06.05.2021

Augenpflege beim Hund

Darauf solltet ihr achten

Die Augenpflege beim Hund ist eine kleine tägliche Handbewegung, die eurem Liebling schnell zur Gewohnheit wird. Schließlich ist der Vierbeiner ein Familienmitglied, dem Aufmerksamkeit gebührt, damit es ihm rundum gutgeht. Das Sehen ist für Hunde ein sehr wichtiger Sinn, um sich im Leben zurechtzufinden, genau wie für uns Menschen. Manche Rassen sind ausgesprochen anspruchslos, bei anderen Exemplaren ist die Augenpflege ein aufwendiges Ritual, dass größte Sorgfalt erfordert. Die Tipps in unserem Beitrag erklären, wie ihr verklebte Augen beim Hund reinigen könnt und wann es nötig ist, einen Termin beim Tierarzt zu vereinbaren.

Augenpflege bei Hunden: Deshalb ist sie so wichtig

Regelmäßige Reinigung ist keinesfalls übertrieben, denn Sauberkeit und eure Aufmerksamkeit helfen, ernsthaften Augenkrankheiten eures Hundes vorzubeugen. Beachtet vor allem die Farbe der Absonderungen, die Aufschluss darüber gibt, ob sich eine Infektion oder eine andere Erkrankung anbahnt. Zunächst einmal ist es völlig normal, dass sich Tränenflüssigkeit bildet, um die Feuchtigkeit der Augen zu gewährleisten. Wenn sich nach dem Schlaf transparente oder milchige Rückstände in den inneren Augenwinkeln angesammelt haben, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Mit etwas Wasser oder einem Augenpflegemittel lassen sich leicht verklebte Augen beim Hund reinigen.

Augenkrankheiten beim Hund vermeiden

Der Augenbereich eures Lieblings ist von Natur aus empfindlich. Bindehautentzündung bei Hunden tritt bei kleinen Rassen gehäuft auf, da sie sich relativ nahe über dem Boden befinden, wo aufgewirbelter Staub durch den Straßenverkehr und andere Fußgänger die höchste Konzentration aufweist. Schnell kann auch ein Fremdkörper ins Auge geraten. Bei einem besonders empfindlichen Hund ist Augenpflege mit einer beruhigenden Pflegelösung nach jedem Ausgang empfehlenswert. Für längere Ausflüge in die Natur könnt ihr einzeln verpackte Augenpflegetücher mitnehmen, die unterwegs sofort Linderung bringen.

Zugluft bei der Autofahrt durch ein heruntergekurbeltes Fenster begünstigt eine Bindehautentzündung bei Hunden, auch feine Pollen werden zu unangenehm reibenden Fremdkörpern, die ständigen Tränenfluss verursachen können. Selbst wenn ihr es gut meint, das Hundebett im Winter vor die warme Heizung zu stellen, ist dies keine gute Idee. Die trockene Raumluft reizt die Schleimhäute der Augen und Nase, wodurch Beschwerden wie Tränenfluss und Rötung entstehen.

Manche Hunderassen sind besonders anfällig

Bei Rassen mit kurzen Schnauzen wie Pekinese, Französische Bulldogge oder Mops sind neben der täglichen Augenpflege auch die Kontrolle und Reinigung der Nasenhautfalte nötig. Bei manchen Exemplaren berührt die behaarte Nasenfalte das Lid, wodurch die Augen ständig tränen. In der Hautfalte angesammelte Feuchtigkeit führt auf Dauer zu Hautpilz-Infektionen und Wundheit.

Langhaarige Rassen mit störendem Bewuchs im Gesicht sind besonders von Augenreizungen betroffen. Aus diesem Grunde tragen Shih Tzu oder Yorkshire Terrier Haarspangen. Regelmäßiges Trimmen im Hundesalon sorgt für freie Sicht, indem die Härchen ausgezupft oder mit der Schere kurz geschnitten werden. Bei großen langhaarigen Rassen, wie dem zotteligen Ungarischen Hirtenhund, hat das Haar über den Augen während langer Aufenthalte im Freien eine wichtige Schutzfunktion gegen Wind, Sonne und Staub. Der Rassestandard verlangt langes Haar im Augenbereich, was ihr auch so belassen solltet. Nicht zuletzt beugt eine dem Alter angepasste gesunde Ernährung Augenkrankheiten beim Hund vor.

Diese Hunde-Augenkrankheiten gibt es

Bevor Augenkrankheiten bei einem Hund akut werden, treten Symptome auf, die ihr beachten solltet. Wenn etwas nicht stimmt oder am nächsten Tag Besserung ausbleibt, solltet ihr euren Vierbeiner auf schnellstem Wege dem Tierarzt vorstellen. Achtet speziell auf dieses Verhalten:

  • Reiben des Kopfes an der Sofaecke oder am Teppich aufgrund von Juckreiz
  • Kratzen oder Wischen mit der Pfote über das kranke Auge
  • Dauerndes Zwinkern, Lichtempfindlichkeit, Tränen und Rötungen
  • Eitriges Sekret fließt ab oder es bilden sich Verkrustungen
  • Der Hund kneift das Augenlid zusammen

Schmerzhafte Augenkrankheiten des Hundes können mit Reizbarkeit und Antriebslosigkeit einhergehen, auch Appetitlosigkeit und Winseln sind ernste Anzeichen. Falls sich euer Hund nicht anfassen lässt, hilft keine Reinigung, sondern er muss sofort zum Tierarzt. Auch Auffälligkeiten wie die Trübungen der Linse, Pupillen unterschiedlicher Größe, ein Bluterguss am Augapfel, ein blutunterlaufenes Auge, Schwellungen und Fremdkörper müssen sofort behandelt werden. Ganz gleich, welche Auffälligkeiten sich sonst noch zeigen, ihr solltet eurem Hund schnell helfen.

