15.05.2019

Hundetransport

So transportiert ihr euren Vierbeiner sicher

Ob Ausflug oder Urlaub mit Hund – manchmal müsst ihr euren Hund mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug transportieren. An erster Stelle steht dabei die Sicherheit von Mensch und Tier. Erfahrt jetzt, worauf ihr beim Hundetransport achten müsst und wie ihr euren Hund am besten sichert.

Gesetzliche Vorgaben für den Hundetransport im Auto

Das Auto eignet sich als Transportmittel für Vierbeiner am besten. Es gibt jedoch einiges zu beachten beim Hundetransport im Auto. In Deutschland gibt es zwar keine Anschnallpflicht für Hunde, doch einige Regeln zur Sicherung der Tiere. Hunde gelten im rechtlichen Sinne als Ladung und das bedeutet, ihr müsst sie sichern. In § 22 und 23 der StVO ist dies festgelegt. Die Ladung ist so zu sichern, dass sie „selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen“ kann. Außerdem seid ihr verantwortlich, dass eure „Sicht und das Gehör nicht beeinträchtigt“ werden. Ist der Hund nicht angemessen gesichert, kann er schon bei geringer Geschwindigkeit zum „Wurfgeschoss“ werden und schwere Verletzungen erleiden. Abgesehen davon erwarten euch Strafen von bis zu 75€ sowie ein Punkt in Flensburg.

Welcher Platz im Auto ist am sichersten?

Ein Hundetransport kann für Mensch und Tier belastend sein. Damit alles sicher und entspannt abläuft, gibt es verschiedene Methoden. Es stehen verschiedene Plätze im Auto zur Verfügung, die der Vierbeiner einnehmen kann. Auf den Beifahrersitz gehört der Hund jedoch auf keinen Fall! So bringt ihr euer Tier unnötig in Gefahr und tut euch keinen Gefallen. Es genügt schon ein kleines Ausweichmanöver und ein ungesicherter Hund fliegt unkontrolliert durchs Fahrzeug. Der gesicherte Transport im hinteren Teil des Fahrzeugs ist gefahrloser. Grundsätzlich stehen euch drei Methoden zur Auswahl, die alle Vor- und Nachteile mit sich bringen.

1. Fest installierte Transportbox

Eine fest installierte Transportbox im Kofferraum bietet unumstritten die größte Sicherheit für den Hund. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht jede Hundebox bietet den nötigen Schutz. Besonders weniger hochwertige Modelle erfüllen bei einem Unfall die Anforderungen nicht. Die Wahl der passenden Box ist daher wichtig. Achtet darauf, dass die Kiste stabil und leicht zu fixieren ist. Manche Hersteller bieten sogar Maßanfertigungen an, die gezielt auf den Fahrzeugtyp zugeschnitten sind. Am langlebigsten und zuverlässigsten sind Boxen aus Aluminium oder Stahl.

2. Trenngitter für den Kofferraum

Wer seinen Hund im Kofferraum transportieren möchte, muss ihn entsprechend sichern. Eine Möglichkeit ist ein Trenngitter oder -netz, um den Kofferraum vom Rest des Autos abzutrennen. Die Hunde können nicht unkontrolliert nach vorne springen und bei einem Unfall nicht in den vorderen Bereich des Fahrzeugs gelangen. Generell sind dabei die stabilen Begrenzungsgitter eher für den Hundetransport zu empfehlen als die oftmals günstigen Netze. Sie nutzen die vorhandenen Befestigungsmöglichkeiten im Auto und lassen sich daher optimal fixieren. Da die Vierbeiner bei dieser Methode jedoch viel Bewegungsfreiraum haben und herumlaufen können, ist sie für längere Fahrten nicht ratsam. Bei größeren Kofferräumen besteht die Gefahr, dass der Hund bei einem Aufprall im Kofferraum herumgeschleudert wird und sich schwer verletzt.

