19.08.2016

Fliegen mit Hund

Tipps für die Flugreise mit Hund

Weit entfernte Ziele sind mit Hund schwer erreichbar. Fliegen mit Hund bedeutet meist großen Stress für euren Vierbeiner. Wer dies dem tierischen Begleiter ersparen kann, sollte das tun. Dennoch geben wir euch Tipps rund um Flugreisen mit Hund und erklären euch, worauf ihr achten müsst.

10 Tipps zum Fliegen mit Hund

1. Prüft die Flugtauglichkeit eures Hundes

Bevor ihr euch Gedanken um die Buchung einer Flugreise mit Hund macht, solltet ihr euren Hund auf Flugtauglichkeit prüfen. Bestimmte Rassen mit platter Nase sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht fliegen. Dazu gehören beispielsweise Boxer, Französische Bulldoggen, PekingesenBoston Terrier und Shih Tzus. Andererseits sollte euer Hund gut erzogen sein und für längere Zeit ruhig sitzen können. Daher solltet ihr euch im Vorfeld gut überlegen, ob ihr eurem tierischen Familienmitglied und euch das zumuten wollt. Zudem verbieten viele Airlines (zum Beispiel Condor oder Eurowings) bestimmte Hunderassen, die nach den deutschen Rasselisten als gefährlich eingestuft werden. Bei Lufthansa müssen die Listenhunde ab 6 Monaten in einer speziellen Box untergebracht werden.

2. Bucht euren Flug frühzeitig!

Entscheidet ihr euch für eine Flugreise mit Hund, ist eine gute Vorbereitung wichtig! Im Idealfall fangt ihr mindestens ein halbes Jahr vorher mit den Vorbereitungen an. Bucht am besten einen Flug ohne Zwischenstopp, um den Stress für euren Hund zu minimieren. Manche Airlines, wie Condor, bieten den Transport nur bei Nonstop-Verbindungen an. Erkundigt euch rechtzeitig darüber, welche Bestimmungen es bei eurer Fluggesellschaft gibt. Besonders bei Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet sind Hunde nicht erlaubt. Viele Fluggesellschaften erlauben zudem pro Flug nicht mehr als vier Hunde gleichzeitig in der Kabine. Ist bereits eine Katze an Bord, fällt das Fliegen mit Hund in der Kabine bei manchen Airlines ebenfalls aus. Bei der Buchung eures Fluges solltet ihr den Hund daher direkt angeben. So könnt ihr sicher gehen, dass er mit an Bord darf.

3. Beachtet die Einreisebestimmungen des Ziellandes

Damit im Urlaub keine böse Überraschung auf euch warten, solltet ihr euch rechtzeitig über die Einreisebestimmungen eures Reiseziels informieren. Die jeweilige Botschaft kann euch dabei helfen und euch die benötigten Papiere, Impfschutz und Gesundheitsbestimmungen des Reiselandes nennen. Für Reisen nach Irland, Malta, Finnland oder Großbritannien benötigt der Hund beispielsweise eine spezielle antiparasitäre Behandlung gegen Bandwürmer. Ebenso variieren die Bestimmungen in Bezug auf „Kampfhund“ von Land zu Land und reichen von Maulkorbpflicht bis zum kompletten Verbot einiger Rassen. Wenn ihr außerhalb der EU verreist, solltet ihr euch ebenso die Wiedereinreisebedingungen in die EU und nach Deutschland ansehen.

