16.05.2019

Durchfall beim Hund

Was könnte die Ursache sein und wie könnt ihr eurem Hund helfen?

Durchfall beim Hund ist für Herrchen und Frauchen zwar schockierend, doch die Ursache ist oft harmlos. Die Verdauungsstörung kann viele Gründe haben und ihr braucht nicht immer sofort einen Tierarzt aufsuchen. Wir verraten euch, was ihr tun könnt, wann ihr einen Tierarzt aufsuchen solltet und welche Hausmittel helfen.

Wie macht sich Durchfall beim Hund bemerkbar?

Durchfall zeichnet sich beim Hund durch weichen bis flüssigen Kot aus. In einigen Fällen weicht er vom Geruch oder der Farbe von den normalen Ausscheidungen des Hundes ab. Zudem fällt auf, dass der Hund sein Geschäft öfter als gewöhnlich verrichten muss. Manchmal kommt es vor, dass der Vierbeiner den Kot in der Wohnung nicht mehr halten kann. In diesem Fall solltet ihr ihn keinesfall bestrafen. In erster Linie solltet ihr Ruhe bewahren und seine Hinterlassenschaften sorgfältig beseitigen.

Je nach Stärke des Durchfalls reagieren die Tiere teilnahmslos und verweigern das Futter. Begleitend können sie unter Blähungen oder Erbrechen leiden. Die Folgen von länger anhaltendem Durchfall beim Hund sind nicht unerheblich. Durch den erhöhten Verlust an Flüssigkeit kann der Körper austrocknen und der Hund dehydriert. Außerdem mangelt es den Tieren nach einiger Zeit an lebensnotwendigen Nährstoffen.

Wann muss ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Generell empfehlen wir euch lieber ein Mal mehr den Tierarzt zu konsultieren als nicht hin zu gehen. Da Durchfall auf Dauer zu einer Dehydrierung führen kann, solltet ihr spätestens nach zwei Tagen einen Tierarzt zu Rate ziehen. Mit älteren oder geschwächten Hunden sowie Welpen ist es ratsam sofort den Tierarzt aufzusuchen. Wenn euer Hund aufhört zu trinken, solltet ihr ebenfalls umgehend zum Tierarzt. Ebenso handelt ihr bei blutigem oder wässrigem Durchfall. Wenn sich das Allgemeinbefinden des Hundes stark verschlechtert und Bauchschmerzen oder starkes Fieber auftreten hilft nur ein Tierarzt. Rekonstruiert vor dem Besuch die letzten Tage und überlegt euch, woran der Durchfall liegen könnte. Häufig hilft es dem Tierarzt, wenn ihr eine frische Probe des Stuhls mitbringt.

Wenn ihr unsicher seid, wie schlimm die Symptome sind, könnt ihr auch den Online-Tierarzt Dr.SAM kontaktieren. Auf dem Portal stehen euch erfahrene Tierärzte ratsam zur Seite. Angeboten wird die Beratung per Telefon oder Videochat.

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Mögliche Ursachen für plötzlichen Durchfall

Falsches Futter als Ursache

Akuter Durchfall kann viele Auslöser haben. Häufig sind Stress oder eine falsche Ernährung die Ursache. Eine zu schnelle Umstellung des Futters, beispielsweise durch BARFen, kann vorübergehend zu Problemen mit der Verdauung führen. Andererseits kann ungewohnt fettreiche oder verdorbene Kost der Grund sein. Wenn ihr ein neues Hundefutter ausprobiert, kann euer Hund eine Unverträglichkeit oder Allergie gegen einzelne Bestandteile aufweisen. Seht euch daher alle Inhaltsstoffe sorgfältig an. Im schlimmsten Fall hat der Hund sogar giftige Lebensmittel zu sich genommen oder einen Fremdkörper verschluckt. Eine Vergiftung mit einem Giftköder kann ebenso zu Durchfall führen! In diesem Fall solltet ihr umgehend den Tierarzt aufsuchen.

Übrigens: Diese zehn alltäglichen Lebensmittel sind giftig für Hunde!

Weitere Auslöser für Durchfall

Neben dem Futter können verschiedene andere Dinge Durchfall verursachen. So reagieren einige Hunde sensibel auf bestimmte Medikamente, die sie vorher nicht bekamen. Häufig folgt Durchfall als Nebenwirkung einer Entwurmung. In manchen Fällen kann die Ursache eine Magen-Darm-Erkrankung durch Parasiten, Bakterien oder Viren sein. Erkrankungen durch Zeckenbisse wie Anaplasmose oder Ehrlichiose können beispielsweise der Auslöser sein. Es gibt jedoch einige andere Infektionskrankheiten mit Durchfall als eines der Symptome. Auch eine Nieren- oder Leberschwäche oder hormonelle Erkrankung können ursächlich sein. Den tatsächlichen Auslöser kann jedoch nur der Tierarzt bei einer Laboruntersuchung feststellen.

