Khao Manee Steckbrief

Das weiße Juwel

Die Khao Manee ist ein wunderschönes Tier, das mit seinen diamantartigen Augen eine mystische Aura um sich herum entstehen lassen kann. Viele Jahrhunderte war das “weiße Juwel” ausschließlich in thailändischen Adelsfamilien zuhause, doch aufgrund ihrer beeindrucken Erscheinung ist sie nun auch in der restlichen Welt bekannt.

Geschichte und Herkunft der Khao Manee

Die Khao Manee stammt ursprünglich aus Thailand. Dort existiert sie bereits seit vielen hundert Jahren. In dem „Buch der Lieder über die Katzen“ aus dem 14. Jahrhundert ist ihre Existenz textuell belegt.

In ihrem Herkunftsland hat die Katze also eine lange Tradition. Außerhalb der Landesgrenzen ist die jedoch selten anzutreffen, da sie bis Ende des 20. Jahrhunderts dem thailändischen Adel vorbehalten war.

Da die Khao Manee jedoch eine vom Aussterben bedrohte Rasse war, mischten sich in den 1990er Jahren die Amerikaner mit Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Rasse ein. Im globalen Vergleich fällt jedoch auf, dass die Khao Manee noch immer eine unterrepräsentierte Rassekatze ist.

Wesen und Charakter

Die Khao Manee hat den Ruf, neugierig, spielerisch und aktiv zu sein. Im Kontrast dazu hat sie aber einen ruhigen Wesenskern.

Streicheleinheiten stehen bei der thailändischen Schönheit besonders hoch im Kurs. Da die Khao Manee sehr aufgeschlossen ist, kann diese Aufgabe auch ein Fremder (beispielsweise ein Besucher) übernehmen.

Die Khao Manee fühlt sich am wohlsten, wenn sie in den Alltag ihres Halters eingebunden wird. Sie braucht immerzu Sozialkontakt. Da ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit nicht rund um die Uhr zukommen kann, ist es sinnvoll, eine weitere Katze in die Familie aufzunehmen.

Es gilt aber zu beachten, dass die Khao Manee bei größeren Veränderungen eine gewisse Zeit zur Eingewöhnung braucht.

Aussehen der Khao Manee

Die Khao Manee ist eine schlanke Katze mit einem athletischen Körperbau. Dass sie einen aktiven Lebensstil führt, ist ihr also anzusehen. Trotzdem sind ihre Proportionen harmonisch aufgebaut und zart.

Anerkannt werden nur Individuen mit weißem Fell. Dieses hat kaum Unterwolle, ist enganliegend, kurz und dicht.

Besonderheit: Gelegentlich haben Kitten farbige Abzeichen zwischen den Ohren. Diese wachsen im ersten Lebensjahr aber wieder raus.

Achtung: Weil viele weiße Kurzhaarkatzen der Khao Manee sehr ähnlich sehen, kommt es häufig zu Verwechslungen oder zum planmäßigen Betrug.

Der Kopf der schneeweißen Katze ist herzförmig und wird von den mittelgroßen Ohren eingerahmt.

Die Nase ist leicht nach außen gewölbt und rosa pigmentiert.

Die Augen sind gelb, blau oder grün. Sie müssen nicht zwangsläufig gleich aussehen, sondern können farblich unterschiedlich sein (sog. odd eyes).

Haltung und Pflege

Die Khao Manee ist insgesamt sehr pflegeleicht. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es keine rassetypischen Erbkrankheiten gibt. Die Taubheit, zu der es bei einer Kombination aus weißem Fell und blauen Augen kommen kann, ist keine rassespezifische Besonderheit, sondern ein genetisches Problem, das alle blauäugigen Katzen mit weißem Fell betreffen kann. Da seriöse Züchter ihre Zuchttiere gründlich selektieren, ist die Gehörlosigkeitsrate bei reinrassigen Katzen jedoch sehr gering.

Es kommt also nur die Standardpflege auf den Katzenhalter zu:

  • Jährliche Impfungen
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Parasitenschutz
  • Kontrolle der Augen, der Ohren, der Krallen und dem Mund

Bei einem guten Allgemeinbefinden wird der Stubentiger etwa 14 Jahre alt.

Die Khao Manee ist auch im Umgang pflegeleicht. Da sie sehr gesellig ist, freut sie sich über soziale Begegnungen. Zu ihrer Bezugsperson baut sie eine besonders enge Bindung auf. Sie braucht aber auch den Kontakt zu Artgenossen und kann Gefallen daran finden, mit anderen Spezies (Hunden) und mit Kindern zu interagieren. Wichtig ist aber immer, dass sich die Katze zunächst an ihren Kommunikationspartner gewöhnen und im Bedarfsfalls auch von diesem distanzieren kann.

Freigänger oder Wohnungskatze?

