Lykoi Steckbrief

Ist die Werwolfkatze eine Qualzucht?

Die Lykoi ist ein Stubentiger im Werwolfspelz. Entgegen ihrer optischen Erscheinung ist die Katze jedoch ein liebevolles Rassetier, das mit dem gruseligen Fabelwesen keinerlei Gemeinsamkeiten hat.
Doch warum sieht die sie so besonders aus und ist die Lykoi-Katze überhaupt gesund?

Geschichte und Herkunft der „Lykoi“

Die Geschichte der Lykoi begann 2010 und ist damit noch ganz frisch.

Das sind die entscheidenden Punkte in chronologischer Form:

  • Die Lykoi-Zucht begann 2010 in den USA und setzte sich aus den Nachkommen der Sphynx und einer gewöhnlichen Hauskatze zusammen.
  • Die erste reinrassige Lykoi (also eine Lykoi in zweiter Generation) gab es im Jahre 2011.
  • 2017 wurde die Lykoi vom internationalen Katzenverband TICA anerkannt. In Deutschland steht die Anerkennung aber noch aus.

Wesen und Charakter

Entgegen ihrer optischen Erscheinung hat die Lykoi ein ruhiges Wesen und ist vom Temperament her äußerst angenehm.

Sie hat zwar auch ihre „fünf Minuten“, in denen sie ausgelassen toben kann. Ansonsten ist sie aber eher ruhig. Sie kuschelt sich gerne in plüschige Katzenbettchen ein, genießt Streicheleinheiten und die menschliche Aufmerksamkeit.

Die Lykoi ist prinzipiell eine Katze, die nach einem festen Platz in der Familienmitte strebt. Trotzdem tritt sie bei Stress auch gerne mal den Rückzug an. In solch einem Fall ist es wichtig, dass ihr eine Ruhezone zur Verfügung steht und die Familienmitglieder ihre Auszeit respektieren.

Aussehen der „Lykoi“

Das Hauptmerkmal der Lykoi ist ihr markantes Kurzhaar-Fell. Obwohl die Kitten vollbehaart zur Welt kommen, fallen ihnen die Haare bereits ab einem Alter von drei Wochen stellenweise wieder aus. In einigen Bereichen, besonders an den Pfoten und am Bauch, ist die Katze quasi kahl.

Die Zuchtkatzen sind derzeit vor allem schwarz und grau, prinzipiell können sie aber auch andersfarbig sein.
Ein Unterfell hat die Lykoi-Katze nicht.

Neben dem dunklen, lichten Haar treten die großen Augen in ihrem kräftigen Gelb besonders stark hervor.

Die Loki ist eine mittelgroße Katze mit der klassischen Hauskatzen-Statur.

Kurzer Genetikexkurs:

Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass die Fellveränderungen der Lykoi-Katze auf eine zufällige Mutation zurückzuführen ist. Soweit bekannt, gehen damit jedoch keine gravierenden Nachteile einher. Das Lykoi-Gen bewirkt nur, dass einige der Haarfollikel nicht voll funktionstüchtig sind.
Weil das besondere Aussehen der Lykoi-Katze nur rezessiv vererbt werden kann, müssen beide Eltern von der Genmutation betroffen sein, damit in der Folgegeneration Werwolfkitten entstehen.

Haltung und Pflege

Die Haltung der Lykoi ist innerhalb der eigenen Wohnung recht unkompliziert. Weil die Werwolfkatze sehr sozial ist, kann sie aber nicht gut alleine sein. Aus diesem Grunde sollte der Lykoi-Halter die Anschaffung einer zweiten Katze in Erwägung ziehen. Dabei ist wichtig, dass beide Katzen ein ähnliches Naturell haben und dass sich ihr Alter ungefähr entspricht.

Mit temperamentvollen Katzen, wilden Kindern und einem hektischen Alltag kommt die ausgeglichene Lykoi nicht so gut zurecht, weshalb sie nicht in einem solchen Haushalt leben sollte oder zumindest eine abgeschottete Ruhezone braucht.

Weil die Lykoi eine junge Katzenrasse ist, gibt es nur einen kleinen Personenkreis, der über seine Erfahrungen mit der Werwolfkatze berichten kann. Deshalb stehen alle diesbezüglichen Informationen aktuell noch unter Vorbehalt.

Trotzdem scheint die Lykoi gesund zu sein. Bis auf die Fell-Mutation sind keine erblich bedingten Erkrankungen bekannt. Allerdings führen die kahlen Stellen zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Hauterkrankungen, Insektenstichen und dem Sonnenlicht. Außerdem entwickelt das Fell einen fettigen Film. Zudem kann es aufgrund des kleinen Genpools zu Inzuchterscheinungen (beispielsweise Behinderungen) kommen, weshalb ihr darauf achten solltet, dass der Verkäufer immer wieder Frischblut in die Zuchtlinie einfließen lässt.