4. So reist euer Hund im Flugzeug

Wenn der Hund fliegen muss, ist die Reise am angenehmsten bei euch in der Kabine. Kleine Hunde, meist nicht über fünf bis acht Kilo, dürfen bei vielen Airlines in einer Transportbox mit in die Kabine. Alle größeren Hunde gehören leider in den Gepäckraum. Das Transportbehältnis für die Kabine darf die üblichen Maße (ca. 55 x 40 x 20 cm) nicht überschreiten. Außerdem sollte die Box  inklusive Hund nicht mehr als das vorgeschriebene Gewicht des Handgepäcks wiegen. Tiere sind außerdem nicht im Freigepäck enthalten und werden als Übergepäck berechnet. Die Tiere müssen sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum die gesamte Flugzeit in der Transportbox verbringen. Wer sein Tier in der Kabine mitnehmen möchte, sollte etwa zwei Stunden vor Abflug am Check-in erscheinen. Für den Transport im Frachtraum, solltet ihr euch etwa drei Stunden vor Abflug am Schalter für Sperrgepäck melden.

5. Darauf solltet ihr bei der Transportbox achten

Für einen Flug mit Hund dürft ihr nicht jede beliebige Transportbox verwenden. Die Hunde-Transportbox für den Flug muss bei den meisten Airlines stabil, ausbruchsicher und wasserdicht sein. Für die Kabine verlangen einige Airlines jedoch eine Transporttasche. Generell sollte sich euer Vierbeiner aufrecht hinstellen, drehen und hinlegen können. Der Hund muss von zwei Seiten genug Luft bekommen und jegliche Verletzungsgefahr sollte ausgeschlossen sein. Außerdem solltet ihr die Box gemütlich mit einer gewohnten Hundedecke auspolstern, damit sie einen vertrauten Geruch hat. Je nach Größe und Gewicht eures Hundes kosten eine zugelassene Box zwischen 50€ und 150€. Ihr könnt euch zudem bei einigen Fluggesellschaften am Schalter und an großen Flughäfen am Frachtschalter eine ausleihen. Wir empfehlen euch aber den Kauf einer eigenen Box. So könnt ihr euren Liebling schon vorher in vertrauter Umgebung daran gewöhnen.

Übrigens: Weitere Tipps zum Hundetransport findet ihr im Magazin!

6. Welche Dokumente gehören ins Reisegepäck?

Für eine Flugreise mit Hund ins Ausland benötigt ihr verschiedene Dokumente. Innerhalb der EU braucht ihr seit Oktober 2004 ein EU-Heimtierausweis. In diesem sollte die Kennzeichnungs-Nummer des Mikrochips oder der Tätowierung des Hundes stehen. Ebenso solltet ihr den Impfpass des Hundes mitführen, da ihr den gültigen Impfschutz gegen Tollwut nachweisen müsst. Auf der Hundebox sollten der Name eures Tieres, eure Adresse und die Telefonnummer gut lesbar angebracht sein. Außerdem ist es nützlich, die Transportpapiere, eine Kopie des EU-Heimtierausweises sowie die Kopie der Einfuhrpapiere in einer transparenten Hülle an der Box zu befestigen. Damit die Transportbox nicht falsch herum aufgestellt oder herumgeworfen wird, schreibt in Großbuchstaben „live animal“ auf die Box und markiert die Oberseite mit Pfeilen.

Unser Tipp: Nehmt ein Foto von euch und eurem Vierbeiner mit. So könnt ihr im Notfall nachweisen, dass es auch wirklich euer Liebling ist.

7. Was kostet ein Flug mit Hund?

Die Kosten für einen Flug mit Hund hängen in erster Linie von der zurückzulegenden Strecke ab. Die Gebühren für den Transport eines Hundes im Flugzeug variieren von Airline zu Airline. Generell sind Hunde in der Kabine um einiges günstiger als im Frachtraum. Bei Kurzstrecken könnt ihr euch auf Preise von 20 bis 50 Euro einstellen. Für Langstreckenflüge können Kosten um die 250 bis 350 Euro entstehen. Bei Skyscanner findet ihr eine Übersicht der Preise für Hunde von 18 verschiedenen Airlines. Blinden- und Servicehunde sowie weitere Hunde zur Unterstützung von Passagieren dürfen bei den meisten Airlines kostenlos in der Kabine reisen. Auch diese solltet ihr jedoch vorher anmelden!

