American Bobtail Steckbrief

Eine aktive, intelligente und lernwillige Katze

Die American Bobtail hat einen auffallend kurzen Schwanz. Sie hebt sich aber auch in anderen Punkten von ihren Artgenossen ab. So ist die American Bobtail beispielsweise für ihr breites Farbspektrum bekannt oder dafür, dass sie gerne mit auf Reisen geht.

Geschichte und Herkunft der American Bobtail

Die Geschichte der American Bobtail begann durch einen Zufallsfund in den 60ern. In diesem Zeitraum wurde in dem amerikanischen Bundesstaat Arizona eine streunende Katze mit Stummelschwanz entdeckt – das spätere Gründungstier.

Als die Zucht begann, kreuzte man unterschiedliche Katzen mit kurzen Schwänzen ein (Lang- und Kurzhaarkatzen mit unterschiedlichen Fellfärbungen), ohne dabei bestimmte Rassen zu präferieren.

Durch die Verpaarung der unterschiedlichsten Tiere ist der Genpool der American Bobtails besonders groß, was dazu beiträgt, dass die Katzen weitestgehend frei von rassetypischen Erbkrankheiten sind.

Mit der Anerkennung durch die TICA (The International Cat Association) 1989 verzeichneten die Züchter ihren bis dato größten Erfolg. Auch im Standard der LOOF (Livre Officiel des Origines Félines) ist die American Bobtail bereits als Rasse anerkannt. Allerdings steht die Annerkennung durch die FIFe (Fédération Internationale Féline), die in Deutschland gilt, noch aus.

Wesen und Charakter

Wie bei anderen Katzenrassen auch, können die Charaktereigenschaften der einzelnen Individuen sehr unterschiedlich sein.

Allerdings gibt es bei der American Bobtail folgende Tendenz:

  • Neugierig
  • Gesellig
  • Menschenbezogen
  • Freiheitsliebend
  • Friedvoll
  • Aktiv
  • Verspielt

Aussehen der American Bobtail

Die American Bobtail ist eine mittelgroße Katze und erreicht ein Körpergewicht von etwa sieben Kilogramm. Ihre Körperstatur ist athletisch und muskulös mit breiter Brust. Weil die Vorderbeine länger als die Hinterbeine sind, wölbt sich der Rücken zum Hals empor.

Das besondere Augenmerk liegt bei dieser Katze auf dem Schwanz, der auf eine spontane Genmutation zurückzuführen ist und sich dominant vererbt. Der Katzenschwanz sieht nicht einheitlich aus – er kann gebogen, gerollt und geknotet sein. Außerdem ist er unterschiedlich lang beziehungsweise kurz (Richtwert: Die Schwanzlänge der American Bobtail beträgt im Vergleich zu anderen Katzen etwa ein Drittel davon).

Der Kopf ist breit mit einer ausgeprägten Wangen- und Kieferpartie.
Die Augen sind groß, ovalförmig und harmonieren mit dem Fell.
Die Ohren sind von mittlerer Größe und an der Spitze mit einem kleinen Büschel Fell behaart.
Außerdem hat die American Bobtail Fell zwischen den Zehen.

Generell sind alle Fellfarben und Musterungen anerkannt. Auch die Länge des Fells wird im Standard offen gelassen und ist nicht verbindlich definiert. Die American Bobtail hat aber immer ein dichtes Doppelfell, das weich ist und glänzt.

Haltung und Pflege

Die American Bobtail ist eine anhängliche Katze, die nicht gut alleine bleiben kann. Wenn der Mensch keine Zeit für sie hat, sollte zumindest eine andere Katze anwesend sein. Die American Bobtail freundet sich aber auch mit Hunden an, wenn sie sich schrittweise an die andere Spezies herantasten kann.

Die Samtpfote hat keine Präferenz für eine bestimmte Kategorie Mensch, Senioren und Kinder hat sie gleichermaßen gern. Wichtig ist nur, dass jemand zu Hause ist, mit dem sie interagieren kann. Übrigens: Die Kommunikation der American Bobtail fällt vergleichsweise leise aus. Ihre Laute klingen weniger wie die einer Katze, als die, die eine Taube macht, die gerade gurrt.

Dadurch, dass das Genom der American Bobtail auf gewöhnliche Hauskatzen zurückzuführen ist, gibt es eine genetische Diversität. Deshalb wird die Rassekatze nur selten krank.

Allerdings kann es bei ihr aufgrund der unterschiedlichen Beinlänge zu Problemen an der Hüfte und aufgrund des Stummelschwanzes zu Beschwerden mit der Wirbelsäule kommen. Außerdem kann sie im Laufe ihres Lebens an allen Krankheiten leiden, die für Hauskatzen typisch sind. Auch die Anfälligkeit für Zahnprobleme scheint bei der American Bobtail leicht erhöht zu sein.

Freigänger oder Wohnungskatze?