Diese Augenkrankheiten stehen im Zusammenhang mit bestimmten Rassen:

Trockene Augen

Trockene Augen beim Hund machen sich im Anfangsstadium durch starken Tränenfluss und Brennen bemerkbar. Dieser entsteht durch einen nicht intakten Tränenfilm, der das Auge nicht ausreichend benetzt oder aufgrund falscher Zusammensetzung keinen Schutz bietet. Die Ursachen trockener Augen können in langzeitig geringer Luftfeuchtigkeit, Zugluft sowie in anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus liegen. Ebenso kommen Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder Spätfolgen von Infektionskrankheiten, wie Staupe, infrage. Augentropfen, sogenannte Tränenersatzmittel, lindern die Beschwerden, doch es handelt sich um eine chronische Krankheit.

Progressive Rentinaatrophie (PRA)

Progressive Rentinaatrophie endet mit dem Erblinden durch langsames Absterben der Netzhaut. Schnelles Handeln erhöht die Chance, dass Augenkrankheiten bei Hunden glimpflich ablaufen. Nur mit Hausmitteln dürft ihr nicht herumdoktern, da sich die Situation noch verschlimmern kann. Auch Medikamente für Menschen schaden, da manche Inhaltsstoffe für Tiere giftig oder viel zu hoch dosiert sind. Insbesondere das Baden der Augen mit Kamillentee oder Kamillen-Extrakt aus der Apotheke verschlimmert den Zustand: Feinste Partikel und enthaltene Inhaltsstoffe lösen schwere Reizungen am Auge aus. Auch von einer Behandlung mit der Heilpflanze Augentrost raten Veterinäre dringend ab. Die Behandlung darf nur ein Veterinär vornehmen, denn es ist möglich, dass eine ganz andere, bisher unerkannte Grunderkrankung dahintersteckt. In den meisten Fällen erhält der Hund Augentropfen, steril verpackte Pflegetücher und ein Antibiotikum, um die Beschwerden zu lindern.

Gesunde Augen bei Hunden durch Augenpflege: So geht ihr vor

Löst zuerst Verkrustungen durch mehrmaliges Abtupfen mit dem Augenpflegetuch. Danach wischt ihr vom inneren Augenwinkel nach außen hin über die Lider. Wenn beide Augen gesund sind, könnt ihr ein Tuch für beide Seiten benutzen. Faltet das Pflegetuch so, dass für das zweite Auge eine unbenutzte Fläche zur Verfügung steht. Bindehautentzündung bei Hunden sind ansteckend: Verwendet in diesem Fall zur Sicherheit für jedes Auge ein frisches Tuch. Tägliche Augenpflege beim Hund beugt unschönen Tränenflecken auf hellen Fellfarben vor.

Deshalb solltet ihr verklebte Augen beim Hund reinigen

Falls sich die Textur oder die Farbe der Rückstände im Augenwinkel ändert, ist es anzuraten, den Ursachen nachzugehen. Gelbliche oder grüne Sekrete deuten auf eine Infektion hin. Die zähe Masse kann die Tränengänge verschließen, wodurch sich eine Entzündung bilden kann. Durch Augensekrete verklebtes Haar bewirkt Zugbelastung an dem Lid und infolge bildet sich starker Tränenfluss aus. Die festen Krusten bieten Bakterien Nährboden, wodurch sich die Situation verschlechtert.

So könnt ihr Tränenstein beim Hund entfernen

Tränenstein ist der Fachbegriff für dunkelbraun verfärbtes Fell unter den Augen, das sich durch eingetrocknete Tränenflüssigkeit bildet. Besonders auffällig ist dies bei weißer Fellfarbe. Durch gewissenhafte Augenpflege beim Hund lassen sich Flecken vermeiden. Falls sich doch Verfärbungen bilden, könnt ihr diese Spuren mit Tränenfleck-Entferner behandeln, indem ihr zwei Mal täglich ein Wattepad, einen kleinen Schwamm oder ein nicht fusselndes Stofftaschentuch anfeuchtet und vorsichtig die Stellen behandelt. Papiertaschentücher eignen sich nicht, da sich beim Wischen Partikel lösen und ins Auge geraten können.

Durch bewusste Ernährung lässt sich Tränenstein bei Hunden vermeiden: In Trocken- und Nassfutter enthaltene Karotten (oder Karotin), rote Beete-Extrakt und Tomaten lagern dunkle Pigmente im Haar rund um die Augen, am Maul und an den Pfoten ab. Bei braunen Hunden ist die Verstärkung der Fellfarbe erwünscht, doch helles Hundehaar färbt sich unschön. Manche Hersteller bieten spezielle Futtersorten für Hunde mit weißem Fell an. Alternativ ist die Zugabe von Hüttenkäse zum Futter vorteilhaft für helle Fellfarben.

Achtung: Versucht niemals, Tränenstein bei Hunden mit Haarfärbemittel oder Wasserstoffperoxid zu beseitigen!

Augenpflege beim Hund ist überaus wichtig, damit euer Liebling gesund bleibt. Wenn ihr von Anfang an euer Tier daran gewöhnt, die Augen zu wischen, kennt es das, und in einem kurzen Moment ist die Reinigung erledigt. Mit unseren Tipps könnt Ihr eine ganze Menge dafür tun, dass euer Hund bis ins hohe Alter hinein klare, glänzende Augen behält.

Müsst ihr die Augen eurer Vierbeiner regelmäßig reinigen? Wie geht ihr dabei vor? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

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