08.02.2019

Katzenschnupfen

Alles über die Ursachen, Symptome und Behandlung des Schnupfens

Katzenschnupfen ist mehr als eine Erkältung. Die so harmlos klingende Erkrankung kann im schlimmsten Fall sogar ein tödliches Ende nehmen. Deswegen sollte das Niesen einer Katze für jeden Katzenbesitzer ein alarmierendes Geräusch sein. Hier erfahrt ihr alles über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden sowie die mögliche Vorbeugung durch eine Impfung.

Katzenschnupfen – Was ist das überhaupt?

Katzenschnupfen ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die Ärzte als Katzenpneumonie oder Katzenrhinitis bezeichnen. Für uns Menschen ist ein Schnupfen Teil einer Erkältung, die uns häufig in den kalten Wintermonaten zusetzt. Gefährlich ist die Art der Erkrankung jedoch nicht. Beginnt allerdings eure Katze zu schniefen und zu niesen, solltet ihr das ernst nehmen. Möglicherweise hat sie nur einen „normalen“, ungefährlichen Schnupfen, aber es besteht auch die Möglichkeit eines lebensgefährlichen Katzenschnupfens.

Es gilt also zu erkennen, ob der Krankheitsverlauf mild oder stark ausfällt. Erwischt es das Tier besonders schlimm, kann die Erkrankung nicht nur zu Entzündungen der Augen und Atemwege führen, sondern ebenfalls die Haut und die Lunge betreffen. Im schlimmsten Fall führt die Krankheit zum Tod des tierischen Begleiters.

Ansteckungsgefahr

Ein virusbedingter Schnupfen bei Katzen ist vor allem für andere katzenartige Tiere hochansteckend. Die Viren übertragen sich durch den direkten Kontakt (Beschnuppern, Belecken, Niesen), können aber auch indirekt über die Kleidung der Menschen weitergegeben werden. Die Ansteckung und Erkrankung tritt unabhängig von der Jahreszeit auf. Kommen Hunde mit den betroffenen, infektiösen Katzen in Kontakt, können diese einen Schnupfen bekommen.

Für Menschen kann ebenfalls eine Ansteckungsgefahr bestehen, aber nur bei der bakteriellen Form der Infektion und nicht bei der viralen. Es können verschiedenen Krankheitserreger an dem Katzenschnupfen beteiligt sein, wie zum Beispiel Herpesviren oder Chlamydien. Chlamydien sind Bakterien, die sich vor allem auf Kinder und Menschen mit einem schwachen Immunsystem übertragen können.

Aber nicht nur das Tier kann den Menschen anstecken, sondern auch andersrum. Leiden Herrchen oder Frauchen an einer Erkältung, kann eine Infektion auf das Tier stattfinden. Die übertragenen Erreger sind meist Rhinoviren oder Bakterien, die zu einem eher milden Schnupfen bei Katzen führen.

Welche Symptome treten bei Katzenschnupfen auf?

Wenn eure Katze niest, mag sich das zwar niedlich anhören, aber das ist es keineswegs. Ein Schnupfen bei Katzen, ist nicht mit einer Erkältung bei uns Menschen gleichzusetzen. Wirkt eure Katze verschnupft, tritt ein Ausfluss aus Augen- und Nase auf, kann eine ernste Erkrankung dahinterstecken.

Es vergehen circa 2-7 Tage von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit. Erst dann machen sich erste Anzeichen bemerkbar. Diese Zeit nennt sich Inkubationszeit und ist abhängig von den beteiligten Erregern. Häufige Symptome, die sich zu Anfang bemerkbar machen, sind:

  • Niesen
  • Nasenausfluss = Schnupfen
  • Tränende Augen
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Husten
  • Erbrechen (möglich)
  • gerötete Schleimhäute

Verschlimmert sich der Katzenschnupfen, fühlt sich die Katze abgeschlagen und matt. Zudem müssen die Tiere häufiger niesen und bekommen warme Ohren sowie eine warme Nase. Durch den krankheitsbedingt schlechten Geruchsinn mangelt es ihnen an Appetit. Der zunächst klare Ausfluss aus Augen und Nase, entwickelt sich zu einem eitrigen Sekret. Der kranken und eigentlich reinlichen Katze ist es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich sich vernünftig zu putzen. Der eitrige Ausfluss bleibt somit im Fell kleben.

Je nachdem welche Erreger an der Erkrankung beteiligt sind und wie gut die Abwehrkräfte der Katze sind, können Komplikationen auftreten. Herpesviren können zum Beispiel Lungenentzündungen verursachen und Caliciviren führen zu Geschwüren der Mundschleimhaut. Diese schmerzhaften und blutigen Geschwüre treten außerdem in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch sowie im Rachen auf. Hat sich eure Katze mit Clamydien infiziert, kann dies zu einer chronischen Bindehautentzündung führen. Erkrankt eine schwangere Katze an Katzenschnupfen, kommen die Kitten meist Tod oder mit Missbildungen zur Welt.

Bemerkt ihr typische Symptome für Katzenschnupfen bei eurem tierischen Mitbewohner, solltet ihr sofort den Tierarzt aufsuchen. Er kann die Erreger genauer bestimmen und das Tier dementsprechend richtig behandeln.

Was sind die Ursachen für den Schnupfen bei Katzen?

Als Ursache für den Katzenschnupfen gelten verschiedene Viren, Bakterien und Zwischenformen, die von Katze zu Katze übertragbar sind. Bei der Krankheit sprechen Ätzte von einer Komplexerkrankung, da in den meisten Fällen viele verschiedene Erregern zur Erkrankung beitragen. Wie schlimm der Katzenschnupfen bei der einzelnen Katze ist, hängt davon ab, welche Viren und Bakterien übertragen werden. Treten Erreger gleichzeitig auf, können sie einander verstärken.

