26.03.2022

Hund zittert

Warum tut er das?

Wenn Ihr bemerkt, dass Euer Hund häufig zittert, macht Ihr Euch vermutlich Sorgen um die Gesundheit des Tieres. Es gibt zwar viele verschiedene Gründe für das Euer Hund zittert – von harmlosen Ursachen wie Kälte oder Übererregung bis hin zu medizinischen Problemen wie einem Virus oder Übelkeit -, aber es kann im Einzelfall etwas schwierig sein, den genauen Grund für das Unbehagen Eures Hundes zu erkennen.

Mein Hund zittert

Viele Hunde zittern mehr oder weniger stark, auch wenn es draußen nicht allzu kalt ist. Besonders häufig ist dies bei kleinen Hunden wie zum Beispiel Chihuahuas, Dackeln oder Zwergpinschern der Fall. Während Zittern für manche Hunderassen ganz normal und nicht besorgniserregend ist, kann es bei anderen auch ein Warnzeichen dafür sein, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Ob Ihr mit Eurem Hund einen Tierarzt bzw. Veterinär aufsuchen solltet, hängt von der Schwere und Dauer der Symptome ab, aber bedenkt auch stets, dass manche Gründe wieso Euer Hund zittert nur schwer zu ermittelt werden können. Hier informieren wir Euch über die häufigsten Gründe, warum Euer Hund zittert, damit Ihr somit feststellen könnt, ob es sich um ein eher ernstes gesundheitliches Problem oder doch eine normale Verhaltensweise des Hundes handelt.

Warum zittert mein Hund? – die Ursachen

Euer Hund kann zittern aus verschiedenen Gründen, die aus tiermedizinischer Erfahrung in drei Hauptkategorien unterteilt werden können:

  • Verhaltensbedingt: Hunde sind verängstigt, ängstlich oder aufgeregt
  • Altersbedingt: Ab einem gewissen Alter zittern manche Hunde genau wie alte Menschen
  • Reaktion auf die Umgebung: Hunden ist es zu nass, trocken, kalt, heiß oder laut
  • Medizinische Gründe: Krankheiten wie Epilepsie, generalisiertes Tremor-Syndrom, Muskelschwäche, Ohrenprobleme oder Vergiftung

Wenn Ihr Euren Hund immer ausreichend kühl/warm, trocken und entspannt sowie auch seine Impfungen auf dem neuesten Stand haltet und aufpasst, dass er keine Gifte zu sich nimmt, könnt Ihr den häufigsten Gründen, dass Euer Hund zittert schon recht gut vorbeugen. Wenn Ihr Euch aber nicht ganz sicher seid, warum Euer Hund zittert, solltet Ihr möglichst bald einen Tierarzt aufsuchen. Vor allem dann, wenn das Zittern neu, plötzlich und überraschend auftritt, anhaltend, stark sowie schwerwiegend ist und/oder von anderen auffälligen Anzeichen wie zum Beispiel Bellen, Jaulen, Japsen und Winseln begleitet wird.

Weniger Gedanken müsst Ihr Euch um Euren Hund machen, wenn er vor Aufregung oder Vorfreude, Furcht oder Angst zittert. Viele Hunde zittern häufig und völlig normalerweise vor Aufregung und Vorfreude, um überschüssige Energie loszuwerden. Auch erschrecken sich viele Hunde vor plötzlichem Lärm sowie lauten Geräuschen, was sie häufig ebenfalls zum Zittern bringt. Wenn Ihr Eurem dann seinen ganz natürlichen Fluchtreflex und einen leisen Zufluchtsort in der Wohnung/dem Haus zugesteht, hört das Zittern zumeist schnell wieder auf.

Hund zittert im Ruhezustand

Etwas genauer hinsehen solltet Ihr hingegen, wenn Euer Hund ohne andere erkennbare äußere Anlässe (auch) im Ruhezustand zittert. Dies gilt umso mehr, wenn Ihr das Zittern beim Hund bereits beim Laufen oder Rennen gesehen habt, dieses aber auch im Sitzen oder Liegen nach einer gewissen Zeit nicht vollständig aufhört. Beim weiter oben schon beschriebenen normalen Zittern vor Aufregung, Anstrengung oder Angst beruhigen sich die meisten Hunde nämlich in der Ruhe relativ schnell, sobald sie sich es erst einmal im „Körbchen“ schön bequem gemacht haben.