Freigänger oder Wohnungskatze?

Lykois sind Katzen, die sowohl gerne drinnen in der warmen Wohnung als auch draußen im Freien sind. Die Natur wartet mit allerlei spannenden Abenteuern auf, allerdings werden diese für die neugierige Lykoi schnell zu einer lebensbedrohlichen Gefahr. Außerdem ist sie durch das spärliche Fell nicht vor extremen Temperaturen geschützt. Aufgrund dieser Risiken ist der unbeobachtete Aufenthalt im Freien nicht zu empfehlen. Kurze Ausflüge in den abgesicherten Garten sorgen aber für Abwechslung und sind unter gründlicher Beobachtung auch „erlaubt“. Ein Wintergarten, ein katzensicherer Balkon oder ein gemütlicher Fensterplatz sind ein guter Kompromiss und werden von den meisten Katzen auch sehr gerne angenommen.

Wie viel Beschäftigung braucht die „Lykoi“?

Die Lykoi kann zwar sehr verspielt und neugierig sein, ihren Hauptcharakter beschreiben diese Attribute aber nicht. Im Wesentlichen ist sie nämlich eine Katze, die gerne schmust und Ruhe braucht. Solange ihr Halter das Bedürfnis nach körperlicher Nähe stillt, forder die Lykoi kaum noch alternative Beschäftigungen ein.

Allerdings ist sie ein intelligentes Tier, weshalb ihr die geistige Beweglichkeit eurer Katze ruhig durch Intelligenzspiele erhalten beziehungsweise ausbauen könnt. Außerdem nimmt sie kurze Spieleinheiten gerne an. Auch ein Kratzbaum sollte in einem Katzenhaushalt niemals fehlen, weil er artgerechte Bewegungsabläufe fördert und die Katze auf einer physischen Ebene stimuliert.

Fellpflege und Fütterung

Obgleich die Lykoi nur wenig Fell hat, fällt die Fellpflege ein wenig intensiver als bei anderen Katzenrassen aus. Das hat damit zu tun, dass auf ihrem Fell und in ihren Ohren eine ölige Schicht entsteht, die durch eine sanfte Reinigung entfernt werden muss. Weil ihr die empfindliche Haut der Werwolfkatze mit herkömmlichen Bürsten verletzen könnt, solltet ihr für die Fellpflege am besten nur ein feuchtes Tuch oder einen genoppten Handschuh nehmen.
Außerdem verlieren Lykoi-Katzen beim Saisonübergang manchmal ihr komplettes Fell. Dementsprechend hoch kann der Reinigungsaufwand (wischen, staubsaugen) phasenweise sein.

Die Fütterungsansprüche der Lykoi-Katze sind nicht besonders hoch. Sie ernährt sich von dem Standardfutter, dass auch für andere Hauskatzen zu empfehlen ist.

Anschaffung einer „Lykoi“

Wer eine Lykoi-Katze kauft, entscheidet sich für ein seltenes Exemplar. Während es in Asien und den USA noch vereinzelt Lykoi-Züchter gibt, muss ein deutscher Kaufinteressent über die Ländergrenze fahren. Die einzigen europäischen Verkäufer sitzen nämlich in Polen, Tschechien und der Schweiz.

Weil es weltweit nur rund 300 reinrassige Lykois gibt, haben die Kitten einen stattlichen Preis. Die Käufer müssen für ein kleines Kätzchen einen Kaufpreis von rund 2.000 Euro zahlen.

Leider sind einige unseriöse Züchter bereits auf den Zug aufgesprungen und wittern einen lukrativen Nebenverdienst. Um sicherzugehen, dass ihr an einen vertrauenswürdigen Verkäufer geraten seid, solltet ihr immer einen Abstammungsnachweis verlangen.

Interessantes und Wissenswertes

Nun seid ihr bestens über die wesentlichen Eigenschaften der Lykoi informiert, aber habt ihr diese Dinge schon gewusst?

  1. Die Lykoi-Katze ist ein echter Sozial-Media-Star und wurde über das soziale Medium überhaupt erst bekannt.
  2. Lykoi bedeutet im Griechischen „Wolf“. Es erstaunt also kaum, dass die kleine Samptpfote den Kosenamen „Werwolfkatze“ hat.
  3. Der Werwolf-Look kann auch bei anderen Katzenrassen zufällig entstehen. Um den Genpool der Lykoi zu erweitern, kreuzt man diese Katzen gerne ein.
  4. Obwohl die Lykoi weniger Fell als andere Rassekatzen hat, haart sie genauso viel und ist nicht hypoallergen.
  5. Auch wenn die Lykoi-Katze struppig und etwas ungepflegt aussehen mag, hat sie seidenweiches Fell.

 

Ihr seid auch große Fans der Lykoi oder wollt euch bald eine zulegen? Erzählt uns in den Kommentaren, was den Stubentiger so besonders macht!

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