Die Khao Manee kommt ursprünglich aus Thailand. Dort herrscht ein tropisches Klima, die Temperaturen liegen ganzjährig in einem Durchschnittsbereich von 26 bis 30 Grad. Mit ihrem kurzen Fell ist die weiße Rassekatze also auf sommerliches Wetter ausgelegt. Die deutschen Witterungsverhältnisse sind jedoch oft sehr rau, weshalb die Wohnungshaltung für diese Katzen zu empfehlen ist. Ein abgesicherter Balkon oder Garten wird von den Stubentigern aber gern gesehen. Dadurch, dass die Khao Manee sehr menschenbezogen ist, besteht keine große Ausbruchsgefahr.

Hinweis: Für geräuschempfindliche Personen ist die Katze möglicherweise ungeeignet, da sie den Ruf hat, mitteilungsfreudig zu sein. Wie gesprächig der Vierbeiner schlussendlich ist, hängt aber auch mit dessen Persönlichkeit zusammen.

Wie viel Beschäftigung braucht die Khao Manee?

Die Khao Manee ist eine sportliche Katze, die Bewegung und abwechslungsreiche Spiele braucht. Das stellt sie nicht nur zufrieden, sondern beugt auch Gewichtsproblemen vor.

Obgleich die thailändische Katze neugierig ist und Bewegungslust verspürt, ist sie eine Rasse, deren Bewegungsdrang ihr Halter mit einem Kratzbaum, Katzenspielzeug und Intelligenzaufgaben ganz einfach stillen kann. Trotzdem finden ruhebedürftige Personen und die aktive Khao Manee häufig nicht wirklich zusammen. Der Katzenhalter sollte im Idealfall also ebenfalls spielerisch veranlagt sein.

Fellpflege und Fütterung

Die Khao Manee hat keine Unterwolle. Da ihr Fell sehr kurz ist und sie aufgrund der fehlenden Unterwolle kaum Haare verliert, ist sie in puncto Fellpflege sehr unkompliziert. Das gelegentliche Abstreifen loser Haare (mit einem Fellpflegehandschuh, einer Bürste oder einem Tuch) und das Entfernen grober Verunreinigungen reicht normalerweise aus.

Auch in Hinblick auf die Fütterung ist die Rassekatze anspruchslos. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätslevel benötigt sie aber eine andere Nährstoffkonzentration.

Außerdem sollte das Hauptfutter

  • Hochwertig,
  • kohlenhydratarm,
  • frei von Zucker, Konservierungs- und Zusatzstoffen
  • und fleischlastig

sein.

Anschaffung einer Khao Manee

Die Khao Manee ist keine Katze, die man einfach im Nachbarort erwerben kann. Dadurch, dass die Rasse ihrem Ursprungsland eine Weile vorbehalten war, gibt es sie in Deutschland nämlich kaum. Viele Kaufinteressenten werden in der Bundesrepublik nicht fündig und lassen sich ihre Wunschkatze deshalb aus dem Ausland importieren.

Der Seltenheitsfaktor und der Transport haben einen stolzen Preis: Für ein reinrassiges Kätzchen können Kosten in Höhe von 3.000 Euro und für ein Tier, das die Zuchtvoraussetzungen nicht erfüllt, von mindestens 1.000 Euro entstehen.

Die Tatsache, dass weiße Katzen mit blauen Augen manchmal unter Gehörlosigkeit leiden, erschwert die Suche nach einem geeigneten Verkäufer, da die Gesundheitsuntersuchung beim Züchter dringend anzuraten ist.

Die letzte Hürde ist das Betrugsrisiko. Da unredliche Züchter andere weiße Rassen einkreuzen, ist dieses bei der Khao Manee besonders hoch. Für einen Laien sind mischrassige Katzen – und die damit einhergehenden Betrugsversuche – leider nicht so einfach zu erkennen.

Interessantes und Wissenswertes

Weitere interessante Zusatzinformationen zur Khao Manee:

  1. Von der Fédération Internationale Féline (FIFe) ist die Khao Manee derzeit noch nicht anerkannt. Die amerikanische TICA und die britische GCCF sind die einzigen Verbände, die die Katze bereits als eigene Rasse führen.
  2. Die Fellfarbe der thailändischen Rassekatze ist schneeweiß. Trotzdem können bei der Verpaarung zweier heterozygoter Exemplare farbige Nachkommen entstehen (Vererbungslehre). Obgleich diese Katzen nicht als Khao Manees bezeichnet werden, können sie dennoch zuchtgeeignet sein. Um wieder weiße Nachkommen zu erhalten, muss man die bunten mit weißen Individuen verpaaren.

 

Besitzt ihr eine Khao Manee oder wollt euch vielleich eine zulegen? Schreibt gerne etwas dazu in die Kommentare!

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