal äußert sich ein Befall nicht durch sichtbare Symptome. Auf der anderen Seite können erkennbare Symptome auch auf andere Hautkrankheiten oder Allergien hinweisen. Weitere bekannte Anzeichen bei einem Befall am Kopf sind:

  • Juckreiz
  • abbrechende Haare
  • kahle Stellen

Charakteristisch sind die runden Stellen. Es ergeben sich kahle Stellen, weil die Haare ganz kurz über der Haut einfach abbrechen.
Beim Körperpilz können folgende Auffälligkeiten beobachtet werden:

  • gerötete Stelle
  • weiße Schuppen

Manchmal sehen die infizierten Stellen aus, als habe man sie mit Mehl bestäubt. Auch wieder charakteristisch ist die Ringbildung der Rötung.
Eine weitere Möglichkeit der Diagnose ist die Verwendung einer speziellen UV-Lampe. Sie wird im Dunkeln auf die vermutlich befallene Hautstelle ausgerichtet. Der Pilz leuchtet grünlich-gelb auf. Auf jeden Fall sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

Wie merkt man, dass eine Katze einen Pilz hat?

Nicht immer gibt das Verhalten des Tieres einen Rückschluss auf eine Erkrankung. Sichere Anzeichen sind der kreisrunde Haarausfall bzw. die runden kahlen Stellen oder die ringförmigen Entzündungen auf der Haut.

Wie wird Katzenpilz behandelt

Sobald der Tierarzt die Diagnose Hautpilz bei eurer Katze gestellt hat, muss die Behandlung erfolgen. Dabei gilt es, die Erkrankung bei eurer Katze zu therapieren und die Ausbreitung des Pilzes auf andere Lebewesen zu verhindern. Die Therapie muss konsequent durchgeführt werden. Die Pilzsporen sind sehr hartnäckig und können immer wieder eine Infektion bei Tier und Mensch hervorrufen. Neben der Therapie eurer Katze sind auch die Umgebung des Tieres sowie Gegenstände, mit denen die Katze Kontakt hatte, sehr gründlich zu desinfizieren.

Was kann man gegen Katzenpilz machen?

Es werden zwei Alternativen unterschieden, um Katzen mit einer Pilzerkrankung zu behandeln. Bei der systemischen Therapie wird eurer Katze ein Wirkstoff verabreicht. Dies kann durch Tabletten oder als Spritze erfolgen. Der Wirkstoff befindet sich dann im gesamten Organismus eures Tieres. Anders bei der lokalen Behandlung. Hier steht die Körperoberfläche im Fokus, die äußerlich behandelt wird. Der Tierarzt entscheidet, welche Methode anzuwenden ist, je nach Gesundheit der Katze sowie dem Umfang der Pilzinfektion.

Bei der systemischen Behandlung wird ein Medikament gegen Katzenpilz verabreicht. Diese Arzneien enthalten meist den Wirkstoff Itraconazol. Dieses Antimykotikum tötet die Pilze ab. Euer Haustier erhält den Wirkstoff für eine volle Woche. Im Anschluss gibt es eine Woche Pause. Diese Behandlung wird insgesamt drei Mal durchgeführt.

Bei der lokalen Therapie werden die Haut und das Fell sorgfältig gewaschen und im Anschluss behandelt. Hierbei kommen spezielle Salben, Shampoos und Lotionen zum Einsatz. Diese Mittel bekämpfen die Sporen des Pilzes direkt auf der Hautoberfläche sowie an den Haaren. In der Regel wird die ganze Oberfläche des Katzenkörpers auf diese Weise behandelt. Auch hier hängt der Erfolg von der Konsequenz der Behandlung ab. Die Therapie muss über den gesamten Zeitraum durchgeführt wird. Die Haut und die Haare eurer Katze werden mehrmals pro Woche gewaschen.

In der Regel kommen beide Methoden zugleich zum Einsatz. Von innen wirken dann die Antipilzmittel und die Salben, Lotionen und Shampoos bekämpfen die äußerlich befindlichen Pilzsporen. Dabei müsst ihr immer darauf achten, Handschuhe zu tragen oder alternativ nach der Behandlung sofort die Hände waschen und gründlich zu desinfizieren.

Die konsequente Behandlung zeigt: Der Pilz ist hartnäckig. Die Behandlung erstreckt sich daher in der Regel über mehrere Wochen bis Monate. In der Zeit der Behandlung müssen konsequent Hygienemaßnahmen ergriffen werden. Die Kleidung sollte täglich bei wenigstens 60 °C gewaschen werden.

