01.06.2021

Euer Hund hustet

Das könnten die Ursachen sein

Wenn der Hund hustet, ist sein Halter schnell besorgt, dabei können die Auslöser sowohl bedenklich als auch ganz harmlos sein. Folgender Artikel fasst die möglichen Ursachen zusammen und zeigt verschiedene Präventivmaßnahmen und Behandlungswege auf.

Euer Hund hustet: verschiedene Symptome

Wenn ihr beim Tierarzt vorstellig werden, kann es gut sein, dass ihr die Symptome des Hundes ganz genau beschreiben müsst. Stellt euch die nachfolgenden Fragen und beobachtet euren Hund genau.

Diese Symptome deuten darauf hin, dass euer Hund Husten hat:

  • Der Hund hustet zu bestimmten Zeiten, beispielsweise in der Nacht.
  • Der Hund hat ein generelles Atemproblem, das sich besonders im Rahmen körperlicher Aktivitäten bemerkbar macht.
  • Der Husten hat einen bestimmten Klang, er klingt beispielsweise trocken oder feucht.
  • Leidet der Hund unter Appetitverlust oder gehen die Hustenanfälle mit einem Würgen einher?
  • Ist der Husten das einzige Symptom oder gibt es Begleiterscheinungen (etwa Schnupfen oder eine Augeninfektion)?
  • Ist der Hund allein betroffen oder steckt er andere Tiere an?

Husten beim Hund – Formen und Ursachen

Die Ursachen für den Husten eures Hundes können – von harmlos bis gravierend – vielfältig sein:

Husten als harmloser Schutzreflex: Der Hund hat einen Fremdkörper (Beispielsweise einen Holzsplitter oder den Stachel eines Insekts) verschluckt und versucht ihn durch wiederholtes Husten aus seinem Hals zu entfernen.

Hundehusten aufgrund einer parasitären Infektion: Lungenwürmer kommen hierzulande zwar nur selten vor, sie können aber ein lästiges Überbleibsel einer Urlaubsreise sein. Die schädlichen Parasiten nisten sich in den Bronchien des Hundes ein machen ihm das Atmen schwer.

Zwingerhusten: Diese Art des Hustens ist eine ansteckende Form, die hauptsächlich die oberen Atemwege befällt aber im fortgeschrittenen Stadium auch die Lunge betreffen kann. Mit einer Schutzimpfung könnt ihr das Erkrankungsrisiko eures Hundes maßgeblich reduzieren.

Haltungsfehler: Trockene Raumluft, ein enges Halsband und Leinenaggression oder der Kontakt mit beißendem Rauch können Hustenauslöser sein. Die Risikofaktoren könnt ihr durch Verhaltensanpassungen (nutzt statt einem Halsband beispielsweise ein Geschirr) aber schnell und effektiv reduzieren.

Falsche Fütterung: Hunde, die hektisch trinken oder ihr Futter im Eiltempo hinunterschlingen, können die Entstehung von Husten begünstigen. Auf diese Weise kann es nämlich passieren, dass ein Futterstückchen in der Luftröhre hängenbleibt oder Wasser hineingelangt und dort den lästigen Husten provoziert.

Husten als allergische Reaktion: Manche Hunde husten im Zusammenhang mit einer Allergie. Allergien können Schwellungen auslösen, die den Hals verengen und damit die Atmung erschweren. Auch ohne Schwellung kann es zum Husten oder sogar Asthma kommen.

Sonstiges: Die Ursachen für Husten können zahlreich sein, weshalb es kaum möglich ist, sie abschließend zu definieren. Neben den bereits erwähnten Hauptauslösern können unter anderem auch Blutgerinnungsstörungen, Vergiftungen, Herzerkrankungen, Tumore, Embolien, ein Trachealkollaps oder Pilzbefall reizauslösend sein.

Das Erscheinungsbild des Hustens kann je nach Ursache sehr unterschiedlich sein.

Zwischen diesen Hauptformen wird differenziert:

Trockener Husten, auch Reizhusten oder unproduktiver Husten genannt. Diese Hustenform klingt bellend und laut. Trockener Husten kann für den Hund sehr schmerzhaft sein, weil er die Schleimhäute reizt. Weil sich beim Reizhusten keine Schleimablagerung löst, hat er auf den Zustand des Hundes keinen faktischen Effekt. Stattdessen kann es leicht zu einer Verschlimmerung der Ausgangslage kommen, zum Beispiel wenn Druck auf den Hals entsteht oder die Luftfeuchtigkeit nicht stimmt. Reizhusten kann einmalig auftreten oder dauerhaft sein und wird manchmal gar nicht als Husten erkannt, sondern als Würgen fehlinterpretiert.

Feuchter oder produktiver Husten, setzt Ablagerungen frei, was man anhand der Hustengeräusche (der Husten klingt gurgelnd) sogar hören kann. Auch feuchter Husten kann von Würgreflexen begleitet sein, was damit zusammenhängt, dass die Hirnareale für das Husten und Würgen benachbart sind. Um die Schleimmengen loszuwerden, kann es aber auch zu Erbrechen kommen. Mit einer Magen-Darm-Erkrankung hat dieses Symptom jedoch oftmals nichts zu tun. Hunde mit feuchtem Husten husten vor allem im Liegen und in der Nacht. Das liegt daran, dass sich der Schleim im Liegen in der Lunge zu sammeln beginnt und dort zu den entsprechenden Beschwerden führt.