Ist es am gewohnten Stammplatz Eures Hundes auch nicht zu kalt und/oder zugig, dann kann Zittern insbesondere der Hinterbeine im Ruhezustand auch ein Anzeichen für eine beginnende oder schon fortschreitende Muskelschwäche sein. Auch Müdigkeit nach einem längeren Spaziergang mit Herrschen oder Frauchen sowie höheres Alter kommen hierbei als Erklärungen infrage, bei diesen Ursachen hält das Zittern in der Ruhe jedoch zumeist nur kurz an. Sollte Euer hingegen tatsächlich Probleme mit Muskelschwäche aufgrund von Arthritis haben, dann bringt ein Besuch beim Tierarzt in der Regel schnell Klarheit.

Hund zittert und hechelt

Genau wie Zittern in den meisten Fällen sowie bei vielen Hunden ganz normal und völlig unbedenklich sein kann, ist auch Hecheln eine vollkommen natürliche, sogar geradezu für die Gesundheit des Hundes unerlässliche Verhaltensweise. Hunde hecheln häufig, wenn sie sich beim Spielen und Tollen vor allem bei höheren Temperaturen in der Sonne stark verausgabt haben. Mit Hecheln ersetzen Hunde das ihnen nicht in diesem Maße wie beim Menschen mögliche Schwitzen und regulieren somit ihre Körpertemperatur.

Hecheln tritt bei Hunden auch aufgrund von Aufregung, Nervosität und Anstrengung auf. Zu den weiteren unproblematischen Gründen zählen darüber hinaus phasenweise Angst (vor Gewitter oder neuer Umgebung) und höheres Alter, da bei älteren Hunden die Atmung mit steigender Lebenszeit tendenziell schwächer wird. Zu schlechte, stickige, verbrauchte und nicht ausreichend sauerstoffhaltige Luft speziell an für Hunde generell ungeeigneten Orten wie Geschäften oder Gastronomie kann ebenfalls zum intensiven Hecheln führen.

Es ist auch erwähnenswert, dass bestimmte, sog. brachycephale Hunderassen mit kurzen Schnauzen wie beispielsweise Boston Terrier, Bulldoggen und Möpse grundsätzlich mehr und stärker hecheln als diejenigen mit längeren Schnauzen wie etwa Schäferhunde. Das liegt daran, dass die aufgrund der Anatomie gedrungenen Schädel kürzere sowie engere Nasengänge haben, welche die Atemluft weniger leicht passieren lassen. Diese Rassen haben höheres Risiko für Hitzschlag sowie Atemprobleme, sodass es für Besitzer wichtig ist, hierbei besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Letztlich solltet Ihr vor allem dann aufmerksam werden, wenn Euer Hund stärker als üblich zittert und hechelt, besonders wenn er sich vorher nicht stark angestrengt hat. Um sicher zu sein, beobachtet Ihr Euren Hund am besten ein bis zwei Tage lang und sucht dann erst einen Veterinär auf, um eventuell ernsthafte Erkrankungen wie die Folgenden abzuklären:

  • Kongestive Herzinsuffizienz
  • Herzwurmbefall
  • Erhöhten Cortisolspiegel
  • Vergiftungen
  • Innere Verletzungen
  • Kehlkopflähmung
  • Niedrigen Blutzucker
  • Niereninsuffizienz

Hund zittert und verhält sich komisch

Komisches oder merkwürdiges Verhalten liegt letztlich natürlich sowohl bei Menschen als auch Hunden größtenteils im Auge des Betrachters. Genau wie bei uns Zweibeinern gibt es auch bei Vierbeinern viele Verhaltensweisen in zahlreichen möglichen Ausprägungen und Schattierungen, die häufig ganz schlicht und ergreifend Charakter und Persönlichkeit zeigen, ohne gleich krankheitsbedingt, problematisch oder sogar pathologisch zu sein. Bei Hunden finden sich eben eher lebhafte oder stärker phlegmatische Naturen wie auch bei uns. Gleiches gilt für Eigenschaften wie Geduld, Gutmütigkeit und Gleichmut sowie deren jeweiliger Gegensatz.