Folgende Erkrankungen/Erreger können am Katzenschnupfen beteiligt sein:

  • Feline Herpesvirus-1 oder auch Feline Virale Rhinotrachetitis (meist infizieren sich Kitten)
  • Feline Calcivirus (Virus bleibt ein Leben lang im Körper)
  • Feline Clamydiose (meist befällt der Virus Kitten)
  • Feline Bordetella-Infektion – Bakterien (tritt häufig in größeren Katzengruppen auf)
  • Feline Mykoplasmen-Infektion – Bakterien 

Die Übertragung der Viren und Bakterien erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder den direkten Kontakt. Das bedeutet, beim Niesen oder Husten kann eine kranke Katze die Schnupfenerreger verbreiten. Über den Kontakt mit Nasensekret, Tränen oder Speichel kann beispielsweise beim Beschnuppern oder Kuscheln die Ansteckung erfolgen. Aber auch der indirekte Weg der Übertragung ist möglich. Wenn mehrere Katzen aus einem Futternapf fressen oder einer Trinkschale trinken, können sie einander anstecken. Selbst über die Schuhe oder Kleidung der Menschen können Krankheitserreger ins Haus gelangen.

In der Regel ist die Gefahr an Katzenschnupfen zu erkranken bei Freigängern oder in einem Mehrkatzenhaushalt größer als bei allein lebenden Stubentigern.

Wie kann ich den Katzenschnupfen behandeln?

Wenn eure Katze niest, hustet oder rote Augen hat, muss das nicht direkt ein Katzenschnupfen sein. Dennoch solltet ihr einen Tierarzt aufsuchen, der die Ursache ermittelt und eine Diagnose stellt. Eine umgehende Behandlung des Schnupfens ist für die vollständige Genesung besonders wichtig. Ist die Erkrankung bereits chronisch, ist eine Behandlung nur noch schwer möglich.

Ist euer Liebling an Katzenschnupfen erkrankt, verschreibt der Tierarzt in der Regel ein Antibiotikum. Je nachdem welche Erreger die Krankheit begleiten, erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit bakteriostatischen Medikamenten, wie zum Beispiel Augensalbe. Zuvor entnimmt der Arzt natürlich eine Blutprobe sowie Abstriche von der Zunge, den Augen und der Bindehaut, um die Erreger zu bestimmen. Anhand dessen kann er auch andere mögliche Ursachen, wie Allergien, ausschließen und die richtige Behandlung angehen.

Pflege der kranken Katze

Zusätzlich zu den verschriebenen Medikamenten, könnt ihr den Heilungsprozess unterstützen. Pflegt das kranke Tier, indem ihr ihm reichlich Zuneigung schenkt und ihm ein paar ruhige Tage ermöglicht. Die Katze benötigt in der Zeit vor allem Wärme. Ihr könntet ihr eine Heizdecke oder ein Wärmekissen auf ihren Schlafplatz legen oder sie zweimal täglich zehn Minuten mit Rotlicht bestrahlen. Zusätzlich solltet ihr die Augen und Nase regelmäßig von den Verkrustungen befreien, um die Atmung zu erleichtern.

Energie, um wieder auf die Beine zu kommen, bekommt sie durch Futter. Bietet der Samtpfote am besten besonders schmackhaftes Futter an, um ihren Appetit wieder anzuregen. Weiches Futter kann vom Vorteil sein, da das Tier vermutlich unter Entzündungen im Rachenraum und Schluckbeschwerden leidet. Wer krank ist, muss natürlich ausreichend trinken, das ist nicht nur bei Menschen, sondern auch Tieren der Fall. Verweigert sie dies, reichert das Futter mit Wasser an oder verabreicht ihr die Flüssigkeit durch eine Flasche. Eine künstliche Ernährung sowie Infusion ist dann von Nöten, wenn das Fressen und Trinken nicht mehr möglich ist. So weit solltet ihr es aber gar nicht erst kommen lassen.

Ist eine Impfung sinnvoll, um Katzenschnupfen vorzubeugen?

Ja. Es gibt einen Impfstoff, der das Risiko an Katzenschnupfen zu erkranken verringert, aber nicht vollständig beseitigt. Bereits im Kittenalter werden viele Katzen, im Zuge der Grundimmunisierung, gegen die Herpes- und Caliciviren geimpft. Da gerade diese Viren besonders verbreitet sind unter Katzen, ist eine Impfung sinnvoll. Lasst euch bei eurem Tierarzt beraten, er wird euch empfehlen, wann und wie oft ihr das Tier impfen solltet. Zusätzlich könnt ihr eure tierischen Mitbewohner vorbeugend gegen Clamydien impfen lassen.

Zwar beugen die Impfstoffe nicht gegen alle Viren und Bakterien vor, die für die Formen des Schnupfens als Erreger in Frage kommen, aber sie verringern das Risiko. Erkrankt die Katze trotzdem, soll der Verlauf der Krankheit milder ablaufen. Auch die StIKo Vet.  (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) rät zu der  Impfung bereits im Kittenalter. Für das Wohl des Tieres ist die Impfung weniger schlimm als die Erkrankung an Katzenschnupfen. Auch die Tierarztkosten bei der Behandlung von Katzenpneumonie sind nicht zu unterschätzen. Natürlich scheut ein Tierliebhaber keine Kosten und Mühen, wenn es um das Wohlergehen der tierischen Lieblinge geht, aber gute Vorbeugung zahlt sich in diesem Fall aus.

Ist eure Katze schon mal an Katzenschnupfen erkrankt oder habt ihr Sorge, sie könnte sich mit Erregern infiziert haben? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar!

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