18.03.2022

FeLV

Symptome, Vorbeugung, Behandlung und Prognose

Die Abkürzung FeLV steht für das feline Leukose-Virus. Eine weitere Bezeichnung ist Katzen-Leukose. Es handelt sich um eine unheilbare Krankheit, die sehr einfach übertragen werden kann und verschiedene Symptome auslöst. Vorbeugung und eine frühzeitige Behandlung sind die einzigen Möglichkeiten, schwere Verläufe und einen frühzeitigen Tod ihrer Tiere zu verhindern und die Lebensqualität so hoch wie möglich zu halten.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr die gefährliche Infektion verhindern könnt, sie zu erkennen ist und was bei der Behandlung beachtet werden muss.

Welche Erreger erzeugen FeLV?

Wie der Name der Erkrankung bereits verrät, handelt es sich um einen Virus. Die Viren befallen die weißen Blutkörperchen und erzeugen hierbei krankhafte Veränderungen.

Dadurch können die Zellen ihre Funktion nicht mehr ungehindert erfüllen. Aufgrund dessen kommt es zu Problemen in mehreren Bereichen. Bei den Erregern werden drei verschiedene Varianten unterschieden. Bei diesen handelt es sich um:

  • FeLV – A
  • FeLV – B
  • FeLV – C

Der Erregerstamm FeLV – A wirkt gewissermaßen als Basis. Es handelt sich um einen sogenannten Helfervirus, der das Immunsystem und schwächt und damit die Infektion durch die Substämme FeLV – B oder FeLV – C begünstigt. Der Subtyp B erzeugt eine größere Anzahl von Tumoren. Der Subtyp C sorgt hingegen für eine stärkere Blutarmut. Hierdurch können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen.

FeLV bei der Katze: so sehen die Symptome aus

FeLV ist eine tückische Krankheit und lässt sich anfangs nur schwer erkennen. Denn die Anzeichen sind unspezifisch und schleichen sich zudem allmählich ein. Zu ihnen gehören:

  • Anämie
  • Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • blutiger Kotabsatz
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Gelbsucht
  • langwierige andere Infektionen, zum Beispiel durch Katzenschnupfen
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Lungenentzündungen
  • rapider Gewichtsverlust
  • Schwäche
  • Schwellung peripherer Lymphknoten
  • stumpfes Fell
  • Vergrößerung und tumoröse Entartung der inneren Organe
  • vermehrtes Trinken
  • Verstopfung
  • Zahnfleischentzündungen und schlecht heilende Wunden

Schweregrad und Anzahl der Symptome treten anfangs nur in geringem Maße auf. Je näher sich das Tier an dem Endstadium befindet und je stärker das Immunsystem geschwächt ist, umso umfassender und intensiver sind die Anzeichen in ihrer Ausprägung. Oftmals kommen Katzen daher mit unspezifischen Symptomen in der Tierarzt-Praxis an. Wichtig ist dabei, dass ihr eure Tiere auch ohne konkreten Verdacht auf FeLV untersuchen lasst.

Die Diagnose von FeLV

Die Untersuchungen für die Virusinfektion können über den Speichel oder über eine Blutentnahme erfolgen. Es handelt sich hierbei um Schnelltests, sodass das Ergebnis innerhalb kurzer Zeit vorliegt.

Die Untersuchung sollte bei einem positiven Ergebnis innerhalb von sechs bis acht Wochen wiederholt werden. Das ist erforderlich, da anderweitig gesunde und kräftige Katzen innerhalb dieses Zeitraums die Infektion gegebenenfalls selbst bekämpfen können.

FeLV positiv: das sind die Ursachen

Bei der Ansteckung kommen mehrere Wege infrage. Die verantwortlichen Erreger können an der Luft jedoch nur Sekunden bis Minuten überleben, sodass ein weitestgehend direkter Kontakt erforderlich ist.

Dieser kann durch die folgenden Körperflüssigkeiten und Exkremente gegeben sein:

  • Blut
  • Wundsekret
  • Speichel
  • Kot
  • Urin

Die Erreger können also beispielsweise dann übertragen werden, wenn:

  • Spielzeug gemeinsam genutzt wird
  • es bei Kämpfen zu Wunden kommt
  • Trink- und Futternäpfe mehreren Tieren zur Verfügung stehen
  • sich Katzen gegenseitig putzen
  • enger Körperkontakt besteht
  • die Katzentoilette gemeinsam benutzt wird

Das Risiko ist also immer dann besonders hoch, wenn mehrere Katzen in einem Haushalt leben oder Katzen Freigang haben. Denn gerade bei letzterem habt ihr keinerlei Kontrolle darüber, mit welchen Tieren eure Katzen in Berührung kommen.