Gerade zu Beginn der Beziehung sowie des Besitzverhältnisses zwischen Menschen und Hunden kann das Verhalten der Letztgenannten weniger erfahrene erstere noch häufiger wundern oder erschrecken. Im Laufe der Zeit spielen sich Zwei- und Vierbeiner aber in der Regel gut aufeinander ein und überraschen sich nur noch selten gegenseitig. Dabei sollten sich frisch gebackene Hundebesitzer aber immer bewusst sein, dass ihre Schützlinge um einiges stärker auf sie angewiesen sind als andersherum: Ihr könnt Euch jederzeit etwas zu essen zubereiten oder auch auf die Toilette gehen, Euer Hund benötigt dafür zumeist Eure Hilfe und Unterstützung.

Woran kann es also liegen, wenn der Hund zittert und sich komisch verhält? Komisch im Sinne von sonst unüblichem, ungewohntem oder womöglich aggressivem Verhalten? Oft wirken etwa speziell junge Hunde auch ohne erkennbaren Anlass sehr aufgeregt, wenn sie etwas Neues entdecken und sich dann quasi körperlich mit Springen mitteilen möchten. In ähnlicher Weise verhalten sich sonst ausgesucht friedliche Hunde, wenn sie ängstlich sind und ihre Emotion durch Bellen oder Knurren verarbeiten. Und selbstverständlich verhalten sich „läufige“ bzw. empfängnisbereite und unkastrierte Hündinnen während des Eisprungs etwa zweimal im Jahr deutlich nervöser und unruhiger als sonst. Zittern und vermeintlich komisches Verhalten sowie häufiges Urinieren ist in solchen Phasen normal. Am besten beruhigt Ihr „heiße“ Hunde mit längeren Spaziergängen, extra „Leckerlis“ und Spielzeug zur Ablenkung.

Zeigt Euer Hund hingen plötzlich sowie unerwartet derartige Änderungen in Temperament und Verhalten, ohne dass die oben genannten Voraussetzungen gegeben sind, kann es sich möglicherweise um das Cushing-Syndrom handeln, welches vor allem bei Hunden mittleren und höheren Alters auftritt. Nur Tierärzte können diese auch unter dem Begriff Hyperkortisolismus bekannte sowie durch Überproduktion des Stresshormons Cortisol in den Nebennieren verursachte Erkrankung diagnostizieren, deren Symptome zumeist die Folgenden sind:

  • Lethargie
  • Zittern
  • Inkontinenz
  • Plaques auf der Haut (Calcinosis cutis)
  • Erhöhter Hunger und Durst
  • Hecheln und Haarausfall

Hund zittert im Schlaf

Zappelt und zittert Euer Hund im Schlaf? Dann träumt er wahrscheinlich gerade etwas Interessantes. Zucken und Zittern beim Träumen ist ein normales Verhalten des Hundes sowie ein unwillkürlicher Muskelkrampf, der schnell und plötzlich in fast jedem Körperteil des Hundes, aber typischerweise an den Hinterbeinen auftritt, während Euer Hund schläft. Wenn ein Hund im Schlaf zittert und zuckt, ist das ein guter Indikator dafür, dass er tief und fest schlummert. Hunde haben letztlich die gleichen Schlafstadien wie wir Menschen, einschließlich Kurzwellenschlaf und schnellen Augenbewegungen. Oft sieht es so aus, als würde Euer Hund in die Luft treten, wenn er träumt.

Im Durchschnitt schlafen Hunde ungefähr 12 bis 14 Stunden am Tag. Während der Schlafphasen ist es üblich und normal, dass ein Hund mit dem Schwanz oder dem ganzen Körper zuckt – er kann sogar bellen. Dies ist sozusagen die Kommunikation Eures Hundes im Schlaf. Hunde zucken auch während Albträumen. Obwohl dies schwer zu beobachten ist, wird empfohlen, den Hund nicht zu wecken, es sei denn, es ist klar, dass er sich in Not befindet. Wenn Ihr ihn wecken müsst, ruft sanft seinen Namen, bis er zu sich kommt, aber berührt ihn nicht, da er sonst vor Schreck beißen könnte.