Weil die American Bobtail lebhaft ist, wäre ein großer Garten oder der unbegrenzte Freigang für sie ideal. Die Außenhaltung ist demnach die empfohlene Haltungsform, aber unter der Prämisse, dass die Katze bei Schlechtwetter, in der Nacht und bei Gefahr den geschützten Innenraum betreten kann.

Wenn die Wohnung katzenfreundlich eingerichtet ist, kommt auch die reine Innenhaltung in Betracht. Allerdings müssen die Zugänge gut gesichert sein. Die American Bobtail ist nämlich neugierig und intelligent, weshalb sie zu Fluchtmanövern neigt. Sie ist blitzschnell und schlau genug, um den Mechanismus einer Türklinke zu erlernen. Schließt die Wohnungstür deshalb sicherheitshalber ab, und zwar auch dann, wenn ihr selbst zugegen seid.

Wie viel Beschäftigung braucht die American Bobtail?

Die American Bobtail hat Phasen, in denen sie sich gern bewegt. Grundsätzlich liegt ihr Wunsch nach körperlicher Aktivität aber in einem angenehmen Mittelfeld.

Was ihr gut gefällt sind Intelligenzspielzeuge und Kratzbäume, an denen sie hochklettern und sich die Krallen wetzen kann. Diese dürfen in einer katzengerechten Wohnung aber ohnehin nicht fehlen, weshalb die American Bobtail in dieser Hinsicht eine absolut durchschnittliche Katze ist.

Fellpflege und Fütterung

Die American Bobtail ist in Hinblick auf die tägliche Pflegeroutine sehr unkompliziert. Weder hat sie besondere Ansprüche ans Futter noch ein pflegebedürftiges Fell. Allerdings nehmen futterinteressierte Individuen recht schnell zu, was ihr jedoch durch Anti-Schling-Näpfe, einen automatischen Futterportionierer oder die manuelle Futterzuteilung verhindern könnt. Wichtig ist vor allem, dass das Futter aus hochwertigen Inhaltsstoffen besteht und zu den Eigenschaften der Katze passt (abgestimmt auf das Alter, etwaige Krankheiten/Unverträglichkeiten und den individuellen Energiebedarf).

Das Fell der American Bobtail ist prinzipiell sehr pflegeleicht. Während des Fellwechsels nimmt der Aufwand aber zeitweise zu. Ihr könnt die Katze beim Fellwechsel unterstützen, indem ihr sie täglich bürstet und Verfilzungen entfernt. Viele Rassevertreter – vor allem Kurzhaarkatzen – kommen aber auch ohne das tägliche Pflegeprogramm aus.

Anschaffung einer American Bobtail

Die American Bobtail ist erst seit 1989 anerkannt. Sie ist also noch ein junges Rassetier, das es nur bei ausgewählten Züchtern zu kaufen gibt. Achtet darauf, nur bei Personen zu kaufen, bei denen ihr persönlich vorbeikommen und euch vom Zustand der Tiere und den dortigen Lebensumständen überzeugen könnt. Verkäufer, die euch diese Bitte ausschlagen, sind unseriös.

Der Kaufpreis kann in Abhängigkeit zur genetischen Abstammung, zum Geschlecht, Alter und Erscheinungsbild variieren. Rechnet mit einem Mindestpreis von etwa 1.000 Euro für ein reinrassiges Tier.

Obwohl der Anschaffungspreis überdurchschnittlich ist, gebt ihr für die laufenden Kosten genau die gleiche Summe, wie für andere Katzen aus. Auf die Jahre gerechnet, werden sich die hohen Anschaffungskosten also wieder relativieren.

Interessantes und Wissenswertes

Die American Bobtail ist also eine pflegeleichte Familienkatze, doch damit nicht genug:

  • Während die meisten Katzenhalter während des Urlaubs einen Katzensitter organisieren, kommt die American Bobtail gerne mit. Bei LKW-Fahrern hat sie sich deshalb als beliebtes Haustier etabliert.
  • Dass Hunde zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden, sind wir schon gewohnt. Die American Bobtail kann das aber auch. Weil sie so empathisch und freundlich ist, hilft sie dabei, Ratsuchende zu therapieren.
  • Die Vorfahren der American Bobtail sollen ein Rotluchs und eine Hauskatze gewesen sein. Diese Vermutung stellte sich aber als Mythos heraus. Biologisch können die beiden Tierarten zwar Hybriden hervorbringen, allerdings wären diese wiederum steril, könnten sich also nicht weiter vermehren.
  • American Bobtails sind verspielt und intelligent. Einige von ihnen haben hundeähnliche Charakterzüge, erlernen Tricks und können Dinge apportieren.
  • Während andere Katzen eine starke Abneigung gegen Wasser verspüren, finden einige American Bobtails Gefallen daran und haben an Wasserspielen Spaß.

Die American Bobtail ist wendig und agil. Weil sie sich durch winzige Öffnungen zwängen und aus den unterschiedlichsten Situationen befreien kann, wird sie mit dem berühmten Entfesselungskünstler Harry Houdini assoziiert.

Ihr seid auch große Fans der American Bobtail oder wollt euch bald eine zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was den Stubentiger so besonders macht!

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