Diagnostik bei Hundehusten

Die Anamnese ist der erste Schritt im Diagnoseverfahren. Der Tierarzt erfragt beim Hundehalter alle relevanten Informationen, die in Hinblick auf die Diagnose eine Rolle spielen. Im Anschluss daran erfolgen allgemeine Untersuchungen, um der Ursache des Hustens näherzukommen. Hierzu wird beispielsweise in den Rachen geschaut und die Körpertemperatur kontrolliert. Durch Fieber, Rötungen und Schwellungen entwickelt der Tierarzt bereits einen ersten Verdacht. Falls keine Anhaltspunkte zu finden sind, dehnt er die klinische Untersuchung auf andere Diagnosemöglichkeiten, wie zum Beispiel die Bronchoskopie, Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen aus. Auf diese Weise versucht er Infektionskrankheiten, Entzündungen oder organische Veränderungen festzustellen.

Hundehusten: Therapiemöglichkeiten

Die Therapieansätze stehen in Abhängigkeit zur Ursache und sind divers:

Tritt der Husten im Rahmen einer gewöhnlichen Erkältung auf, müsst ihr euren Hund nicht zwangsläufig medizinisch therapieren. Ein trockener Rückzugsort und ein wenig Ruhe reichen oft schon aus. Je nach Schwere des Hustens kann die Verabreichung eines schleimlösenden Produkts jedoch förderlich sein. Ist ein Fremdkörper am Husten des Hundes schuld, wird der Tierarzt diesen entfernen. Infektionen erfordern die Behandlung mit einer entsprechenden Medikation. Dazu zählen Entzündungshemmer, Fiebersenker und Antibiotika. Falls der Hund aufgrund einer Allergie oder Asthmaerkrankung mit Husten reagiert, könnt ihr sein Verhalten mit bestimmten Medikamenten korrigieren. Außerdem solltet ihr die entsprechenden Allergene (zum Beispiel bestimmte Duftstoffe) aus eurem Haushalt entfernen. Wenn dem Husten eine andere Krankheit zugrunde liegt, richtet sich das weitere Vorgehen daran aus. So kann zum Beispiel eine Bronchienerweiterung oder eine Lungenentwässerung notwendig sein.

Husten beim Hund – Hausmittel

Ihr könnt euren Hund auf natürliche Weise unterstützen, damit es ihm schnell besser geht:

  • Überprüft die Luftfeuchtigkeit und versucht diese bei etwa 60 % auszutarieren. Achtet darauf, dass schädliche Raumluft gar nicht erst entstehen oder über das geöffnete Fenster abziehen kann.
  • Bringt den Kreislauf des Hundes mit kleinen Bewegungseinheiten auf Trab. Die Spaziergänge sollten in puncto Anspruch und Distanz an die Verfassung des Tieres angeglichen sein.
  • Zusätze wie Honig, Propolis und Thymian stärken das Immunsystem und sind in unverarbeiteter Form ein wichtiger Vitaminlieferant.
  • Bei Regen und Kälte bieten Hundekleidung und Handtücher Schutz. Der Hund sollte nicht lange im Feuchten stehen.

Husten beim Hund vorbeugen

Damit Hustensymptome gar nicht erst entstehen, könnt ihr Folgendes tun:

  • Achtet auf einen gesunden Lebensstil. Der Hund sollte ausreichend Bewegung und qualitativ hochwertiges Futter bekommen.
  • Wetterempfindliche Hunderassen brauchen einen geschützten Rückzugsort. In Schlechtwetterphasen werden sie sonst sehr schnell krank.
  • Ihr solltet mit eurem Hund regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen und den Impfschutz aktualisieren. Wenn der Hund eine gute Grundgesundheit hat, kommen seine körpereigenen Abwehrsysteme besser mit gesundheitlichen Risikofaktoren klar.
  • Bringt euren Hund nicht mit Artgenossen in Kontakt, die gerade eine Krankheit auskurieren. Falls euer Hund selbst mit einer Erkrankung zu kämpfen hat, solltet ihr zeitweise an unbelebten Orten spazieren gehen, damit sich die Krankheit nicht auf andere Hunde überträgt.
  • Hunde mit Duftstoffallergien sollten mit den allergieauslösenden Substanzen nicht in Verbindung kommen. Auch das Einatmen starker Geruchsquellen und von Rauch solltet ihr nach Möglichkeit umgehen.
  • Hustet der Hund, weil er zu sehr an der Leine zieht, hilft ihm womöglich der Umstieg auf ein passendes Brustgeschirr. Dadurch wird der Leinenzug auf den Rumpf verteilt und die Atemwege bleiben frei.
  • Bei Hunden die husten, weil sie das Futter hinunterschlingen, kann eine Futterumstellung zielführend sein. Wenn die Futterbrocken größer sind, muss der Hund zwangsläufig kauen. Auch sogenannte Anti-Schling-Näpfe drosseln die Fressgeschwindigkeit, weil der Hund die Futterteilchen einzeln aufnehmen muss.

Hustet euer Hund auch öfter? Wie habt ihr den Husten in den Griff bekommen? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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