Auch noch jugendliches Alter kann ein Grund für einen im Schlaf häufig zitternden und zuckenden Hund sein. Welpen und vor allem Neugeborene sind besonders aktive Träumer und zucken oft, weil dies Teil ihrer gesunden Entwicklung ist, die ihre Muskeln sowie ihr Gehirn stärkt. Ältere Hunde träumen oftmals ebenfalls wieder häufiger und intensiver, ihr Zittern und Zucken ist deshalb meist kein Grund zur Sorge. Wenn jedoch zusätzlich zum Zittern im Schlaf die folgenden Symptome sichtbar werden, solltet Ihr möglichst bald einen Tierarzt aufsuchen, um eventuell schwere Krankheiten wie Staupe („Carrésche Krankheit“) zu erkennen und behandeln zu lassen:

  • Hohes Fieber
  • Tränende Augen
  • Laufende Nase
  • Durchfall und Erbrechen
  • Atemnot, Husten und Niesen
  • Bindehautentzündungen

Hund zittert am ganzen Körper

Wenn Euer Hund aus heiterem Himmel am ganzen Körper zittert und das Zittern länger anhält als ein kurzer Krampf oder sein Körper ganz starr wird, kann es sein, dass er einen epileptischen Anfall hat. In diesen Fällen solltet Ihr möglichst sofort einen Notfalltierarzt rufen. Weitere Anzeichen für einen Anfall sind:

  • Erbrechen
  • Schaum vor dem Mund
  • Ausscheiden von Stuhlgang
  • Urinieren

Vor einem Anfall kann Euer Hund ängstlich oder unruhig wirken. Während eines Anfalls hält der Hund häufig die Augen weit aufgerissen, egal ob er schläft oder wach ist und zeigt einen starren Blick. Nach dem Ereignis wirkt er oft verwirrt oder benommen. Anfälle haben nicht immer ein klassisches Erscheinungsbild, sondern können sie sich auch als Ticks oder Zittern manifestieren. Daher ist es ratsam, nach den oben genannten Anzeichen für einen Anfall zu sehen, um zu entscheiden, ob der Hund einen Anfall erlitten hat oder nur normales Muskelzucken zeigt. Wenn Ihr den Verdacht habt, dass ein Anfall vorliegt, solltet Ihr Euch sofort an einen Tierarzt wenden.

Hund zittert stark – was ihr tun solltet

Analog und ergänzend zum bereits in den oberen Absätzen Geschriebenen kann starkes Zittern bei Eurem Hund die unterschiedlichsten Gründe haben. Zittert Euer Hund stark aus Angst, helfen meist schon Liebe und Zuwendung sowie sanftes Streicheln und Sprechen mit leiser, beruhigender Stimme, um ihn schnell wieder zu beruhigen.

Ist eine Erkältung oder Unterkühlung der Grund für das Zittern, verzichtet Ihr besser auf langes Spielen und Spazieren im Garten oder Park und weicht in einen Indoor-Hundepark aus. Für eine extra dicke Decke im Körbchen, einen speziellen Hundepullover oder eine Weste wird Euer Hund Euch sicherlich auch sehr dankbar sein.

Zittert Euer Hund häufig vor Aufregung und Nervosität, könnt Ihr ihn mit Tauziehen oder Apportieren ein wenig „auspowern“ und erschöpfen, bevor es zur eigentlichen Gassirunde geht. Auch eine Radtour, bei der Euer Hund hinter Euch herrennt, bringt in diesen Fällen oft die gewünschten Resultate größerer Ruhe.

Könnt Ihr all diese Auslöser für Zittern ausschließen, aber befürchtet, dass Schmerzen der Grund für das Zittern sind, streicht Ihr Eurem Hund vorsichtig mit den Händen über den Bauch, an den Beinen entlang sowie zwischen seinen Zehen und beobachtet, ob er dabei zuckt. Entdeckt Ihr keine äußeren Anzeichen wie zum Beispiel Steinchen oder Zecken, ist der Besuch beim Tierarzt angesagt, wo Röntgenaufnahmen mehr Gewissheit bringen.

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