8. Darauf solltet ihr am Abflugtag achten

Am Tag des Abfluges solltet ihr einen ausgiebigen Spaziergang unternehmen. So ist euer Hund gut ausgepowert und verschläft mit etwas Glück sogar den ganzen Flug. Damit eurem Hund während der Reise nicht übel wird, empfehlen wir euch, ihm zwölf Stunden vor Abflug kein Futter zu geben. Bei einem längeren Flug solltet ihr ein wenig Trockenfutter mitnehmen. Den Frachtraum kann nach Abflug jedoch niemand mehr betreten, weshalb größere Hunde das Futter schon in der Box haben sollten. Falls euer Vierbeiner während der Reise Durst bekommt, könnt ihr ihm einen Wasserbehälter mit Eiswürfeln befüllen. So kann beim Transport kein Wasser auslaufen und euer Liebling hat etwas zu trinken. Denkt jedoch daran, dass Hunde sich nur im größten Notfall in der Box entleeren und sie deshalb nicht zu viel trinken sollten.

9. Braucht mein Hund Beruhigungsmittel?

Da ihr eurem Hund einer stressigen Situation aussetzt, liegt die Gabe von Beruhigungsmitteln nahe. Bei ängstlichen Hunden, die schnell gestresst sind, könnt ihr euch vorher mit einem Tierarzt auseinandersetzen. Auch wenn euer Hund normalerweise entspannt ist, wisst ihr vorher nicht, wie er auf laute Geräusche und ungewohnte Gerüche im Frachtraum reagiert. Viele Tierärzte raten dennoch von starken Beruhigungsmitteln ab, da sie im schlimmsten Fall die Angst verstärken. Ebenso wisst ihr nicht, wie euer Hund die Medikamente verträgt. Im Frachtraum bemerkt niemand, wenn es dem Vierbeiner plötzlich schlecht geht. Wenn ihr euren Hund auf natürliche Weise entspannen möchtet, könnt ihr beispielsweise die Transportbox mit dem ADAPTIL Transportspray einsprühen.

10. Muss es eine Flugreise sein?

Besonders entspannt wird eure Reise mit Hund, wenn ihr gar keine Flugreise macht. Überlegt euch vor der Planung eurer Reise gut, ob ihr eurem Vierbeiner den zusätzlichen Stress zumuten möchtet. Es kann immer zu Verspätungen kommen, die euer Hund alleine bei Hitze oder Kälte im Frachtraum aussitzen muss. Generell solltet ihr mit eurem Hund kein Reiseziel mit extremen Temperaturen auswählen. Besser für den Hund ist es, ihn für die Dauer eurer Flugreise bei einer zuverlässigen Hundebetreuung abzugeben. Noch besser wäre natürlich eine gemeinsame Reise mit dem Auto zu einem hundefreundlichen Ziel in der Nähe. Auch wenn es weiter weg gehen soll, ist das Auto für den Hund die angenehmste Reisemöglichkeit. Hier könnt ihr pausieren, wann ihr Lust habt und euch immer um euren Liebling kümmern. Nach Italien, Kroatien oder Frankreich kommt man beispielsweise auch gut mit dem Auto.

Übrigens: Im Magazin findet ihr tolle Reiseziele mit Hund, die ihr auch mit dem Auto erreichen könnt.

Habt ihr schon eine Flugreise mit eurem Hund unternommen? Worauf sollte man achten? Berichtet uns in den Kommentaren von euren Erfahrungen!

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Alle Kommentare (1)

Sprachreise mit Hund | LingoScout
28.11.2016 20:02 Uhr

[…] Einige Rassen dürfen in bestimmte Länder gar nicht einreisen. Christina Nielsen von der Website mein-haustier.de rät hierzu: „Das Auswärtige Amt kann Hundehaltern dabei helfen und sie über die benötigten […]

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