3. Sicherheitsgeschirr fürs Auto

Wollt ihr nicht, dass euer Hund alleine im Kofferraum sitzt, könnt ihr ihn mit einem speziellen Sicherheitsgeschirr auf dem Rücksitz anschnallen. Das Material des Geschirrs sollte dem des Gurtes ähneln und enorm fest sein. Es soll ja schließlich bei einem Unfall nicht sofort reißen. Idealerweise ist das Geschirr mithilfe mehrerer Sicherungspunkte befestigt, damit sich der Druck beim Bremsen verteilt. Generell ist diese Methode am besten für kleinere Hunde geeignet. Trotz des Gurtes darf euer Hund nicht einfach auf dem Beifahrersitz sitzen, sondern sollte auf dem Rücksitz Platz nehmen. Viele Sicherheitsgurte lassen dem Hund jedoch einen zu großen Bewegungsradius, weshalb er bei einem Unfall durchs Auto geschleudert würde. Diese Methode ist daher keine perfekte Lösung.

Achtung! Ihr solltet den Gurt niemals am Halsband des Hundes befestigen! Jeder Bremsvorgang kann lebensgefährlich für den Vierbeiner werden.

Wie finde ich die passende Transportbox?

Der Vierbeiner sollte in seiner Box bequem liegen, sitzen und sich drehen  können. Für längere Reisen sollte zudem Platz für Wasser und Futter sein. Es ist wichtig, den Hund vor dem Kauf genau auszumessen. Nur so könnt ihr sicher sein, dass die Größe der Box passt.

Es gibt verschiedene Methoden die Box im Fahrzeug zu installieren. Modelle mit Klettleisten oder Spanngurten sind besonders beliebt. Leider nehmen die Käfige meist einen Großteil des Kofferraums ein. So bleibt nicht viel Platz für Gepäck. In diesem Fall hilft es nur kreativ zu werden oder auf eine Dachbox zurückzugreifen.

Für gewisse Anlässe ist eine tragbare Transportbox für Hunde notwendig. Möchtet ihr euren Hund beispielsweise auf eine Flugreise mitnehmen, ist eine mobile Box sogar verpflichtend. Achtet vor dem Kauf jedoch auf die Regelungen der jeweiligen Airlines. Im Allgemeinen sind tragbare Boxen eher für kleine und leichte Hunde geeignet. In den kleinen Größen findet ihr daher eine große Auswahl an Boxen und Taschen. Teilweise sind diese auch für den Transport im Fußraum des Autos geeignet. Für größere Rassen stehen Boxen mit Rollen zum Ziehen zur Auswahl.

Übrigens: Tipps zum Reisen mit Hund findet ihr im Magazin.

Wie gewöhne ich meinen Hund an den Transport?

Da viele Hunde ihren ersten Transport mit der Trennung von ihrer Mutter verbinden, haben sie keine Freude daran. Am besten fangt ihr daher im Welpenalter an, den Hund daran zu gewöhnen. Verbindet jeden Transport mit neuen positiven Erfahrungen. Gegen eine kleine Bestechung in Form von Leckerlis ist nichts einzuwenden. Besonders wenn euer Hund sich an eine Transportbox im Kofferraum gewöhnen soll, ist es wichtig behutsam vorzugehen. Legt die Kiste mit seiner Lieblingsdecke oder einem Kleidungsstück von euch aus, damit er sich sicher fühlt. Der Hund sollte außerdem keinen direkten Blick nach draußen haben, um besser zur Ruhe kommen zu können. Zu Beginn sind kurze Strecken zu empfehlen, die mit einer Belohnung in Form eines Spiels oder eines schönen Spaziergangs enden.

Darauf solltet ihr während des Transportes achten

Jeder Hund reagiert anders auf den Transport. Einige Vierbeiner können gar nicht genug bekommen und schlafen sogar freiwillig in ihrer Transportbox. Bei anderen hingegen verursacht jede Autofahrt Übelkeit. Besonders wichtig ist es daher, den Hund genau zu beobachten und zu beurteilen wie viel ihr im zumuten könnt. Wenn euer Hund Probleme hat, solltet ihr es langsam angehen lassen. Gerade bei längeren Reisen solltet ihr genügend Pausen einplanen. Ebenso ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser wichtig. Da Hunde ihre Körpertemperatur durch Hecheln regulieren, darf es niemals zu heiß werden. Achtet also auf eine gute Luftzirkulation und lasst euren Hund besonders im Sommer niemals alleine im Auto!

Wie transportiert ihr euren Hund? Welche Methoden könnt ihr empfehlen? Berichtet uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren! 

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