Wie kann ich meinem Hund bei Durchfall helfen?

Wenn euer Liebling leidet, fragt ihr euch sicher, ob ihr ihn irgendwie bei der Genesung unterstützen könnt. Die Antwort ist ja! Hausmittel ersetzen zwar im Ernstfall keinen Tierarztbesuch, doch sie können aktiv zur Besserung beitragen. Das Wichtigste bei akutem Durchfall ist eine ausreichende Wasserzufuhr. Stellt dem Hund daher genügend frisches Wasser zur Verfügung und achtet darauf, dass er es trinkt. Innerhalb von zwei Tagen sollte eine deutliche Besserung der Symptome eintreten. Auf keinen Fall solltet ihr eurem Hund ein Mittel geben, dass den Kot eindickt. So zögert ihr die Genesung des Tieres weiter hinaus und tut ihm nichts Gutes.

1. 24-Stunden-Diät

Wenn euer Hund leichte Beschwerden zeigt, reicht es meist aus, wenn ihr ihn auf Diät setzt und ihm für 12 bis 24 Stunden kein Futter gebt. Diese Methode ist jedoch nur für ausgewachsene Hunde zu empfehlen. Der Hund sollte in dieser Zeit reichlich Wasser zu sich nehmen. So kann sich das Verdauungssystem des Hundes erholen und alle Toxine werden ausgespült. Kontrolliert regelmäßig, ob der Hund dehydriert, indem ihr eine Falte seiner Haut hochzieht. Wenn sie sich nicht sofort zurückbildet, leidet der Hund an Wassermangel. Bei zu hohem Flüssigkeitsmangel benötigt er eine Infusion vom Tierarzt.

2. Schonkost

Sobald der Durchfall nachlässt, hilft es mit einer Schonkost weiterzumachen. Dazu kocht ihr eurem Hund am Besten Reis und fettarmes Hühnerfleisch. Dazu gibt es gekochtes und püriertes Gemüse (Kürbis, Karotten, Kartoffeln). Würzt die Schonkost nicht und lasst sie erst vollkommen erkalten bevor ihr sie verfüttert. Zu kalt sollte sie jedoch ebenfalls nicht sein! Sofern euer Hund Laktose verträgt, könnt ihr den Reis mit Magerquark oder Hüttenkäse mischen. Diese Schonkost deckt den Vitamin- und Mineralstoffbedarf eines Hundes nicht. Daher dürft ihr sie nicht länger als ein paar Tage füttern. Einige Tierärzte bieten alternativ eine fertige Schonkost, die den Nährstoffbedarf deckt, an.

3. Andere natürliche Mittel

Gegen Durchfall gibt es einige homöopathische Mittel für euren Hund. Viele schwören auf Kohletabletten. Die Aktivkohle absorbiert Giftstoffe aus dem Darm des Hundes und sorgt für eine bessere Ausscheidung. Die Gabe von Heilerde kann auf ähnliche Weise den Durchfall schneller beenden. Damit der Hund sich nach dem Durchfall wieder erholt, könnt ihr ihm natürliche Präparate mit darmaufbauenden Stoffen wie Präbiotika, Probiotika und Toxinbindern geben. Diese Präparate solltet ihr jedoch nur nach Absprache mit dem Tierarzt verwenden.

So könnt ihr Durchfall vorbeugen

Natürlich gibt es keine vollkommen sichere Methode Durchfall beim Hund zu verhindern. Ihr könnt jedoch auf einige Dinge achten, um das Risiko zu minimieren. Achtet in erster Linie darauf, dass euer Hund eine ausgewogene und gesunde Nahrung erhält. Wenn er ein sensibles Verdauungssystem hat, sollte das Futter gut verträglich sein. Sobald er ein Futter gut verträgt, bleibt bei dieser Sorte! Auch die täglichen Leckerlis sollten dementsprechend fettarm und gut verdaulich sein. Bei Spaziergängen solltet ihr akribisch darauf achten, dass euer Vierbeiner nichts vom Wegesrand oder aus dem Müll aufliest. Bringt ihm am besten von Klein auf bei, dass er keinen Unrat fressen darf.

Neben der Ernährung solltet ihr regelmäßig überprüfen, ob euer Hund alle nötigen Impfungen hat. Generell sollte die Umgebung des Hundes hygienisch sauber sein und alle Schüsseln oft gesäubert werden. Zudem solltet ihr einen sensiblen Hund selten unangenehmen Situation aussetzten und somit Stress vermeiden. Auch wenn ihr euch immer an diese Tipps haltet, ist Durchfall nicht immer vermeidbar. Früher oder später erwischt es leider beinahe jeden Hund einmal.

Hatte euer Hund auch schon einmal Durchfall? Welche Mittel könnt ihr empfehlen? Erzählt es uns in den Kommentaren! 

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