Da bereits der Kontakt zu Kot und Urin ausreicht, kann sich eine Katze sogar im eigenen Garten damit infizieren. Dafür reichen Freigänger anderer Menschen oder auch Tiere ohne Halter aus.

Katze-Leukose Endstadium: die Prognose

Das Endstadium ist erreicht, wenn eure Katze an mehreren Symptomen leidet und die Lebensqualität rapide sinkt. Das kann sich beispielsweise darin äußern, dass kaum mehr (feste) Nahrung aufgenommen wird. Apathisches Verhalten, vollkommener Verlust von Interesse an der Umgebung, Schreie und Unruhe gehören ebenfalls dazu. Diese Anzeichen weisen darauf hin, dass Schmerzen bestehen und ein normales Leben kaum mehr möglich ist.

FeLV verläuft nach einem Ausbruch immer tödlich, denn die Krankheit ist nicht heilbar. Lediglich die Symptome lassen sich durch eine Anpassung der Ernährung und die Gabe von Medikamenten regulieren und abschwächen beziehungsweise managen. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kann mit einer weiteren Lebenserwartung von maximal drei Jahren gerechnet werden. Der Verlauf kann sich jedoch auch so schwerwiegend erweisen, dass es sich nur noch um wenige Wochen handelt.

Leukose bei der Katze: Wie beugt ihr der Krankheit vor?

Dank Fortschritten in der Tiermedizin besteht die Möglichkeit, Katzen gegen den Virus impfen zu lassen. Diese Maßnahme ist bereits ab der neunten Lebenswoche möglich. Die Grundimmunisierung ist mit einer zweiten Injektion drei bis vier Wochen nach der ersten Impfung abgeschlossen.

Angeraten ist diese Maßnahme bei allen Katzen – unabhängig davon, ob sie Freigang haben oder nur in der Wohnung gehalten werden. Denn nach wie vor ist unklar, ob beispielsweise auch Parasiten, wie Flöhe, eine Rolle bei der Übertragung der Erreger spielen können.

Leukose-Katze: die Behandlung

Ist die Leukose bei Katzen einmal ausgebrochen, lassen sich nur noch die Symptome behandeln. Wie die Therapie im individuellen Fall aussieht, ist von den Symptomen abhängig. Es kann sich bei der Behandlung um die Verabreichung von fiebersenkenden und virushemmenden Mitteln handeln. Auch Bluttransfusionen, die Zufuhr von Nährstoffen und Appetitanreger sind möglich.

Eine pauschale Antwort auf die Frage nach der individuellen Behandlung gibt es daher nicht. Ob das Stillen von Schmerzen im Vordergrund stehen muss oder Organe gestärkt werden müssen, ergibt sich stets aus der aktuellen Lage. Klar ist aber, dass die Therapie immer nur Leiden lindern kann. Ein vollständiges Vermeiden lässt sich nicht realisieren. Zudem müsst ihr die Behandlung mit dem Fortschreiten der Krankheit immer wieder anpassen. Kurz vor dem Endstadium ist daher nur mehr eine palliative Pflege und Therapie möglich.

Welche Tiere gehören Risikogruppen an?

Obwohl nach Schätzungen zehn Prozent aller Hauskatzen mit dem Virus infiziert sind, bricht die Krankheit längst nicht bei allen Tieren aus. Wichtige Risikofaktoren stellen die folgenden Kriterien dar:

  • junges oder fortgeschrittenes Alter
  • geschwächtes Immunsystem
  • Kontakte zu anderen Tieren
  • vorhandener Impfschutz

Ein junges und ungeimpftes Tier mit Freigang ist einem deutlich größerem Risiko ausgesetzt als eine Katze in Wohnungshaltung, die erwachsen und anderweitig gesund ist. Auch ältere Tiere mit Vorerkrankungen gehören zur Risikogruppe. Das gilt ebenfalls für Neuzugänge mit unbekannter Vorgeschichte.

Eine Vorbeugung ist also durchaus möglich, wenn regelmäßige Untersuchungen stattfinden und Auffälligkeiten sofort behandelt werden. Zudem solltet ihr neue Katzen zunächst rundum untersuchen lassen, bevor sie Kontakt zu bereits vorhandenen Haustieren haben dürfen.

Habt ihr Erfahrungen mit FelV oder leidet eure Katze vielleicht sogar daran? Berichtet von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

Kommentar schreiben

Unbenannt
Alle Informationen zum Datenschutz findest Du in der Datenschutzerklärung.

Alle Kommentare (0)

Schreibe als erstes einen Kommentar!