Aufgrund der Hartnäckigkeit kann Entwarnung erst gegeben werden, wenn entsprechende Haarproben mehrfach negativ getestet werden. Zum Glück führt die lange Behandlung nicht zu Komplikationen und dauerhaften Folgen. Wichtig ist, bei den ersten Symptomen den Arzt aufzusuchen.

Hausmittel gegen Katzenpilz

Auf den ersten Blick versprechen auch Hausmittel zumindest die sanftere Methode bei der Bekämpfung von Katzenpilz. Allerdings ist die Wirkung von Hausmitteln bei Katzen nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Leider besteht auch die Möglichkeit, das Problem noch zu verschlimmern. Grundsätzlich raten Tierärzte daher davon ab, den Hautpilz bei der Katze selbst zu behandeln.

Allerdings gibt es eine Methode, die nachweislich hilfreich ist. Ihr könnt das Fell eurer Katze scheren. Das unterstützt die medizinischen Behandlungsmethoden. Gerade bei stark infizierten Tieren kann das Scheren des Fells die Wirkung der Medikamente verstärken. Zugleich hilft diese Maßnahme bei der Hygiene.

Katzenpilz beim Mensch, das müsst ihr wissen

Der Hautpilz kann auch euch befallen. Der Katzenpilz ist vom Tier auf den Menschen übertragbar. Eine Infektion mit dem Katzenpilz ist durchaus unangenehm. Sie ist aber auch in der Regel ungefährlich. Der Pilz befällt ausschließlich die Haut und verursacht keine weiteren Erkrankungen. Die Pilzsporen gelangen wieder über den Kontakt mit eurem infizierten Tier oder befallen Haaren oder Hautteile auf die menschliche Haut. Wie bei eurem Tier kann der Katzenpilz beim Menschen auch eine unangenehme Erkrankung der Haut verursachen.

Ist Katzenpilz gefährlich für Menschen?

Die ersten Symptome treten ungefähr zehn Tage nach der Infizierung auf. Zunächst zeigt sich Katzenpilz beim Menschen an den Unterarmen und an den Händen. Dies sind meist die Hautregionen, die mit dem infizierten Tier Kontakt hatten. Es zeigen sich kreisrunde rote Flecken auf die Haut, die zumeist jucken. Diese roten Flecken gehen dann auf den Oberkörper über und weiter auf die Kopfhaut. Hier kann es bei starkem Befall zu Haarausfall kommen. Dieser zeigt sich büschelweise.

Zu Beginn der Erkrankung kann der Katzenpilz beim Menschen effektiv mit der Behandlung durch antimykotische Salben bekämpft werden. Ist es jedoch schon zu Haarausfall gekommen, ist auch hier eine systemische Therapie erforderlich. Am besten geht ihr bei den ersten Anzeichen umgehend zum Hautarzt und lasst euch untersuchen.

Wie sieht Katzenpilz beim Menschen aus?

Übrigens kann der Hautpilz auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auch wieder durch Körperkontakt kommen die Sporen des Pilzes von der infizierten Person zu einem anderen Menschen. Der Kontakt zum infizierten Tier und Menschen sollte möglichst vermieden werden. Nach jedem Hautkontakt sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen und anschließend desinfiziert werden. Alle Oberflächen und Böden in der Wohnung sollten mit einem Reinigungsmittel gesäubert werden. Wichtig ist auch die regelmäßige Wäsche der Heimtextilien, möglichst bei 90 °C.

Impfung gegen Katzenpilz

Gegen den Befall von Katzenpilz kann die Katze geimpft werden. Bei uns gibt es drei Impfstoffe, die als Vorbeugung gegen unterschiedliche Hautpilzarten bei der Katze zugelassen sind. Dabei erfüllt die Impfung zwei Zwecke:

  • Reduzierung von Risiko einer Infektion
  • Bessere Heilung

Der Schutz durch die Impfung beginnt nach der ersten Impfung ungefähr nach fünf Wochen und hält neun Monate lang. Auch eine Impfung kann eine Ansteckung mit dem Katzenpilz nicht sicher ausschließen. Allerdings haben Studien gezeigt, dass sich geimpfte Tiere seltener anstecken und im Falle einer Erkrankung deutlich weniger ausgeprägte Symptome zeigen. Gerade für Tiere, die ein hohes Risiko zeigen, ist eine Impfung sinnvoll. Die Kosten für den Impfstoff liegen bei etwa 15 Euro.

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